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Turnaround Management (Fach) / Vorlesung 1 (Lektion)

1. Vorlesung

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  • Was ist T M Im Durchschnitt dauert es 26 Monate bis einReorganisationsplan erstellt und beschlossen ist. Statistisch ist nur einer von acht Fällen die sich einInsolvenzverfahren entscheiden auch ein Erfolg.Viele Turnarounds spezialisieren sich nur auf bestimmteEinheiten des Unternehmens. Oft werden nur die Symptome behandelt aber nicht diedahinter liegenden Gründe für die Probleme.Turnarounds werden oft von Experten aus bestimmtenBereichen des Unternehmens umgesetzt. .B.:Finanzexperten, Rechtsanwälten
  • Unternehmenskrise nach Witte (1981) und Krystek (1987): - Bedrohung hochrangiger Ziele derEntscheidungseinheit - Eingeschränktheit der Reaktionszeit bis zum Abschlussder Entscheidung -Ungeplante und ungewollte Prozesse von begrenzterDauer und Beeinflussbarkeit sowie mit ambivalentemAusgang sind in der Lage den Fortbestand einesUnternehmens substanziell und nachhaltig zu gefährdenoder unmöglich zu machen.
  • Definition 1 Der Turnaround eines Unternehmens ist der Umschwung von einer negativen Entwicklung des Unternehmens in eine positive Entwicklung desUnternehmens.Turnaround-Management kann man definieren als die Summe der zielgerichteten Maßnahmen zur Beseitigung einer schweren Krise einesUnternehmens und zur nachhaltigen Sicherung des Fortbestandes eines Unternehmens. Wesentliche Bestandteile:Sanierung & Restrukturierung
  • Definition 2 Turnaround Management ist ein sehr jungesForschungsgebiet, das zunehmend an Bedeutunggewinnt. Die Forschung begann in den `70er Jahren und stiegin den letzten zwei Jahrzehnten rapide an. Selbst traditionsreiche Unternehmen wieo Kirch Media,o Philipp Holzmann,o Babcock Borsig undo Agfaphotowaren betroffen.
  • Unternehmenskrise als Ausgangspunkt Ausgangssituation für die Sanierung / Restrukturierung ist eine akuteUnternehmenskrise mit Existenzbedrohung undweit fortgeschrittenem Ressourcenverzehr. • Handlungsdruck extrem hoch• Handlungsspiel eingeschränkt• Nicht aus eigener Kraft zu bewältigen  Es kann davon ausgegangen werden, dass ca. ein Viertel aller Unternehmen innerhalb von 10 Jahren eine existenzgefährdendeUnternehmenskrise bewältigen müssen.* Es ist die Aufgabe des Managements eine Unternehmenskrise frühzeitig zu erkennen und zu bewältigen. *Vgl. Bibeault (1982) / Slatter (1984) / Hambrick/Schecter (1983)
  • Krisenarten / Verlauf 1. Stakeholderkrise 2. Strategiekrise 3. Erfolgskrise 4. Liquiditätskrise 5. Insolvenz
  • Stakeholderkrise Stakeholderkrise: ist in der Regel der Ausgangspunkt vonUnternehmenskrisen und nur schwer erkennbarVerlauf: o Gründe: missglückte Unternehmensnachfolge, Streit in der Geschäftsführung, Krankheit, etc. o Verändertes, nachlässiges Führungsverhalteno Unstimmigkeiten werden über die gesamte Belegschafthinweg ausgetragen.o Die Motivation und Leistungsbereitschaft der Mitarbeiternimmt ab.
