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33040 (Fach) / Rousseau (Lektion)

Rousseau

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  • 1. Beschreiben Sie Kennzeichen der negativen Erziehung! Die indirekt tätige Erziehung, die die Aufgabe hat die Autarkie des Zöglings zu stärken. Die Gattung Mensch ist von Natur aus gut, während die tatsächlichen Menschen verdorben sind. Erziehung dient zur Wiederherstellung der natürlichen Ordnung. Die Zivilisation zerstört diese natürliche Ordnung und erzeugt eine Entfremdung. Der Erzieher ist das Produkt der Entfremdung. Die kindlichen Wünsche müssen zu ihren Fähigkeiten passen, sonst kann er seine Wünsche nicht realisieren und es entsteht das Unglück. Das Wachsenlassen des Zöglings steht allein im Vordergrund. Die negative Erziehung schützt vor der gesellschaftlichen Entfremdung. Der erzieherische Sinn ist allein in und durch die Natur begründet. Der Mensch reift heran und der Erzieher hat diese naturgemäße Reifungsprozesse zu unterstützen. Die Erziehung kommt uns von der Natur oder dem Menschen oder den Dingen (Erziehung durch die Natur). Dabei ist die Einhaltung des natürlichen Zeitplanes und des Reifungsprozesses des Zöglings erheblich.
  • 2. Erläutern Sie die Bedeutung der Natur in Rousseaus Erziehungskonzeption! Der Aspekt der Natur in der Erziehungskonzeption von Rousseau hat seinen Ursprung in der Idee des Naturzustandes. Indem der Mensch natürlich und ganz bei sich ist und sein Gefühl ihm die richtige Art zu Leben weist. Es ist zwar nicht möglich, dass er in diesen Zustand zurück kehrt. Durch eine natürliche, negative Erziehung wir Rousseau sie vertritt, soll jedoch ein unentfremdeter Angang geschaffen werden, der dem Menschen ein natürliches und sittliches Leben ermöglicht. Die Natur steht für Rousseau für das Gute im Menschen, das es gilt zu erhalten und zu schützen. Aufgrund dessen nimmt die Natur auch einen so wichtigen Platz in der Erziehungskonzeption vom Rosseau ein. Sie ist einer der drei Erzieher die laut Rousseau den Menschen erziehen: die Natur, die Dinge und der Mensch. Mit der Natur als Erzieher ist die Körperliche und Geistige Entwicklung so wie die Anlagen die das Kind mitbringt gemeint. Nach ihnen richtet sich die ganze Erziehung. Der Mensch als Erzieher hat sich an dem Entwicklungsstand des und den Interessen des Kindes zu orientieren und nicht etwas zu erzwinge zu dem das Kind noch nicht in der Lage ist. Man könnte noch ergänzen, dass Rousseau mit der Idee des guten Naturzustands eine Kritik an der Kultur übt. Mit dieser Gegenüberstellung wird der Kontrast zwischen der (guten) Natur und der (schlechten) Kultur sehr deutlich.
  • 3. Erklären Sie die Verbindung von Gesellschaftskritik und Naturzustand! Der Naturzustand ist Rousseaus (fiktives) Gegenmodell zur gesellschaftlichen Realität seiner Zeit. Während die Gesellschaft in seinen Augen von Dekadenz, Überfluss, Neid, Habgier und Machtstreben gekennzeichnet ist, stellt er sich den Naturzustand als ein ideales Dasein des Menschen in absoluter Autarkie und vollständigem Gleichgewischt vor. Im Naturzustand genügt sich der Mensch selbst und will nicht mehr, als er selbst erreichen kann. Ungleichheit, Gier und Abhängigkeit vom Urteil anderer ist bedingt durch den Zwang in der Gesellschaft zu leben. Die Gesellschaft, ihre Kultur, entfremdet den Menschen von sich selbst, was Rousseau kritisch sieht. Die Gesellschaft steht daher im Gegensatz zur Natur. Dabei ist sich Rousseau bewusst, dass der Zustand des Lebens als einzelner nicht umzusetzen ist. Der Naturzustand dient ihm als fiktives Ideal, anhand dessen er die Gesellschaft kritisiert und anhand dessen er auch Bedingungen für ein gutes Leben in der Gesellschaft entwickelt: Die Gesellschaft, die Rousseau kritisiert, legt den Menschen in Ketten. Er entwickelt aus dieser Analyse heraus Modelle, wie der Mensch weniger entfremdet leben kann: 1) Die Vorstellung des Menschen als einem von Natur freien Wesen dient Rousseau als Grundlage der Kritik an den herrschenden Machtstrukturen im französischen Absolutismus. Zu jener Zeit kamen die Gesetze von oben (La loi c'est moi), allein von den absolutistischen Herrschern und ihrem Machtapparat – alle anderen hatten sich zu beugen. Nur unter der Bedingung, dass die Gesetze auf dem Gemeinwillen gegründet sind, den der Einzelne selbst trägt, der Einzelne sich also das Gesetz selbst gibt, wird die Fesselung durch die Gesetze erträglich. Die Menschen schließen in solch einer idealen Gesellschaft einen Gesellschaftsvertrag, dem sie sich dann jeder unterordnen kann, ohne seine Freiheit im Kern aufzugeben. 2) Zum einen soll eine "natürliche" Erziehung den Menschen befähigen, möglichst autark in einer entfremdenden Welt zu leben und sich selbst vernünftige Gesetze zu geben. Da die Gesellschaft den Menschen ja sich selbst entfremdet, muss die Natur Richtschnur für die Erziehung sein.
