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Wirtschaftspolitik (Fach) / Vergleich von Wirtschaftsordnungen (Lektion)
Wie soll die Verteilung erfolgen=
durch Markt oder zentrale Steuerung=
Diese Lektion wurde von pucky88 erstellt.
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- Was sind Institutionen? Regelsystem, die den Rahmen ökonomischer Handlung mit dem Ziel festlegen, das individuelle Handeln in eine bestimmte Richtung zu steuern
- Womit beschäftigt sich die Institutionenökonomik? Untersucht die Entstehung und Veränderung von Regelsystemen unter dem Gesichtspunkt ökonomischer Rationalität
- Was ist ökonomisches Handeln aus Sicht der Institutionenökonomik? Transaktionen technische Vorgänge (gut wird über eine technisches Schnittstelle in Zsh. mit Produtkion und Konsum getauscht) Übertragung von Verfügungsrechten an Gütern Ökonomie besteht aus wirtschaftlich handelnden Subjekten Regeln, die jedem Subjekt bestimmte Verfügungsrechte zuteilen Regeln, die Transaktionen dieser Rechte und Pflichten regeln
- Was für Formen von Institutionen gibt es? was Ist Sozialkapital? informelle (Gebräuche, TRaditionen, Moral) formelle Regeln (Verfassung, Gesetze) formelle kontrollstrukturen (exekutive, judikative, private Institutionen) Sozialkapital: Wert des Vertrauens einer Gesellschaft in die Institutionen
- Wann werden Institutionen ökonomisch relevant? Wenn Zuteilung und Übertragung von Verfügungsrechten mit TAK verbunden ist Fixe TAK: sunk cost -> Kosten für die Errichtung und Bereitstellung einer Institution Variable TAK: hängen ab von Anzahl und Wert der TA
- Welchen Arten von TAK sehen sich Institutionen gegeüber? Welche sind relevant für Make- or Buy-Entscheidungen? Markt-TAK Such- und InfokostenVerhandlungs- und EntscheidungskostenKosten für Überwachung und Durchsetzung vertragl. Leistung Unternehmens- TAK LeitungskostenInformationsverarbeitungKommunikation und Überwachung unternehmensintern Politische-TAKEinrichtung, Erhaltung, Veränderung der politischen Ordnung
- Was sagt Marx in der Ordnungstheorie? Organisation an den Produktionsmitteln ist prägend für die Gesamtheit der sozialen und ökoomischen Beziehungen -> legen Entfaltungs- und Mitwirkungsrechte fest
- Welche Eigentums- und Verfügungsrechte umfasst die moderne Property rights theorie? * Das Recht an der Nutzung des Gutes (usus)• Das Recht, ein Gut zu verändern (abusus)• Das Recht an den Erträgen, die sich aus der Nutzung des Gutes ergeben(usus fructus)• Das Recht, die Nutzungsrechte an andere zu transferieren (venditio) je detaillierter die Ausgestaltung dieser Rechte, desto höher TAK Hohe TAK können Ausgestaltung einer effizienten Eigentumsordnung verhindern
- Wie kann das Trauerspiel der Allmende überwunden werden? Gesellschaftliche Traditionen und Bräuche mit sozialen Sanktionen -> vor allem bei wenigen und eng begrenzten Miteigentümern. Gesetzliche Regelungen und strikte staatliche Kontrollen verhindern Übernutzung. Einführung von Privateigentum und Mechanismen zu seiner Durchsetzung verhindern Übernutzung.
- Welche Institutionellen Regelungen der Arbeitslosigkeit sind denkbar? Übertragung der Verfügungsrechte zwischen Individuen • Anarchie (Übertragung durch Raub)• Zentraler Plan (Übertragung durch Anordnung)• Markttausch (Übertragung durch bilaterale Vereinbarung)
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- Was passiert bei Zuteilung durch Raub? Beide Individuen produzieren die gleichen Mengen der beiden Güter wie in Autarkie. • Ein Individuum vergrößert gewaltsam seine Konsummöglichkeiten auf Kosten des anderen Individuums. • Der Raubende, der Beraubte oder beide werden ihren Arbeitseinsatz zurückfahren. • Der Gesamtkonsum fällt auf ein ineffizientes Niveau (wobei der Raubende evtl. mehr konsumiert).
- Was passiert bei Zuteilung durch zentrale Planung? Jedes Individuum spezialisiert sich auf die Produktion des Gutes, dass esmit den relativ geringsten Opportunitätskosten herstellen kann.• Ein zentraler Planer erfasst die Produktionsmengen und ordnet ihreAufteilung so an, dass beide Individuen ihre Konsummöglichkeiten gegenüber der Autarkie erhöhen.• Der Tauschpreis muss also zwischen den beiden Grenzraten der Transformation liegen.
