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Persönlichkeitspsychologie (Fach) / Persönlichkeitsbereiche (Lektion)
1. Physische Attraktivität
2. Temperament und interpersonelle Stile
3. Fähigkeiten
4. Handlungsdispositionen
5. Einstellungen
6. Selbstkonzept und Wohlbefinden
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- Physische Attraktivität - Halo-Effekt? - WHR/SHR? 1. = Attraktivität, die auf körperlichen Merkmalen beruht, insbesondere Schönheit des Gesichts 2.Schönheitseindruck verzerrt Persönlichkeitsurteile in Richtung sozialer Erwünschtheit: Halo-Effekt (z.B. Korrelation zwischen beurteilter Gesichtsschönheit und Intelligenzurteil .15, aber mit IQ .00) 3. Durchschnittlichkeit r = .40 und Symmetrie r = .25 4. bei Frauen waist-to-hip ratio WHR Taille:Hüfte um 0,7 maximal attraktiv für Männer bei Männern waist-to-shoulder ratio SHR
- Temperament und interpersonelle Stile - Interpersoneller Zirkumplex? (Wiggins et al. 1988) - Faktoren? - Extraversion? Interpersoneller Zirkumplex Faktorenanalysen interpersoneller Stile ergeben zwei Faktoren 1. kalt – warm (Liebe -> Verträglichkeit) 2. submissiv – dominant (Dominanz) Extraversion = Dominanz+Liebe -> interpersoneller Zirkumplex, z.B. IAS-R -> Korrelation zwischen den einzelnen interpersonellen Stilen werden dort durch ihren Winkel zueinander grafisch veranschaulicht, wobei sich die Lage jedes Stils im Kreis aus ihren Faktorladungen auf den Faktoren Dominanz und Liebe ergibt.
- Temperament und interpersonelle Stile - Positive und negative Affektivität? - Korrelationen mit Extraversion? positive Affektivität: überwiegend positive Stimmung negative Affektivität: überwieg. negative Stimmung korrelieren nur ca. -.30: warum? Extraversion korreliert - positiv mit positiver Affektivität - nur schwach negativ mit negativer Affektivität - positiv mit unerzwungener Geselligkeit - im Arbeitsleben positiv mit: - Kundenkontakt - Führungsqualität - Erfolg als Verkäufer/in Verträglichkeit korreliert im Arbeitsleben positiv mit - Kundenkontakt - erfolgreiches Arbeiten im Team
- Temperament und interpersonelle Stile - Neurotizismus - Asendorpf 1989 Auslöser sozialer Ängstlichkeit: - Fremde, soziale Bewertung, große Gruppen Asendorpf 1989: Zwei-Faktoren-Modell für soziale Gehemmtheit: beruht auf Grays BIS, das zu Hemmung gegenüber neuen Reizen oder erlernter Erwartung von Bestrafung oder frustrierender Nichtbelohnung führt Erwartungen beruhen auf tatsächlicher Ablehnung oder Ignorierung durch wichtige Bezugspersonen oder auf Temperamentsmerkmal „starkes BIS“ -> soziale Ängstlichkeit ist sozial erworben oder Temperamentsmerkmal Schüchternheit: soziale Zurückhaltung wegen sozialer Ängstlichkeit oder Ungeselligkeit soziale Ängstlichkeit korreliert stärker mit Neurotizismus als mit Ungeselligkeit: mehrdeutiges Verhaltensmerkmal, das oft fehlinterpretiert wird Beispiel: Ungesellige gehen nicht auf Partys, weil sie Anderes vorhaben Sozial Ängstliche gehen auf Partys, stehen aber am Rand und trauen sich nicht, andere anzusprechen: -> Annäherungs-Vermeidungs-Konflikt Neurotizismus korreliert hoch mit Anzahl körperlicher Beschwerden, deshalb auch mit Anzahl der Arztbesuche ohne objektivierbare Erkrankung -> „vegetative Dystonie“
