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Entwicklungspsychologie SoSe 13 (Fach) / 5. Entwicklungspsychologie der Lebensspanne (Lektion)
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- Entwicklungspsychologie der Lebensspanne seit den 60er Jahren, vorher nur Kindes- und Jugendalter (veränderte demographische Struktur der Gesellschaft) > Forschungszweig Gerontologie Entw. der Lebensspanne nicht als eine Theorie sondern als Perspektive Ziel: Entwicklung einer spezifischen, eigenständigen und innovativen Entwicklungskonzeption
- Entwicklungspsychologie der Lebensspanne - Leitsätze 1. Lebenslange Entwicklung: in allen Phasen kontinuierliche und diskontinuierliche (abrupte Veränderung) Prozesse 2. Multidirektionalität: Richtung d. ontogenetische Veränderungen variiert (Verlust von Fähigkeiten; kristalline Intelligenz: Wissen wir erworben, Intelligenz: Wissensbasis, gute IV-Prozesse) 3. Entwicklung als Gewinn & Verlust: Änderung des Verhältnisses von Gewinn & Verlust, zunehmende Verluste im Alter, aber auch Gewinn mgl. 4. Plastizität: Lebensbedingungen, Lebenserfahrunen > befähigkt Individuen zu verschiedenen Verhaltensformen/Entwicklungsverläufen, nimmt mit zunehmendem Alter ab 5. geschichtliche Einbettung: historisch-kulturelle Bedingungen (Aus- bildung, Arbeit, Gesundheit), Entwicklungspsychologie für jede Generation neu 6. Kontextualismus: Wechselwirkung von Alter, Geschlecht, nicht-normative Einflüsse (Zugang zu Bildung) 7. Multidisziplinäre Betrachtung: im Kontext anderer Disziplinen (Biologie, Soziologie)
- Konzept der Entwicklungsaufgaben (Havighurst, 30er/40er Jahre) Mensch als aktiver Lerner, Austausch mit aktiver sozialer Umwelt Lernaufgaben im Lebenslauf: "Entwicklungsaufgaben", Abgrenzung von Alterbereichen, Phasenmodel, Erfüllung: individuelle Potentiale, soz. Ressourcen & Gelegenheiten Bewältigung: Glück/Erfolg, Versagen: Unglück, ablehnung in Gesell-schaft, Schwierigkeiten bei der Bewältigung späterer Aufgaben zeitlich begrenzt, über mehrere Perioden der Lebensspanne, Weiter-führung von Aufgaben aus früheren Lebensabschnitten Quellen: physische/biolog. Reifungsprozesse (universell gültig, Pubertät), gesellschaftl Erwartungen, kulturelle Normen (abhängig von Kultur, hist. Wandel > Bildung, Beruf, Familie), individuelle Ziele & Werte (NC)
- Entwicklungsaufgaben nach Havighurst 0-2: Objektpermanenz, motor. Fähigkeiten 2-4: Selbstkontrolle, Sprachentwicklung, Phantasie & Spiel 5-7: Geschlechtsrollenidentifikation, einfache moral. unterscheidungen 6-12: Kooperation, Selbstbewusstein, Kulturtechniken, Teamwork 13-17: körperl. Reifung, Gemeinschaft, Beziehungen 18-22: Autonomie (Eltern), internalisiertes moral. Bewusstein, Berufswahl 23-30: Heirat, Kinder, Beruf, Lebensstil 31-50: Haushalt führen, Kinder aufziehen, berufl. Karriere ab 51: neue Rollen, eigenes Leben akzeptieren, Haltung zum Sterben
- Entwicklungsthemen - Sroufe Verhaltenstendenzen, weniger kulturell-bedingt Qualität der Lösung beeinflusst Lösung zukünftiger E.themen, können auch später wieder salient werden (Bindung bei Trennung der Eltern) 0-3M: physiolog Regulation 3-6: Handhabung von Spannungen 6-12: effektive Bindung 12-18: erfolgreiche Exploration 18-30: Individuation 30-54: Geschlechtsrollenidentifikation, Beziehung zu Gleichaltrigen
- kritische Lebensereignisse Ursprung: Psychatrie, klinische Psych. > Häufung von Lebensereignissen (stressreich, belastend, abrupte Veränderung) vor Erkrankung affektive Bedeutsamkeit: persönliche Katastrophen vs. pos. Ereignisseobjektiver tatbestand vs. subjektive Bewertung (abhängig von individ. Plänen, Zeitpunkt, Seltenheit) normativ (regelmäßig, biolog./soz. Normierung, vorhersehbar) vs. nichtnormativ (unerwartet, nicht vorhersehbar) bedingen Risiko für Störungsentwicklung (emot. Belastung, Hilflosigkeit), bieten Chance für individ. Weiterentwicklung (Selbstwirksamkeit, Problemlösestrategien) > Kapazität des Menschen zur Neuanpassung an veränderte Lebensumstände entscheidend