  • 4. Erläutern Sie die Relevanz und den Stellenwert der drei Erzieher im Emile! Das Kind hat drei Lehrer: Er lernt durch den menschen, die Natur und durch Dinge, die Vorbildfunktionen haben. Die innere Entwicklung unserer Fähigkeiten und unserer Organe ist die Erziehung durch die Natur. Der Gebrauch, der man von dieser Entwicklung zu machen lehrt, ist die Erziehung durch den Menschen, und der Gewinn unserer eigenen Erfahrung mit den Gegenständen, die uns affizieren, ist die Erziehung durch die Dinge. jeder Mensch hat seine eigene Form, die man erkennen muss und nach der man ihn individuell fördern muss. Die Erziehung durch die Dinge lässt das Kind die Welt entdecken und durch einen reflektierten Umgang mit den Dingen die eigenen Fähigkeiten und Grenzen, auch die seiner Freiheit erlernen. Der Erzieher soll dem Kind den Glauben lassen, dass es alles kontrolliert und in Wirklichkeit im Hintergrund alles kontrollieren, was das Kind macht. Am Anfang der Kindheit spielt die negative Erziehung die Hauptrolle. Dabei stehen die Erziehung durch die Natur und den Dingen im Vordergrund. Erst später wird die Erziehung durch den Mensch relevant. Rousseau nennt drei Erzieher - die Natur, die Dinge und den Menschen.Die Natur (des Menschen) ist der Ausgangspunkt für die Kräfteformung und Fähigkeitsentwicklung. Sie bietet die Grundlage auf der Entwicklung und Erziehung stattfindet.Die Begegnung mit den Dingen in der Welt bietet einen weiteren Erzieher. Hier steht das Experimentieren und das Lernen seiner eigenen Fähigkeiten und Grenzen an und durch die Sache im Vordergrund. Die Dinge sind sind hier das Objekt an und durch die Erziehung stattfindet.Der Mensch nun ist der dritte Lehrer. Er vermeidet innere Widersprüche, er herrscht ohne Vorschriften. Der Mensch, als Erzieher, 'hält die Fäden' der Erziehung auf Grundlage der Natur und an den Dingen 'in der Hand'.
  • 5. Inwieweit zeigt sich Rousseau als „Entdecker des Kindes“ Im 18. Jahrhundert galt die Kindheit im Gegensatz zu heute nicht als eigene Lebensphase. Kinder wurden als kleine unvollständige Erwachsene betrachtet. Erst Rousseau schenkt dem Kindes- und Jugendalter Aufmerksamkeit. Für ihn ist es eine eigenständige Reifezeit, die unabhängig vom Erwachsenenalter zu sehen ist. Auch das Kind ist von Beginn an ein eigenständiger Mensch. Hierauf ist Rücksicht zu nehmen, um die Zukunft des Kindes nicht zu opfern. Rousseau betont die Eigengesetzlichkeit der kindlichen Entwicklung und fordert dieses Recht durch sein pädagogisches Prinzip der Selbsttätigkeit ein. Rousseau „entdeckt“ sozusagen das und den Jugendlichen als Objekt der bildungswissenschaftlichen Reflexion und Arbeit.
