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Emotionspsychologie (Fach) / 2 Struktur von Emotionen und ihre Erfassung (Lektion)

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  • Suche nach Korrespondenz zwischen Emotionsdimensionen – ANS Reaktionsmustern ->Arousal ->Kombination von ANS-Parametern -->Vorhersage diskreter Emotionen durch Kombination von ANS Parametern   Arousal • Hautleitwert steigt linear mit eingeschätztem Arousal-Niveau  emotionsgetönter Reize (z.B. Bilder) • das gilt unabhängig von Reizvalenz, Emotionsinduktionsmethode (vgl.  Bradley & Lang, 2000)   Kombination von ANS Parametern Individuelle Parameter des ANS korrespondieren eher mit Dimensionen als mit diskreten Emotionen Kreibig et al. (2007) • Darbietung von Furcht- vs. Trauer-induzierenden Filmclips (mit Kontrolle von Valenz und Arousal) • Differenzierung beider Emotionen in 85% der Fälle mittels 11 ANS  Parametern  Kombination verschiedener Parametern des ANS liefert bessere  Prädiktion diskreter Emotionen / aber: ANS erfüllt vielfältige Funktionen!
  • Lidschlag: Schreckreflex als Parameter für Valenzdimension   • robusteste Komponente = Lidschlagreaktion (50ms nach akustischem Reiz) • Registrierung der Amplitude per EMG (Elektrode über musculus orbicularis oculi –unter unterem Augenlid) Annahme: (Lang, Bradley & Cuthbert, 1990) • positive Emotion -> Abwehrverhalten gehemmt-> Schreckreaktion vermindert  gegenüber neutralem Zustand • negative Emotionen -> Abwehrverhalten geprimt -> Schreckreaktion intensiviert  gegenüber neutralem Zustand   Ergebnisse Stärke der Lidschlagreaktion abhängig von emotionaler Valenz Amplitude (A) im EMG als Parameter keine willentliche Verfälschung möglich (da so kurze Latenz) Interpretation/weitere Befunde: Amplitude des affektmodulierten Schreckreflexes nur sensitiv für Reizvalenz bei Reizen mit hohem Arousal • Ergebniskonfundierung mit Reizneuigkeit, sensorischer Modalität,  Aufmerksamkeitsfaktoren ausgeschlossen! • Phobiker: stärkere negative Emotionen bei Darbietung phobierelevanterReize  stärkere affektinduzierte Schreckreaktion (Cook & Turpin, 1997) • Psychopathen  Defizite bei Verarbeitung bedrohlicher Reize schwächere affektinduzierte Schreckreaktion gegenüber derartigen Reizen  (Patrick, 1994)
  • Funktionen von emotionalem Ausdruck Funktionen von emotionalem Ausdruck:  - informationsvermittelnde Funktion (A signalisiert B z.B. Gefahrensituation) - expressive Funktion (A reagiert sich z.B. ab) - gefühlsvermittelnde Funktion: Imitation, Empathie (A bewirkt, dass B Gefühl empfindet)
  • Emotionaler Ausdruck genetisch bedingt oder kulturell geprägt? Kulturvergleichende Studien: Ekman & Friesen (1972)   (1) Zuordnung von Gesichtsausdrücken zu Emotionsbegriffen  (Beobachterrating) Glück, Trauer, Zorn, Ekel/Abscheu, Überraschung, Furcht  Pbn = Studenten aus Japan, Brasilien, Chile, Argentinien, USA hohe Übereinstimmung (97% - 63%) (2) Bilddarbietung bei Steinzeitmenschen auf Papua-Neuguinea hohe Übereinstimmung mit Urteil amerikanischer Studenten
  • Krieterien für Basisemotionen (Ekman) 1. universelle Merkmale des vorauslaufenden Ereignisses sind universell, d.h.weltweit gültig 2. universelle Distinktheit des Ausdrucks (gleich dargestellt und interpretiert) 3. spezifische physiologische Veränderungen 4. Vorkommen bei Primaten (stammesgeschichtliches Erbe, genetische Basis) 5. Kohärenz der Emotionskomponenten (Ausdruck, Physiologie, Verhalten) 6. rasches Entstehen 7. kurze Dauer 8. automatisches Appraisal (Bewertung) 9. unwillkürliches (unbewusstes) Auftreten   GLÜCK TRAUER EKEL WUT ÜBERRASCHUNG FURCHT
  • Vorläufer Emotionenen Freude Ärger Vorläufer-Emotionen, d.h. diffuse Körperempfindungen  (Holodynski, 2006) Interaktion mit Bezugspersonen: Baby erlernt Erkennen /  Signalisieren spezifischer Emotionen Freude (2 Monate bindungsfördernd, 4 Monate Bezugsperson) Ärger(4 Moante, 7 Monate Ärgerquelle)
  • Geschlechtsspezifische Emotionserkennung 1. Gesichter wütender Männer am schnellsten erkannt, schneller als Gesichter  wütender Frauen ( RT/Männer < RT/Frauen) 2. dann folgt Angst ( RT/Männer = RT/Frauen) 3. bei Emotionen, die nicht mit Gefahr verbunden (Freude, Ekel, Überraschung,  Trauer)  RT/Männer > RT/Frauen
  • Erfassung von Emotionen: Merkmale der Stimme Variation Tonhöhe (stark: Freude, Überraschung / gering: Ekel, Ärger, Furcht)  Variation Amplitude (stark: Furcht / gering: Freude) Tonhöhenverlauf (abwärts: Freude, Trauer / aufwärts: Ärger, Furcht) gesprochene Sprache (Fairbanks & Hoaglin, 1941) Sprechen von Text, Amateurschauspieler, dabei Emotionen auszudrücken (5) Beurteiler sollten angeben, welche Emotion ausgedrückt wird (Auswahlmenge: 12) Trefferquoten zw. 66% (Angst) und 88% (Gleichgültigkeit)  Erfassungsmethoden: Sprachinhaltsanalyse /Sprechgeschwindigkeit / Spektrogramm der Sprache   vokale Merkmale reflektieren Arousal-Dimension (große Amplitude & Tonhöhe starkes Arousal), widersprüchliche Befunde bzgl. Valenz und spezifischer Emotionen
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