97

Fachwirt für Versicherung und Finanzen (Fach) / Volkswirtschaftslehre (Lektion)

Grundlagen der Volkswirtschaftslehre

Diese Lektion wurde von renner erstellt.

Lektion lernen

Anzeige
  • Was ist unter der nachfrageorientierten Fiskalpolitik zu verstehen? Geben Sie ein Beispiel! Bei der nachfrageorientierten Fiskalpolitik versucht der Staat, die Nachfrage nach Konsumgütern durch geeignete Maßnahmen zu erhöhen. Mittel der nachfrageorientierten Fiskalpolitik sind z.B. - Senkung der Einkommens- und Verbrauchsteuern - Erhöhung der Investitionen des Staates - Ausbau von Sozialleistungen - Förderung von Beschäftigungsprogrammen
  • Welche antizyklischen Maßnahmen ergreift der Staat im Falle eines Abschwungs / Rezession und welche im Falle eines Booms? Der Staat wird auf einen a) Abschwung / Rezession mit Erhöhungen der Staatsausgaben und der Senkung von Steuern b) Boom mit der Senkung der Staatsausgaben und der Erhöhung der Steuern entgegenzusteuern versuchen.
  • Welche Probleme können sich ergeben durch a) Erhöhung der Staatsausgaben durch Steuereinnahmen? b) Erhöhung der Staatsausgaben durch Kredite? c) Senkung der Steuern? Als Probleme können auftreten bei a) Erhöhung der Staatsausgaben durch Steuereinnahmen -> Konsumrückgang wahrscheinlich b) Erhöhung der Staatsausgaben durch Kredite -> Staatsverschuldung steigt + crowding out (= Verdrängung privatwirtschaftlicher Investoren) c) Senkung der Steuern -> Staatsverschuldung steigt
  • Welche Probleme können sich ergeben durch a) Erhöhung der Staatsausgaben durch Steuereinnahmen? b) Erhöhung der Staatsausgaben durch Kredite? c) Senkung der Steuern? Als Probleme können auftreten bei a) Erhöhung der Staatsausgaben durch Steuereinnahmen -> Konsumrückgang wahrscheinlich b) Erhöhung der Staatsausgaben durch Kredite -> Staatsverschuldung steigt + crowding out (= Verdrängung privatwirtschaftlicher Investoren) c) Senkung der Steuern -> Staatsverschuldung steigt -> hohe Staatsverschuldung führt zu Inflation
  • Welche Erscheinungsformen hat Geld? Erscheinungsformen des Geldes sind: - Warengeld - Kurantmünzen - Scheidemünzen - Buch- und Giralgeld
  • Welche Funktionen hat Geld? Funktionen des Geldes sind: - Allgemeines Tauschmittel (Gesetzliches Zahlungsmittel) - Recheneinheit - Wertübertragungsmittel - Wertaufbewahrungsmittel
  • Welche Voraussetzungen müssen für die Funktionen des Geldes erfüllt sein? Damit Geld seine Funktionen erfüllen kann, müssen gegeben sein: - Vertrauen in die Wertbeständigkeit des Geld - Knappheit des Geldes (als Grundlage für seinen Wert)
  • Wie lautet die Fishersche Verkehrsgleichung (liefert Anhaltspunkte über die Beziehung zwischen Geld und Gütertransaktionen)? Wie lautet sie für das Preisniveau? Fischersche Verkehrsgleichung M x V = P x H Formel zum Preisnivau P = M x V : H H = Handelsvolumen P = Preise der umgesetzten Güter V = Umlaufgeschwindigkeit des Geldes M = Geldmenge
  • Was versteht man unter Geldmenge oder Geldmengenaggregat? Geldmenge oder Geldmengenaggregat = gesamter Bestand an Geld in einer Volkswirtschaft, der sich bei Nichtbanken befindet.
  • In der Volkswirtschaft und den Zentralbanken gibt es verschiedene Geldmengendefinitionen von M1-M3. Geben Sie entsprechenden Geldmengendefinitionen! Geldmengendefinitionen M1 = nur Banknoten, Münzen und Sichtguthaben bei Nichtbanken M2 = M1 + Einlagen mit Laufzeit von bis zu zwei Jahren (Termingelder) und die Einlagen mit Kündigungsfrist bis zu drei Monaten (Spareinlagen) M3 = M2 + Geldmarktfondszertifikate, auch kurzlaufende Einlagenzertifikate oder Bankschuldverschreibungen
  • Anzeige
  • Was ist unter Geldpolitik zu verstehen? Geldpolitik = Lehre von der optimalen Gestaltung des Geldsystems und der optimalen Steuerung der Geldversorgung durch staatliches Handeln. Die Geldpolitik ist ein Teilbereich der Wirtschaftspolitik.
