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Sozialstruktur und Sozialordnung (Fach) / Sozialstruktur und Sozialordnung (Lektion)

Sozialstruktur und Sozialordnung

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  • Was versteht man unter Sozialstruktur? Mehrzahl von Einheiten, die Regelmäßig auftauchen. Keine Einzelfälle.
  • Wie entsteht eine Sozialstruktur? - Sind immer von Menschen gemacht -> Menschliches Handeln - Entstehen durch un/bewusste geschaffene Regeln - Die Regeln steuern, ordnen und stabilisieren soziale Prozesse. - Sozialeregeln gelten nicht ewig. Sind historisch/kulturell wandelbar. Der Wandel, die Beständigkeit hängt von der Verteilung von Ressourcen ab (Macht.)
  • Welche Art von Restriktionen gibt es? enge oder weite  natürlich (klima, schwerkraft) sozialer Art (soziale Regeln, Normen, Gesetze)
  • Welche Arten von Sozialstrukturanalysen gibt es? -Traditionelle Sozialstrukturanalyse: Zentral: Großgruppen Prämisse: Gesellschaftliches Handeln -> Produkt von gesellschaftlicher Strukturen   - Neue Sozialstrukturanalyse: Zentral: Indikatoren (zB Alter, Bildung, Geschlecht), die individuelles Handeln determinieren und dadurch strukturieren. Prämisse: Gesellschaftliches Handeln ist ein Produkt strukturierten individuellen Handelns.
  • Theorien sozialer Ungleichheit? - Homo Sociologicus Mensch als Spielball sozialer Gegebenheiten Soziale Position allein bestimmt durch vorgegebene Rollenerwartungen Sozialstruktur reproduziert sich selbst bzw. wird durch mächtige Eliten determiniert. - Homo Oeconomicus Mensch als vollkommen rationaler Akteur Soziale Position allein bestimmt durch Talen und Präferenzen Sozialstruktur ergibt sich allein aus den freien Handlungen der Individuen
  • Die drei generellen Faktoren der Sozialstrukturanalyse. Restriktionen Lebensverlauf Ressourcen
  • Was zeichnet moderne Gesellschaften aus? - Rationale Lebensführung / zunehmende Selbstkontrolle- Erfahrungswissenschaftlicher & technischer Fortschritt- Soziale Mobilität- Säkularisierung- Ausdifferenzierung funktionsspezifischer gesellschaftlicher Subsysteme- Pluralisierung- Individualisierung
  • Welche gesellschaftlichen Veränderungen gingen in Deutschland mit der Industrialisierung im 19. Jahrhundert einher? -Aufhebung der feudalen Abhängigkeiten („Bauernbefreiung“)- Berufs‐ und Niederlassungsfreiheit / erhöhte Mobilität- Bevölkerungswachstum- Zunehmender Bildungsstand- Trennung von Arbeits‐ und Wohnort / langsamer Wandel der o Trennung von Arbeits  und Wohnort / langsamer Wandel der Familienstruktur- (späte) Schaffung eines Nationalstaates (bzw. einer Zollunion)- (späte) Demokratisierung / Schaffung der Sozialversicherungen
  • Unterschied Homo Oeconomicus/Homo Soziologicus? Homo Oeconomicus:-Mensch als vollkommen rationaler Akteur. Konsequenzen bewusst.-Bei gleichen wirtschaftlichen Bedingungen verhält er sich gleich. -> "asoziales Wesen"-Ziel: Maximierung des persönlichen NutzensHomo Soziologicus:-Ziel: Rollenerwartung der gesellschaft erfüllen-Handlungen sind ein Produkt der Gesellschaft. -> "soziales Wesen"
  • Was versteht man unter "Methodologischer Individualismus"? Alle sozialen Phänomene sind das Resultat der Entscheidungen/Handlungen menschlicher Individuen.
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  • Was strukturiert menschliches Handeln? -Restriktionen: Räumliche Situation, Gesetze und Normen, Naturgesetze-Ressourcen: Finanzielles Kapital (Geld), Humankapital (Wissen), Sozialkapital (Kontakte)-Lebensverlauf
  • Drei grundlegende Fragen des Wirtschaftens? 1. Was soll produziert werden? 2. Wie soll produziert werden? 3. Für wen soll produziert werden?
