Soziologie (Fach) / klausurfragen soziologie (Lektion)
In dieser Lektion befinden sich 27 Karteikarten
soziale ungleichheit und gegenwartsdiagnosen
Diese Lektion wurde von Annica erstellt.
- 1. Wie erklären Davis und Moore aus der Sicht der funktionalistischen Schichtungstheorie die Entstehung von sozialer Ungleichheit? (3 P.) - Soziale Ungleichheit nötig für gesellschaftl. Nutzen: wichtige Positionen von fähigen Personen a) Warum erlangen verschiedene soziale Positionen unterschiedliche Grade an Prestige?b) Wie gelangen die verschiedenen Individuen in diese unterschiedlichen sozialen Positionen? 1.Fkt für Gesellschaf> 2.Erforderliche Ausbildung und Begabung (Personalknappheit)
- - 2. Welche Kritik üben Autoren wie z.B. Ulrich Beck oder Stefan Hradil an den „alten“ Klassen- und Schichtmodellen zur Erklärung von sozialer Ungleichheit? Nennen und erklären Sie mindestens drei Kritikpunkte. (3 P.) Beck: - es gibt keine Großgruppen mehr an denen man Sozialstruktur angemessen beschreiben könnte - Relationen der Unterschiede sind erhalten geblieben, aber durch radikale Veränderungen der Lebensbedingungen haben sich Klassenidentitäten aufgelöst/abgeschwächt; Auffächerungen verflüssigen sozialstruktur - Angleichung und Verbesserung der Lebenslage (Fahrstuhleffekt) -> Konfliktverlagerung von Schichten auf individuelle Neugestaltung von fam. Beziehungen (Lebensabschnittsgefährte) - Individualisierung: Dimensionen: Freisetzung, Entzauberung, Reintegration - Bildungsexpansion (Frauen und Schülern aus bildungsfernen Familien wird der Zugang zu höherer Bildung ermöglicht)
- 3. Pierre Bourdieu steht in der Tradition von Karl Marx. Jedoch hat er mit seinem Lebensstilansatz eines der modernen Modelle zur Erklärung von sozialer Ungleichheit geliefert. Erklären Sie, wo Bourdieu in der Linie von Marx argumentiert und wo er da Marx: Klasse an sich (objektiv, am Kriterium Besitz) Klasse für sich , subjektive Zuschreibung aus Klassenlage Bourdieu: findet einen Vermittlungsmechanismus zwischen objektiver Klassenlage und subjektivem Lebensstil = den Habitus Nicht nur ökonomische Kapitalsorte, sondern auch soziales und kulturelles Kapital. Die Individuen sind sowohl im sozialen Raum als auch im Raum der Lebensstile verortet. Anders: Er setzt mit dem Habitus einen Vermittlungsmechanismus zwischen objektiver Klassenlage und subjektivem Lebensstil ein Verortung der Individuen im a) sozialen Raum und b) im Raum der Lebensstile Umfang und Struktur der Kapitalausstattung der Individuen, sowie die Konvertierungschancen der einzelnen Kapitalsorten entscheiden über Position der Individuen im sozialen Raum
- 4. Wie kennzeichnet George Ritzer moderne Gesellschaften? (3 P.) Mc Donaldisierung= Massenproduktin, niedrige Preise -> rasche Marktdurchdringung bürokr. Prizipien: Effizienz(größter Nutzen, kleinster Aufwand), Berechenbarkeit(Qualität f. Kd, Kalkulation f. Firma), Vorhersehbarkeit (Ausschluss des Unerwarteten), Kontrolle (Arbeitskräfte) Soziale Folgen: Verlust d. sozialen Interaktion, Individualität, Entfremdung vom Arbeitsprozess, brüchige Familienbeziehung, Traditionsverlust, Wertewegfall, Arbeitsplatzabbau, Verpackungsmüll, „Sozialisation“ der Folgegenerationen „Anspruchs-Enttäuschungsspirale“: das Verlockende an der Mc Donaldisierung ist, dass sie versprricht alles böse unbekannte ausgeschaltet zu haben, zeitgleich jedoch mit Erlebnis-, Unterhaltungs- und Abenteuer angeboten lockt. Konsum befriedigt aber nicht, man versucht Enttäuschung r andere Produkte auszugleichen. Mc Don. Bedeutet also weniger Lebensqualität durch Wegnahme der Entscheidungsfreiheit. Um auszubrechen müsste die Fiktion der Effizienz aufgedeckt werden und durch Vertrauen in die eigene Urteilskraft ausgeglichen werden.