  • Wer ist der Träger der Geldpolitik und welches geldpolitische Instrument kann er insbesondere zur Steuerung der Konjunkturphasen oder des Angebots- und Nachfrageverhaltens einsetzen? Träger der Geldpolitik ist die Zentralbank. Ihr wichtigstes geldpolitisches Instrument ist der Leitzins.
  • Für das Eurosystem und die Europäische Zentralbank (EZB) gelten bestimmte Unabhängigkeiten. Welche sind das? Das Eurosystem und die EZB sind - funktionell (frei in der Entscheidung der Methodenauswahl zur Durchführung eines Auftrags) - institutionell (keine Weisungen aus der Politik) - personell (Unabhängigkeit des Führungspersonals) und - finanziell (eigener Haushalt und entscheidet selbst über die Mittelverwendung) unabhängig.
  • Was ist das vorrangige Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB)? Das vorrangige Ziel der EZB ist, die Preisstabilität zu gewährleisten (Art. 105 des Maastricht-Vertrages).
  • Das Europäische System der Zentralbanken besteht aus...? Das Europäische System der Zentralbanken besteht aus - der Europäischen Zentralbank (EZB) und - den nationalen Zentralbanken (NZBen).
  • Welche Aufgaben hat die Europäische Zentralbank (EZB)? Aufgaben der EZB sind: - die Geldpolitik der Gemeinschaft festzulegen und auszuführen - Divisengeschäfte durchzuführen - die offiziellen Währungsreserven der teilnehmenden Mitgliedstaaten zu halten und verwalten - das reibungslose Funktionieren der Zahlungssysteme zu fördern - Aufsicht über die Kreditinstitute / beratende Funktion gegenüber der Gemeinschaft / Statistik
  • Welches sind die Organe der Europäischen Zentralbank (EZB)? Die Organe der EZB sind: - das EZB-Direktorium - der EZB-Rat - der erweiterte EZB-Rat
  • Wie setzt sich das EZB-Direktorium zusammen? Das EZB-Direktorium setzt sich zusammen aus: - dem Präsidenten der EZB - dem Vizepräsidenten der EZB und - max. vier weiteren Mitgliedern des EZB-Direktoriums, die vom EU-Rat auf acht Jahre gewählt werden.
  • Welches sind die Hauptaufgaben des EZB-Direktoriums? Die Hauptaufgaben des EZB-Direktoriums sind: - die Geldpolitik gemäß den Leitlinien und Entscheidungen des ESZB-Rates auszuführen und hierzu den nationalen Zentralbanken die erforderlichen Weisungen zu erteilen und - die Befugnisse auszuüben, die ihm durch den EZB-Rat übertragen werden.
  • Wie setzt sich der EZB-Rat zusammen? Der EZB-Rat setzt sich zusammen aus: - EZB-Direktorium - Präsidenten der nationalen Zentralbanken (NZB), für die keine Ausnahmeregelung gilt, also die uneingeschränkt an der Währungsunion teilnehmen.
  • Welche Hauptaufgaben hat der EZB-Rat? Die Hauptaufgaben des EZB-Rates bestehen darin: - die Geldpolitik des Eurowährungsgebietes festzulegen (z.B. geldpolitische Zwischenziele, Leitzinssätze, Bereitstellung von Zentralbankgeld im Eurosystem, Erlass der notwendigen Beschlüsse und Leitlinien) - die notwendigen Leitlinien und Entscheidungen zu erlassen, um die Erfüllung der dem Eurosystem übertragenen Aufgaben zu gewährleisten.
  • Wie setzt sich der erweiterte EZB-Rat zusammen? Der erweiterte EZB-Rat setzt sich zusammen aus: - dem Präsidenten - dem Vizepräsidenten - den Präsidenten aller nationalen Zentralbanken
  • Welche Aufgabe nimmt der erweiterte EZB-Rat wahr? Der erweiterte EZB-Rat hat - die Aufgabe wahrzunehmen, die die EZB vom Europäischen Wirtschaftsinstitut (EWI) übernommen hat und wirkt auch mit bei - der Erfüllung der Beratungsfunktionen des ESZB (Europäisches System der Zentralbanken) - der Erhebung der statistischen Daten.