- Kontrolliertheit - Definition? Kontrolliertheit ist die Fähigkeit zur Kontrolle spontaner Impulse: - Impulsivität als Facette von Neurotizismus - Selbstdisziplin und Besonnenheit als Facetten von Gewissenhaftigkeit
- Fähigkeiten - Definition? - Big Five? Fähigkeiten= Eigenschaften, die Leistungen ermöglichen Leistung= Verhalten, das nach Gütemaßstab bewertbar ist ->Kompetenz-Performanz-Problem Intellektuelle Fähigkeiten sind in Big Five Facetten von Offenheit: - Intelligenz - Kreativität - Nachdenklichkeit
- Fähigkeiten - Intelligenz - Binet und Simon? - William Stern? - Wechsler 1939? Binet und Simon bezogen Intelligenz auf das mittlere Intelligenzniveau eines Geburtsjahrgangs: Intelligenzalter eines Kindes durch mittelschwere Aufgaben für benachbarte Altersgruppen getestet: ->Intelligenzalter = Grundalter + 12*k/n (k=Zahl zusätzlich gelöster Aufgaben, n=Zahl der Aufgaben pro Altersstufe) Problem: Intelligenzdifferenzen sind zwischen Altersgruppen nicht vergleichbar, da der Leistungszuwachs in Intelligenztests mit wachsendem Alter geringer wird -> William Stern 1911: IQ = 100*Intelligenzalter/Lebensalter Aber: Ab Alter 14 Jahre nimmt Zuwachs stark ab und erreicht um 17 Plateau: IQ nicht mehr sinnvoll Wechsler 1939: -> Normierung der Testergebnisse innerhalb jeder Altersstufe mit M = 100, SD = 15 Praktische Testung seitdem: Vergleich der Rohwerte mit IQ-Werten in Normstichprobe aufgrund Formel IQ = 100 + 15z (z = z-Wert in Normstichprobe) Problem der IQ-Messung: historische Zunahme 1950-2000 (Flynn-Effekt); beruht vermutlich auf besseren Lebensumständen -> Tests werden neu normiert
- Validität von Intelligenztests - Korrelationen mit Noten? - Mit Erfolg im Beruf? - Bildungsniveau? - Berufsprestige? Korrelation IQ mit Grundschul-Gesamtnote .50 Korrelation IQ mit Abitur-Gesamtnote .30 Abschlussnote eines universitären Studiums .35 Von Vorgesetzten beurteilter Erfolg im Beruf .25 letzten 3 geringer: -> Varianzeinschränkung innerhalb von Klassen/Berufen und Unreliabilität des Erfolgskriteriums Korrelation IQ mit Bildungsniveau .70 Korrelation mit Berufsprestige bei Männern .70 ->Eingeschränkte IQ-Varianz mit zunehmendem Berufsprestige
- Kreativität - Guilford 1950? - konvergentes/divergentes Denken? - 4 Komponenten? - Schwellenmodell? Guilford 1950: 1. Intelligenz erfordert konvergentes Denken, Kreativität dagegen divergentes Denken 2. Vier Komponenten des divergenten Denkens - Sensitivität gegenüber Problemen - Flüssigkeit des Denkens - Originalität des Denkens - Flexibilität des Denkens 3. Schwellenmodell für Zusammenhang Intelligenz mit Kreativität: bis zu einer IQ-Schwelle starker Zusammenhang, bei höherem IQ kein Zusammenhang -> Es gibt bisher keine validen Kreativitätstests für Leistungen innerhalb eines Berufs; Kreativtests korrelieren untereinander nur wenig - vor allem Korrelation mit IQ
- Soziale Kompetenz - Komponenten? - Amelang et al. 1989? =Fähigkeit, mit anderen gut zurecht zu kommen Komponenten: - Durchsetzungsfähigkeit und Beziehungsfähigkeit - Sensitivität (Empathie) und Handlungskompetenz Amelang et al. 1989: Soziale Kompetenz ist alltagspsychologisch klar von Intelligenz trennbar Empathietests ->korrelieren nur geringfügig untereinander, wobei diese Korrelation wiederum meist über den IQ vermittelt ist