- 5. Wo sieht James Coleman die Risiken der „Organisationsgesellschaft“? (3 P.) Probleme: Organisationshandeln hat weitreichendere Konsequenzen als Handeln (Zukunft, Menschenmenge, Bandbreite) Die Komplexität macht es schwer Handlungsverantwortliche auszumachen Apell an moralische Handlungsgrundsätze nicht möglich, statt dessen aufwendige Sanktionen -erhöhter Machteinfluss, Verselbstständigung Kontrollverlust stellt das Metarisiko dar. Ihre Dynamik beruht auf Rationalisierungsbeschränkungen und Rationalitätsdilemmata, die Selbstschädigungen zur Folge haben.
- 6. Wie erklärt Gerhard Schulze, warum es in der modernen Gesellschaft von einer Außen- zur Innenorientierung gekommen ist. (3 P.) Innenorientiert: ein Mensch nimmt sich vor, Prozesse auszulösen, die sich in ihm selbst vollziehen Außenorientiert: Lebensauffassungen zielen auf eine Wirklichkeit ab, die sich der Mensch außerhalb seiner selbst vorstellt „abgefedertes Sein“ im Wohlstand führt zur Orientierungslücke (Schwierigkeit äußeren Nutzen v. Waren zu def./sinkende obj. Qualitätsunterschiede zw. Waren; Orientierung an Aufstieg zum hohen Lebensstil hinfällig Hinwendung zur subjektiven Erlebniswelt; Entgrenzung der Lebenssituation von Nutzen, Qualität, Reichtum zu innenorientierten Motiven Wiki sagt dazu: Die Innenorientierung stützt sich im Unterschied zur Außenorientierung auf das Subjektive. Schulze nennt hierzu ein Beispiel: "Ob das Auto fährt (außenverankertes Ziel), können alle beurteilen; ob man dabei ein schönes Fahrgefühl hat (innenverankertes Ziel), muß jeder für sich entscheiden."
- 7. Welche vier Determinanten des menschlichen Handelns nennt Rössel? Nennen und erläutern sie diese und leiten Sie daraus eine Definition für Sozialstruktur ab. (3 P.) Handlungsziele; Handlungsmittel, Handlungsrestriktionen, Handlungspartner Soziale Ungleichheit: sozial erzeugte Verteilung von Ressourcen (Fähigkeiten und Güter zur Zielerreichung) und Handlungsrestriktionen (soziale, natürliche, materielle Phänomene, die Handlungsspielraum begrenzen) Lebensstle: typische Verhaltensmuster in Freizeit und Konsum (Resultat präferenzgesteuerten Handelns unter Berücksichtigung v. Handlungsrestriktionen und Handlungsressourcenausstattung)
- 8. Der Gini-Koeffizient 8a. Was drückt er aus? Welche Werte kann er annehmen? (1 P.) 8b. Gegeben war eine Tabelle mit dem Gini-Koeffizienten für Großbritannien, Schweden und Deutschland. Welche politischen Maßnahmen tragen dazu bei, dass der Gi - Statistisches Maß zur Darstellung von Ungleichheitsverteilung - Werte zwischen 0 (bei Gleichverteilung) bis 1 (max. Ungleichverteilung/ nur eine Person) Bei Werten zwischen 0,2 und 0,35 kann von relativer Einkommensgleichheit gesprochen werden, bei Werten über o,5 von sehr ungleichen Verhältnissen. Großbritannien: große binnennationale Disparitäten,, weißt auf evt. Integrationsprobleme hin (in Schweden bessere Integrationspolitik?)
