EU Management (Fach) / CSR, Unternehmensethik, kritische Perspektiven (Lektion)

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  • CSR, Unternehmensethik CSR: Historische Entwicklung ab 19. Jhd: Unternehmer als Mäzene/Stifter ab Mitte 20. Jhd: USA: social responsibility of businessmen (Bowen) stakeholder (Staat, Konsumenten, Zulieferer, etc.) versus shareholder value (Aktionäre) seit 1980er: tw. Verschmelzung mit sustainable development (Ökologie) 2001: soziale Verantwortung der Unternehmen (EU-Kommissions-Grünbuch)
  • CSR, Unternehmensethik Definitionen Unternehmensethik, CS, CC, CR, CSR Unternehmensethik: zweig der Ethik, der sich mit der Verantwortung von Unternehmen und seiner Mitarbeiter befasst Ausgangspunkt ist der Konflikt zwischen Gewinn/Unternehmenserfolg und Moral Corporate Social Responsibility: Konzept, das Unternehmen als Grundlage dient, auf freiwilliger Basis soziale Belange und Umweltbelange in ihre Unternehmenstätigkeit und in die Wechselbeziehungen mit den Stakeholdern zu integrieren Corporate Sustainability: ursprünglich nur Umweltschutz jetzt drei Säulen: ökolögische, ökonomische, soziale Aspekte -> nur so nachhaltige Entwicklung möglich Verantwortung der gesamten Menschheit gegenüber nachfolgenden Generationen Corporate Citizenship: unternehmerisches Bürgerengagement Gestaltung der Gesamtheit der Beziehungen zwischen einem Unternehmen und dessen lokalem, nationalem und globalem Umfeld Corporate Governance: betrifft vor allem die Funktionsweise der Leitungsorgane, ihre Zusammenarbeit und die Kontrolle ihres Verhaltens  
  • CSR, Unternehmensethik Wesentliche Stakeholder und Akteure als Treiber von CSR (Bassen) Menschenrechtsorganisationen Umweltorganisationen Investoren Konsumenten Unternehmen selbst Staat
  • CSR, Unternehmensethik Phases of Responsibility (Sethi) Social obligation: Aktivitäten beschränkt auf Shareholder und Legalität, defensiv Social responsibility: Eingehen auf Stakeholder-Interessen, reaktiv Social responsiveness: Interaktion mit Stakeholdern, aktive Beförderung sozialer, etc. Ziele
  • Kritische Perspektiven Neoliberalismus Neoliberale Globalisierung: Schutz privater Kapitalinteressen und Expansion der Kapitalakkumulation zu Lasten anderer sozialer Akteure Setzen auf Marktkräfte zur Regulation sozialer, politischer und ökonomischer Verhältnisse Entwicklung supranationaler Institutionen zur Durchsetzung einer Marktordnung Kernanliegen des Neoliberalismus: Langfristige Durchsetzung und dauerhafte Stabilisierung der Markgesellschaft (Ptak) modernisierte und erweiterte Variante des klassischen Liberalismus (Smith, Hume, Mandeville): Fokus auf Institutionen, welche Markt erst hervorbringen und sichern sollen (Markt ist nicht natürlich, muss aktiv gestaltet werden) -> Der Markt ist ein politisches Projekt
  • Kritische Perspektiven Neoliberalismus - Bilder, Verständnis 1. Gesellschaftsbild  Markt als spontane Ordnung Gesellschaft kann nicht gesteuert werden Ungleichheit ist erfreulich: für eine egalitäre Welt ist das Problem der Überbevölkerunng unlösbar (Hayek) 2. Menschenbild: Figur des homo oeconomicus als Ausgangs- und Zielpunkt der Einzelne trägt unbewusst zur Wohlstandsmehrung der Gesellschaft bei 3. Selbstverständnis versus Interventionsstaat: nicht-marktkonformes staatliches Handeln ist nicht legitimiert aber: starker Staat zur Aufrechterhaltung der spontanen Ordnung des Markts Staat und Zivilgesellschaft werden hinsichtlich ihrer Marktkonformität bewertet
  • Kritische Perspektiven Weltsystemtheorie Beginn des modernen Weltsystems der kapitalistischen Weltökonomie im 16. Jhd. durch Veränderung der Produktionsweisen und des internationalen Handels Drei Schichten des Weltsystems, zwischen denen ein Auf- und Abstieg (Aufstieg TIGER Staaten) möglich ist (Abgrenzung zu Dependenztheorie): Zentrum klassische Industrienationen, 1. Welt hohe Produktivität, hohes Wohlstandsniveau relativ konfliktloses Agieren auf internationaler Ebene (Freihandel, Vertragbeziehungen, supranational) USA, GB, Deutschland, Japan Semi-Peripherie oftmals autoritäre Strukturen verhindert, dass Polarisierung zwischen Zentrum und Perpherie zu einer Gefährdung des Systems führt Funktion der politischen Stabilisierung: Pufferfunktion Tschechien, Kanada, Australien, Südafrika Peripherie Produktion von Primärgütern schwache Staaten mit internen Konflikten aufgrund niedrigen Wohlstands Gefahr der Destabilisierung Somalien, Argentinien, Ägypten, Irak, Algerien