  • Annahmen des Modells der vollständigen Konkurrenz? -Homogenität der Güter- vollständige Markttransparenz- unbegrenzte  Mobilität  sämtlicher  Produktionsfaktoren  und Güter (keine Transportkosten).-unendliche   Reaktionsgeschwindigkeit   (kein   Zeitbedarf   für Anpassungs‐prozesse)- keine    unfreiwilligen    Austauschbeziehungen    (Abwesenheittechnologischer externer Effekte)
  • Was versteht man unter horizontale Ungleichheit? Geschlecht, Alter, Generation
  • Was sind Gewerkschaften? Zusammenschluss von Arbeitnehmern, um die Interessen gemeinschaftlich und solidarisch zu vertreten.-mächtigstes Mittel: Streik-branchengebundene Einheitsgewerkschaften-Finanzierung: Mitgliederbeiträge
  • Was sind Arbeitgeberverbände Zusammenschluss von Arbeitgebern (Unternehmen), um die Interessen der Arbeitgeber gegenüber Gewerkschaften abgestimmt zu vertreten.-mächtigstes Mittel: Aussperrung-branchengebundene Arbeitgeberverbände-Finanzierung: Mitgliedsbeiträge
  • Flächentarifvertrag - Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände handeln für eine Branche und Region (Tarifbezirk) zentral Flächentarifverträge aus - Gegenstand: Lohnhöhe, Arbeitszeiten, Arbeitsbedingungen - FTV gilt (a) nur in Unternehmen, die Mitglied des jeweiligen Arbeitgeberverbandes  sind  und  (b)  für  Arbeitnehmer,  die Mitglied der jeweiligen Gewerkschaft sind.- Aber: i.d.R. übertragen Arbeitgeber den Tarifvertrag auch auf Nicht Gewerkschaftsmitglieder; aus gewerkschaftlicher Sicht:„Trittbrettfahrerproblem“ - Abweichungen 1: Nur zu Gunsten der Arbeitnehmer (Günstigkeitsprinzip) - Abweichung 2: Öffnungsklauseln - Abweichungen auf Betriebsebene - Abweichung 3: Gewerkschaften handeln mit einzelnen Unternehmen einen Haustarifvertrag.
  • Vor- und Nachteile von Flächentarifverträgen Vorteile von Flächentarifverträgen- bessere Planbarkeit für Unternehmen, da geringere Streikgefahr- durch kollektive Verhandlungen  Kostenersparnisse für die Einzelbetriebe- gleiche Konkurrenzsituation für alle (tarifgebundenen) Unternehmen einer Branche => Qualitäts‐, Innovations‐ und Produktivitätskonkurrenz anstatt Lohnkonkurrenz Nachteile von Flächentarifverträgen- Unterbindung des Lohnwettbewerbs (Tariflöhne als Quasi-Mindestlohn)- mögliche Folge1: Schwächung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit- mögliche Folge2: Erzeugung "unfreiwilliger" Arbeitslosigkeit (Insider Outsider Problem)
  • Gesetzlicher Kündigungsschutz - Gilt für Betriebe mit 10+ Mitarbeiter - Kündigung bei personellen Gründen (Arbeitsunfähigkeit), verhaltensspzifischen Gründen (Arbeitsverweigerung), betriebsbedingten Gründen (Schließung einer Abteilung) -bei betriebsbedingten Kündigungen: Sozialauswahl (nach Alter, Betriebszugehörigkeitsdauer, Familie/Kinder) -Kündigungsfristen
  • Durch Streik/Aussperrung ausgefallene Tage FR > CA > DK > ES > .... > DE > CH > AT ^
  • Striktheit des gesetzlichen Kündigungsschutzes ES > FR > DE > BE ..... > UK > US ^
  • Bruttoarbeitskosten? Lohnnebenkosten? Bruttolöhne? Nettolöhne? Bruttoarbeitskosten = Bruttolöhne + LohnnebenkostenLohnnebenkosten = Sozialversicherungsbeiträge Arbeitgeber + Arbeitgeberaufwendung  zur  betrieblichen  Altersvorsorge  + Entgeltfortzahlung (Krankheit und Urlaub)Bruttolöhne   =   Nettolöhne   +   Sozialversicherungsbeiträge Arbeitnehmer + LohnsteuerNettolöhne   Ausahlungsbetrag an die Arbeitnehmer
  • Arbeitskosten Deutschland im internationalen Vergleich -Arbeitskoten in DE sind relativ hoch. !Aber die absoluten Arbeitskoten sagen nichts über die Produktivität aus Arbeitsproduktivität = Produktionsoutput je Arbeitsstunde Lohnstückkosten = Arbeitskosten/Produktionsoutput
  • Was ist Demographie? Was ist Wohnbevölkerung Demographie: Begriff für die Beschreibung der Zusammensetzung und Veränderung bzw. Entwicklung der Bevölkerung   Wohnbevölkerung: Zur Wohnbevölkerung einer regionalen Einheit (Gemeinde, Bundesland, BRD) gehören die Menschen, die mit ihrer Hauptwohnung dort gemeldet sind.