  • 6. Diskutieren Sie die anthropologische Bedeutung der Perfektibilität des Menschen! Mit Perfektibilität beschreibt Rousseau eines der entscheidenden Merkmale des Menschen: Die Fähigkeit sich selbst zu vervollkommnen und Fähigkeiten zu entwickeln. Grundlage hierfür ist die Anthropologie, die Rousseau entwirft: Durch die Instinktunsicherheit wird der Mensch zu einem frei handelndem Wesen, das in der Lage ist abzuwägen, zu entscheiden und zu gestalten. Dieses entscheidende Merkmal grenzt den Mensche nvom Tier ab, das rein instinktgesteuert ist. Diese Anthropologie ist entscheidend für die Bildsamkeit des Menschen, denn nur durch sie kann der Mensch zu einem freien, sittlichen Wesen werden. Die anthroplogische Bedeutung der Perfektibilität verweist auf viele positive Aspekte, es wirft aber auch einige kritische Fragen auf. Man muss sich zunächst fragen, was Rousseau mit "Perfektibität" meint. Sie haben ganz richtig festgehalten, dass es sich hierbei um eine individuelle Vervollkommnungsfähigkeit handelt. Es ist auf die Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten gerichtet und meint eine unbestimmte Bildsamkeit. Ähnliches findet man auch in anderer Literatur. Forschner (1998) hält fest, dass die perfectibilité "eine natural indeterminierte Fähigkeit zur Entwicklung neuer Fähigkeiten" beschreibt. (Quelle: Forschner, Maximilian (1998): Über das Handeln im Einklang mit der Natur. Grundlagen ethischer Verständigung.)Sie haben an ein, zwei Stellen den Begriff der Perfektibität mit Lernfähigkeit übersetzt. Dies ist ein guter Ansatz, denn "Perfektibilität" meint, sich selbst zum Lernen zu befähigen. Es handelt sich hierbei um eine unbestimmte Lernfähigkeit. Und diese Lernfähigkeit ist auf eine Höherentwicklung angelegt. Als problematisch kann hierbei gerade der Anspruch sein, sich selbst zum Lernen zu befähigen. Wie weiß ich um mein Können, um meine Talente, wenn sie nicht gezielt gefördert werden sollen? Wie die bisherigen Beiträge zeigen, kann man sich z.B. fragen, welche Bedeutung der Begriff für die Anthropologie hat und welche Rolle die Erziehung hierbei einnimmt. Es kann z.B. festgehalten werden, dass die Erziehung den Auftrag hat, Situationen zu schaffen, in denen das Kind Möglichkeiten erhält, sich selbstständig mit den Dingen auseinanderzusetzen. An anderer Stelle wurde auch geschrieben, dass die Entwicklung von Fähigkeiten und Fertigkeiten auch immer von der Umwelt abhängig ist. Sie gibt Lernanstöße, kann diese aber auch verhindern. Die Möglichkeit der Vervollkommnung der inneren Anlagen ist also im Prinzip möglich, das bedeutet aber nicht, dass sich alle Fähigkeiten, die sich prinzipiell herausbilden könnten, auch tatsächlich entwickeln. Es hängt von den gegebenen Umständen ab und Rousseau zufolge auch von der richtigen Erziehung.
  • 7. Beschreiben Sie die Verbindung von Sinnlichkeit und Vernunft als anthropologische Denkfigur! Rousseau sagt, dass der Mensch gleichzeitig ein sinnliches und ein vernünftiges Wesen ist. Das er also die Anlagen für beides in sich trägt. Um aber beide Anlagen entwickeln zu können müssen zunächst die Sinnen und die Verarbeitung der Sinneseindrücke geschult werden. Erst wenn das geschehn ist kann man mit 15 Jahren, mit der zweiten Geburt beginnen die Vernunft zu schulen. Das eine funktioniert nicht ohne das anderen und beide Eigenschaften zusammen machen den Menschen aus. Mein nächster Gedanke war ob das nicht auch ganz eng mit der Perfektibilität zusammenhängt? Denn ohne diese Eigenschaft kann der Mensch weder seine Sinne schulen noch lernen vernünftig zu denken. Die Vernunft, die in der Struktur des Menschen verankert ist, kann sich erst durch die aktive Auseinandersetzung mit der Umwelt herausbilden. In den arrangierten Lernsituationen soll der Heranwachsende die Möglichkeit erhalten, sich selbstständig mit den Dingen auseinanderzusetzen. Die pädagogischen Schlagwörter lauten hier "forschendes, selbstorganisiertes und entdeckendes Lernen". Der Bezug zum Begriff der Perfektibilität liegt insofern nahe. Denn das Kind soll lernen, sich selbst zum Lernen zu befähigen. Und dies funktioniert nur, indem die Sinne angeregt und die Eindrücke verarbeitet werden, um z.B. Sinneseindrücke beurteilen zu können.
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