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BioPsychologie UNI ERLANGEN (Fach) / Nozizeption (Lektion)
Schmerzssensoren, Schmerzqualitäten, Schmerzformen, Pathologien
Diese Lektion wurde von aicee erstellt.
- Was ist Schmerz? „Schmerz ist eine unangenehme Sinnes- und Gefühlserfahrung,die mit tatsächlicher oder drohender körperlicher Schädigungverbunden ist oder mit den Worten einer solchen Schädigungbeschrieben wird.“
- Was sind Eigenschaften von Nozirezeptoren? • langsame Leitungsgeschwindigkeit (A-delta: markhaltig, schnell-stechend, und C-Fasern: marklos, langsam, brennend-dumpf)• meist hohe mechanische Schwelle• PD-Verhalten, häufig mit sehr langsamer Adaptation• meist polymodales Verhalten• häufig sensibilisierbar (führt zur primären Hyperalgesie)• häufig effektorische Funktion: Neuropeptidfreisetzung
- Wie kann ein Nozizeptiver Reiz bei Gewebeverletzung entstehen? Die Entstehung des Schmerzes läuft dabei folgendermaßen ab: Verletzung des Gewebes eine Freisetzung: ATP, Protonen, Sauerstoff-Radikalen, Kalium-Ionen, Arachidonsäure, Kinine Ein Enzym in Endothelzellen (COX1), als auch in den einwandernden Leukozyten (COX2) exprimiert -> Arachidonsäure in Prostaglandin E2 umgewandelt. Die ebenfalls aus dem verletzten Endothel stammenden Kinine werden in Bradykinin umgewandelt. Mastzellen setzen den Inhalt ihrer Granula frei (Degranulation), u. a. Histamin. Die Entzündungsmediatoren (v.a. Bradykinin und Serotonin) bewirken (über die Bildung von NO) auch eine Erweiterung der Blutgefäße. Hierdurch kommt es zu einem lokalen Ödem, das es Leukozyten ermöglicht, einfacher in das geschädigte Gewebe einzutreten.
- Welche Schmerzqualitäten gibt es? Was kann man zu Schmerzbewertung sagen? - somatisch: Oberflächenschmerz (Haut), Tiefenschmerz - viszeral: Eingeweide (schwer lokalisierbar), Tendenz zur Austrahlung, vegetative Begleitreaktionen, affektive Begleitphänomene - Schmerzbewertung: überweigend erlernt, Steigerung durch angstvolle Erwartungen, Linderung durch Ablenkung, Hypnose, Placebos
- Welche anderen Schmerzformen kennst du? - jucken: auschließlich in oberflächlichen Hautschichten, vorhandensein chemischer Substanzen - projezierter Schmerz: inadäquate Reizung eines Nervenstamms täsucht Schmerzempfindung in peripher gelegenen Innervationsbereichen vor, bsp: Bandscheibenvorfall, oder Ellenbogenanstoßen -> n. ulnaris in Finger - Trigeminius Neuralgie (Nervenschmerz): chronische Irritation - Übertragungschmerz: Hautbezirke, für deren Innervation dasjenige Rückenmarkssegment zuständig ist, welches durch betroffenes Organ versorgt wird -> Dermatom, "Headsche Zonen"
- Welche Störungen kann es geben? Hyperalgesie: erhöhte Empfindlichkeit Hyperästhesie: überempfindlichkeit auf Hautreize Hypalgesie: herabgesetzte Schmerzempfindlichkeit Analgesie: völlige aufgeschobene Schmerzempfindlichkeit
- Wie kann man Schmerz lindern? Anästhesie: hemmt schnellen Na+ Inonen Einstrom an zellmembran und damit Ausbildung und Weiterleitung des AP Endogene Opioide: ß-Endorphin und Enkephaline: reagieren mit Opiatrezeptoren und wirken als körpereigene Analgetika, sind Transmitter schmerzhemmender Neuron Pharmakologsiche Schmerzdämpfung: narkotische Analgetika (Opiate, Morphin), hemmen aber auch Bewusstsein, nicht narkotische analgetika: Acetylsalicylsäure: hemmen Prostaglandin-Synthese Akupuntur: gezielte kutane Reizung führt zu Linderung von Tiefenschmerz Elektrostimulation: Aktivierung hemmender Efferenzen in Nerven- und Rückenmarksbahnen
- Warum empfinden wir Scharfes als Heiß? TRPV1: besitzt eine intrazelluläre Bindungsstelle für die scharfen Inhaltsstoffe von Pfeffer (Piperin) sowie Paprika bzw. Chili (Capsaicin). Auf der anderen Seite wird er auch durch erhöhte Temperatur sowie durch endogene Cannabinoide aktiviert. Dadurch erklärt sich die ähnliche Qualität der Empfindungen für „heiß“ bzw. „scharf“.
- Wie funktioniert grob die noxische Reiz-Transduktion? Die neuronale Transduktion der Nozizeptoren erfolgt auf Grundlage verschiedener Ionenkanäle der Nozizeptormembran. Jeder Kanal ist spezifisch für bestimmte Reize. Die Exposition gegenüber einem schmerzauslösenden Reizes bewirkt die Öffnung des jweiligen Kanals. Es kommt zum Einstrom von Kationen (Na+, Ca2+) und somit zu einer intrazellulären Änderung des Ionenmilieus. Spannungsabhängig öffnen sich Natriumkanäle, es kommt zur Depolarisation. Eine erhöhte Ca2+ Konzentration verursacht auch die Transmitterfreisetzung von Neuropeptiden (Substanz P)
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