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- Messung sozialer Kompetenz - 3 Messarten? 1. Lösen hypothetischer sozialer Probleme -> korrelieren "zu hoch" mit dem IQ und erwiesen sich als weitgehend invalide beimVergleich mit tatsächlich gezeigter sozialer Kompetenz 2. Selbstbeurteilung sozialer Fertigkeiten -> wenig valide 3. Beobachtung tatsächlicher Kompetenz in inszenierten Situationen ->Reliabilität trainierter Beurteiler .50,aber transsituative Konsistenz der Urteile gering unterscheiden lassen sich meist nur 2 Faktoren: Selbstvertrauen/Dominanz und Freundlichkeit/Kooperativität
- Emotionale Kompetenz - Goleman 1995? - Mayer et al. 2000? Goleman 1995: emotionale Intelligenz (abgekürzt EQ in Analogie zum IQ) = Fähigkeitsbereich, der besser emotionale Kompetenz genannt werden sollte, da von Intelligenz unterschieden Mayer et al. 2000; Vier Komponenten: 1. Wahrnehmung von Emotionen bei sich und anderen, emotionale Expressivität 2. Förderung des Denkens durch Emotionen 3. Verstehen und Analysieren von Emotionen 4. Regulation von Emotionen
- Assessment Center - Definition? - Typische Aufgaben? = Sequenz von Situationen, in denen die Teilnehmer alleine oder in Kleingruppen zusammen mit anderen Teilnehmern und Beobachtern berufsrelevante Aufgaben bearbeiten, insbesondere solche, die soziale Kompetenzen erfordern Typische Aufgaben - Präsentation bei kurzer Vorbereitungszeit - Rollenspiel einer Konfliktsituation - Gruppendiskussion - Postkorb (Aufgaben in optimale Sequenz ordnen)
- Validität von Assessment Centern - Thorton et al. 1987? - Schmidt & Hunter 1998? Thorton et al. 1987: Metaanalyse von 50 Studien, mittlere Validität für das Vorgesetztenurteil nach Kontrolle von Unreliabilität und Varianzeinschränkung .37, allerdings große Heterogenität der Ergebnisse zwischen den Studien ->Validität variierte mit Beurteilungskriterien und -zielen (z.B. Leistungspotential und Forschung höher) Metaanalyse von Schmidt & Hunter 1998: Beim Vergleich von IQ-Tests und AC zeigte AC nur eine minimale inkrementelle Validität (Anstieg der "wahren" Korrelation mit dem Vorgesetztenurteilvon .51 auf .53): ->Aufwand lohnt eigentlich nicht aber: Je geringer die Intelligenzunterschiede zwischen den Getesteten, desto eher sind AC geeignet, zusätzlich zum IQ das Vorgesetztenurteil vorherzusagen
- Handlungsdispositionen - 2 Arten? Kein etablierter Begriff in Psychologie, beziehe ich auf Persönlichkeitsunterschiede im zielgerichteten Handeln: 1. Verhaltensrichtung: - Bedürfnisse - Motive - Interessen 2. Überzeugungen über eigenes Handeln: - Erwartungsstile - Kontrollüberzeugungen - Attributionsstile
- Bedürfnisse - interne/externe Abweichungen? - Bischof 1985? Dieses Konzept dominierte - Psychoanalyse von Sigmund Freud - Ethologie von Konrad Lorenz - ältere Motivationspsychologie, in der Bedürfnisse in Analogie zu Hunger, Durst und sexuellen Bedürfnissen in Form von Regelkreismodellen konzeptualisiert wurden Bei Hunger und Durst werden die Abweichungen primär intern produziert, bei Sex intern und extern, bei Neugier primär extern Persönlichkeitsunterschiede bestehen dabei in den Sollwerten (z.B. Bischof 1985)
