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Fachgeschichte der Geographie (Fach) / Fachgeschichte der Geographie Tutorium (Lektion)

Hier handelt es sich um ein Modul, was an der FSU angeboten wird. Fragen aus dem Tutorium.

Diese Lektion wurde von Freydo erstellt.

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  • Für welche 3 zentralen Anliegen interessiert sich die Fachgeschichte? 1. Wie ist das Fach als wissenschaftliche Disziplin entstanden? 2. Wie hat sich das Fach unter verschiedenen gesellschaftl. Bedingungen entwickelt? 3. Welche Umbrüche hat das Fach zu welcher Zeit durchlaufen?
  • Geographiegeschichte vs. Historische Geographie Geographiegeschichte Entwicklung einer wissenschaftlichen Diziplin --> "Geographie" Geschichtswissenschaftliche Methodik Hermeneutik Historische Geogr. Rekonstruktion von (Kultur)Landschaften und früheren Umwelten (Geographische Methodik)  
  • Nach welchen Herangehensweisen kann man eine Disziplingeschichte beschreiben (Systematisierung)? Nach Kuhn. (4) biographisch medien- und instrumentengeschichtlich ideengeschichtlich system- oder ideologiekritisch
  • Kennzeichen eines modernen Wissenschaftsverständnisses? Modern Fortschrittsglaube Rationalität (Vernunftzentrierung/Glaube an die Vernunft) Autonomie gesellschaftliche Bereiche wie Ethik, Politik, Recht und Wirtschaft  
  • Was ist für Thomas S. Kuhn ein Paradigma? Kritik Ein bestimmtes routinemäßiges Vorgehen, welches in der Gruppe der Wissenschaftler zum aktuellen Zeitpunkt verfolgt wird „konkrete Problemlösungen, die die Fachwelt akzeptiert hat“ - Hiermit sind Beispiele wie die Lösung des Problems gemeint. Solche allgemein akzeptierten Problemlösungen dienen als Anleitung, um andere Probleme zu lösen, indem man sie mit den schon gelösten Problemen analogisiert. Kritik Problemlösung ist ein teleologisches Moment Scientifical Solution ist ein Ablösen von Paradigmen
  • Welche 3 Wissenschaftsprinzipien werden unterschieden? 1. empirische Wissenschaften: Positivismus (Experimente/eigene Erfahrung führen zur Erkenntnis) 2. hermeneutische Wissenschaften: alles was wir beobachten und beschreiben ist subjektiv beeinflusst und benötigt Interpretation 3. kritische Wissenschaften: man kann Regeln und Normen befolgen wie man will, solange man sie befolgt
  • Wie lässt sich die Geographie als Disziplin chronologisch systematisieren? Nenne die (6) verschiedenen Etappen. (Mögliche) Periodisierung: (1) Vorgeschichte/Frühgeschichte(2) Disziplinbildung oder Herausbildungsphase -> Moderne 18.+19. Jhd(3) Konsolidierung oder klassische Entwicklung (Troll, Ratzel, Hettner, Ritter)(4) Umbruchphase (1945 bis 70er)(5) moderne Entwicklung(6) "Spätmoderne" reflexive Dekonstruktion [Fortschrittsglaube und Technologisierung wird erstmals kritisiert ->ökologische Probleme] -> Kieler Geographentag 1969
  • Modernes oder Spätmodernes Wissenschaftsverständnis? Ordne Teleologie, Positivismus, Diskurs, Rationalismus, Kontingenz, Kontext, Objektivismus/Realismus Modern Positivismus (emp. Wissenschaft) Teleologie (Erkenntnis durch Akkummulation von Wissen) Rationalismus (Popper) Objektivismus/Realismus (Es gibt obj. Erkenntnisse) Spätmodern Diskurs (Foucault) Kontingenz (man kann sich immer neue Wege erschließen) Kontext (Sachen in Epochen aus früherer Sicht betrachten)
  • Was versteht man unter dem Sozialdarwinismus? Übertragung des Postulats einer stetigen natürlichen Selektion und damit Anpassung und Höherentwicklung (Progrssivism) auf die Gesellschaftsentwicklung. (ständige Höherentwicklung und Anpassung der Menschen)  
  • Wie wurde Geographie bei den (archaischen) Griechen beschrieben? "allumfassende Gelehrte" -- keine expliziten Geographen Ionische und Pythagoreische Schule Ursubstanz Anaximander: Ionische Radkarte
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  • Welche Unternehmungen/Forschungen hatte Herodot unternommen? Byzanz-Phasis – Südrussland Delta-Nilgebiet – Unterägypten Orientreise – Pelusion-Tyros Euphrat bis Babylon
  • Kritik an Herodots Werken? Konnte die Sprache nicht > Dolmetscher verfälschen möglicherweise unrechtmäßige Generalisierung hatte noch ein falsches Weltbild
  • Kann Herodot zurecht als Vater der Geographie stilisiert werden? Aussagen Herodots haben ganz lange das Bild geprägt, aber eher Geschichte und Ethnographie als Geographie an sich Ökomene: gesamt bewohnter Lebensraum/Erde/Siedlungsraum eines Menschen Humboldt: "Vereinigung von bedeutender Reiseforschung und geographischen Leistung verleiht ihm den Rang eines großen Geographen."
