67

Bauen im Bestand (Fach) / Bauen im Bestand Fragen (Lektion)

Prüfungsfragen

Diese Lektion wurde von Leberkas erstellt.

Lektion lernen

Anzeige
  • 55. Welche zerstörungsfreien Untersuchungen gibt es? - Visuelle Untersuchungen am Bauwerk: -> Schadensbeschreibung -> Erkennen von Durchfeuchtungsmerkmalen und Verformungen -> fotografische Dokumentation -> Begutachtung der Abführung von Oberflächenwasser - In Bauwerksumgebung: -> Witterungs- und Umwelteinflüsse -> Lage im Gelände -> Ermittlung von Bodenschichten (z.B. Grundwasserspiegel) -> biologische, chemische und mechanische Zerstörungen -> Substanzverlust durch Abblättern, Hohlstellen -> Be- und Entlüftungsmaßnahmen -> Pflanzenbewuchs - Bauwerksart: -> Bauwerkskonstruktionen, -strukturen, -details -> statische Beurteilung des Bauwerks -> Baustoffart, -verwendung, -zusammensetzung, -eigenschaften -> Beschichtungsaufbau -> Wärmeschutzmaßnahmen -> Baubeschreibung, Pläne, Bodengutachten - Voruntersuchung am Bauwerk: -> Feststellung offensichtlicher Durchfeuchtungshorizonte innen und außen -> Feststellung der offensichtlichen Salzhorizonte innen und außen -> Messung von kapillarer Wasseraufnahme, Wand- und Oberflächentemp, Festigkeiten mit Rückprallhammer -> thermogravimetrische Messungen (Wärmebrücken)
  • 56. Was muss bei der Instandsetzung von einem feuchte- und salzgeschädigtem MW einer Kelleraußenwand festgestellt und dokumentiert werden? - Art, Ausführung und Qualität der vorhandenen Abdichtung - evtl. Fehlstellen und/oder Beschädigungen der Abdichtung - Hohlstellen, Risse, Verunreinigungen etc. - Zustand der Bodenplatte, Hohlkehle - bereits ausgeführte Instandsetzungen - Ausführung von Durchdringungen - Ausbildung und Qualität von Rissen, Fugen und sonstigen Öffnungen
  • 57. Was muss bei der Instandsetzung von einem feuchte- und salzgeschädigtem MW einer Kellerinnenwand festgestellt und dokumentiert werden? - Art und Intensität der Durchfeuchtungen - Größe und Aussehen von Salzausblühungen - evtl. Rissbildungen - Zustand der Rohdurchführungen, Öffnungen - weitergehende Schädigung
  • 58. Was ist eine Hohlkehle? - negative Ausrundung einer Kante(abkehlen / auskehlen)
  • 59. Was verstehen Sie unter Salzbehandlung? - Anwendungen / Tätigkeiten, die eine Umwandlung leichtlöslicher Salze in schwer oder unlösliche Verbindungen bewirken sollen und somit den schädlichen Charakter zerstören
  • 60. Was wissen Sie über bauschädigende Salze? - Produkte von Neutralisationsreaktionen zwischen Säuren und Basen, spalten sich in wässriger Lösung in frei bewegliche Ionen auf (Dissoziation der Salze) diese sind: -> Wasserlöslich: in Lösung durch transportierbar durch Kapillartransport / Ionentransport -> Fallen aus übersättigter Lösung als Festkörper aus: Kristallisation, Volumenzunahme, Kristallisationsdruck -> Kristallisation oft mit Einschluss von Hydratwasser: Hydratation, Volumenzunahme, Hydratationsdruck -> Verhalten sich z.T. hygroskopisch: erhöhen die Sorptionsfeuchte -> Können mit MW-Bestandteilen reagieren: lösende und treibende Angriffe
  • 61. Woher können bauschädigende Salze kommen? - Boden, Baugrund: Salzeinwanderung mit kapillarer Feuchte oder Grundwasser durch Sulfate, Nitrate, Chloride, Phosphate und sonstige - Baustoffe: im ursprünglichen Material, eingeschleppt durch Maßnahmen ( Instandsetzung mit alkalihaltigen Injektionsmitteln auf Basis von Wasserglas), Gipsstein bzw. gipshaltiger Mörtel (Sulfate), Zugabewasser zu Mörteln (Chloride, sonstige), Frostschutzmittel, lösemittelhaltige Reinigungssysteme, Leckstellen in Kanälen und sonstige Inhaltsstoffe - Nutzungsbedingung: Zersetzen organischer Substanzen(Nitrate), Fleischverarbeitung (Chloride, Nitrate), Gerbereien (Alaune), Färbereien, Beizereien (diverse Verbindungen), Salzstreuungen (Chloride), Bodendüngungen, Stallungen, Fäkalien (Nitrate) - Niederschläge: Anspritzen von Schmelzwasser (Chloride), saure Niederschläge(Schwefelsäure, Kohlensäure) Luftschadstoffe, PVC Verbrennungen, sonstige Verschmutzungen
