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psychotrope Substanzen (Fach) / Erklärungen für Substanzstörungen (Lektion)

verschiedene Perspektiven

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  • 1) Erklärungen für Störungen durch Substanzmissbrauch? 1) AntwortEs gibt mehrere Theorien über den Missbrauch und die Abhängigkeit von Drogen. Keine fand bisher uneingeschränkte Bestätigung. Missbrauch und Abhängigkeit dürften aber eine Folge mehrerer Faktoren, nämlich soziokultureller, psychologischer und biologischer Faktoren.
  • 2) Welche Ansicht vertritt die soziokulturelle Perspektive? 2) Manche soziokulturell orientierten Theoretiker machen schlechte sozioökonomische Bedingungen, wie Arbeitslosigkeit, für die Störungen durch Substanzmissbrauch und Substanzabhängigkeit verantwortlich. Andere wiederum meinen, dass das Umfeld der Betroffenen eine große Rolle spielt: Wenn beispielsweise Eltern und Freunde von Jugendlichen selbst trinken und das Trinken schätzen oder dulden UND wenn das familiäre Umfeld belastend und mit wenig Unterstützung erlebt wird.Die Alkoholakzeptanz varriiert über Völker, Kulturen und Nationen. Epidemiologische Befunde zeigen, dass Juden und Protestanten selten bis zu Intoxikation trinken - Grenzen des Trinkens sind klar definiert. Höhere Alkoholraten in Irland und in Osteuropa; dort werden die Grenzen für akzeptablen Alkoholkonsum weniger klar definiert.
  • 3) Die psychoanalytische Ansicht für Störungen durch Substanzmissbrauch? 3) Psychoanalytiker glauben an starke Abhängigkeitsbedürfnisse von Menschen, die irgend wann einmal Substanzen missbrauchen. Entstanden sollen diese in der Kindheit sein, durch zu wenig Schutzgewährung und Geborgenheit durch die Eltern. Menschen verhalten sich dann abhängig: suchen nach Unterstützung, Trost, Geborgenheit. Droge kann diesen Zweck auch erfüllen: anfängliches experimentieren mit der Droge, kann leicht abhängig machen.Untersuchungen, ob es den Annahmen mancher Psychoanalytiker zufolge eine so genannte Drogenmissbrauchspersönlichkeit gibt, zeigten beim Vergleich von Personen mit chronischem Konsum von Drogen mit drogenfreien Kontrollpersonen mit Hilfe, von Persönlichkeitsfragebögen, Interviews usw., das drogen missbrauchende oder drogenabhängige Personen tendenziell abhängiger, depressiver, antisozialer und impulsiver zu sein scheinen als drogenfreie Personen.Der korrelative Zusammenhang klärt nicht darüber auf, ob die Persönlichkeitszüge zu Drogenmissbrauch oder -abhängigkeit führen oder ob der Drogenmissbrauch/Abhängigkeit zu diesen Persönlichkeitsmerkmalen führt.
  • 4) Verhaltenstherapeutische und kognitive Ansätze: KEYWÖRTER: operante Konditionierung - Spannungszustände - Anagramm-Experiment - höhere Rate von Störungen des Substanzkonsums bei... - Hauptgrund für Wiedereinnahme (Gegenprozesstheorie von Solomon) Verhaltenstherapeuten gehen davon aus, dass die operante Konditionierung eine wesentliche Rolle. Entspannung, Stimmungsaufhellung, Wohlbefinden wirken verstärkend (belohnend)und führen dazu, dass die Person diese Gefühle wieder erleben möchte. Kognitive Theorien betonen die der belohnenden Wirkung folgenden Erwartungen weiterer Belohnungen. Vor allem in Zeiten der Anspannung erhöhen Personen ihren Substanzkonsum:Gruppen von Personen (Geselligkeitstrinkern) bekamen schwierige Anagrammaufgaben (Anagramm = Neubildung eines Wortes aus einem vorhandenen durch Umstellung von Silben oder Buchstaben). Eine Gruppe wurde von einem Dritten unfair und herabwürdigend kritisiert, die andere Gruppe durfte "Vergeltung am Dritten" üben, dritte Gruppe = Kontrollgruppe. Danach sollten alle 3 Gruppen an einem Alkoholgeschmackstest teilnehmen, angeblich um verschiedene alkohol. Getränke zu vergleichen und zu bewerten.Fazit: Die schikanierte Gruppe trank signifikant mehr Alkohol als die Kontrollgruppe, die keiner Kritik ausgesetzt war. Die Probanden, die "Vergeltung üben" durften, tranken relativ wenig Alkohol. Vergeltung hatte offenbar Spannung reduziert,....Studien haben auch bestätigt, dass Drogenmissbrauch und Drogenabhängigkeit häufiger bei Menschen mit starker Angst, Drogen, Wut vorkommt. Höhere Rate von