  • Was sind die drei demographischen Kernprozesse? -Fertilität (Familie & Lebensformen)-Mortalität (Gesundheit)-Migration (Integration)
  • Was versteht man unter Haushalt? - Gruppe zusammen wohnender und zusammen wirtschaftender Personen- Haushalt meint "nicht Wohnung" und nicht "Familie"
  • Was ist eine Familie? - Gruppe von in direkter Abstammungslinie miteinander verwandter Personen. (Heirat oder Abstammung)- Abfolge von Generationen, die biologisch, sozial und/oder rechtlich miteinander verbunden sind.
  • Was bedeutet der Begriff "Lebensform"? Der Begriff fasst unterschiedliche Dimensionen der Organisation und der institutionellen Gestaltung sozialer Beziehungen zusammen.   Zentral:-Haushaltstyp (Größe und Struktur)-Familienbeziehungen (Art und Qualität)
  • Was sind die Funktionen von Familien/Haushalten? 1. Reproduktions- und Sozialisationsfunktion2. Versicherungsfunktion (Gegenseitige absicherung bei Lebensrisiken/Krankheit)3. Konsumfunktion (Größenvorteile bei der gemeinsamen Nutzung von Infrastruktur (zB Wohnung))4. Produktionsfunktion (Spezialisierungsgewinne durch Arbeitsteilung)
  • Was sind die Voraussetzungen um ein Partner zu finden? -sozialen Partnerschaftsregeln (Gesetze und Normen)-Räumliche Gelegenheitsstrukturen-Angebot und Nachfrage auf dem Partnerschaftsmarkt-individuelle Situation im Lebensverlauf
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  • Wovon hängt die Stabilität einer Partnerschaft ab? -sozialen Trennungsregeln (Gesetze und Normen)-Angebot und Nachfrage-Sterblichkeit des Partners-individuelle Situation im Lebensverlauf
  • Wovon hängt das individuelle Geburtenverhalten (Fertilität) ab? -natürliche Fruchtbarkeit-soziale Fertilitätsregeln (Gesetze und Normen)-individuelle Ressourcen zur Verhinderung oder Ermöglichung von (weiteren) Kindern-individuell Situation im Lebensverlauf
  • Was sind die Nutzen von Kindern für ihre Eltern? -Arterhaltung-Individuelle Altersvorsorge-emotionale Befriedigung-Spaß und Freude-soziale Anerkennung bzw. Status
  • Was ist Morbidität? Gesundheitsindikator, mit dem die Häufigkeit von Erkrankungsfällen in einem Zeitraum gemessen werden
  • Fakten zum langfristigem Wandel von Krankheits- und Todesursachen? -Rückgang von Epidemien und  Infektionskrankheiten-keine größeren Kriege seit rund 70 Jahren-Zunahme von degenerativen Erkrankungen (Krebs, Herinfarkt)
  • Was sind die wesentliche Ursachen für verlängerte Lebenserwartung? -Verbesserte hygienische Bedingungen-Vergrößerter Wohlstand (insb. Ernährung und Wohnen)-Verbesserte medizinische Versorgung (Qualität und Quantität)-Verbesserte Bildung und Präventation-Verbesserter Arbeitsschutz
  • Welche Faktoren haben Einfluss auf die individuelle Gesundheit? -genetische Veranlagung-soziale Faktoren: Ressourcen, Restriktionen, Lebensverlauf
  • Beispiele zu Determinanten individueller Gesundheit -Ressourcen:--Ökonomisches Kapital (Einkommen)--Humankapital (bessere Kenntnisse über Prävention)--Sozialkapital (emotionale Unterstützung)-Restriktionen:--Soziale Umwelt (Arbeitsbedingungen, Kriminalität, Wohnumfeld)--Physische Umwelt (Umweltbelastungen, Wohnungsqualität)--Rechtliche Restriktionen (gesetzlicher Gesundheitsschutz und Unfallverhütung)--Infrastruktur (Zugang zu und Qualität von (staatlichen) Gesundheitsleistungen, medizinischer Fortschritt)-Lebensverlauf--Pränatale Lebensbedingungen (Rauchverhalten/Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft)--Lebensbedingungen während der Kindheit (Ernährungssituation)--Gesundheitsverhalten in der Vergangenheit (Rauchen)--Dauer ungünstiger psychischer und physischer Lebesbedingungen  (chronischer Stress)