- Motive - moderne Motivationspsychologie? - Motivationsstärke? - Motiv? moderne Motivationspsychologie: rationale Zielbildungsprozesse, die einem Erwartungs-mal-Wert Modell folgen Motivationsstärke= aktueller Zustand einer Person in einer motivierenden Situation Motiv=überdauernde Tendenz zu bestimmten Motivationsstärken in motivanregenden Situationen
- Risikowahlmodell von Atkinson (1957) - Leistungsmotivation? - Erfolgs-/Misserfolgsmotiv? Leistungsmotivation L subjektive Erfolgswahrscheinlichkeit W Leistungsmotiv M werden multiplikativ verknüpft: L = Mx(1-W)×W wobei Mx(1-W) die Wertkomponente der Motivation W die Erwartungskomponente der Motivation M besteht aus: Erfolgsmotiv Me, Erfolg anzustreben Misserfolgsmotiv Mm, Misserfolg zu meiden Beide sind nur schwach negativ korreliert, also: L = (Me - Mm)×(W - W²) W - W² ist maximal bei W=0,5 Folgerung: Überwiegend Erfolgsmotivierte sind maximal motiviert bei mittlerer Erfolgswahrscheinlichkeit, überwiegend Misserfolgsmotivierte aber nur minimal
- Motive - McClelland et al. 1989? - Metaanalyse von Spangler 1992? Projektive Tests und Fragebögen für dasselbe Motiv korrelieren meist nur äußerst gering McClelland et al. 1989: - projektive Tests für operantes Leistungsverhalten (intrinsisch motiviert) - Fragebögen für respondentes Leistungsverhalten (extrinsisch motiviert) Metaanalyse von Spangler 1992: Nur schwache Bestätigung von McClelland Vorhersage von Leistungsverhalten durch Leistungsmotiv war generell schlecht: Fähigkeiten wurden nicht berücksichtigt
- Interessen - Definition? - 2 Dimensionen von Berufsinteresse? - Korrelation? Interessen beziehen sich darauf, ob bestimmte Tätigkeiten als anziehend oder abstoßend empfunden werden -> Berufsinteressentests 2 Dimensionen: Menschen-Dinge und Daten-Ideen Passung zwischen Berufsinteressen und Arbeitsinhalten korreliert positiv mit der Arbeitszufriedenheit (Kausalrichtung Passung --> Zufriedenheit oder Zufriedenheit --> Passung unklar) Berufswahl wird durch Fähigkeiten besser vorhergesagt
- Handlungsüberzeugungen - Definition? - Arten? - Gemeinsamer Faktor? = Überzeugungen über das eigene Handeln Handlungsüberzeugungen: Erwartungs-, Kontroll- und Attributionsstile -> Handlungsoptimismus = gemeinsamer Faktor (Hoffnung auf Erfolg / Furcht vor Misserfolg) Erwartungsstil Selbstwirksamkeitserwartung bezeichnet die Erwartung, zu einem bestimmten Verhalten fähig zu sein -> Selbstwirksamkeitsskala: Schwarzer & Jerusalem 1989, Beispielitem: "Wenn mir jemand Widerstand leistet, finde ich Mittel und Wege, mich durchzusetzen" Attributionsstile bei der Bewertung von Handlungsergebnissen wurden vor allem beim Leistungshandeln untersucht -> Erfolgsmotivierte; selbstwertdienliches Attributionsmuster Misserfolgsmotivierte; selbstwerdschädliches Attributionsmuster allgemein: geringe transsituative Konsistenz
- Bewältigungsstile - Stress? - 4 Phasen der Stressverarbeitung? - 3 Bewältigungsstile? Unter Stress werden in der Psychologie Belastungen verstanden, die subjektiv als Überforderung erlebt und deshalb von negativen Emotionen begleitet werden 4 Phasen der Stressverarbeitung: 1. primäre Bewertung der Situation: bedrohlich? 2. sekundäre Bewertung: Bewältigungsstil? 3. Anwendung 4. Neubewertung 3 Arten von Bewältigungsstilen: intrapsychische Stile, problemorientierte Stile, Ausdruckskontrollstile Bewältigungsstile sind deutlich mehr durch die Persönlichkeit als durch Phasen der Stressverarbeitung bedingt So interpretierte z.B. Kübler-Ross Bewältigungsstile bei Sterbenden phasenspezifisch und ignorierte Persönlichkeitsunterschiede -> Jeder Bewältigungsstil hat eine situative Nische, wo er angemessen ist