- 9. Raymond Boudon 9a. Was meint Boudon mit intergenerationaler sozialer Mobilität? (1 P.) 9b. Erklären Sie, was mit primären und sekundären Effekten gemeint ist. (2 P.) -Mobilität zwischen Generationen, soziale Position des Elternhauses wird mit der der Kinder verglichen primärer Effekt: - unterschiedliche Klassenlage, unterschiedliche Ergebnisse (inkorporiertes Kapital) - sozialer Herkunft bezieht auf Leistungsunterschiede die aufgrund der sozialen Herkunft entstehen und ggf. den Besuch unterschiedlicher Schulformen zur Folge haben - sekundärer Effekt: gleiche Leistung, reiche Eltern tendieren dazu Ihre Kinder auf höhere Schulen zu schicken, Lehrer auch Wg. Mangelnden materielle Bedingung (Bildungskosten; Opportunitätskosten)/ unterschiedlicher Wertekanon - die über die Leistungsunterschiede hinausgehenden Differenzen in familiären Bildungsentscheidungen (Lehrerentscheidung) - Bildungskosten und –erträge werden berücksichtigt, Bildungserträge sind immer relativ zum Status des Herkunftshaushaltes zu betrachten, die ihre Klassenposition aufrecht erhalten will. Eltern aus Haushalten mit geringerem Einkommen schicken ihre Kinder mit niedrigerer Wahrscheinlichkeit auf höhere Schulen da sie für eine „höhere“ Bildungslaufbahn berücksichtigen müssen, dass einerseits direkten Kosten (Schulgeld, Lehrmittel, Nachhilfe) und andererseits die sogenannten Opportunitätskosten entstehen
- 10. Erklären Sie die religiöse Aufteilung Europas in Ost-West- und Nord-Süd-Trennung. Aus welcher Zeit stammt die Trennung? Welche Ereignisse waren die Gründe dafür? (3 P.) Christentum (prit/Kath/orth) vs Islam vs Judentum Abgrenzung zum Islam, Wendung zu Christentum: erste einigende kulturelle Legierung zwischen den vielen Herrschern, Europa -> Kontinent des Christentums. Spaltung der Kirche in Ost und West im 11. JH. Angelegt schon im Römischen Reich politische Gründe, die religiös überfärbt wurden Teilung Europas in einen orthodoxen Osten und einen fortschrittlicheren Westen. Die Ost-Kirche an politische Macht gebunden (abgeschnitten von den geistigen Strömungen der Zeit.) Die West-Kirche wird von der politischen Macht unabhängig. Spaltung der Kirche in Nord und Süd im 16. JH. Reformation spaltete den Westen in protestantische Nordgebiete und katholische Südregionen, die in der folgenden Zeit unterschiedliche Grundmuster wohlfahrtstaatlicher Vergesellschaftung erkennen ließen: Verbindung zwischen Glauben,individuellem Gewissen und Arbeitsmoral. (Max Weber :Arbeitsethik durch einen kulturellen Prozess, die Menschen, die so sozialisiert wurden, haben den Kapitalismus erst möglich gemacht. Die protestantischen Länder sind bis heute wirtschaftskräftiger)
- 11. Welche Gründe sprechen nach Dittrich für eine wachsende Integration Europas? (3 P.) Dittrich bezieht sich auf Kälble 1. Internationalisierung der Wirtschaft nach 2. WK (Austausch & Abhängigkeit zwingt auch zur gesellschaftlich/kulturellen auseinandersetzung) 2. Zunahme der Realeinkommen (Wirtschaftsboom, Reisen, ausländ. Produkte) 3. Wandell der Ausbildung (Bildungsexpansion, Studienreisen, Sprachreisen) 4. Transport-& Kommunikation rev. (Auto, Telef.) 5. Durchsetzung demokr. Pol. Systeme (Städtepartnerschaft) 6. Öffnung der nationalen Arbeitsmärkte 8mobilität, unkompl. Aufenthalt)
