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Psychologie (Fach) / Kognitions- und Emotionspsychologie II Kapitel 3: Wahrnehmung (Lektion)
Das dazu passende Lernmaterial findet man in der 5. Ausgabe "Cognitive Psycholy" von Robert J. Sternberg
Diese Lektion wurde von digitalhero13 erstellt.
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- Wahrnehmungskontinuum (Gibson; 1966,1979) Distales Objekt -> Informationsmedium -> Proximale Stimulation -> Wahrnehmungsgegenstand Beispiel: Ein Baum fällt im Wald um. Distales Objekt: Gefallener Baum Informationsmedium: Klangwelle Proximale Stimulation: Klangwellenüberführung zur basilaren Membran, die Rezeptoroberfläche in der Cochlea des Innenohrs Wahrnehmungsgegenstand: Gefallener Baum
- Wahrnehmungskonstanzen Wahrnehmskonstanz tritt auf, wenn unsere Wahrnehmung eines Objekts gleich bleibt selbst wenn sich unsere proximale empfindung des distalen Objekts verändert (Gilliam,2000) DIe physischen Charakteristiken des distalen Objekts verändert sich zwar nicht, aber weil wir fähig sein müssen effektiv mit der Umgebung umzugehen hat unser Wahrnehmungssystem Mechanismen welche unsere Wahrnehmung an den proximalen Stimulus anpassen. Folglich bleib die Wahrnehmung konstant, obwohl sich die Proximale empfindung verändert. Zwei der Hauptkonstanzen sind Größen- und Formkonstanz. Größenkonstanz ist die Wahrnehmung dass ein Objekt gleich groß bleibt obwohl sich die Große des Proximalen Stimulus verändert. Die Größe eines Bildes auf Retina hängt direkt von der Distanz des Objekts zum Auge ab. Das selbe Objekt aus unterschiedlicher Entfernung projeziert zwei unterschiedliche Bilder auf der Retina. -> Ponzo Illusion https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/02/Ponzo_illusion.gif Formkonstanz ist die Wahrnehmung dass ein Objekt die gleiche Form behält ungeachtet dessen ob sich die Form des proximalen Stimulus verändert. Durch neuropsychologische Bildverfahren wurde eine Region, nämlich der extrastriate Kortex, ausgemacht, welche in der Formanalyse beteiligt ist.
- Tiefenhinweise Visuell orientiert man sich in einem 3-D Raum. Wenn man nach vorne in die Distanz blickt, blickt man in die Dimension der Tiefe. Tiefe ist die Distanz von einer Oberfläche. Normalerweise benutzt man sich selbst als Referenzpunkt wenn man über den Begriff Tiefenwahrnehmung spricht. Das Gehirn nutzt verschiedene Tiefenhinweise um sich in der 3-D Umgebung zurechtzufinden. Verschiedene teilweise miteinander konkurierende Tiefenweise treten in optischen Illsionen auf. Zum Beispiel nicht nicht endende Treppe. im Allgemeinen in Tiefenhinweise entweder Monokular oder Binokular. Monokulare Tiefenhinweise: Texturgradienten: Die Anzahl der Objekte hat Einfluss auf die wahrgenommene Tiefe. Je mehr Objekte zu sehen sind, desto größer ist die wahrgenomme Entferung Lineare Perspektive: Aufgrund linearer Perspektive konvergierenparallele Linien in der Ferne - je größer die Distanz, umso dichter liegen die einzelnen Elemente zusammen Relative Größe: Die wahrgenommene Größe eines Objekts hängt auch davon ab, wieviel Raum das Objekt im Sichtfeld einnimmt. Ein Objekt erscheint umso näher, je größer es ist Überlappung/Verdeckung: Wird ein Objekt durch ein anderes