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Emotionspsychologie (Fach) / 4 Aktualgenese von Emotionen (Lektion)

4 Aktualgenese von Emotionen

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  • Embodied Grounded Theorie (vgl. Niedenthal 2007) Emotionen beruhen wie alle anderen psychischen Phänomene auf komplexen vergangenen Erfahrungen. Diese sind verkörpert werden beim späteren Aufruf (seletiv) reaktiviert, d.h. stimuliert
  • Component Processing Theorie (Scherer) Emotinonale Episode (4 Kriterien) ausgelöst durch Bewetung eines Reizes als wichtig für Bedürfnisse oder Ziele des Organismus aktiviert alle Subsysteme des Organismus, die dann aufeinander bezogen und synchronisiert arbeiten
  • Component Processing Theory (Scherer) : Charakteristik der Subsysteme (Komponenten und Basis,wovon ist Systemzustand abhängig) Informationsverarbeitungs-Subsystem = KOGNITIVE Komponente:           Reizbewertung   leitet Emotion ein          Systemzustand:Wahrnehmung / Erinnerung / Prädiktion /Bewertung            von                   Ereignissen   Versorgungs- Subsystem = NEUROPHYSIOLOGISCHE Komponente          homöostatische Regulation / Energiebereitstellung für Handlungen          (Basis: neuroendokrines System und autonomes Nervensystem) Steuerungs-Subsystem = MOTIVATIONALE Komponente           Entscheiden / Planen von Handlungen,         Systemzustand abhängig von aktueller Plan- und Zielstruktur des                Organismus;         (Basis: verschiedene ZNS –Strukturen)       Aktions-Subsystem = AUSDRUCKS - Komponente              Ausdruck und Realisierung willentlicher Handlungen;               (Basis: somatosensorisches Nervensystem) Monitor-Subsystem = GEFÜHLS - Komponente         Kontrolle / Reflexion / Integration der anderen Subsysteme         meist als Gefühl geäußert (offen, ob stets bewusstseinspflichtig)
  • Component Processing Therorie (Scherer) Kennzeichen einer emotionalen Episode, Ziel, Beginn, Ende Kennzeichen: ZUSAMMENWIRKEN ALLER SUBSYSTEME -->gesamte Verarbeitungskapazität auf als wichtig bewerteten Reiz gerichtet=DISRKETER REIZ Ziel: Organismische Reserven mobilisieren, um Anpassungsanforderung zu meistern Beginn: Bewertung des Reizes--> Start der Synchronisation Ende: Wenn alle Subsysteme wieder unabhängig voneinander --> Emotionaler Systemzustand wenn Synchronisation, Nicht-Emotional, wenn unabhängig
  • Component Processing Theory (Scherer) -Rolle der Kognition bei Emotion: Funktion, Mechanismus Natur des Appraisal-Prozesses: mögliche Verarbeitungsebenen, bewussteinspflichtig? Kognition = Teilkomponente der Emotion      führende Rolle im Synchronisationsprozess       Mechanismus: Aktivationsausbreitung  Natur des Appraisal-Prozesses:          Bestimmung der Reizbedeutsamkeit (Bewertung)          mögliche Verarbeitungsebenen: motorisch, schematisch,                           konzeputell          Appraisal nicht zwingend bewusstseinspflichtig oder -fähig
  • Component Processing Theorie (Scherer) Bewertungskriterien des Appraisal-Prozesses sequentielle Abarbeitung: stimulus evaluation checks generieren in ihrer Aufeinanderfolge schrittweise spezifischere Emotionen   Neuheit (bekannt, erwartet?) -->Schreck, Überraschung, Langeweile Valenz (positiv, negativ) --> Lust-Unlust-Tönung der Emotion Ziel- bzw. Bedürfnissignifikanz --> Zufriedenheit, Freude / Furcht, Wut Copingpotential (vorhanden, nv) -->Traurigkeit, Wut, Furcht Norm- bzw. Selbstkompatibilität -->Verlegenheit, Scham, Stolz
