9
BioPsychologie UNI ERLANGEN (Fach) / Synaptische Übertragung (Lektion)
Chemische Erregung, Transmitter, motorische Endplatte, Postsynaptische Potentiale
Diese Lektion wurde von aicee erstellt.
- Was ist eine Synapse und was für Unterscheidungen gibt es? - Synapse = Kontaktbereich eines Neurons mit Effektorzelle - synaptischer Spalt, präsynaptische Endigung, subsynaptische Membran, postsynaptische Membran - Unterscheidung: axo-axonal, axo-dendritisch, axo-somatisch, dendro-dendritisch - Ventilfunktion: Nur in eine Richtung, aber: negative Rückkopplung
- Wie funktioniert die Transmitterfreisetzung? - Transmitter sind synapsennah in präsynaptischen Vesikeln gespeichert - spannungsabhängige Ca2+ Kanäle werden bei depolarisation geöffnet - CA2+ Ionen steuern über Aktivator die Transmitterexozytose -> Vesikel verschmelzen mit Mebran und geben Transmitter in synaptischen Spalt - Zahl der freigesetzten Überträgerstoffquanten abhängig von Ca2+ Menge, dadurch Abstufung möglich - Transmitter bindet an subsynaptischer Membran
- Welche Rezeptortypen an der subsynaptidschen membran gibt es und wie unterscheiden sich die Mechanismen? Ionotrope Rezeptoren: direkte Bindung der Transmitterstoffe an ligandengesteuerten Kanälen, durch Bindung wird Kanal geöffnet - exzitatorisch: Öffnen der Na+ Kanäle, Bsp :nikotinerger ACh Rezeptor, Glutamat, Serotonin - inhibitorisch: Öffnen der Cl- Kanäle (GABA, Glycin) Metabotrope Rezeptoren: indirekt ligandengesteuert, Bindung des Transmitters setzt G-Protein frei, danach kann entweder duch G-protein selbst oder durch second messengers eine Öffnung der Kanäle erfolgen, dadurch viel langsamere Wirkung - adrenerge Rezeptoren: Adrenalin und Noradrenalin (Katecholamine) - muskarinerge Rezeptoren: ACh
- Wie können Transmitter wieder inaktiviert werden? - durch Abbau durch Enzyme, bei ACh: Cholinersterase - durch Abtransport in Blutbahn - axonale Wiederaufnahme in präsynaptischer Endigung, z.B. Noradrenalin
- Erkläre eine chemische Erregungsleitung am Beispiel der motorischen Endplatte. - motorische Endplatte: Verbindung queergestreifte Muskulatur und Motoneuron - durch AP: Öffnen der spannungsgesteurten Ca2+ Kanäle, bewirken Fusion der Vesikel mit präsynaptischer Membran (ACh), ACH bindet an ionotropen (nikotinergen) Rezeptoren an subsynaptischer Membran, Kanal unspezifisch für K+, Na+ und Ca2+ - v.a. Na+ und K+ fliesst in Muskelfaser und verursacht Endplattenpotential - Ausschüttung von Ca2+ Ionen aus sarkoplasmatischen Retikulum, Ca2+ Konzentration bewirkt Kontraktion der Zelle - durch Enzym Cholinesterase wird ACh gespalten
- Welche Muskelrelaxantien und Gifte kennst du? - Curare: "Stabilisationsblocker": verdrängt ACh von Rezeptoren, bindet an Rezeptor, aber keine Wirkung -> Membranpotential stabilisiert, Lähmung - Succinylcholin: Agonist, Dauerdepolarisation, da durch Enzym, nicht abgebaut, auf Dauer werden Na+ Kanäle inaktiviert - Botulinumtoxin: Störung des Freisetzungsmechanismus für ACh am Vesikel, Therapie von Schweißdrüsen und Spastiken
- Wie kann man Postsynaptische Potentiale einteilen? Wie kann man sie modulieren? - EPSP: nur Na+ Permeabilität steigt, dadurch Depolarisation, meistens Summation notwendig! bsp: Glutamat - IPSP: K+ Permeabilität oder Cl- Permeabilität erhöht, dadurch Hyperpolarisation, Beispiel GABA und Glycin - Agonist Diazepam -> vestärkt Empfindlichkeit der Rezeptoren für GABA, dadurch mehr Cl- Kanäle offen - Antagonist Tetanustoxin verhindert Freisetzung von GABA und Glycin
- Welche Klassen von Überträgerstoffen gibt es? ACh: motorische Endplatte, nikotinerg in Motoneuronen des Rückenmarks, muskarinsch im postganglionären Nervus vagus Monoamide: Noradrenalin: aktiviert postganglionäre symp. Fasern aber auch im ZNS: Stimmungen (Depression: Mangel NA und Serotonin) Aminosäuren: Glutamat: verbreitetste erregende TM im ZNS, GABA: verbreitetste hemmende TM, synthetisiert aus Glutamat Neuropeptide: Neurohormone wie Oxytocin, ACTH, Vasopressin, Bradykinin, Neuromodulatoren oder Kotransmitter: Enkephalin, Endorphin, (Modulation Noradrenalin), Substanz P (Modulation ACh), Neuropeptid Y (Modulation GABA, Noradrenalin und Adrenalin)
- Was ist Bahnung? Was ist der unterschied von zeitlicher zu räumlicher Bahnung? Was ist Okklusion? - Bahnung: gegenseitige Verstärkung - Zeitliche bahnung: kurz hintereinander ausgelöste EPSP können sich summieren, da EPSP länger als Refraktärzeit dauert, Bedeutung: für viele nervöse Prozesse, z.B. repetitive Erregung von Sinnesrezeptoren - räumliche Bahnung: Sonderfall der Summation, synchron ausgelöste EPSP am selben Neuron - Okklusion: Gleichzeitig einlaufende Einzelreize können sich stören, wenn eins dominiert und dadurch andere verhindert werden, dadurch keine Summe erreicht werden kann
Anzeige