- Bewertungsdispositionen - Nicht etablierter Sammelbegriff für? Einstellungen Selbstwertgefühl Wohlbefinden Werthaltungen
- Einstellungen - Explizite Einstellungen - Fishbein & Ajzen 1975? - Ajzen & Madden 1986? Fishbein & Ajzen 1975: subjektive Norm für das Verhalten zusätzlich berücksichtigen (Gefühl der Verpflichtung, das einstellungskonforme Verhalten auch auszuführen) Einstellung plus subjektive Norm sagen recht gut das berichtete Verhalten vorher, nicht jedoch stark sozial (un)erwünschtes tatsächliches Verhalten (z.B. Ehrlichkeit bei Steuererklärung) Ajzen & Madden 1986: wahrgenommene Verhaltenskontrolle zusätzlich berücksichtigen ->nur leicht verbesserte Verhaltensvorhersage
- Einstellungen - Unterscheidung? - Verhaltensvorhersage? Unterscheidung starke - schwache explizite Einstellungen (schnelle - langsame Itembeantwortung) Starke Einstellungen vor der Präsidentschaftswahl in den USA 1984 sagten die berichtete tatsächliche Wahl besser vorher als schwache -> gute Verhaltensvorhersage nur bei starken Einstellungen
- Implizite Einstellungen - Greenwald et al. 1998? - 2 Gegensatzpaare? - Grundidee? Beispiel? - Problem? Greenwald et al. 1998: Impliziter Assoziationstest IAT zur Erfassung impliziter Einstellungen IAT erfasst die Assoziationsstärke zweier Gegensatzpaare (Targetpaare und Attributpaare), z.B. jung – alt, positiv – negativ Grundidee: Wenn ein Target die Reaktion auf ein Attribut beschleunigt relativ zum anderen Target-Attribut-Paar, sind Target und Attribut im ersteren Paar stärker assoziiert als im anderen Paar Beispiel: jung beschleunigt Erkennung eines positiven Wortes relativ zu alt, alt beschleunigt Erkennung eines negativen Wortes relativ zu jung Interne Konsistenz IAT .70 - .80 -> gut Problem: Aber Retest-Reliabilität nur um .60
- Implizite Einstellungen: - Fazio et al. 1995? - Greenwald et al. 2009? - Probleme des IAT? Fazio et al. 1995: MODE-Modell der Verhaltensvorhersage: explizite Einstellungen sagen eher willentlich kontrolliertes Verhalten, implizite Einstellungen eher spontanes Verhalten vorher ->Rassenviórurteile: Implizite Vorurteile gegenüber Schwarzen bei US-amerikanischen weißen Studenten spontanes negatives verhalten gegenüber schwarzen Versuchsleitern vorhersagte (z.B. weniger Lächeln, Offenheit der Körperhaltung), während explizite Vorurteile dieses Verhalten nicht oder weniger gut vorhersagten. Beispiel: überlegte Käufe versus Spontankäufe Greenwald et al. 2009: Metaanalyse von 180 Studien mit über 15.000 Vpn bestätigt MODE-Modell Problem: IAT ist relatives Maß; Beruht z.B. IAT-Effekt für Jugend auf Assoziation jung mit positiv oder alt mit negativ? -> Single-Target IAT, z.B. jung assoziiert mit positiv-negativ Aber: Aufgabenvereinfachung möglich durch Strategie „bei jung drücke immer links bzw. immer rechts“. An weiteren Verfahren wird derzeit stark geforscht