  • Kritische Perspektiven Postkolonialismus Postkoloniale Theorien untersuchen sowohl den Prozess der Kolonisierung als auch den einer fortwährenden Dekolonialisierung und Rekolonialisierung Beeinflussung durch marxistische und poststrukturalistische Ansätze: marxistische Perspektive als Basis für eine Kritik der internationalen Arbeitsteilung und der Aktualität des Neokolonialismus poststrukturalistische Perspektive als Basis für eine Kritik an westlichen Epistemologien (Wissensordnungen) und eurozentrischen und ethnozentrischen Perspektivierungen
  • Kritische Perspektiven Solidarische Ökonomie - Lebensweise Solidarität und Fairness versus marktliches Äquivalenz- und Reziprozitätsprinzip (Altvater: Gleichheit, Ausgeglichenheit) -> Ausgangspunkt ist Kollektiv oder Gemeinwesen, nicht Markttransaktionen (Ökonomie zurückholen in die Gesellschaft): versus Einbettung der Ökonomie (Polanyi) neues Verhältnis zur Natur, Umwelt: ökologische Bewegung zum Mitmenschen: Mensch mit Bedürfnissen, Familie, nicht Konkurrent zum eigenen Selbst: Ziele, Prioritäten -> eine Ökonomie des Ganzen Hauses (Aristoteles: oikos): dient der Gesellschaft, nicht andersherum  
  • Kritische Perspektiven Solidarische Ökonomie - Arbeits- und Produktionsweise anti-hierarchisches Verständnis von Organisation: basisdemokratische Verortung Gendergerechtigkeit sinnhafte, humanzentrierte Arbeit: Nutzen für das Gemeinwesen, Gebrauchswertorientierung (Marx) Empowerment (Motivation der MA zu Beteiligung an1.) Prinzipien des Genossenschaftswesens (Flieger): Förderprinzip Identitätsprinzip Demokratieprinzip Solidaritätsprinzip
  • Kritische Perspektiven Solidarische Ökonomie - Spektrum Genossenschaften (Konsum-, Wohnungsbau-, Produktiv-) Kooperativen (ICA - International Cooperative Alliance) Selbstverwaltete Betriebe Mikro- und Kleinskreditbanken Tauschringe Ökologischer und fairer Handel Kommunen Ökodorfbewegung Solidarische Landwirtschaft: basisdemokratisch organisiert
  • Kritische Perspektiven 3 Prinzipien i.S. einer Kritik (vor)herrschender Managementpraxis und -theorie 1. Denaturalisation CMS (critical management studies) vs. TINA-Prinzip (there is no alternative) / Naturalisierung der sozialen Ordnung bezogen auf Managementpraxis: Hierarchie ist normal, Koordination bedarf Anweisung und Kontrolle, Märkte sind natürlich, Mangel und Wettbewerb sind anthropologische Konstanten 2. (Non) Performative Intent non-critical management study is governed by the principle of performativity which serves to subordinate knowledge an truth to the production of efficiency 3. Reflexivity challenge the assumption and/or masquerade of neutrality and universality  
  • Kritische Perspektiven Dependenztheorie Thema: Entwicklungsblockaden von s.g. Entwicklungsländern der isb. Dritten Welt als systematisches Resultat kapitalistischer Entwicklungen Erklärung der Blockade: wirtschaftliche Ausbeutung und Abhängigkeit der Entwicklungsländer hat sich strukturell verfestigt (versus Modernisierungstheorien) Ursachen der Verfestigung: Technologieexporte aus Industrieländern in die Entwicklungsländer -> Abhängigkeit Rohstoffexporte aus Entwicklungsländern in Industrieländer -> Rohstoffausbeutung, Abhängigkeitsverhältnis Transfer der in den Entwicklungsländern erzielten Gewinne durch multinationale U in die Industrie-/Heimatländer (Shell) ähnliche Debatte Entwicklungshilfe: eher neoliberale Hilfe zur Selbsthilfe
  • Pyramid of CSR nach Carroll Required: Economic -> be profitable Required: Legal -> obey the law Expected: Ethical -> be ethical Desired: Philanthrophie -> be a good corporate citizen