  • Unterschied Induktive und Deduktive Methodik Induktiv: Herleiten "vom Kleinen zum Großen" Bsp: ich finde hier Kalk und schließe darauf dass das Gebirge aus Kalkgestein besteht Deduktiv: Ableitend "vom Großen zum Kleinen"Bsp: hier war früher Meer > ich müsste hier Kalkgestein finden
  • Worin unterscheidet sich römische und (frühe) griech. Geo? Römische Geo Streben nach Ordnung und AutonomieWollen "gute, genaue Karten" um Grenzen des Reiches zu spezifizieren Griech. Geo Wollten "nur" die Welt verstehen
  • Wie entwickelte sich Geographie im Mittelalter? Wie wurde in dieser Epoche Wissenschaft betrieben? Was änderte sich mit der Renaissance im 15. Jhd? Geographie wurde fast ausschließlich in Klöstern betrieben ("monastisch") antikes Wissen wurde vergessen eher religiös gehalten (Welt als Text des Schöpfers)Renaissance Rückbesinnung auf Antike - Wiederentdeckung antiker Wissensbestände Beginn der Entdeckerfahrten durch Wunsch nach neuen Handelswegen nach Indien und China wegen Gewürzhandel Reisen irischer Mönche nach Island -> Bestätigung, dass das alte Wissen stimmt Aufschwung empirischer Wissenschaft Verbesserung der nautischen und kartographischen Kenntnisse
  • Wie charakterisiert Peschel das geogr. Wissen des Mittelalters? Antike war höchste Erkenntnisstufe im Mittelalter trostlose Zeit der Wissenschaft Gelehrsamkeit im Mittelalter beschränkte sich auf den geistigen Stand alles Wissen aus Antike verloren gegangen Welt als Text des Schöpfers - Begriff Geographie verschwand nahezu
  • Zweig – Text Was ist die zentrale Antriebskraft für Beginn Entdeckungsfahrten? Mit wem wurde das in Gang gesetzt? Wer förderte diese Unternehmungen? Entwicklung? zentrale Antriebskraft Gewürzhandel Handelswegen über Land waren durch Zölle usw. zu teuer - Wirtschaftsdenken Seefahrt als Geschäft und Antrieb für Ökonomie Mit wem wurde das in Gang gesetzt? Wer förderte diese Unternehmungen? Entwicklung? Heinrich der Seefahrer "keine Gefahr, der man begegnen könnte ist so groß, dass die Hoffnung auf Belohnung diese nicht vergessen machen könnte" nachdem jedem klar war, dass man nicht von der Erde fällt - regelrechter Boom Aussicht auf Profit und besseres Leben "Aufräumen kirchl. Dogmen" Myhten sollten in den Hintergrund gerückt werden materielle Belohnung
  • Forster : Vernunft- und Fortschrittsverständnis? - Vernunft als zentraler Gedanke der Aufklärung - Entwicklung einer positivistischen und idealistischen Perspektive - "Welcher Vernünftige möchte nicht lieber unglücklich als unvernünftig sein?" - Er nahm an der zweiten Weltumsegelung James Cooks teil und lieferte wichtige Beiträge zur vergleichenden Länder- und Völkerkunde der Südsee; ging respektvoll mit Ureinwohnern um --> wollte nicht missionieren --> war offen für Erkenntnis - Zusammenhänge aufzeigen und nicht nur Aufzeichnungen machen - Vorbild: Humboldt
  • Wie äußerte sich die Entwicklung der Geo (-Wissenschaften) in der "frühen Neuzeit" (Moderne)/Zeitalter der Aufklärung? 3 Merkmale Rationalisierung Entschleierung der Welt Fortschrittsglaube
  • Beitrag von Kant zur wissenschaftstheoretischen Fundierung? Erkenntnistheorie --> erkenntnistheoretisch: Raum als Wahrnehmung / Raum ist sozial konstruiert --> Erkenntnistheoretisches Raumkonzept Raum ist nicht Behälter in den Gegenstände geordnet sind Raum ist was in Relation von Gegenständen ensteht - apriorische Anordnung - in unseren Erkenntnisapparat eingeprägt - Form von Gegenstandswahrnehmung "nichts ist fähiger als gerade die Geographie den menschl. Geist zu erhellen"
  • Chorographie - Chorologie? Chorographie beschreibend Beschreibung einer Landschaft und größerer Teile derselben. Chorologie Gesetzmäßigkeiten aufstellen Wissenschaft von den kausalen Zusammenhängen der in einem bestimmten geografischen Raum auftretenden Erscheinungen und Kräfte.