- Selbstwertgefühl - William James 1890? - Selbstkonzept? - Deutsch et al. 1988? William James 1890: - I (self as knower, Ich) -> Urheber der eigenen Handlungen - Me (self as known, Mich) -> Objekt des eigenen Wissens Selbstkonzept= dispositionaler Aspekt des Mich, das universelles und individualtypisches Wissen enthält (nur letzteres Persönlichkeitseigenschaft) Funktion eines kognitiven Schemas aus, indem es die Verarbeitung selbstbezogener Informationen beeinflusst Deutsch et al. 1988: spontan selbst genannte typische Eigenschaften des Selbst wurden besser verarbeitet als von anderen Vpn spontan genannte typische Eigenschaften von deren Selbst
- Selbstwertgefühl - Definition? - Self-Esteem Scale von Rosenberg 1965? - Shavelson et al. 1976? Selbstwertgefühl= Einstellung zu sich selbst (affektive Bewertung des Selbstkonzepts) Self-Esteem Scale von Rosenberg 1965: - Alles in allem bin ich mit mir selbst zufrieden - Hin und wieder denke ich, dass ich gar nichts tauge (umgepolt) zentraler Indikator für Lebenszufriedenheit und psychische Gesundheit (niedrig bei hoher Ängstlichkeit und Depressivität) und korreliert stark negativ mit Neurotizismus Shavelson et al. 1976: Kritik an Eindimensionalität des allgemeinen Selbstwertgefühls; Alternative Selbstwerthierarchie mit untergeordneten bereichsspezifischen Selbstwertfaktoren ->empirisch bewiesen
- Selbstwertdynamik - Minderung Zusammenhang Selbstkonzept und Verhalten? - Selbstkonsistenzerhöhung? - Selbstwahrnehmung? Selbsterinnerung? Soziales Spiegeln? Sozialer Vergleich? Der Zusammenhang zwischen Selbstkonzept und Verhalten wird allerdings durch intraindividuelle Kontrasteffekte deutlich gemindert. Selbstkonsistenzerhöhung verzerrt Prozesse der Selbstwertdynamik: Selbstwahrnehmung: Wir tendieren dazu, uns so zu sehen, wie wir zu sein glauben Selbsterinnerung: Wir erscheinen in unserer Erinnerung eher konsistent mit unserem aktuellen Selbstbild; dadurch glauben wir zu wissen, wer wir sind Soziales Spiegeln: Cooley 1902: Wir tendieren dazu, uns so zu sehen, wie wir glauben, dass andere uns sehen Dagegen Mead 1934: Symbolischer Interaktionismus führt Selbstbild auf objektive Rückmeldungen wichtiger Bezugspersonen zurück: ignoriert subjektive Verzerrungen Sozialer Vergleich: Bezugsgruppeneffekte durch Vergleich mit einer bestimmten Bezugsgruppe, nicht nur mit Altersgleichen Marsh & Hau 2003: Big-Fish-Little-Pond Effekt, Beispiel: Übergang ins Gymnasium in Bayern Selbstdarstellung: Eindrucksmanagement
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- Wohlbefinden - Lebensumstände? - Headey & Wearing 1989? - Korrrelationen? Lebensumstände tragen überraschend wenig zum Wohlbefinden bei (little they know, that it's so hard to find one rich man in ten with a satisfied mind) Selbst bei extremer Änderung der Lebenssituation (Lotteriegewinn, Querschnittslähmung) geht Wohlbefinden bereits nach 3 Monaten weitgehend zum vorherigen Ausgangswert zurück Headey & Wearing 1989: Regelkreismodell des Wohlbefindens, in dem Sollwert durch Persönlichkeit bestimmt ist Wohlbefinden korreliert in westlichen Kulturen: .60 mit allgemeinem Selbstwertgefühl .50 mit Selbstwirksamkeitserwartung .50 mit Extraversion .40 mit Religiosität -.30 mit Neurotizismus -> In letzten Jahren Relativierung des Regelkreismodells des Wohlbefindens durch Längsschnittstudien, die langfristige Effekte kritischer Lebensereignisse zeigen (SOEP)