- Was passiert bei Zuteilung durch Markttausch? Die Individuen spezialisieren sich auf die Produktion eines Gutes• Sie tauschen Güter zu einem Preisverhältnis, das zwischen den individuellen Opportunitätskosten liegt.• Damit erweitern sich ebenfalls die individuellen Konsummöglichkeitengegenüber der Autarkie.
- Wann lohnt sich Planlösung? wenn die Wohlstandsgewinne größer sind als die Erfassungs-, Organisations- und Kontrollkosten
- Wann lohnt sich Marktlösung? Wenn Wohlfahrtsgewinne größer sind als Kosten für die Erstellung, Durchführung und Überwachung bilateraler Tauschverträge Preisinformationen dürfen nicht durch Marktmacht oder Inflation verzerrt sein, da sonst Fehlkalkulationen auftreten können. Kosten ggü. Fluktuationen (Terminhandel, Versicherungen) und staatliches Eingreifen bei Marktversagen sind ebenfalls Transaktionskosten.
- Was bezeichnet eine Wirtschaftsordnung? Gesamtheit aller institutionellen Regelsystem in einer Wirtschaft Teilordnungen Wirtschaftssysteme (Verhaltensregeln priv. Akteure) Wirtschaftsverfassung (staatl. Rahmenbedingung der Verhaltensregeln) Wirtschaftskultur (Ges. Rahmenbedingung der Verhaltensregeln)
- Institutionelle Regelung der Eigentumsverhältnisse Nach Marx - Kapitalismus- Sozialismus
- Institutionelle Regelung der Arbeitsteilung Nach Eucken - Marktwirtschaft (Verkehrswirtschaft)- Planwirtschaft (Zentralverwaltungswirtschaft)
- Was macht die Wirtschaftsordnungstheorie? Die Wirtschaftsordnungstheorie versucht, den institutionellen Rahmen desWirtschaftsgeschehens zu beschreiben und seine Auswirkungen auf denWirtschaftsprozess zu analysieren.
- Was für Wirtschaftsordnungen gibt es?
- Wie läuft Privateigentum und Marktkoordinierung: in der Kapitalistischen Marktwirtschaft Privateigentum an Produktionsmitteln stellt dezentrale Planung von Produktion und Investition sicher Gewinnstreben soll Orientierung des Güterangebots an Konsumwünschen der Nachfrager sicherstellen. Gleichzeitig fördert es Innovationen Zentrale Rolle von Märkten Funktion von Marktpreisen: Ausgleich, Signal und Lenkung.Signalisieren Knappheit. Dürfen daher nicht verzerrt sein Zentrale Funktionsbedingungen sind deswegen: Wettbewerb Preisniveaustabilität Kritik: Klassiker: Unternehmer werden versuchen, sich dem Wettbewerbzu entziehen Marx: Privateigentum an Produktionsmitteln führen zusammenmit wirtschaftlicher Macht und Profitstreben zur Ausbeutung vonArbeitskräften und ständig wiederkehrende Wirtschaftskrisen Keynes: Beschäftigungskrisen aufgrund konjunktureller Nachfrageschwankungen. Moderne Kritiker: Profitstreben führt zu Umweltzerstörung
- Kapitalistische Planwirtschaft Privateigentum und Plankoordinierung Privateigentum und Plankoordinierung:• Märkte, aber auch zentrale Produktions- und Investitionspläne Ziel: Lenkung der Investitionen in bestimmte Bereiche Gründe: Kriegswirtschaft (Deutschland in den Weltkriegen) Versuche Fehlinvestitionen und Strukturkrisen, die bei rein privatenEntscheidungen entstehen könnten, zu vermeiden. Sektorale Investitionsplanung soll Strukturwandel beschleunigen und technischere Neuerungen schneller durchsetzenBesondere Mechanismen der Koordinierung zwischen Zentralplan undindividuellen Plänen sind notwendig Instrumente: indirekte Beeinflussung der privaten Investitionsentscheidungendurch selektive Zins- und Kreditpolitik, steuerpolitische Maßnahmen, Subventionszahlungen, sektorale Nachfragelenkung (v.a. öffentliche Ausschreibungen) Häufige Probleme:Unternehmen reagieren trotzdem anders auf Marktdaten Fehlprognosen und Fehlinvestitionen Wettbewerbsverzerrungen und –beschränkungen (negative Auswirkungen auf Marktversorgung und Innovationen) Hoher Subventionsbedarf, verursacht hohe Kosten