  • "Geogr. als Brückenfach"? Brückenfach zu klassischen Naturwissenschaften
  • Aufschwung der Geogr. im 19. Jhd? (als universitäres und schulisches Fach) Nationalsozialismus "natürliche" Grenzen Gleichschaltung der Bevölkerung - Lehren so früh wie möglich beginnen lassen
  • Schultz: Ausgangspunkt Herders Klimatheorie 18. Jhd: Grenzziehungsfrage Schwierigkeiten Heterogenität Legitimationswechsel Schultz:Ausgangspunkt Herders Klimatheorie 18. Jhd: - tragfähige Verknüpfung von Land und Leuten- Analogisierung von Klima und Nationalcharakter- Je robuster der Körper, desto träger der Geist Elsworth Huntington: "schwarzes Loch" Grenzziehungsfrage - das politische Deutschland kleiner als das natürliche- zu viele Menschen und zu wenig Platz ("Volk ohne Raum") Schwierigkeiten Heterogenität - kein geographisches abgeschlossenes Gebiet - Land 2. Ordnung - natürliche Defizite - Lösung: Einheit in der Vielfalt (man stellt sich besser als Nachbarländer dar, "Genau diese Ungeordnetheit macht Deutschland interessant...") Legitimationswechsel - Sondermentalitäten Kulturlandschaft
  • Deutsche Geographie zu NS-Zeiten? Aspekte Blut und Boden Volk ohne Raum natürliche Grenzen Geopolitik (Haushofer) Ideologie wurde in Schule verbreitet
  • Unterschied Politische Geographie - Geopolitik Politische Geographie Analyse der Politik Geopolitik Politik mit geogr. Mitteln
  • Geographie nach dem 2. WK in den Hochschulen? Schwerpunkte - Länderkunde - Landschaftskunde - Anspruch Landschaftsgeographie - Totalcharakteristik, Einmaligkeit- Problematik? Begrenzungsproblem. Wo fängt Landschaft an?
  • Pivot-Area? Welche Subdisziplin? Wer? auch "Heartland Theory" genannt  Eurasien als Herzstück, wer das besitzt hat größte Macht Subdisziplin GeopolitikWer Halford Mackinder
  • Struktur-funktionaler Ansatz: - bestehende Wirtschaftsraumstruktur ist durch vorgegebene naturräumliche Bedingungen vorgegeben- Funktionen bzw. Austauschbeziehungen zw. den individuellen Strukturräumen stellen die Ausgleichsbewegungen zwischen unterschiedlichen physisch-biologischen Voraussetzungen dar -- Struktur prägt Funktion - auf Grundlage best. Natur siedelt sich spezifische/entsprechende Wirtschaft an- Wirtschaftsraum wird als eine von den naturräumlischen Bedingungen determinierte Funktion begriffen - Kritik: Naturdeterminismus der Landschaftsgeographie wird fortgeführt
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  • Funktional-struktureller Ansatz -horizontale Austauschbeziehungen in ihrer erdräumlichen Reichweite bringen bestimmtes Strukturmuster des Wirtschaftsraumes hervor --> erst durch Bewegungen an der Erdoberfläche Ausbildung bestimmter Regionen - der modernere Ansatz- „Struktur“ ist nicht naturräumliche Ausstattung einer Region, sondern vorherrschende Anordnungsmuster der wirtschaftlichen Infrastruktur und Siedlungen- Organismusanalogien (Wirtschaftsbeziehungen): Bedeutung des einzelnen (Organs) für das Gesamte; Raum = menschlicher Organismus  
  • Hartke: Geographische Gesellschaftsforschung möchte Gesellschaft und gesellschaftl. Handlungen erklären --> rückt Gesellschaft ins Zentrum seiner Forschung "Geogr. –Machen" in den 70ern --> alltägliches Geographie Machen (jedes Einzelnen/Gruppe/global player) - Spurenlesen ist Rekonstruktion dessen; Spurenlesen - Jeder Mensch hinterlässt Spuren; Dinge die im Alltag geschehen Wie kann man über Landschaft etwas über Gesellschaft erfahren - Spurensuche in Kulturlandschaft = Indikator für soziale Prozesse - Spurenlesen (sozialgeographische Forschung) Sozialbrache  