  • 62. Welche Auswirkungen haben Salze? - sichtbare Veränderung an Baustoffoberfächen, optische Beeinträchtigung: -> Verfärbungen -> Ausblühungen -> Feuchteflecken - Baustoffschädigung / Baustoffzerstörung -> erhöhte Feuchteaufnahme -> Festigkeitsverluste durch lösende und treibende Reaktionen -> Treiberscheinungen durch: Kristallisationdrücke, Hydratationsdrücke -> Hauptproblem
  • 63. Wie können bauschädigende Salze entfernt oder inaktiviert werden? - Mechanisches Entfernen -> Versalzenen Putz abschlagen -> Mauerwerksfugen auskratzen / ausstemmen -> Mauerwerk (partiell austauschen) - Entsalzung mit Kompressen / Kompressenputz -> Verlagerung der Verdunstungszone vor die eigentliche Mauerwerksoberfläche, d.h. Verlängerung des kapillaren Transportes von Salzlösungen -> Einwanderung von Salzen in eine Kompressenschicht (=Opferschicht) infolge des Konzentrationsgefälles - Entsalzen mit elektrischem Strom -> Ionentransport durch Elektrolyse / Elektrokinese - Chemische Salzbehandlung: Ziel Umwandlung leicht löslicher (bauschädlicher Salze) in schwer- bzw. unlösliche Verbindungen -> Probleme: Wirksamkeit auf bestimmte Salzarten beschränkt, Eindringtiefe gering (keine Tiefenwirkung), Reaktion spontan, keine anhaltende Wirkung, Wirkstoffe sind giftig (lösliche Schwermetallverbindungen), bisherige Untersuchungsergebnisse zeigen bei hoher Versalzung keinen befriedigenden Effekt der Salzinaktivierung
  • 64. Was sind Sanierputze? - Mineralische Putze aus mineralischen Bindemitteln, mineralischen Zuschlägen, mineralischen und / oder Leichtzuschlägen und organischen Zusätzen
  • Anzeige
  • 65. Was sind Eigenschaften von Sanierputzen? - Erreichen hoher Porosität - niedrige Druckfestigkeit - hohe Wasserdampfdiffusionsfähigkeit - ausreichende Wasseraufnahme - aber: kapillare Luftfeuchtigkeit
  • 66. Was spricht gegen Sanierputze? - Sperrputz, Salze füllen Poren  und verhindern nach ner Zeit den Wasseraustausch. - Entwickeln bei zu niedrigem Porengehalt zu hohe Festigkeiten und sind feinkörnig - Keine Kalkputze auf salzhaltigem Untergrund, die salzhaltigen hydraulischen Bindemittel und Luftporenbildner führen dem Bauwerk neue Salze zu -> Treibmineralbildung
  • 67. Enthalten Sanierputze Kapillarporen? - Ja, sie sind hydrophobiert und sehr häufig durch Luftporen unterbrochen.
  • 68. Was ist Kompressenputz? - Putz mit hoher Salzaufnahmerate zur Reduzierung des Salzgehaltes im Putzgrund(MW), für temporäre Anwendung - Anforderungen: hohe kapillare Leitfähigkeit, hohe Salzaufnahmefähigkeit (hoher Anteil feiner Poren, d.h. mittlerer Porendurchmesser im Putz kleiner als mittlerer Porendurchmesser im MW) - hohes Wasserrückverhalten, niedrige Festigkeit
  • 69. Woher können Feuchteschäden kommen? - Spritzwasser, Schlagregen und sonstige Witterung, hygroskopische Feuchtigkeit, Kondensat infolge falscher Lüftungs- und Heizungsgewohnheiten, kapillar aufsteigende Feuchtigkeit, konstruktive Mängel, Undichtigkeit und Defekte
  • 70. Wie kann man ein Mauerwerk vor Durchfeuchtung schützen? - Horizontale Querschnittsabdichtung -> Mechanische Verfahren -> Chemische Verfahren - Vertikale Oberflächenabdichtung - Mauerwerksdränung - Mauerwerksheizung - Elektro-physikalische Verfahren
  • 71. Welche Verfahren der Mauerwerkstrennung gibt es? - Rammverfahren - Sägeverfahren - Reihenbohrverfahren