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Sozialgeographie II (Fach) / 3.2 Urbanität und Lebensstile (stadträumliche Veränderungen) (Lektion)

Urbanität, Gentrification, Probleme der (klassischen) stadtgeographischen Theorie und Modellbildung

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  • Lebensstile als Kategorie der Sozialwissenschaften Fahrstuleffekt deutlicher Zuwachs an Wohlstand --> größerer Handlungszuwachs Schichten bleiben bestehen, aber gesamtes Spektrum der Gesellschaft schiebt sich nach oben + Transformation des Lebens --> Unterschiede weiter vorhanden, aber auf anderer Ebene ==> Geschmack Lebensstile entscheiden für Differenzen freiwillige Gruppenbildung durch Steigerung des Lebensniveaus
  • Lebensstile als Kategorie der Sozialwissenschaften Milieus nach Schulze vom Beruflichen zur Freizeit als Kriterien --> Freizeitverhalten als neuer Moment, aber harte strukturelle Unterschiede bleiben bestehen (Beschränkung des einzelnen für die Wahlmöglichkeit des Lebensstils durch Sozialisation, Finanzen, Alter…) Was finden Lebensstilgruppen attraktiv- Selbstverwirklichungsmilieu                   - Niveaumilieu                                                                  - Integrationsmilieu- Unterhaltungsmilieu                                 - Harmoniemilieuin Abhänigkeit von Bildung (x-Achse) und Alter (y-Achse)
  • Lebenstile als Kategorie der Sozialwissenschaften Sinusmodell noch nicht fertig Sinus-MilieusKonsum ist z.B. nicht auf Oberschicht konzentriert, sogar eher auf untere SchichtenWeichere Faktoren werden mit in den Blick genommen (Vorlieben, Wünsche etc.) --> so werden Indiviuen bestimmten Milieus zugeordnet(durch Gespräche)Zweidimensionales Modell
  • Fazit Lebensstile soziale Gegensätze nicht alleine in vertikaler Klassendifferenz beschreibbar ökonomische, normative, kulturelle, symbolische Großgruppen sind nicht deckungsgleich Klassen- und Schichtstruktur durch horizontale Unterschiede durchbrochen komplexe Sozialstruktur (ökonomische, soziale, kulturelle Dimensionen) kulturelle Deutung, ästhischer Wertung, normative Einstellung verändert gesellschaftliche Konfliktfelder
  • Gentrifikation Probleme Prozesssequenz --> nur durch Beobachtungen belegbar exakte Bestimmung der Gruppen --> unter Umständen werden Pioniere zu Gentrifizierern Gentrifizirungsbegriff nimmt keinen Gesellschafts- oder Einkommenswandel auf genaues Abgrenzen der Phasen (Gesamtverlauf ca. 15-20 jahre) Entmischung und Segregation als Folge Prognosefähigkeit
  • Gentrifikation Phase 4 Edelboutiquen Ansiedlung von Politikern und Statushohen sämtliche Ladenlokale ungenutzt Mieten steigen, Mietshäuser werden oft in Eigentumswohnungen umgewandelt Mieten steigen
  • Gentrifikation Phase 3 Dominanz der Gentrifier, sie ziehen in Viertel, weil bekannt durch Pioniere und attraktiv wegen Läden, Boutiquen etc. Gentrifier verfügen über hohes und sicheres Einkommen und haben hohe Ansprüche an Wohnfläche und -standard (gesteigerte Ansprüche an Bausubstanz) Reiz der Rückkehr zum urbanen Lebensstil (Yuppie) und möchten von der  Nähe zu ihren innerstädtischen Büroarbeitsplätzen profitieren Kapital fließt in Viertel Anreiz für Renovierung der Viertel ist gegeben es wird investiert von zahlungskräftigen Kapitalgebern, Gentrifier auch als Investoren Sanierung des öffentlichen Raumes --> Imagewandel (risikofreies Viertel)
  • Gentrifikation Phase 2 Veränderung der Bausubstanz --> alteingesessene Kultur ergänzt/ersetzt durch zenekneipen, spezielle Läden Grunstückspreise/Mieten steigen, da weitere Pioniere zuziehen und dortige Angebote nutzen