  • Über welche "geldpolitischen Instrumente" verfügt die Europäische Zentralbank (EZB)? Die EZB verfügt über die folgenden "geldpolitischen Instrumente": - ständige Fazilitäten (= Übernachtliquidität bereitstellen oder absorbieren = Ausgleich täglicher Liquiditätsüberschüsse oder Engpässe) - Offenmarktgeschäfte (= An- und Verkauf festverzinslicher Wertpapiere auf eigene Rechnung zur Beeinflussung der Giralgeldschöpfung) - Mindestreserve (= verlangt von Kreditinstituten, bei den nationalen Zentralbanken Pflichteinlagen zu unterhalten)
  • Was ist unter dem Standard- bzw. Basistender zu verstehen? Als Standard- bzw. Basistender werden längerfristige Refinanzierungsgeschäfte der Europäischen Zentralbank (EZB) bezeichnet. Er hat eine Laufzeit von drei Monaten und ist das regelmäßige Offenmarktgeschäft des Eurosystems. Als Standard- bzw. Basistender gelten auch Hauptfinanzierungsinstrumente der Europäischen Zentralbank (EZB) mit einer Laufzeit von einer Woche.
  • Geld hat einen Binnen- und einen Außenwert. Erläutern Sie beide Begriffe! Der Binnenwert des Geldes meint bei einer Währung den Geldwert im Inland als Kaufkraft (Tauschwert), gemessen anhand des Warenkorbs. Die Kaufkraft gibt an, welche Gütermenge für eine Geldeinheit gekauft werden kann. Sie erfasst den tatsächlichen Wert (Realwert) im Unterschied zum aufgedruckten Nennbetrag (Nominalwert) des Geldes. Zur Ermittlung der Kaufkraft wird der Preisindex der Lebenshaltungskosten (Warenkorb) verwendet, der in mehrjährigen Abständen veränderten Konsumgewohnheiten angepasst werden muss. Der Außenwert einer Währung gibt an, wie viele Einheiten ausländischer Währung(en) auf dem Devisenmarkt für eine Einheit des inländischen Geldes gezahlt werden (Mengennotierung).  
  • Was ist unter Inflation zu verstehen? Welcher Indikator wird zumeist herangezogen? Inflation = stetiger Anstieg des Preisniveaus bzw. anhaltende Abnahme des Geldwertes. Als Indikator für Inflation bzw. Deflation wird meist der Preisindex für die Lebenshaltung herangezogen (Warenkorb).
  • Erklären Sie die zwei verschiedenen Formen der Inflation! Bei der nachfragebedingten Inflation steigen die Preise, weil die Gesamtnachfrage größer ist als das vorhandene Angebot. Bei der kostenbedingten Inflation steigen insbesondere Löhne und Gehälter zu stark, so dass es zu einem entsprechenden Preisauftrieb kommt. (Anm.: Die Inflation kann aber mittelfristig nur andauern, wenn eine zu große Geldmenge vorhanden ist.)
  • Was ist unter Deflation zu verstehen? Deflation = stetiger Rückgang des allgemeinen Preisniveaus (Geldwert), der aus einem gesamtwirtschaftlichen Angebotsüberhang im Verhältnis zur Gesamtnachfrage resultiert. Solange die Deflation nicht die Einkommen verringert, was aber der Normalfall ist, stärkt sie die Kaufkraft. Deflation ist damit das Gegenteil von Inflation.
  • Erklären Sie, warum es bei Deflation zu Firmenzusammenbrüchen und Arbeitslosigkeit kommen kann? Wie kann der Staat und die Europäische Zentralbank (EZB) gegensteuern? Wenn die Gesamtnachfrage trotz sinkenden Preisniveaus anhaltend schrumpft, wird das Produktionspotenzial immer weniger ausgelastet, so dass die Gewinne der Unternehmen zurückgehen und die Investitionen abnehmen, was zu Zusammenbrüchen und Arbeitslosigkeit führt. Durch expansive Eingriffe des Staates und der EZB, z.B. Steigerung der Staatsausgaben, Steuersenkungen kann der Deflation entgegengewirkt werden.
  • Anzeige
  • Was bedeutet Abwertung der Währung? Abwertung bedeutet, dass sich der Wert einer Währung gegenüber einer anderen Währung verringert.