- 12. Welche wirtschaftliche Entwicklung gab es in West-, in Süd- und in Osteuropa seit dem 2. Weltkrieg? (3 P.) - Zerstörung 2. Wk - Gr. Verringerung BIP-Unterschiede 1950-70 - 60er Fahrstuhleffekt, Wirtschaftswunder größte Konvergenz/Wachstum - 70er Verlangsamung/Stillstand - Steigende Ungleichheit während Ölkrise 80er - Heute Wirtschaftl. Konz. In Blue banana (London-Brüssel-Mailand) und Sunbelt (Barcelona-Lyon-Mailand) - Östl./südl. Ring (O.finnl.,O.deut., Gr, Sp, Sit) unterentwickelt steigendes Regionalgefälle - Starkes Zentrum/Perepheriegefälle und gestiegene Regionalgefälle in Staaten - Schere spreizt sich - EU tut wenig für Konvergenz zwischen Staaten
- 13. Marx: Definition von "Klasse an sich" und "Klasse für sich". Wie stehen die beiden Begriffe in Verbindung miteinander. Klassen stehen sich antagonistisch gegenüber. Das Klassenbewusstsein ist durch diametrale entgegengesetzte) Interessen geprägt: Klasse an sich (objektiv, am Kriterium Besitz, durch Stellung im Produktionsprozess geprägt) Klasse für sich (subjektive Zuschreibung aus Klassenlage, eine Klasse die sich ihrer selbst bewusst ist, und bereit ist, für ihre Interessen gemeinsam einzutreten)
- 14. Definition Habitus und wie er in Verbindung mit Lebensstilen sich auf das Verhalten der Menschen auswirkt Habitus: keine Gewohnheit, sondern allg. Grundhaltung gegenüber der Welt -> bestimmte kollektive Wahrnehmungs-, Denk- und Handlungsschemata, die den einzelnen nur zu einem kleinen Teil bewusst sind. Der Habitus ist dabei ein System von Grenzen. Lebensstil gesellschaftlich geprägt durch die Klassenzugehörigkeit, Bourdieu verknüpft also sein Klassenmodel eng mit Lebensstilen: Erst durch die Verbindung von den sozialen Positionen als Strukturebene mit der Praxisebene der Lebensstile ergibt sich dabei ein vollständiges Bild des sozialen Raums. Diese beiden Räume (soziale Position u. Lebensstil) sind durch den _Habitus miteinander Verknüpft.
- 15. Coleman: Organisationsgesellschaft a) Was ist ein korporativer Akteur b) Was ist ein korporativer Akteur der "alten" und der "neuen" Art? „alten Art“: a) Was ist ein korporativer Akteur? Das sind im Wesentlichen Organisationen, die wie Individuen einen Status des Handelnden erhalten. Personen in einer solchen Gesellschaft sind bloße Besetzer von Positionen, die die eigentliche Gesellschaft ausmachen. - Akteure handeln so, dass ihnen ein größter möglicher subjektiver Nutzen entsteht - Kooperation zwischen den Individuen als etwas, worauf sich die Beteiligten nur einlassen, wenn es unter Nutzungsgesichtspunkten als relativ vorteilhafte Bewältigung des jeweiligen Problems gesehen wird. - Kooperation kommt zustande, d.h. die Individuen legen ihre Ressourcen (Wissen, Macht, Geld) zusammen und bilden somit einen korperativen Akteur. Zusammenschlüsse „von unten“: auf Basis Gleicher gemeinsamer Interessen (Verbände, Vereine) Zusammenschlüsse „von oben“: Arbeitsorganisation, die durch Lohnzahlung Ressourcen erwarten und damit eigene Interessen verfolgen (Unternehmen) b) Was ist ein korporativer Akteur der "alten" und der "neuen" Art? „alten Art“: 1. Innere Struktur besteht aus Personen (Familie) 2. lokal überschaubare Gruppen, persönliche Beziehungen 3. k. Akteure besteht aus Herrschaftsbeziehungen: spitz zugeschnittene Ressourcenzusammenlegung „neue Art“: 1. formale Organisation, innere Struktur besteht aus Positionen, Personen sind austauschbar 2. große Gruppe, Anonymität, kultivierte Unpersönlichkeit, universalistische Regeln 3. Leitungsspitze muss persönliche Interessen mit denen der Organisation trennen – formale Organisation überwältigt Individuen