  • Was versteht man unter "Wanderung" und welche Arten davon gibt es? Wanderung: dauerhafte (räumliche/geographische) Verlegung des "Lebensmittelpunktes"Binnenwanderung: Wanderung zwischen Orten/Regionen innerhalb einer geographischen Einheit (Nationalstaat)Außenwanderung: Wanderungen über die Grenzen
  • Beispiele zu Pull-/Push-Faktoren? Pull Faktoren: Verfügbare Arbeitsplätze, höhere Löhne, FamilienzusammenführungPush Faktoren: Arbeitslosigkeit, niedrige Löhne, Krieg, Vertreibung, Diskriminierung
  • Mehrdimensionales Integrationsmodell (nach H. Esser) Kulturation: Kulturelle Integration durch Erwerb von Wissen und Fertigkeit (Spracherwerb)Platzierung: strukturelle Integration durch Einnahme von Positionen und Erwerb von Rechten (Erfolg am Arbeitsmarkt)Interaktion: soziale Integration durch Aufbau interethnischer Netzwerke und Beziehungen (Bi-nationale Ehen)Identifikation: identifaktorische Integration durch Entwicklung von Zugehörigkeitsgefühlen (Wir-Gefühl bei Fußball-Länderspielen)
  • Wie wird der Markt vom Wohlfahrtsstaat reguliert? -Kontroll eund Steuerung (durch Sozialrecht)-Dienstleistungen (durch Lehrer)-Bereitstellung von Infrastruktur (Straßenbau)-Sozialversicherung-Regulierung von Interessenkonflikten
  • Was ist Wissen? Problemlösungskompetenz.-Faktenwissen-Beherrschen von Fertigkeiten-Kenntnis sozialer Regeln
  • Wie entsteht Wissen? Durch Aufnahme und Bewertung von Informationen.-angeborenen Kompetenzen und Fähigkeiten-erworbenem Wissen (Erfahrung)-vermitteltem Wissen (durch Erziehung)
  • Welche Kosten sind mit Wissensaufbau verbuden? -direkte Kosten (Studiengebühren, Bücher)-indirekte Kosten (Fahrtkosten, Kosten für Informationen)-Opportunitätskosten (entgangener Lohn)
  • Wie kann Humankapital unterschieden werden? -formelles (zertifiziertes) Humankapital (Schulabschluss)-informelles Humankapital (Teamfähigkeit)-allgemeines vs. berufsspezifisches vs. betriebsspezifisches
  • Was sind die Funktionen des Bildungssystems? 1. Vorschulische Bildung2. Schulische Bildung3. Berufsausbildung & Studium4. (berufl.) Weiterbildung-Qualifizierung und Ausbildung -Zertifizierung-Selektion und Platzierung-Legitimation! Chancengleichheit als Voraussetzung !
  • Welche Arten von Chancengleichheit gibt es? -Zugangschansen (gleicher Zugang zu Bildungseinrichtungen durch kostenlosen Schulbesuch)-Erfolgschancen (gleiche Bewertung von Leistungen durch standardisierte Tests)-Verwertungschancen (gleicher Zugang zum Arbeitsmarkt ohne Diskriminierung)
  • Wann begann die Bildungsexpansion und was sind die Maßnahmen? Beginn: Ender der 1950er Jahre1. Maßnahme: Inhaltliche und Organisatorische Reformen des Bildungssystems2. Maßnahme: Massiver Ausbau des Bildungssystems3. Maßnahme: Reform der Lahrerausbildung und Erhöhung der Zahl der Lehrkräfte
  • Was waren die Ursachen/Auslöser der Bildungsexpansion? -ökonomische Gründe:--1. Trend zur wissensintensiven Produktion--2. Arbeitskräfteknappheit (verstärkt durch Mauerbau)-politische Gründe:--1. Verschärfung des Kalten Krieges ("Sputnik-Shock")--2. Stärkung der Demokratie-ethische Gründe--Bildungs als Grundrecht bzw. als Voraussetzung für gerechte gesellschaftliche Teilhabe