  • Was bewirkt eine Abwertung bzw. Aufwertung der Währung in Bezug auf die Aus- und Einfuhr? Welche Auswirkungen ergeben sich auf das inländische Preisniveau? Durch eine Abwertung der Währung verbilligt sich die Ausfuhr und die Einfuhr verteuert sich. Umgekehrt  bewirkt eine Aufwertung der Währung, dass sich die Einfuhren verbilligen und die Ausfuhren sich verteuern. Die Aufwertung der Währung dämpft Inflationstendenzen, die Abwertung fördert sie.
  • Was ist unter dem Wechselkurs zu verstehen? Wo bildet sich dieser Preis? Warum ist der Wechselkurs volkswirtschaftlich sehr bedeutsam? Worauf müssen international Unternehmen beim Wechselkurs achten? Der Wechselkurs ist der Preis einer Währung, ausgedrückt in einer anderen Währung. Der Wechselkurs bildet sich auf dem Devisenmarkt. Er ist volkswirtschaftlich sehr bedeutsam, weil er die Wettbewerbsfähigkeit eines Währungsraumes maßgeblich beeinflusst. Internationale Unternehmen müssen das Wechselkursrisiko berücksichtigen.
  • Erläutern Sie die Auswirkungen von Wechselkursänderungen auf Importpreise, Inflation und Wettbewerbsfähigkeit der inländischen Unternehmen! Eine Wechselkursänderung, die zur Abwertung der inländischen Währung führt, bewirkt direkt den Anstieg der Importpreise, weshalb Inländer weniger Güter kaufen können (= inflationsfördernd). Umgekehrt verhält es sich bei der Aufwertung der inländischen Währung, es steigt das real verfügbare Einkommen (= inflationsbremsend). Mittelfristig aber verlieren inländische Unternehmen ihre Wettbewerbsfähigkeit, weil die Exporte teurer und deshalb zurückgehen werden. Umgekehrt wirkt sich eine Abwertung exportfördernd aus.
  • Was ist unter Außenwirtschaftspolitik zu verstehen? Außenwirtschaftspolitik = ist die Gesamtheit aller staatlichen Maßnahmen zur Beeinflussung der außenwirtschaftlichen Beziehungen eines Landes. Diese Maßnahmen betreffen die realwirtschaftlichen und monetären Beziehungen bzw. Gestaltungen von Wirtschaftsräumen.
  • Was ist unter Außenhandelspolitik zu verstehen? Außenhandelspolitik = alle staatlichen Maßnahmen, die in den freien Ex- und Import von Gütern eingreifen, z.B. - Zölle: i.d.R. Importzölle - Außenhandelssubvention: i.d.R. Exportsubvention - Außenhandelsquoten: i.d.R. Importquote - Local-Content-Klauseln: Vorschrift, dass ein Gut im Inland nur verkauft werden darf, wenn ein bestimmter wertmäßiger Anteil am Produkt auch im Inland produziert worden ist. - Außenhandelskreditförderungen: i.d.R. Exportkreditförderung - Nationale Beschaffung: Staat kauft bevorzugt von inländischen Unternehmen, um die inländische Wirtschaft zu fördern - Bürokratische Hindernisse: lange Genehmigungsverfahren
  • Was ist unter Währungspolitik zu verstehen? Währungspolitik = alle politischen Maßnahmen zur Beeinflussung der Wechselkurse
  • Was sind die Ziele der Währungspolitik? Welche Instrumente der Währungspolitik kennen Sie? Ziele der Währungspolitik sind: - Preisstabilität - Senkung von Transaktionskosten (= Kosten bei der Übertragung von Gütern von einem Wirtschaftssubjekt auf das andere) - Erreichen einer hohen Wettbewerbsfähigkeit - Erreichen einer hohen inländischen Kaufkraft - Außenwirtschaftliches Gleichgewicht - Zugang zum Kapitalmarkt (Kreditbeschaffung)   Instrumente der Währungspolitik sind: - Devisienmarktinterventionen (= Kauf oder Verkauf von inländischer Währung oder Devisen) - Verbale Markteingriffe (= verbale Ankündigung der Zentralbank) - Zinspolitik - Gesetzliche Regelungen
  • Die Europäische Union (EU) ist ein aus 28 Staaten bestehender Staatenverbund von besonderer Art. Welches sind die drei Säulen der EU? Die drei Säulen der EU sind: 1. Säule: Die Europäischen Gemeinschaften (EG) - Zollunion - Binnenmarkt - Gemeinsame Agrarpolitik - Gemeinsame Handelspolitik - Wirtschafts- und Währungsunion - Strukturpolitik 2. Säule: Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik (GASP) 3. Säule: Polizeiliche und justizielle Zusammenarbeit in Strafsachen (PJZS)    
