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Medizin (Fach) / Sanitätsdienst (Lektion)

Grundwissen

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  • Zusammensetzung des Blutes 55% Blutplasma -> Serum = Plasma ohne Fibrin                 ->Fibrinogen=Vorstufe des Fibrins ->Fibrin= Gerinnungseiweiß 45% Blutkörperchen (feste Bestandteile) -> Thrombozyten                                                                        -> Erythrozyten                                                                        -> Leukozyten -> Monozyten                                                                                                  -> Lymphozyten                                                                                                   -> Granulozyten                                      -> Neutrophile, eosinophile, basophile Granulozyten
  • Zusammensetzung Blutkörperchen Erythrozyten      4,5-5,5 Mill/mm³ Leukozyten        5000-8000/mm³ Thrombozyten   150.000-400.000/mm³
  • Hb- Wert O2 Bindung im Blut Männer:  14-18 g/dl Frauen:   12- 16 g/dl Kleinkinder: 10-14 g/dl Neugeborene: 24 g/dl O2-Sättigung kann kontinuierlich mit Pulsoxymeter gemessen werden => 98% entspricht maximaler Sättigung, unter 95% läuft etwas schief
  • Hämatokrit prozentualer Anteil der roten Blutkörperchen am Gesamtblutvolumen Männer:  40-50% Frauen:  37-48%
  • Aufgaben des Blutes * Nährstofftransport * Abfallstofftransport * Transport von anderen Stoffen (Hormonen, Eiweißen, Elektrolyten, etc.) * Blutgerinnung * Immunabwehr * Regulation des Wasserhaushaltes * Regulation des Wärmehaushaltes * Gasaustausch mit den umliegenden Organen und Geweben * Regulation des Säure- Basenhaushaltes
  • Koronare Herzkrankheit (KHK) = ischämische Herzerkrankung Erkrankungskomplex, der aufgrund unterschiedlicher Faktoren zu einer Insuffizienz der Koronararterien mit nachfolgendem Mißverhältnis zwischen O2-Verbrauch und O2-Angebot führt
  • Ursachen der KHK Hauptursache ist Arteriosklerose wichtige Risikofaktoren für Arteriosklerose: * Fettstoffwechselstörung * Rauchen * Bluthochdruck * Diabetes mellitus * Übergewicht * Bewegungsmangel, u.ä.  
  • Manifestationsformen der KHK * stumme Ischämie * Angina Pectoris * Myocardinfarkt * Herzrhythmusstörungen * Herzinsuffizienz * Plötzlicher Herztod
  • Verlaufsformen der Angina Pectoris * stabile Angina Pectoris = über längere Zeit gleichen AP-Anfälle, die bei körperlicher Belastung auftreten und nach einiger Zeit Erholung wieder verschwinden. Bessern sich prompt nach Nitro-Gabe * instabile Angina Pectoris = Zustand mit Zunahme der Beschwerden (Dauer, Intensität, Häufigkeit), die jetzt auch in Ruhe auftreten. Jedes Auftreten aus bisherigem Wohlbefinden ( "Erstangina") fällt unter diese Rubrik => vermehrtes Infarktrisiko (20-25%) mit z.T. fließenden Übergängen * Prinzmetalangina = Krampf der Koronararterien
  • Herzinfarkt durch den Verschluss einer oder mehrerer Herzkranzarterien kommt es zu einer Minderdurchblutung des betroffenen Herzmuskelareals => Nekrose
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  • Ursachen Herzinfarkt * meist frisch entstehender Thrombus der sich in schon vorher durch Arteriosklerose verengtem Gefäß festsetzt * seltenere Ursachen sind Embolie, Gefäßspasmus, Gefäßentzündungen, etc.
  • Angina Pectoris durch Mißverhältnis zwischen aktuellem O2-Verbrauch und O2-Angebot kommt es zu einem O2-Mangel im Herzmuskel (=Ischämie) => charakteristische Symptome oft anfallsartige Beschwerden sind in der Regel nur von kurzer Dauer (wenige Minuten)
  • Myokardinfarkt Minderdurchblutung einer oder mehrerer Koronararterien => unzureichende Sauerstoffversorgung des betroffenen Herzareals => Nekrose des Herzmuskels
  • Ursachen Myokardinfarkt meist frisch entstehender Thrombus der sich an meist durch Arteriosklerose verengtes Gefäß festsetzt seltenere Ursachen sind Embolie, Gefäßspasmus, Gefäßentzündungen, etc.