verdeckt, können wir daraus schließen, dass es hinter diesem steht Luftperspektive: Wenn die Auflösung eines Bildes hoch ist, erscheint es näher als ein anderes, welcher verschwommener aussieht relative Höhe (location in picutre): Figuren die über dem Horizont dargestellt sind erscheinen weiter weg als Figuren die unter dem Horizont dargestellt werden. Schatten Bewegungsparallaxe: Näher kommende Objekte werden größer / Sich entfernende Objekte werden kleiner Binokulare Tiefenhinweise: Entstehen dadurch, dass die Augen zwei unterschiedliche Projektionen der Umwelt liefern. Daraus ergeben sich zwei binokulare tiefenhinweise Binokulare Disparität Je näher ein Objekt ist, desto größer ist der Unterschied zwischen den Bildern die beide Augen liefern. Das Gehirn Interpretiert die Information bezüglich Disparität als einen Tiefenhinweis. Binokulare Konvergenz Je näher das Objekt ist das man sehen möchte, desto mehr müssen die Augen nach innen schauen. Die Augenmuskeln senden Information an das gehirn bezüglich dem Winkel in dem Augen nach innen schauen und die Inofrmation wird als tiefenhinweis iinterpretiert
- Beobachter zentriert vs Objekt zentriert vs andschaft zentriert Die Beobachter zentrierte Repräsentation eines Objekts bedeutet, dass das Individuum speichert wie das Objekt von seiner Sicht betrachtet aussieht. Folglich ist das was interessiert wie das Objekt für den Beobachter aussieht und nicht die eigentliche Struktur des Objekts. Laut der Objekt zentrierten Sichtweise speichert das Individuum eine Repräsentation eines Objekts unabhängig von der individuellen Sichtweise. Der Unterschied zwischen den beiden Ansätzen besteht darin, dass ich entweder das Objekt und seiner Einzelteile in Relation zu mir sehe, oder in Relation zu dem Ganzen des Objekts selbst, unabhängig von meiner eigenen Position. Menschen benutzen wahrscheinlich beide Herangehensweisen um Mentale Repräsentation zu bilden. Auf diese Sichtweise erscheint die Objekterkennung als ein Kontinuum: auf einer Seite sind kognitive Mechanismen mehr Beobachterzentriert sind, auf der anderen Mechanism die mehr Objekt zentriert sind. Bei der Landschaft zentrierter Sichtweise ist die Information durch die Relation zu einem gut bekanntem oder allg- bekanntem Objekt charakterisiert. Alle drei Repräsentationsarten unterscheiden sich hinsichtlich ihrere Gehirnaktivität.
- Gestalt Ansatz "Das Ganze Unterscheidet sich von der Summe seiner Teile" Wichtige Vertreter des Gestalt Ansatzes waren Kurt Koffka, Max Wertheimer und Wolgang Köhler. Nach dem Gesetz der Prägnanz tendieren wir dazu jeden visuellen Bereich auf eine Weise wahrzunehmen die die unterschiedlichen Elemente in eine einfache, stabile und koherente Form darstellt. Folglich nehmen wir nicht nur einen Haufen unverständlicher, unorgansierter Sinneseindrücke wahr. Gestalt Prinzipien: Figur-Grund: In einem Sichtfeld erscheinen einige Figuren im Vorder- und andere Figuren im Hintergrund Nachbarschaft: Wir tendieren dazu Objekte die näher zueinander sind als zu anderen als Gruppe wahrzunehmen Ähnlichkeit: Wir tendieren dazu Objekte nach ihrer Ähnlichkeit zu gruppieren Kontinuität: Wir tendieren dazu nahtlose oder kontinuierliche Formen eher wahrzunehmen als unterbrochene oder unkontinuierliche Schluss: Wir tendieren dazu Objekte vollständig zu sehen, obwohl sie es nicht sind Symmetrie: Wir tendieren dazu als mittig gespiegelt wahrzunehmen