- 16.Sennett Der flexible Kapitalismus Die fordistischen Produktionsprozesse werden durch Produktionsprozesse des flexiblen Kapitalismus abgelöst. Wie muss ein Arbeitsprozess unter den Bedingungen des flexiblen Kapitalismus aussehen? Konsequenz des flexiblen Kapitalismus: - Häufiger Arbeitsplatzwechsel, Kenntnisstand austauschen - Neues Motto: nichts Langfristiges. Schlecht für Vertrauen, Loyalität, gegenseitige Verpflichtung -> flexible Netzwerke mit schwacher Bindung - Lebensstil kommt durch den Konkurrenzkampf in der modernen Wirtschaft -> Gefahr des Identitätsverlust und der inneren Sicherheit - Diskontinuierlicher Umbau von Instituten: Firmen sollen zu einer radikalen Marktanpassung bewegt werden durch die Aufgabe sämtlicher Erfahrungswerte; Umstrukturierung nach neoliberalen Modell: Re-Engineering, diese hat zum Ziel, mit weniger Menschen mehr zu produzieren. - Flexible Spezialisierung der Produktion. - Konzentration der Macht ohne Zentralisierung: moderne Produktionsformen beinhalten eine subtile Machtkonzentration, weil sie unsichtbar sind è Es bleibt den Mitarbeitern verborgen was im Arbeitsprozess vor sich geht: Unlesbarkeit
-
- 17. Was versteht Esping-Andersen unter liberalem, sozialdemokratischem und konservativem Regime der Wohlfahrtsstaaten und nenne mindestens ein Beispielland das stellvertretend steht. Sozialdemokratisch: Fi, Sw, N, DK „Gleichheit auf höchstem Niveau, staatl. Umverteillung aus hohen Steuern Konservativ/korpokratisch: D, F, Ö, I wenig Umverteilung, für trad. Fam & Beamte, Staaten mit Bismarktradition Liberales Regime: GB, IR, Sozialleistung nur nach Nachweis der Bedürftigkeit, Staaten mit Beveridge-Tradition
- 18. Was meint Weber mit Besitzklasse, Erwerbsklasse und sozialer Klasse? a) Besitzklasse: Besitzunterschiede bestimmen die Klassenlage primär b) Erwerbsklasse: Chance der Marktverteilung von Gütern oder Leistungen bestimmt die Klassenlage primär c) Soziale Klasse: Gesamtheit der Klassenlagen, zwischen denen ein Wechsel (persönlich, in der Generationsfolge) leicht möglich ist und gepflegt wird - Arbeiterschaft - Kleinbürgertum - Besitzlose Intelligenz und Fachgeschultheit - Besitzende und durch Bildung privilegierte
- 19. Konzept der "pluralen Einbettung" im Gegensatz zum klassischen Milieukonzept z. B. nach Schulze Ausm Internet: … plurale Einbettung von Akteuren in sozialen Milieus, d.h. ein Akteur kann unterschiedlichen sozialen Milieus gleichzeitig angehören. Die jeweilige fokussierte soziale Einbettung von Personen in bestimmten Milieus wird dann vor allem durch die jeweilige Forschungsfrage bestimmt…Im Gegensatz zu klassischen Vorstellung klassenbasierte Milieus, wie bei Schulzes Konzeption von Erlebnismilieus bleibt in dieser relationalen Definition der Inhalt von sozialen Milieus offen… Milieustruktur der modernen Gesellschaft nicht auf der Basis eines einzelnen Prinzips beschreiben lassen, sondern typischerweise durch eine Vielzahl von Milieus bestimmt wird, die durch unterschiedliche Prinzipien begründet werden. Schulze: Personen sind zunehmend erlebnisorientierter. Erlebnisorientierung ist Grundlage für die Auswahl an Interaktionspartnern(gleicher Lebensstil, Alter, Bildung) -> Einbettung in Freizeitmilieus, andere sozialen Milieus beleiben unberücksichtigt. Auch andere soziale Milieuskonzepte sind plural strukturiert, hier ist die vertikale Dimension (Klasse, Bildung) zunehmend wichtig.