  • Anamnese KHK * bestanden früher bereits ähnliche Symptome? => Hinweis auf schon seit längerem bestehende KHK * nimmt der Patient Medikamente ein? Wenn ja, welche? => Nitro-Präparate (z.B. Nitrolingualspray) AP, Blutdrucksenkende Medikamente (z.B. Nifedipin) Bluthochdruck * Erfragung der kardialen Vorgeschichte, Klinikaufenthalte oder Untersuchungen (z.B. Herzkatheteruntersuchung) * bestehen oder bestanden noch andere Erkrankungen? => wichtig z.B. bestehende Zuckerkrankheit, da die Schmerzsymptomatik der KHK in diesem Fall erheblich abgeschwächt,bzw. ganz aufgehoben werden kann!
  • Befragung zur aktuellen Problematik KHK * Schmerz-/ Enge- oder Druckgefühl -> Lokalisation, Beginn, Dauer, Intensität? * Besserung oder Fortbestehen der Symptome nach Nitro-Gabe? * Auftreten der Beschwerden unter Belastung oder in Ruhe? * Begleitende subjektive Beschwerden: Atemnot? Schwindel? Übelkeit?  
  • Symptome AP oder Myokardinfarkt * starke Schmerzen hinter dem Brustbein * Schmerzausstrahlung in den linken Arm, Unterkiefer, Oberbauch, Rücken, Schulter * ggf. "Vernichtungsschmerz", Todesangst * die Schmerzen/ Beschwerden müssen nicht kombiniert auftreten. 15-20% aller Infarkte laufen ohne Symptome ab, sog. "stummer Infarkt" => vorwiegend alte Menschen und Diabetiker (wg. Polyneuropathie)
  • vegetative Symptome AP oder Myokardinfarkt Unruhe, Kaltschweißigkeit, fahle blasse Haut, Übelkeit, Erbrechen
  • Dauer der Schmerzen AP und Myokardinfarkt * kurzdauernde Beschwerden (wenige Minuten) sprechen eher für AP * längerdauernde Beschwerden (>30Min) eher beim Myokardinfarkt
  • Maßnahmen AP/ Myokardinfarkt * Beruhigung des Patienten * Schaffung einer ruhigen Umgebung * körperliche Anstrengung vermeiden => Patienten zum RTW tragen, da sonst Sympathikus übermäßig stimuliert wird
  • Lagerung bei AP/ Myokardinfarkt Oberkörper hoch => je höher peripherer Widerstand, detso mehr Kraft muss das Herz aufwenden
  • weitere Behandlung AP/ Myokardinfarkt Sanitäter * Nitro-Gabe (Blutdruck muss stabil und normal sein, bei erneuter Gabe erst Blutdruck messen, da Nitro Blutdruck senken kann) * Sauerstoffgabe 6-8l über Nasensonde oder Maske (=> Maske ist effektiver) * Monitoring (EKG, Pulsoxy, Blutdruck) * Wärmeerhaltung => durch Kältezittern wird O2-Verbrauch in der Skelettmuskulatur gesteigert=> Beeinträchtigung der O2-Versorgung des Herzens!
  • weitere Behandlung Notarzt * Gabe von gerinnungshemmenden Substanzen (Aspisol, Heparin) * Thrombolyse- Therapie * Behandlung von Rhythmusstörungen durch Xylocain, Gilurytmal => bei Kammerflattern/ Kammerflimmern Defibrillation
  • Komplikationen bei kardialer Ischämie * Herzrhythmusstörungen * akute Linksherzinsuffizienz * Herzbeuteltamponade * Ventrikelseptumruptur * Papillarmuskelabriss * Herzwandaneurysma * Arrhythmien * Herzinsuffizienz
  • Maßnahmen bei kardialer Ischämie * Überprüfung, Sicherung und Wiederherstellung der Vitalfunktionen * Notarzt-Ruf * O2-Gabe (6-8l/Min) * Lagerung mit erhöhtem Oberkörper * Beruhigung, Abschirmung, keine Hektik * ggf. Gabe von Nitro-Spray in Notkompetenz * Monitoring: EKG, RR, Pulsoxy * Vorbereitung, bzw. Anlegen eines i.V. Zugangs in Notkompetenz mit Vollelektrolytlösung (z.B. Ringerlösung) * Vorbereitung von Medikamenten: Aspisol, Heparin, ggf. Dopamin, u.a. * jede körperliche Belastung muss vermieden werden, d.h. Patient wird getragen * Analgesie durch Notarzt (Morphin), ggf. Antiemetikum (z.B. Psyquil) * Behandlung von auftretenden Herzrhythmusstörungen durch den Notarzt, z.B. Xylocain bei ventrikulären Rhythmusstörungen oder Atropin, Suprarenin bzw. externer Schrittmacher bei Bradykardie * Lagerung in warmer Umgebung (ggf. RTW vortemperieren) * Vorbereitung Intubation und ständige Reanimationsbereitschaft * Voranmeldung des Patienten in geeigneter Klinik über RLST