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Allgemeine Psychologie A: Perzeption, Kognition und Handeln (Fach) / Visuelles System (Lektion)
Grundlegendes zu Nervenzellen, Aufbau des Auges, Umwandlung von Reizen in elektrophysiologische Signale, Prinzip der rezeptiven Felder und ON/OFF-Zellen, Informationsweiterleitung, Gestaltgesetze
Diese Lektion wurde von Yanfei erstellt.
- Wie läuft die Verarbeitung von Reizen ganz allgemein ab? Rezeptoren nehmen physikalische oder chemische Reize wahr --> Umwandlung in elektrophysiologische Signale, Weiterleitung an Nervenzellen --> Weiterleitung an den Thalamus --> Verarbeitung in primären, sekundärem sensorischen Cortex und den Assoziationscortices Nervenzellen können 2 Zustände haben: aktiv (55mV), nicht aktiv (-55mV), Stärke der Erregung wird durch Häufigkeit der Spannungsänderung ausgedrückt Konvergenz: viele Rezeptoren leiten Reize an wenige Nervenzellen weiter, Divergenz: wenige Rezeptoren leiten Reize an viele Nervenzellen weiter, Je größer das rezeptive Feld einer Nervenzelle, desto geringer die räumliche Auflösung (Genauigkeit)
- Wie ist das Auge aufgebaut? Licht fällt durch die Pupille auf die Retina, auf der sich Rezeptoren befinden --> Bipolarzellen --> Ganglienzellen Typen von Rezeptoren: Stäbchen: Membranabschnürungen, achromatisch (Hell-Dunkel), hohe Konvergenz --> Sehschwäche Zapfen: Membraneinfaltungen, chromatisch (Farbe), nur 3 Zapfentypen decken ganzes Farbspektrum ab, niedrige Konvergenz --> Sehsstärke, in Peripherie keine Zapfen --> Sehschwäche, in der Mitte viele Zapfen --> Sehstärke Fovea: Punkt des stärksten Sehens, blinder Fleck: Stelle an der nervus opticus die Retina verlässt --> durch ständige Augenbewegungen und 2 Augen Ausgleich Gesichtsfeld: binokulare Zone = Information kann in beide Augen eintreffen, monokulare Zone = Nase verhindert das Eintreffen in beide Augen
- Wie wird Licht in elektrophysiologische Signale umgewandelt? Umwandlung des Sehpigments Rhodopsin einziger lichtabhängiger Schritt Kaskade biologischer Prozesse Konzentration von cGMP sinkt an Membran --> Natriumkanäle können nicht länger offen gehalten werden --> weniger positive Natrium- und Calciumionen fließen in die Zelle Hyperpolarisation der Zelle --> Glutamatausschüttung wird reduziert
- Erkläre das Prinzip der rezeptiven Felder. rezeptives Feld einer bestimmten Sinneszelle: Teil des Gesichtsfeldes, dessen Beleuchtung einen Rezeptor im Auge erregt rezeptives Feld einer Ganglienzelle: Bereich der Retina, dessen Rezeptor mit einer Ganglienzelle in Verbindung steht Zelle mit ON-Zentrum --> reagiert optimal, wenn nur das Zentrum hell ist Zelle mit OFF-Zentrum --> reagiert optimal, wenn nur das Zentrum dunkel ist Beide Zellen in aktiver Form notwendig, um Kontraste zusammenzusetzen
- Wie werden die visuellen Informationen von den Ganglienzellen aus weitergeleitet? teilweise Kreuzung des nervus opticus (Fortsätze der Ganglienzellen) im Chiasma opticum, nur nasaler Bereich kreuzt, temporaler Bereich läuft weiter --> linke Hirnhälfte hat ein komplettes Abbild des rechten Gesichtsfeldes aus beiden Augen und andersherum Sehkern des Thalamus 2 magnozelluläre Bahnen (sehr große rezeptive Felder: Bewegungswahrnehmung), 4 parvozelluläre Bahnen (kleinere rezeptive Felder (Farbe und Form) primärer visueller Cortex, enthält Zellen mit Orientierungslinien --> reagieren optimal, wenn in der Mitte Licht ist, das einer Linie einer bestimmten Orientierung ihres rezeptiven Feldes entspricht, Zellen, die auf Linien in allen erdenklichen Winkeln reagieren, vorhanden Prinzip der rezeptiven Felder wird immer komplexer und setzt sich fort --> Zusammensetzung aller Informationen aus primärem, sekundärem visuellen Cortex und den Assoziationscortices Nervenzellen für einzelne Dinge (Bewegung, Form, Ende einer Linie,...) reagieren optimal durch hohe Aktionspotenzialfrequenz, um ein genaues Abbild der psysikalischen Umgebung zu zeigen
- Nenne die 4 Gestaltgesetze. Prinzip der Nähe: Linien, die einander nahe sind, werden als zugehörig betrachtet Prinzip der Geschlossenheit (stärker): Wenn nebeneinanderstehende Linien verbunden werden, werden sie als zusammengehörend betrachtet, egal wie weit sie auseinander stehen Prinzip der durchgezogenen Linien: physikalische Realität = Linienwirrwarr --> wegen durchgezogenen Linien sehen wir physikalische Formen Prinzip der Gleichartigkeit: Linien, die gleich aussehen, haben etwas miteinander zu tun
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