- 20. .Was bedeutet relative Erwerbsarmut? Wie hat sich diese in Deutschland seit den 70er Jahren entwickelt und wie liegt das Niveau, wenn man die "60% Definition" zu Grunde legt? Einkommensarmut: Indikator um relative Armut zu bestimmen, die Ausstattung von Haushalten mit monetären Ressourcen wird verglichen, gesellschaftl Standart wird Mittelwert/Median, Arme Personen: Bedarfsgerichtetes Prokopfeinkommen weniger als 50% des Durchschnitteinkommens Relative Armut: in Wohlstandsgesellschaften in denen es absolute Armut praktisch nicht gibt, aber Arme Unterschicht, Einkommen weniger als die Hälfte des Durchschnitteinkommes -Wie hat sich diese in Deutschland seit den 70er Jahren entwickelt und wie liegt das Niveau, wenn man die "60% Definition" zu Grunde legt? (1P) Weniger als 60%: Niedrigeinkommensbereich Einkommensarmut bis 2003 zugenommen, 1988-93 sinkt Armutsquote etwas, ab 1993 kontinuierliches Steigen, Osten etwas höher, Gründe: Deindustrialisierung, Familienstruktur; EU 16%, D, 13% arm -Welche Gesellschaftlichen Teilgruppen sind am stärksten von Einkommensarmut betroffen? Nenne mindestens 3. (1P) Migraten, Ossis, Frauen . Einteilung über Quintile mit den Daten aus 2005 (Markteinkommen und Nettoeinkommen). Was bedeutet das 1.Quantil, was kann man über diese Personengruppe sagen? Was bedeutet ein Markteinkommen von 1,1% beim 1.Quantil? Warum kommt es zu Unterschieden in der Verteilung zwischen Mark- und Nettoeinkommen?
- 21. Welche Funktionen hat der Wohlfahrsstaat? ->soziale Absicherung der Bürger 1.Verteilung/ Umverteilung (steuer/Transverleistungen) 2. Schutzfkt. Soz. Sichheit durch koll. Absicherung (Versicherungswesen, Rente, KK..) 3.Marktregulierung/Produktivitätsfkt. (Subventionen zum Arbeitsplatz erhalt, Staat selber als AG) 4. Integrative Funktion (Benachteiligte)
- 22. Beschreiben Sie die Faktoren, die Helmut Schelsky veranlasst haben die, Gesellschaftsstruktur Deutschlands der 60er Jahre als eine Nivelierte Mittelstandsgesellschaft zu beschreiben. (3P) Was meint Schelsky mit seiner „nivellierten Mittelstandsgesellschaft“? Nivellierung= gleichmachen, glätten, auf gleiches Niveau bringen Soziale Mobilitätsprozesse der letzten 2 Generationen -> Nivellierung der bestehenden Klassengegensätze Vereinheitlichung sozio-kultureller Verhaltensformen -> Kleinbürgerlich, Mittelständisch Entschichtungen (keine deutlichen Klassengegensätze) Festhalten an alten Idealen, Prestige -> aus Sicherheit die Statuszuordnung gibt) Streben nach sozialem Aufstieg-> trotz Nivellierung entsteht dadurch Spannung
- 23. Definieren Sie den Begriff Status (1P) und das Begriffspaar Statuskonsistenz – Statusinkonsistenz.(2P) Personen werden auf Grundlage verschiedener Aspekte wie Beruf, Bildung u Einkommen in verschied. Schichten einsortiert (multidim. Schichtmodelle) Statuskonsistenz: ähnliche Positionen in allen 3 Dimensionen Statusinkonsistenz: unterschiedliche Positionen
- 24 Was meint Dahrendorf, wenn er von „eingefrorenen sozialen Konflikt“ redet? (3P) Akzeptanz von unberechtigten Barriere, =sozialer Schließungsprozess Von einem eingefrorenen sozialen Konflikt spricht Darendorf, weil diese Anrechtsbarrieren zu einem sozialen Schließungsprozess führen, in dem sich die Menschen einfach mit den Barrieren abfinden, statt ihre unterschiedl. Interessen miteinander auszutragen. Sozialer Konflikt: neue Trennlinie zwischen Unter- und Mehrheitsklasse führen nicht mehr zu organisierten Auseinandersetzungen.
