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Arbeits- und Organisationspsychologie (Fach) / 8. Konflikt, Verhandeln und Mediation (Lektion)

Konflikt

Diese Lektion wurde von anjarusch erstellt.

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  • Definition Konflikt Definition Konflikt: Widerstrebende Kräfte – in einer Person, zwischen einzelnen Personen und/oder Gruppen, Organisation prallen sozial aufeinander     → Die Zusammenlegung von Ressourcen als konstitutives Merkmal von Organisationen verlangt Kooperation und lässt Entscheidungs- und Herrschafts- und Verteilungskonflikte entstehen, da die Interessen und Meinungen in Bezug auf den Einsatz nicht durch eine prästabilisierte Harmonie von vorneherein aufeinander abgestimmt sind. 
  • Konflikttypen  Bewertungskonflikte: beruhen darauf, dass zwei oder mehr Parteien die Bedeutsamkeit eines Ziels unterschiedlich bewerten   Beurteilungskonflikte: entstehen, wenn zwei oder mehr Parteien zwar bereit sind, dasselbe Ziel zu verfolgen, sich aber dann uneins sind, wie es am besten zu erreichen ist.  Verteilungskonflikte: sie liegen vor, wenn zwei oder mehrere Parteien um knappe (und nicht teilbare) Ressourcen streiten; es kann dabei um Mittel  gehen, die zur Aufgabenbewältigung benötigt werden, oder um Leistungsanreize (attraktive Positionen oder Arbeitsaufgaben, Statussymbole)  Beziehungskonflikte: entstehen, wenn sich eine Person durch die Aktivitäten ihrer Interaktionspartner herabgesetzt oder zurückgewiesen fühlt; hier geht es um Gesichtsverluste, empfundene Kränkung des Selbstwerts
  • Positive Wirkungen von Konflikten  Konflikte wurden assoziiert mit:  – Lernerfolgen – Höherer Kreativität – Mehr Innovationen – Qualitativ hochwertigere Entscheidungsfindung bei Gruppenprozessen – Effektiveren Teamleistungen – Aufgabenbezogene Konflikte sollten positivere Konsequenzen haben als personenbezogene Konflikte (Amason, 1996; Jehn, 1994, 1995)   Konflikte in Organisationen sind nutzbringend...manchmal  Positive Funktionen von Konflikten sind nur unter ganz engen Rahmenbedingungen gegeben  Der Schluss das (spezielle Formen von) Konflikte und das Konfliktmanagement zu positiven Ergebnissen führen, kann auf methodischer Basis angezweifelt werden → positive Folgen von Konflikten wurde nicht verglichen mit “kein Konflikt”  Sogar unter günstigen Bedingungen können schwerwiegende negative Folgen beobachtet werden  Negative Folgen überwiegen, was dazu führt, dass etwas wie “positive workplace conflict” verhindert werden  Organisationen brauchen Konfliktmanagement, um die negativen Folgen einzuschränken und nicht um einen Nutzen aus den Konflikten zu ziehen   Positive Funktionen von Konflikten → nur bei ganzen Rahmenbedingungen   – Es sollte sich um aufgabenbezogene Konflikte handeln – Konflikte sollten keine Themen betreffen die Persönlichkeit, Identität, religiöse Werte, Humor oder politische Ansichten enthalten – Die aufgabenbezogenen Konflikte sollten von moderater Intensität sein – Das ‘gros’ der Teammitglieder sollten an suboptimalen eher als an optimalen Lösungen interessiert sein – Das Teamklima sollte, in Bezug auf psychologische Sicherheit und Vertrauen bezogen, hoch sein – Treffen diese Punkte zu, so ergeben sich positive Effekte in Bezug   auf Innovation und die Qualität der Entscheidung (und nur auf die!)
  • Organisationen und Konfliktmanagement Konflikte am Arbeitsplatz binden Zeit und Ressourcen Lösungen der Konflikte können Kannibalismuseffekt auf andere MitarbeiterInnen, Teams, Abteilungen oder auch Kunden haben Konflikte sind immer Stress und hängen damit mit negativen kognitiven, emotionalen und somatischen Beschwerden zusammen Voraussetzungen und Umstände können die negativen Folgen von arbeitsbezogenen Konflikten reduzieren, aber nicht ins positive kehren. 
  • Metaanalytische Befunde zu Arbeitsplatzstressoren und physischen Symptomen Interpersonelle Konflikte, organisationale Hemmnisse und Arbeitspensum korrelieren signifikant mit jedem physischem Symptom  Interpersonelle Konflikte korreliert am höchsten mit Schlafstörungen  Organisationale Hemmnisse korreliert am höchsten mit Erschöpfung  Arbeitspensum korreliert am höchsten mit Erschöpfung  Rollenkonflikte und Arbeitszeit korrelieren jeweils signifikant zu 5 der 8 physischen Symptome  Gastrointestinale Probleme und Schlafstörungen korrelieren signifikant mit mehr arbeitsbezogenen Stressoren als alle anderen physischen Symptome (jeweils 6 von 7)    
  • Konflikte und Persönlichkeit Verträglichkeit und soziale Unterstützung beeiflussen affektive Reaktion auf Konflikte → Konflikte sind für verträgliche Mitarbeiter stärker mit negativem Affekt verbunden → Konflikte sind bei wenig sozialer Unterstützung ebenfalls stärker mit negativem Affekt verbuden → Persönlichkeit und Arbeitsumfeld moderieren signifikant affektive Reaktionen bei Konflikten am Arbeitsplatz 
  • Zusammenhang Selbskonzept und Konfliktmanagement  Der Zusammenhang zwischen dem Selbstkonzept und Konfliktmanagement  Personen mit einem klareren Selbstkonzept sind aktiver und zeigen mehr kooperative Konfliktlösungsstrategien  Die positive Beziehung wird mediiert durch: – weniger Grübeln  moderiert durch: – die Intensität des Konfliktes (insbesondere bei leichten Konflikten)    Übertragung der Effekte auf ein Gruppen und Teams sind möglich!
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