  • Quantitative Revolution Dietrich Barthels Neue Forschungsrichtungen (u.a. Geoinformatik, Fernerkundung) Abkehr vom rein beschreibenden Paradigma Begründung des Faches als Raumwissenschaft Barthels überträgt den Forschungsansatz raumwissenschaftlichen Denkens (Aufdeckung von räumlichen Gesetzmäßigkeiten in Verteilungs- und Verbreitungsmustern) auf die gesamte Sozial- und Wirtschaftsgeographie raumwissenschaftliches Denken wurde in den 1970er und 1980er Jahren zur einflussreichsten Forschungsperspektive der GeographieBartels löst damit….das Legitimationsproblem der Geographie….Theorielosigkeit der Geographieund etabliert „das eine“ geographische Forschungsobjekt RAUM Ziel: Suche der geographischen Raumtheorie, Computergestütze Verfahren und statistische Methoden sollen die Beschreibung der Länderkunde abwechseln und systematisch, intersubjektiv überprüfbare Beobachtungen und objektive Daten liefern --> Quantitative Revolution
  • Spatial Analysis Forschungsansatz innerhalb der Quantitativen Geographie Raumstrukturforschung – Ablehnung der Länderkunde und Einbezug Quantitativer Methoden (Dietrich Bartels) Beschreibung, Analyse und Modellierung formaler räumlicher Strukturen stehen im Mittelpunkt Phänome im geographischen Raum anhand topologischen, geometrischen oder anderen geographischen Eigenschaften zu untersuchen
  • Hans Bobek bringt Sozialgeographie nach Ende des 2. Weltkrieges auf den Weg soziale Prägung der Landschaft rekonstruieren Darstellung der Funktion der Landschaft für die Gesellschaftsentwicklung -- untersucht verschiedene Gruppen Wirkungsweise der Medien (Lebensformen, Siedlungsformen, Bevölkerungsentwicklung) analysieren kann sich nicht vom Landschaftsbegriff lösen -- Erklärung der Landschaft
  • Volk ohne Raum (Hans Grimm): - das dt. Volk kann sich nicht so entwickeln wie es sollte, da durch die massive Überbevölkerung in DE einfach kein Platz mehr ist> man muss seinen Raum in weniger besiedelte Gebiete ausweiten (nach Osten)
  • biologistischer Ansatz: - Starker Staat = Wachstum - Schwacher Staat = "geht ein"
  • Kritik am Sozialdarwinismus nach Steven J. Gold. lineares Fortschreiten ist nicht so wichtignetzartiger und paralleler zu betrachten ist besserErweiterung des klassischen WissenschaftsverständissesErforschung zeitgenössischer Sichtweisen und Standardsder Zufall spielt viel öfter eine Rolle in der NeuentwicklungKonsequenz ist Fachgeschichte als Diskurs
  • Sozialbrache die Sozialbrache ist das Brachfallen von landwirtschaftlicher Nutzfläche infolge von Nutzungsaufgaben aufgrund von Veränderungen im Sozialgefüge (Strukturwandel) der ländlichen Bevölkerung und oder scheinbar fruchtbare Gebiete werden nicht bewirtschaftet aufgrund von Kulturgründen (z.B.: Grenzen) Indikator zur Aufdeckung sozialer Prozesse (Bestimmung der Reichweite von Aktionsräumen) Brache ist eine ungenutze Parzelle
  • Kennzeichen eines spätmodernen Wissenschaftsverständnisses? Spätmodern Abkehr vom Vernunft- und Fortschrittsglauben Dekonstruktion (Ende der großen Erzählungen) Perspektivenvielfalt (Neue Übersichtlichkeit) Risikogesellschaft