- 25. Definieren Sie die Begriffe der Anomie bei (a) Durkheim und (b) Merton. (3P) Durkheim (1851-1917): Verwirrung über soziale u/o moralische Normen -> abweichendes Verhalten, aus Diskrepanz neuer Bedürfnisse- Möglichkeiten der Befriedigung, durch außergew. Historische Umstände und Belastungen zur Jhdwende 19/20 zum Normalzustand geworden Auseinanderfallen von materieller und moralischer Entwicklung in Zeiten erhöhter Modernisierungsdynamik. Bisherige Formen von Autorität, Religiosität und Sittlichkeit können die steigenden Anforderungen im Beruf nicht mehr zügeln, und ebenfalls steht kein normatives Regelsystem zur Verfügung, das überzogenen Erwartungen dampfen können. Merton (1910-2003): in den 1930ern in USA: große Teile des gesell. Von Partizipation an Wohlstand ausgeschlossen-> Normabweichendes Verhalten = Anomie = Gesetzlosigkeit Höchste gesellschaftliche Werte sind messbare Werte in Gestalt von Wohlstand – faktisch ist es jedoch so, dass die Sozialstrukturen der Gesellschaft immer größer werdenden Teil der Bevölkerung den legalen Weg zur Erreichung dieses Ziels versperren. Dies führt bei sozial benachteiligten Gruppen zu Anomie, nach Merton der „Zusammenbruch der kulturellen Struktur für die betroffenen Gruppen“
- 26. Was meint Heitmeyer mit Struktur-, Regulations- und Kohäsionskrise und Nennen die jeweils ein Beispiel einer Anomie dazu. -Welche Folgen ergeben sich jeweils daraus? (alles 3 Punkte) Strukturkrise: bezeichnet die abnehmende Steuerungsfähigkeit von Politik und Staat vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Globalisisierung è Ausgrenzung und Desintegration, also Verschärfung von Ungleichheit è Gefühl der Machtlosigkeit und Gleichgültigkeit Regulationskrise: bezeichnet die zunehmende Kontingenz ehemals verbindlicher Werte und Normen è Delegitimierung von Normen und Kontingenz von Werten è Absenkung der Schwellen zur Gewalt und Steigerung der Gewaltanfälligkeit Kohäsionskrise: bezeichnet die Auflösung von Gemeinschaften und den Verlust der Bindekraft von Idealen, sozialen Beziehungen, Milieus und anderem in Folge der übersteigerten Individualisierung è Vereinzelung, Re-Aktivierung von Abgrenzungen è Ethnisierungs-Prozess, Lenkung von Gewaltpotentialen
- 27. Benennen Sie mindestens 4 der 6 Grundannahmen zur neoklassischen Arbeitsmarktheorie. Was versteht man unter der Humankapitaltheorie und um welchen Aspekt erweitert die Humankapitaltheorie die neoklassische Arbeitsmarkttheorie. Humankapitaltheorie: Menge und Bedeutung des Erworbenen Wissens/Fähigkeiten einer Person. Je höher, desto mehr Produktivität Neoklassische Arbeitsmarkttheorie wird durch Hum.th. erweitert, da Unterschiede bei den Individuen festgelegt werden, was bei der A.theo. nicht der Fall ist. Soziale Ungleichheit wird durch die H.theo. erklärt Das Humankapital bildet eine soziale Ungleichheit der Entlohnung, welche durch unterschiedliche Leistung, Produktion entsteht Neoklass. Theorie: 1. Perfekte Märkte, 2. Flex. Preise, 3. Teil. Unbeschränkt flex., 4. Arbeit ist homogen und teilbar, 5. Keine Vorlieben für Tauschpartner, 6. Alle vollst. Informiert & maximieren Nutzen (theo. Keine Diskrem. Wegen Ethnie oder Geschlecht) Humankapitaltheorie geht davon aus, dass nicht alle in Produktivität gleich sind (4. Gilt nicht)