  • Nennen Sie mindestens drei Ziele der Europäischen Gemeinschaft (EG)! Ziele der EG sind: - Nachhaltige, ausgewogene Entwicklung es Wirtschaftslebens - Hohes Beschäftigungsniveau, sozialer Schutz - Gleichstellung von Männern und Frauen - Beständiges, nichtinflationäres Wachstum - Wettbewerbsfähigkeit und Konvergenz der Wirtschaftsleistung - Umweltschutz und Lebensqualität - Solidarität zwischen den Mitgliedstaaten
  • Die Europäische Kommission ist der Motor der Europäischen Union (EU), Hüterin der Verträge und damit das entscheidende Exekutivorgan. Was sind ihre Hauptaufgaben? Die Europäische Kommission... - führt die Gemeinschaftspolitik auf der Grundlage der Ratsbeschlüsse oder in direkter Anwendung des EU-Vertrages (Exekutivaufgaben) - sorgt für die Einhaltung der Regeln und Grundsätze des gemeinsamen Marktes (Kontrollaufgaben) - macht Vorschläge für eine Fortentwicklung der Gemeinschaft. Dabei hat die Europäische Kommission das Monopol, Beschlussvorlagen für den Europäischen Rat zu entwickeln (Initiativaufgaben)
  • Was ist der Europäische Rat und wie setzt er sich zusammen? Der Europäische Rat (auch Ministerrat) ist das oberste Gremium der Europäischen Union (EU). Er setzt sich zusammen aus: - den Staats- und Regierungschefs der EU - dem Präsidenten der Europäischen Kommission - den Außenminister der EU (nur beratende Funktion) - dem Kommissionspräsidenten (nur beratende Funktion)
  • Der Europäische Rat gilt auch als das politische Entscheidungszentrum der Europäischen Union (EU) mit einigen Initiativ- und Kontrollrechten. Was passiert dort beispielhaft? Die Mitgliedstaaten im Europäischen Rat... - erlassen Rechtsvorschriften für die EU (Legislative) - setzen ihre politischen Ziele - koordinieren ihre nationalen Politiken - regeln Konflikte untereinander und mit anderen Institutionen
  • Das Europäische Parlament bildet zusammen mit dem Europäischen Rat die Legislative der Europäischen Union (EU). Es wird alle fünf Jahre von den Bürgern der Mitgliedstaaten gewählt. Welche weiteren Funktionen kommen dem Europäischen Parlament noch zu? Funktionen des Europäischen Parlaments sind: - Gesetzgebungsfunktion (zusammen mit Europäischen Rat) - Budgetierungsfunktion (entscheidet zusammen mit Europäischen Rat über Haushalt der EU) - Kontrollfunktion (parlamentarische Kontrolle über Europäische Kommission und Europäischen Rat) - Wahlfunktion (wählt Präsidenten der Europäischen Kommission)
  • Welche Rechtsinstrumente stehen innerhalb der Europäischen Union (EU) zur Verfügung und welche Rechtswirkung haben sie? Rechtsinstrumente innerhalb der EU sind: - EU-Verordnungen (= gelten verbindlich, unmittelbar in jedem Mitgliedstaat) - EU-Richtlinien (= Zielvorgabe verbindlich, Ausgestaltung bei Mitgliedstaaten, gelten erst mit Umsetzung in nationales Recht) - EU-Empfehlungen (= Stellungnahme und Handlungsvorschlag an ein Mitgliedstaat zu einem konkreten Problem, nicht verbindlich) - Entscheidungen / Beschlüsse von EU-Kommission und EU-Rat (= verbindliche Regelung eines Einzelfalls)
  • Was ist mit dem Begriff Nichbanken gemeint? Nichtbanken = Geldnachfrager oder -anbieter in realwirtschaftlichen Sektoren, also insbesondere private Haushalte, Unternehmen, Staat, Ausland
  • Erklären Sie den Unterschied zwischen direkter und indirekter Steuer! Direkte Steuer = zahlt direkt der Steuerschuldner. Er ist Steuerschuldner (der gesetzlich Verpflichtete) und Steuerträger (der wirtschaftlich Belastete) zugleich, z.B. bei Einkommens-, Körperschafts-, Abgeltungssteuer, Soli Indirekte Steuern = zahlt nicht der Steuerschuldner, sondern der Steuerträger, werden aber vom Steuerschuldner an Finanzbehörde abgeführt, z.B. bei Umsatz-, Strom-, Tabak-, Mineralölsteuer..., d.h. Verbrauchsteuer