Störungen des Substanzkonsums auch bei postraumat. Belastungsstörung, Schizophrenie, Essstörungen, antisozialer Persönlichkeitsstörung Viele Menschen werden im Laufe der Drogenkonsums immer ängstlicher und depressiver. Die Opponent-Process-Theorie von Solomon geht davon aus, dass angenehme Emotionen - wie die Euphorie, die durch Drogen erlebt wird, unweigerlich negative Nachwirkungen (Gegenprozesse) auslösen. Person fühlt sich dann schlechter als zuvor. Die Vermeidung der entgegengesetzten Nachwirkungen (Verlangen=CRAVING nach größeren Mengen, Entzugsreaktionen, erhöhtes Bedürfnis nach der Droge) wird als Hauptgrund für die Wiedereinnahme der Droge gesehen. Weitere Ansicht von Verhaltenstherapeuten: Klassische Konditonierung spielt bei Drogenmissbrauch und -abhängigkeit eine Rolle. Gegenstände, die zum Zeitpunkt des Drogenkonsums vorhanden sind, wirken als konditionierte Stimuli: lösen dasselbe Glücksgefühl aus.--- z.B. Anblick eines Dealers, einer Injektionsnadel usw.     Konditionierte Stimuli können auch bei den Entzugserscheinungen eine Rolle spielen:  Gegenstände, die während der Qualen des Entzugs vorhanden sind (für einen Heroinsüchtigen, die Rückkehr in die Gegend, in der er seinen Entzug durchmachte - trieb ihn erneut in den Heroinkonsum). Diese Befunde haben auch in der Behandlung ihren Niederschlag gefunden.
  • 5) Die biologische Perspektive 5)  Befunde aus Zwillings- und Adoptionsstudien zeigten, dass manche Menschen eine Präsidposition für Drogenmissbrauch und Drogenabhängigkeit erben. Konkordanzrate (Alkoholmissbrauch) von 54 % in einer Gruppe von eineiigen Zwillingen, lediglich 28 % bei zweieiigen Zwillingen.Gleich nach der Geburt adoptierte Kinder, deren Adoptiveltern nicht tranken wurden danach verglichen, ob ihre leiblichen Eltern tranken oder nicht. Im Erwachsenenalter zeigten die Kinder, deren biologische Eltern tranken, eine signifikant höhere Alkoholismusrate als die Kindern, deren biologische Eltern nicht tranken. Genetische Linkage-Strategien (= ein Verfahren zur Genkartierung). abweichende Form des Dopamin 2 (D2-) Rezeptorgens bei Mehrzahl der Probanden mit Aloholismus und bei 51 % der kokainabh. Personen, aber nur bei 20 % der Probanden ohne Alkohlismus.
  • 6) biologische Perspektive: biochemische Faktoren 6) Eingenommene Substanzen erhöhen die Aktivität bestimmter Neurotransmitter, die sedierend, schmerzstillend und stimmungshebend wirken. Bei wiederholter Substanzeinnahme wird die Aktivität dieser Neurotransmitter heruntergefahren.  Bei immer höheren Konsum der Droge sinkt der Neurotransmitterverbrauch immer mehr, immer mehr von der Substanz wird benötigt, um die anfängliche Wirkung erzielen zu können = Person entwickelt Toleranz für die Droge Eine abrupte Unterbrechung der Einnahme führt  - bedingt durch den Mangel an Neurotransmitter -zu Entzugsymptomen. Diese dauern so lange an, bis der Körper wieder genug Neurotransmitter herstellen kann. Welche Neurotransmitter betroffen sind hängt von der Droge ab:übermäßiger Alkohol- und Benzodiazepinkonsum führt zu weniger Produktion des hemmenden Neurotransmitters GABAchronischer Gebrauch von Opiaten senkt die körpereigene Endorphinproduktion; abstinenter Süchtiger verfügt über zu wenig sedierende und Schmerz stillende Endorphinechronischer Gebrauch von Kokain/Amphetaminen senkt Eigenproduktion des Gehirns von DopaminDrogen wirken so belohnend, weil sie - wie bildgebende Verfahren zeigen - ein Belohnungszentrum im Gehirn aktivieren.  Erstreckt sich im Gehirn vom ventral-tegmentalen Areal (des Mittelhirns) zum Nuccleus accumbens im Frontallappen. Wesentlicher Transmitter dieser Verbindung: Dopamin; ist es in diesem Bereich aktiviert vermittelt es Freude, auch Musik, Belohnung, Lob und DrogenKokain, Amphetamine, Kaffee: steigern DopaminaktivitätAlkohol, Opiate, Marihuana lösen eine Anzahl von biochem. Reaktionen aus, die letztlich Dopaminaktivität erhöhenVermutung, dass Drogenabhängige an Belohnungsmangelsyndrom leiden: Belohnungszentrum ist nicht durch übliche Lebensereignisse stimuliert. Vor allem in Zeiten der Belastung wenden sie sich Drogen zu. 
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