- Sozialistische Planwirtschaft Kollektiveigentum und Plankoordinierung: Zentrale Abstimmung von verfügbaren Ressourcen und erwartetem Bedarf Staatliches Eigentum an Produktionsmitteln stellt die Kontrolle der zentralen Planungsspitze über die betrieblichen Produktions- und Investitionspläne und Verteilung der Produktionsergebnisse sicher. Im Extremfall keine freie Konsumwahl, reine Zuteilung. Verzicht aufdie Funktionen von Marktpreisen (und prinzipiell auch auf Geld). Bei freier Konsumwahl geht der Konsum in den staatlichen Gesamtplanein. Industriegüterpreise könnten festgelegt sein, während Konsumpreise Nachfrage widerspiegeln könnten. Oft aber Preislenkung aus sozialpolitischen Erwägungen. Planerfüllung als zentrales Steuerungselement Probleme- Informationsdefizite: Informationen über Nachfrageänderungenfließen Planungsspitze nur verzögert zu, kann zu Versorgungsengpässenführen- Motivationsmängel und Innovationsschwäche: keine Anreize Kundenwünsche zu beachten, kostenminimal zu produzieren oder Innovationen durchzuführen - Wachsende Bürokratie: Änderungen der Planung erfordern schwierigeund zeitaufwändige Neuabstimmungen der Einzelpläne (wobei es keine Informationen über Knappheiten durch Preise gibt). Generell wird eine große Bürokratie benötigt - Zahlungsbilanzprobleme: die Außenhandelsbeziehungen entziehen sich einer strikten Planung und können Konjunkturschwankungen verursachen, ohne dass die wirtschaftspolitischen Instrumente für konjunkturpolitische Eingriffe bereit stünden - In der Regel ist die Zentralverwaltung in ein politisches Systemintegriert, das auf eine Vormachtstellung einer Partei aufbaut. Esgibt in diesem Fall keinen politischen Sanktionsmechanismus, derdie massive Verfolgung von eigenen Interessen eindämmen könnte
- Sozialistische Marktwirtschaft Kollektiveigentum und Marktkoordinierung:• Abbau oder Flexibilisierung der zentralen Planung• Orientierung der Produktion an Marktpreisen und Gewinnen• Stärkung der Position der Unternehmensleitung gegenüber den Unternehmenseigentümern: Betriebe sollen trotz kollektiven Eigentums selbst über Produktion, Investition und Verteilung des Produktionsergebnisses entscheiden Häufige Probleme:- Fehlende Voraussetzung für marktwirtschaftlichen Preisbildungsprozess: -> Fehlende Preisreform (oft aufgrund von sozialpolitischen Überlegungen), so dass betriebliche Planungen auf verzerrten Informationen beruhen. Versorgungsengpässe können entstehen. -> Fehlender Wettbewerb wegen Schwierigkeiten bei der Gründungund Schließung von Unternehmen (bei Staatseigentum) oder aufgrundder angestrebten und geförderten Kooperation zwischen denBetrieben (bei betrieblicher Selbstverwaltung) • Betriebliche Selbstverwaltung gibt geringe Anreize, die Arbeiterzahleffizient anzupassen: neue Arbeiter partizipieren am Gewinn und habenMitspracherechte, Entlassungen sind bei Mitbestimmung schwierig. • Politische Einflussnahme auf Unternehmensentscheidungen (bzw. aufeingesetzte Betriebsleiter) bei staatlichen Eigentum
- Wie kommt es, dass international unterschiedliche Wirtschaftsordnungen existieren? Erklärungsansatz von Hall und Soskice (2001): „Varieties of Capitalism“.Viele Transaktionen werden nicht über Märkte sondern innerhalb von Unternehmen abgewickelt.Die Ausgestaltung der einzelnen Transaktionen kann jeweils mehr nach dem Typ der liberalen Marktwirtschaft (Bsp.: US & UK) oder der koordinierten Marktwirtschaft (Bsp.: Deutschland und Skandinavien) geschehen 5 Koordinationsprobleme, die relevant für langfristigen Unternehmenserfolg sind Gestaltung der Beziehungen innerhalb der Branchen, insbesondere Regelungen von Tarifsystemen und Arbeitsbedingungen Ausgestaltung betrieblicher Aus- und Weiterbildungssystemen Ausgestaltung der Corporate Governance, insbesondere bezüglicheUnternehmensfinanzierung Regelung der Beziehungen zu anderen Unternehmen (Lieferanten, Kunden und Konkurrenz) Regelungen der Beziehungen zu eigenen Mitarbeitern
- Könnte theoretisch überall eine Marktlösung etabliert werden? Grundsätzlich ja. Aufgrund von strategischer Unsicherheit werden die Lösungen jedoch häufig von informellen Regelungen innerhalb bestimmter sozialer Gruppen abhängen. informelle Regeln hängen ab von Kultur und Geschichte eines Landes
- Was soll die soziale Marktwirtschaft erreichen? Koordinierung individueller Pläne über den Markt mit staatlicherGestaltung zentraler Rahmenbedingungen Besondere Bedeutung der Wettbewerbsordnung (keine Absprachen,Kartelle, Konzentration), der Geldordnung (keine Inflation) und der Sozialordnung (Umverteilung bei inakzeptablen Marktergebnissen) Betonung der Markt- und Ordnungskonformität staatlicher Eingriffein den Wirtschaftsprozess (weder Preisbildungsmechanismusnoch Wettbewerbsintensität und Leistungsmotivation sollenstark beeinträchtigt werden)