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Psychologie und Psychotherapie (Fach) / Abwehrmechanismen (Lektion)
Jeder Mensch muss ständig Triebe und Wünsche mit den Geboten und Verboten der Realität in Einklang bringen (Es - Ich/ Es - Über-Ich-Konflikte).
Verschiedene Abwehrmechanismen dienen der Neutralisierung.
Diese Lektion wurde von gruenalge erstellt.
- Abwehrmechanismen dienen dazu ... die teilweise unbewussten Tendenzen so zu neutralisieren, dass keine Bewältigungsprobleme auftreten.
- Projektion Eigene, für das Ich nicht akzeptable Impulse werden auf andere Personen projiziert. So werden eigene aggressive Impulse gegen andere in die Überzeugung verwandelt, diese empfänden Aggressionen gegen einen selbst. Die eigene Wut wird auf den anderen projiziert, nach dem Motto: "Warum regst du dich so auf?"
- Rationalisierung Es wird eine vertretbare, scheinbar logische Erklärung für eine abwehrende emotionale Situation gegeben. Bsp.: "Der Prüfer hatte von vornherein etwas gegen mich." "Ich wurde nicht ausgewählt, weil sie Blondinen bevorzugen." "Die Suppe hat eh' nicht geschmeckt."
- Konversion (Somatisierung) Libidonöse Energie wird in körperliche Symptome (ohne organpathologischen Befund) umgewandelt. Bsp. Als die Patientin sich vom Elternhaus ablösen und auf eigenen Beinen stehen will, ohne den geneauen Weg zu wissen, tritt eine "funktionelle, psychogene" Lähmung auf.
- Sublimierung Primitive oder "verbotene" Triebe/Impulse werden in eine gesellschaftliche akzeptierte "höherwertige" Handlung umgewandelt. Bsp.: Ein pyroman veranlagter Mensch lebt seinen Trieb als Feuerwehrmann aus. Die psychische Energie wird in kulturelle oder soziale Leistungen investiert.
- Verschiebung "Verbotene" Aggressionsimpule werden gegen andere Objekte gerichtet. Bsp.: Nach einem Konflikt mit dem Vorgesetzten, lässt der Angestellte seine Wut z.B. Zuhause an schwächeren aus. Auch Selbstvorwürfe und Autoaggression.
- Regression Rückfall auf frühere (primitivere) Entwicklungsstufen. Bsp.: Sich weinerlich, hilflos geben, um Minderwertigkeits-, Angst- oder Schuldgefühle abzubauen. Aus Ärger schlägt ein Mann auf seinen Computer ein. Ein regressives Verhalten, dass bei Kindern zu beobachten ist
- Identifikation Aufkeimende aggressive Impulse gegen einen Stärkeren oder gegen eine Autoritätsperson können nicht ausgelebt werden. Zur Angstvermeidung erfolgt die unbewusste Umwandlung der Aggressionstendenzen gegen den anderen in eine Identifikaton mit demselben, zum Bsp. durch Übernahme desen Meinung. Identifikation eines Fans mit seinem Star, um die eigene Person aufzuwerten. Identifikation von Opfern mit ihren Unterdrückern, um keine Angst mehr vor ihnen haben zu müssen. Identifikation mit einem Gegner, den man aus eigener, aber nicht eingestandener Schwäche ablehnt.
- Reaktionsbildung (Überkompensation) Verkehrung der urprünglichen Tendenz. Bsp.: Die Ehefrau äüßert sich begeistert über ihren Gatten, um ihre Ablehnung gegen ihn nicht ins Bewusstsein gelangen zu lassen. Die ledige Tochter einer alleinstehenden Mutter opfert sich so vollkommen auf, dass es einem Beobachter als völlig übertrieben erscheint. Möglicherweise ist die Triebkraft dafür aber Hass auf die Mutter, die den autonomen Lebensweg der Tochter verhindert hat. Weil die Tochter aber Angst vor dem Verlust der Mutterliebe und dem Aufkommen von Schuldgefühlen hat, wenn sie ihre Aggression auf die Mutter richten würde, fängt sie an, ihre Mutter über alles andere zu lieben. Ein allgemein bekannter "Sittenhüter" kämpft deshalb allerorten gegen sexuelle Libertinage an, weil er damit seine eigenen verdrängten sexuellen Bedürfnisse ersatzweise befriedigen kann.
- Affektisolierung Wichtige Gefühlsanteile sind dem Bewusstsein entzogen, d.h. ein Erlebnis wird nicht vergessen, verliert aber seinen Gefühlsaspekt. Bsp.: Der Patient erfährt, dass er nicht mehr lange leben wird. Erzählt dies ohne Emotionen seiner Frau.
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