  • Embodied (Grounded) Cognition Theorie der Emotionen (Niedenthal,2007) -Worauf basieren Emotionen? -Wie ist Wissen über Emotionen abgespeichert? -Emotionale Informationsverarbeitung   (I) Emotionen basieren - wie alle anderen psychischen Phänomene – auf komplexen vergangenen Erfahrungen (perzeptiv, somatoviszeral, motorisch…)   d.h. Wissen über Emotionen ist in modalitätsspezifischen Systemen (Wahrnehmung, Handlung, Introspektion) „verkörpert“ (Barsalou, 2003) (II) Emotionale Informationsverarbeitung schließt Reaktivierung von Teilen jener neuralen Zustände ein, die beim Erleben einer Emotion oder beim Verarbeiten emotionaler Cues aufgetreten sind d.h. frühere modalitätsspezifische Erfahrungen werden beim späteren Abruf (selektiv) reaktiviert, d.h. mental simuliert
  • Leistungen des EMG, Emotionspsezifische Muskelaktivität: Joy, Disgust, Anger Valenz und Intensität emotionaler Reaktionen--> sensitiver Indikator für affektive Reaktionen auf visuelle und akkustische Reize Anger : Aktivitätszunahme in corrugator supercilii (Brauenmuskel) Joy :zygomaticus major (Wangenmuskel) & orbicularis oculi Disgust :corrugator supercilii & levator labii superioris (Oberlippenheben, Nasenrunzeln)
  • Embodied Emotions: Experiment: Welches Repräsentationen nutzen Menschen, wenn sie auf Wissen über Emotionen zurückgreifen? Joy-Anger-Disgust uV: Emotionsbezug der experimentellen Anforedrungen (operationalisiert durch Mv: Ist wort emotionsbezogen oder nicht? vs PA: Großbuchstaben uV2: Abstrakter vs direkter Emotionsbezug der Wörter uv3: Tönung: Joy, Anger, Disgust (je10) Av:RT, Fehlerrate, EMG-Aktivität (Corrugator, Levator, Orbicularis, Zygomaticus)   Ergebnisse: Variation Pa vs mV: unterschiedliche Emotionspezifische Gesichtsmuskelaktivität Abstrakte vs. konkrete Wörter: Konkrete Wörter mehr Aktivität
  • Embodiment Theorie (Niedenthal) Studie: Kommt Embodiment kausale Rolle zu? Hypothese:Wenn Gesichtsausdruck kausal für korrekte Verarbeitung von Emotions-Begriffen, dann sollte Klassifikation von Worten, die auf joy und disgust bezogen, selektiv beeinträchtigt sein Klassifikation der Worte als emotional vs. nicht-emotional  uv: Emotionsbezug (emotionsbezogen vs. neutral) uv2: spezifische Emotion: joy,anger,disgust  aV:Fehlerrate    uV2: Aktivität der Gesichtsmuskeln Gruppe 1 konnte Gesicht während Experiment frei bewegen •Gruppe 2 Blockierung der unteren Gesichtsmuskeln (Stift) (Zygomaticus und Levator) dadurch joy & disgust-bezogene Emotionen beeinträchtigt, kein Einfluss auf anger und neutral   Ergebnis: Fehlerrate bei Joy und Disgust größer! Interpretaion: EMBODIMENT KOMMT KAUSALE ROLLE ZU
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  • Embodiment Theorie der Emotionen: Interpretaion der Experimente: -Rolle von somatischen Antworten bei Verarbeitung von Emotionen -Rolle des Gesichtsausdruck, Spezifität -Generalisierbarkeit -Kausalität Begriffliche Verarbeitung von Emotionen schließt somatische Antworten ein ( unterscheidbare Gesichtsausdrücke f. Emotionen), nicht auf amodale Verarbeitungsansätze reduzierbar •Gesichtsausdruck (= eine Komponente emotionaler Reaktionen) tritt nur dann auf, wenn emotionsbezogener Inhalt der Begriffe für die Anforderungsbewältigung wichtig ist. •Gesichtsausdruck ist dabei emotionsspezifisch. Diese Spezifik (im Unterschied zu einer generalisierten somatischen Antwort) stützt die Annahme, dass „verkörperte“ Antworten die Bedeutung der untersuchten Begriffe konstituieren. •Befunde für konkrete und abstrakte Emotionsworte nachweisbar, d.h. generalisierbar. •Embodiment kausal für Verarbeitung von emotionsgetönten Begriffen.