  • Strategiekrise Wird auch als Strukturkrise bezeichnet. Hier sind die Erfolgspotentiale des Unternehmensernsthaft gefährdet. Es wurden keine neuen, langfristig nutzbarenErfolgspotentiale geschaffen. z.B.:o verpasste technologische Entwicklung,o nicht dem Markt entsprechendes Marketing,o Mitbewerber sind schneller Aber auch:o Fehlentscheidungen der Unternehmensführung,o zu viel Personal oder Ressourcen,o fehlgeschlagene Produkte
  • Strategiekrise 2 Die für den zukünftigen Unternehmenserfolg zu Grunde liegenden wesentlichen Tätigkeiten sind gestört.Häufig erzielen Unternehmen in diesem Zeitraum nochGewinn, obwohl die Ursachen für eine spätere Kriseschon bestehen. Die Strategiekrise ist oft schwer erkennbar.Beispiel: Mercedes-Benz
  • Symptome der Strategiekrise Typische Symptome der Strategiekrise sind:o Verlust der Wettbewerbsfähigkeito Rückgang der Marktanteileo häufige Störungen in Produktionsprozesseno Rückgang der Lagerumschlaghäufigkeito zunehmende Verzögerung bei der Auslieferungo negative Berichterstattung in den Medien
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  • Erfolgskrise Erfolgskrise: auch Ergebnis- oder Ertragskrisegenannt.Eine Erfolgskrise liegt vor, wenn ein UnternehmenVerluste beispielsweise bedingt durch;o Nachfragerückgang,o Preisverfall,o Kostensteigerungenerwirtschaftet und diese beginnen das Eigenkapitialaufzuzehren.
  • Erfolgskrise: Deckungsbeitrags- und Gewinnziele Deckungsbeitrags- und Gewinnziele werden nichterreicht.-> Daraus kann eine Überschuldung folgen.Weitere Gründe: o Der operative Bereich ist nicht effizient genug.o Vorhandene Erfolgspotentiale werden nichtoptimal genutzt.
  • Typische Symptome der Erfolgskrise: o Verschlechterung der Bilanzkennzahlen,o rückläufige Eigenkapitalquote,o steigende Fremdkapitalquote,o sinkende Umsatzrentabilität,o Anwendung „kreativer“ Bilanzierungsmethoden(Beispiel Mercedes-Benz, Autoverkäufe),o reduzierte Deckungsbeiträge umsatzstarkerProdukte.
  • Liquiditätskrise Eine Liquiditätskrise liegt vor, wenn eine konkrete und akute Gefahr der Zahlungsunfähigkeit für das Unternehmen besteht. Die ursprünglichen Erfolgsfaktoren sind in der Regelnicht mehr in dem erforderlichen Umfang vorhandenoder nicht mehr wirksam. Banken kündigen in diesem Fall oft Kredite.=> Die Situation verschärft sich noch weiter.Die Liquiditätskrise kann auch extern verursachtwerden, z.B. durch die Insolvenz eines Großkunden.
  • Insolvenz Die betriebswirtschaftliche Krise kann in die Insolvenz übergehen wenn nicht rechtzeitig geeignete Gegenmaßnahmen eingeleitet werden. Insolvenztatbestände gemäß §17 bis §19 InsO tretenein.
  • Ursachen und Symptome Wichtig ist die Unterscheidung zwischen Symptomen und Ursachen für eine Krise. Krisenursachen lassen sich in unternehmensinterne (endogene) und unternehmensexterne (exogene) Faktoren unterscheiden.
  • Endogene Krisenursachen o Fehlende oder mangelnde strategische Ausrichtungo Veraltete Technologien und Produkteo Unzureichende oder fehlende Entwicklung marktgängiger Produkteo Mangelhafte Produktqualitäto Hohe Fixkostenbelastungo Hohe Unternehmenskomplexitäto Unzureichende Managementqualitäteno Unausgewogene Finanzierungsstrukturo Überteuerte Akquisitiono Organisatorische Mängelo Unzureichendes internes Rechungswesen / Controlling
  • Weitere endogene Krisenursachen nach Hauschildt: o Person / Unternehmero Führungsfehlero Organisationo Überhastete Expansiono Mängel im:• Absatzbereich• Produktionsbereich• Beschaffung & Logistik• Personalwesen• Investitionssektor• R&D• Planungs- und Kontrollsystem• Eigenkapital
  • Exogene Krisenursachen Sie lösen zuerst einen strategischen Handlungsdruck aus, welcher sich zu einer Krise entwickeln kann, wenn die Unternehmensführung nicht angemessen reagiert. Exogene Krisenursachen sind z.B.o Konjunkturrückgango schrumpfende, gesättigte Märkteo hohe Wettbewerbsintensitäto Branchenüberkapazitäteno neue Anbietero neue Substitutionsprodukte
  • Weitere exogene Krisenursachen: o staatlich vorgegebene Rahmenbedingungeno Technologiesprungo Naturkatastropheno Versorgungsschwierigkeiteno Streiks bei Kundeno Wechselkursveränderungeno Rohstoffverknappung / -verteuerungo etc. …