  • Gentrifikation Phase 1 Pioniere (Studenten, Alternative...) ergänzen die ursrüngliche statusniedigere Bevölkerung entdecken Viertel als attraktiv wegen Altbausubstanz und geringer Mietepreise (WG´s und Singles) und ansässiger Kultur keine Massenkultur unkonventionelles Denken/ Selbstverwirklichung
  • Gentrifikation Kriterien zentrumsnah architektonische, reizvolle Gebäudestrukturen oft schlechter Zustand der Gebäude, aber intakt niedrige boden-/Mietpreise (statusniedrige, einkommensschwache Bewohner)
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  • Gentrification Gentry(engl.): niederer Adel, Landadel physische und soziale Aufwertung eines Stadtteils --> Wandel BevölkerungssStruktur: statushöhere ersetzen statusniederigere Gruppen ausgehend von verfallenen US-amerikanischen innenstadtnahen Wohngebieten -> werden wieder attraktiver (Gründerzeitviertel/ viktorianische Viertel) Begriff in der 80'ern populär (mit Liberalismus von Thatcher und Reagan) -> veränderte Stadtnutzung --> ab 90'ern im dt. sprachigen Raum
  • Lebenstile als Kategorie der Sozialwissenschaften Raume der Lebensstile (nach BOURDIEU 1998) unterschiedliches Kapital(Kapital als Ressource im alltäglichen Leben) --> ökonomische und kulturelles Kapitalkulturelles Kapital = Bildung und Ansehen in der Gesellschaftökonomisches Kapital = GeldGesamtkapitalergänzt durch prägnante Beschäftigung (auch bevorzugte Getränke) der einzelnen Lebensstilgruppenbedient Klischees, aber liegt vielleicht an Alter des Modells, dass sich in den letzten Jahrzehnten verändert hat -->  nicht mehr nur Großunternehmer spielen Golfgrößere Vielfalt an Spezifizierung an Lebenstilen im politischen Linken bereichHabitus = Routine und Gewöhnung, in der Handlungen stattfinden aber keine natürlichen und festgelegten Handlungen (Erwerb von Kapital…)Kritik: nationale Rahmen (französische Gesellschaft), Ausreichende Begrenzung für eine Sozialtheorie
  • Doppelter Invasions-Suksezzionszyklus Verdrängung ist eigentliches Problem, was mit Gentrifikation-Thematik aufgezeigt werden soll --> doppelter Zyklus wegen 3 Wohgruppen 1. hoher Anteil unterer sozialer Schicht 2. Pioniere verdrängen diese 3. Gentrifier verdrängen diese und tatsächliche Aufwertung dieses Viertels PROBLEM: Erhöhung Mieten/Wohnkosten + Umstrukturierung Wohnungsangebot
  • Problem der (klassischen) Stadtgeographie Theorie und Modellbildung Verräumlichung/Vergemeinschaftung von Stadt und Gesellschaft --> Gesellschaft eigentlich sehr Individuell wichtiger zu schauen, wie Leute sich unterscheiden die miteinander Leben und inwieweit das wichtig für das moderne Stadtleben ist --> im Prinzip gegen Simmel
  • Wandel der Industriegesellschaft zu postindutrieller Gesellschaft (Dienstleistungsgesellschaft oder Erlebnisgesellschaft) ==> Was ist Lebensstil? zunehmender Wohlstand großen Spielraum bei individueller Lebensgestaltung Wandel Wertvorstellungen, Einstellungen, Weltbilder verändertes Freizeit-, wohn-, Konsummuster neue Kombinationsformen sozialer, ökonomischer, kultureller Merkmale ==> Pluralisierung Lebensstile
  • Urbanität und Lebensstile (stadträumliche Veränderung) Urbanität Lebensweisen, werte, Verhaltensmuster, die sich unter Einfluss städtischer Umgebung herausbilden städtische Lebensweise --> das was Lebensart der Stadtbewohner von der Landbevölkerung unterscheidet ==> LEBNSSTILE (als Kategorie der sozialen Wissenschaften)
  • Konsequenzen Stadtforschung (neue Leitfragen) 3 BSP. Zusammenhang zwischen Lebnsstil und Raumstruktur: Wie verteilen sich spez. Lebensstilgruppen im städt. Raum Wahrnehmung des Raumes: Wie wird städt. Raum aus Sicht unt. Lebensstile wahrgenommen Attraktivität und Nutzung des Raumes: Welche Kriterien entscheiden aus Sicht unt. Lebensstilegruppen über Standortattraktivität und Nutzen