- Bewältigung kritischer Lebensereignisse pathogenetisches Modell: Erklärung für Krankheit nach krit. LE salutogenetisches M.: Erklärung für bleibende Gesundheit nach krit. LE (Ansetzen an Ressourcen, Bedeutung für Prävention) coping: Versuche, die Menschen bei krit. LE einsetzen, um mit internen/ externen Anforderungen umzugehen "Bewältigung" > erfolgreiche Verarbeitungsversuche (vs. coping)
- Problemlösen und Bewältigen im Lebenslauf Bewältigung von Anforderungssituationen: entwpsych. Paradigma Stabilität, Verämderung auf Ebene der Verhaltensorganisation Entwicklung entsprechender Fähigkeiten: Auf-/Ausbau von Handlungsfähigkeiten/Ressourcen (K + J), Aufrechterhalten von Kontrolle/Einfluss (E), Kompensation von Verlust Selektion, Optimierung, Kompensation intntionelle/aktive Selbstgestaltung eigener Entwicklung
- individuelle und soziale Bewältigungsformen kognitiv-transaktionale Ansatz (Lazarus): primäre Einschätzung eines Problems + individ. Reaktionsmöglichkeiten (sekundäre E.) > Bewältigungsreaktion (emotions- vs. problem-zentriert) > Neubewertung (Reappraisal): alles abhängig von verschiedenen entwicklungs-abhängiger Ressourcen im soz. Kontext: quantitativ/strukturell (Netzwerk) vs. qualitativ/funkitonal (Beziehungsqualität), wahrgenommene/erhaltene, erhaltene/geleistete Unterstützung, Ebenen: emotional, instrumentell, informationell pos./neg. Wirkung soz. Unterstützung: Selbstwertfördernd/ -bedrohlich
- Zwei-Prozess Modell der Entwicklungsregulation (Brandstädter) und defensive Problembehanldung als dritter Prozess Bedrohung: Fokus auf Selbst/Identität assimilative Strategien (intentionale Selbstentwicklung): Änderung d. Lebenssituation/Verhalten in Bezug auf Vorstellungen und Ziele (Bewältigungsstrategien: intentional, bewusst, kontrolliert) akkomodative Prozesse (Entwicklung als Adaptation): Kompensation, Revision von Lebenss-/Entwicklungsentwürfen, Standards und Ziele den Handlungsmöglichkeiten angleichen, Däpfung der Belastung/ Stabilisierung, Kontroll- und Selbstwirksamkeitsüberzeugungen Bedrohung > akkomodative Prozesse (Stabilisierung) > Selbstkonzeptstruktur > assimilative Strategien (Reduktion) > pos. Selbstkonzept dritter Prozess: Ignorieren des Problems (weder Änderung des Problems noch Änderung des Selbst)
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- Bewältigung: Prädiktoren Erfahrung mit ähnlichen Ereignissen (Erfolgsbilanz?), Prävention als Vorbereitung (Kindergarten > Schule), Kontextmerkmale (Familie, soz. Kontext, ...), Personenmerkmale (Religion, Gesundheit, individ./soz. Bewältigungsstrategien), Risiko- und Schutzfaktoren
- Theorie der Persönlichkeitsentwicklung (Erikson) Entwicklung in 8 Stadien, gekennzeichnet durch spez. psycho-soziale Krisen, Spannungsfeld individ. Reifung - Anforderung der Gesellschaft epigenetisches Prinzip: Persönlichkeit wächst in Abschnitten, durch Bereitschaft des menschl. Organismus vorherbestimmt körperl. Reifung bestimmt Zeitplan der Entwicklung: neue Fertigkeiten, gesellschaftl Anforderungen > 8 Krisen, jede davon aktuell in bestimmten Lebensabschnitt Krise: pos. + neg. Ergebnisse, Aufbau auf vorangegangene Phasen, universaler Ablauf der Stufen, Nicht-Bewältigung: lebenslanger Kampf um diesen Aspekt
- Theorie der Persönlichkeitsentwicklung (Erikson) - Abfolge der Krisen Kleinkind: Vertrauen vs. Misstrauen (bekommen, geben) frühe Kindheit: Autonomie vs. Scham/Zweifel (halten/loslassen, Ziele, Regeln) Spielalter: Initiative vs. Schuldgefühl (Verwirklichung von Zielen) Schulalter: Werksinn vs. Minderwertigkeit (was richtiges machen) Adoleszenz: Identität vs. Identitätsdiffusion (Werte, Ziele, ...) j. Erwachsenenalter: Intimität vs. Isolierung Erwachsenenalter: Generativität vs. Stagnation (nächste Generation) hohes Alter: Integrität vs. Verzweiflung (rückschauende Bewertung)