- Bild(Muster)erkennungssysteme Wie erkennen wir Gesichter? Ein Vorschlag ist,dass Menschen auf zwei Formen der Bild(Muster) Erkennung zugreien. Das erste System ist spezialisiert darin Teile von Objekten zu erkennen und diese Teile in unterscheidbare Ganze zusammenzufügen. Das zweite Sytem ist spezialisiert darin größere Konfigurationen zu erkennen. Letzteres kommt hauptsächlich in der Gesichtererkennung zum Einsatz. Jedoch wenn man sich nicht sicher ist zu welcher Person dieses Gesicht gehört, analysiert man das Gesicht mit dem zweiten System. Gesichtererkennung scheint etwas besonderes zu sein. Selbst Kleinkinder zeigen schon schneller Reaktionen auf Gesichter als auf ähnlich komplexe Figuren (Farah,2000) Studie Farah: Gesichter vs Häuser. Teilnehmern wurden Bilder von Gesichtern + Namen und Häusern + Namen gezeigt. Nachdem jeweils 6 Paare gezeigt wurden, wurden die Teilnehmer gefragt zu welchem Namen sie entweder Teile von Gesichtern oder Teile von Häusern zuordnen würden. Es fiel den Teilnehmern leichter die richtigen Namen zu den Ausschnitten aus den Häusern zu benennen als zu den Gesichtern. Folglich scheint Gesichtererkennung etwas besonderes zu sein. Aufgrund mehrerer Studien geht man davon aus, dass dem "Fusiform Gyrus" eine bedeutende Rolle in der Gesichtererkennung zukommt. Zusätzlich zeigt der Fusiform Gyrus eine erhöhte Aktivität wenn es um Expertise geht und wenn Individuen zwischen zwei sehr ähnlichen Objekte unterscheiden müssen.
- Theoretische Erklärungsansätze der Wahrnehmung Direkte Wahrnehmung Bottom up Theorien Schablonen-Theorie Prototyp-Theorie Feature-Theories Structural-Description Theory Top down Theorien Konstruktive Ansätze / Intelligente Ansätze
- Hoffding Funktion Wie verbinden wir das was wir sehen mit dem was wir bereits in unserem Gedächtnis gespeichert haben ? Gestalt Psychologen nannten dieses Problem die Hoffding Funktion (Köhler, 1949) Kann Wahrnehmung reduziert werden auf eine einfache Sicht des Assoziierens von dem was wir sehen mit dem was gespeichert wird? Stellt Assoziationismus in Frage
- Direkte Wahrnehmung James J. Gibson hat ebenfalls Assoziationismus hinterfragt. Nach Gibsons Theorie der "Direkten Wahrnehmung" reicht die Datenmenge an Information in in unseren Sensorischen Rezeptoren, einschließlich der sensorische Kontext aus um wahrzunehmen. Kurzgesagt, wir brauchen keinerlei höhere kognitive Funktionen oder ähnliches um zwischen unseren sensorischen Erfahrungen und unserer Wahrnehmung zu vermitteln. Laut Gibson gibt es in der realen Welt ausreichend kontextuelle Information über die Zeit hinweg um Wahrnehmungsurteile zu fällen. Dies könne man nicht im laboratorischen Kontext untersuchen sondern nur in der realen Welt. Nach James J. Gibson untersuchte Eleanor Gibson wie sich Kleinkinder mit ihrer Umwelt auseinandersetzen. Sie kam zu dem Schluss das Kleinerkinder, die kaum oder gar kein Vorwissen besitzen, gut in ihrer Umgebung zurecht fidnen, weil sie schnell viele Aspekte der Wahrnehmungbewusstsein entwickeln, inklusive Tiefenwahrnehmung.
- Bottom-Up Theorien vs Top-Down Theorien Bottom-Up Theorien gehen davon aus, dass Wahrnehmung von "unten nach oben" geschieht, das heisst dass Aufmerksamkeit bei den Sensorischen Daten beginnt. Im Gegensatz dazu stehen Top-Down Theorien, in denen man davon ausgeht dass Wahrnehmung von höheren kognitivien Prozessen, wie zum Beispiel bereits erlerntes Wissen oder Erfahrungen, getrieben wird. Diese Theorien arbeiten dann ihren Weg nach unten um die sensorische Information zu berücksichtigen. Erwartungen sind in diesem Fall wichtig. Bottom-Up Schablonen(Template)Theorien Prototyp Theorien Eigenschafts(Feature)Theorien Strukturbeschreibungs(Structural-Description)Theorien Top-Down Konstruktive/Intelligente Wahrnehmung
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- Bottom-Up Schablonen-Theorien / Templates Schablonen-Theorien Schablonen-Theorien gehen davon aus, dass wir unserem Gedächtnis eine Unzahl an Schablonen gespeichert haben. Schablonen sind hochdetaillierte Modelle von Bildern/Mustern welche wir potentiell erkennen können. Wir erkennen ein Bild indem wir es mit unseren gespeicherten Schablonen vergleichen. Dann wählen wir diejenige Schablone aus, welche exakt mit dem übereinstimmt, was wir gesehen haben. (Selfridge & Neisser,1960) Kritik: Die Unzahl an gespeicherten Schablonen die vorhanden sein müssten um zum Beispiel Gesichtsausdrücke oder verschiedene Schriftformen als solche zu erkennen.
- Bottom-Up Prototypen-Theorien Ein Prototyp ist eine Durchschnitt einer Klasse von verwandten Objekten oder Mustern, welche die typischen Eigenschaften einer Klasse enthält. Ein Prototyp ist repräsentativ für ein Muster, aber ist kein präzises Abbild. Die Prototypen Theorie wird durch viele Nachforschungen unterstützt. Die Prototypentheorie scheint die Wahrnehmung von konfigurationen zu erklären (Posner, Goldschmith & Welton, 1967 ; Posner & Keele, 1968) Überraschenderweise sind wir in der lage Prototypen zu bilden auch wenn wir noch kein vertretendes Exemplar dafür gesehen haben -> Die Prototypen die wir bilden scheinen die am häufigsten auftretenden Eigenschaften zu integrieren. (Neumann,1977)
- Bottom-Up Eigenschaftentheorien (Feature-Theories) Pandämonium-Modell (Oliver Selfridge, 1959) Laut diesen Theorien neigen wir eher dazu Eigenschaften eines Musters mit im Gedächntnis gespeicherten Eigenschaften zu vergleichen als ganze Muster mit einer Schablone oder einem Prototypen abzugleichen. (Stankiewicz,2003) Ein Model was vertretend für die Eigenschaftstheorien steht ist das "Pandämonium-Modell" (Selfridge,1959) Image demons -> feature demons -> cognitive demons -> decision demons image demons leiten das retinale Bild weiter an die feature demons. Jeder feature demon "ruft" wenn es eine übereinstimmung zwischen dem Stimulus und dem feature gibt. Diesen "Ruf" empfangen die cognitive demons, welche mögliche Kombinationen der von den jeweiligen feature demons ausgerufenen Information auf bereits im Gedächtnis gespeicherte Muster überprüfen. Der decision "hört" den Rufen der cognitive demons zu und entscheidet dann, welches Muster gesehen worden ist.
- Bottom-Up Eigenschaftentheorien (Feature-Theories) Local Features vs Global Features Es lassen sich nicht nur verschiedene Eigenschaften(features) unterscheiden sondern auch verschiedene Arten von Eigenschaften(features). Local features (Lokale Eigenschaften) Bilden die detaillierten Aspekte eines Musters/Bild(Pattern). Es besteht kein Konsens darüber was genau ein local feature ausmacht. Nichtsdestotrotz kann man zwischen local und global features, welche die übergeordnete Form bilden,unterscheiden. Navon,1977: Probanten sollen sich eine Bild anschauen, auf welchem ein H gezeigt wurde. Dieses H(global feature) wurde entweder aus kleinen s´ oder h`s(local features) gebildet. Als die Probanden gefragt wurden, welchen großen Buchstaben sie sehen würden, gab es in der Reaktionszeit keine Unterschiede bezüglich den local features, ob diese kleine "s" oder "h" waren. Jedoch gab es höhere Reaktionszeiten wenn sich das local feature von dem global feature Unterschied. Dieses Phänomen nennt man "global presedence effekt" Im Gegenteilige Effekt nenn sich "local precedence effekt". Sobald die local features weiter auseinander stehen, fällt es schwerer das global feature zu erkennen.