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Atmungssystem (Fach) / Weitere Lungenerkrankungen (Lektion)

Heilpraktikerausbildung

Diese Lektion wurde von sunshine190866 erstellt.

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  • " Der Pneumothorax " - Symptome 1) plötzliche akute Atemnot, Hustenreiz und stechender Brustschmerz 2) oft wird die betroffene Thoraxseite bei der Atmung nachgeschleppt 3) bestimmte Formen des Pneumothorax können schnell zum Schock führen
  • " Der Pneumothorax " - Diagnose 1) Anamnese 2) Auskultation = -> abgeschwächte Lungengeräusche auf betroffener Seite 3) Palpation = -> schwacher Stimmfremitus 4) Perkussion = -> hypersonorer Klopfschall 5) Röntgenbild 6) BGA 7) EKG zum Ausschluss kardialer Erkrankungen  
  • " Der Pneumothorax " - Formen und Ursachen 1) Spontanpneumothorax => -> innerer Pneumothorax • hier dringt Luft ein, ohne äußere Verletzung, z.B. Platzen einer Emphysemblase nahe der Pleura ( häufig bei Männer zwischen dem 20. - 40. Lebensjahr ) 2) Traumatischer Pneumothorax => -> offener Pneumothorax • bei Brustwanddefekten mit Verbindung zur Außenluft, z.B. bei Rippenbrüchen, Stichverletzungen -> geschlossener Pneumothorax • Pleura selbst defekt, ohne Verbindung zur Außenluft, z.B. Bronchusriss 3) iatrogener Pneumothorax => -> • nach Pleurapunktion, Subklaviakatheter ( ZVK = zentraler Venenkatheter ), Thoraxoperationen
  • " Der Pneumothorax " - Therapie 1) Sofort den Notarzt rufen !!!! 2) lebensrettende Sofortmaßnahmen: -> Oberkörper hoch lagern -> venösen Zugang legen -> bei sichtbaren Thoraxverletzungen evtl. sterile Abdeckung -> ist die Verletzung durch Ggenstände von außen entstanden ( Messerstichverletzung, u.Ä ), werden diese Gegenstände auf keinen Fall außerhalb der Klinik entfernt, Sie decken höchstens die Umgebung steril ab -> bei kleinen Formen des Spontanpneumothorax resorbiert sich die Luft innerhalb einiger Tage von selbst -> wenn diese Therapie keinen  adäquaten Erfolg bringt, wird operiert
  • " Das Bronchialkarzinom / Lungenkarzinom " Definition 1) das Bronchialkarzinom ist ein bösartiger Tumor, der von der Bronchialschleimhaut ausgeht und eine hohe Letalität aufweist 2) er ist der häufigste Tumor beim Mann mit einem Altersgipfel um das 50. - 60. Lebensjahr ( bei Frauen an 4. Stelle der häufigsten Krebserkrankungen mit stetiger Zunahme )
  • " Das Bronchialkarzinom / Lungenkarzinom " Risikofaktoren 1) Nikotin ( > 80 - 90 % der Fälle ) mit einer Expositionszeit und Latenz von ca. 10 - 15 Jahren 2) Umweltgifte chemisch - toxischer Art 3) Asbestexposition 4) industrielle Substanzen ( selten ) meist Berufserkrankungen, z.B. Uran, Nickel, Arsen, Brom
  • " Das Bronchialkarzinom / Lungenkarzinom " - Formen und Unterteilung 1) Wachstumsform => zentral wachsend     Lokalisation => hilusnah     Histologie => meist kleinzelliges oder Plattenepithelkarzinom     Häufigkeit => 70 % 2) Wachstumsform=> peripher wachsend      Lokalisation => hilusfern, in äußeren Lungenabschnitten      Histologie => großzelliges oder Adenokarzinom      Häufigkeit => 25 % 3) Wachstumsform => diffus wachsend      Lokalisation => diffus in ganzer Lunge      Histologie => Alveolarkarzinom      Häufigkeit => 3 % 4) Wachstumsform => Pancoast - Tumor      Lokalisation => in der Pleurakuppel mit Infiltration der Thoraxwand      Häufigkeit => 2 %     
  • " Das Bronchialkarzinom / Lungenkarzinom " - Symptome 1) es gibt keine typischen Frühsymptome, die meisten Patienten zeigen  erst Symptome, wenn der Tumor weit fortgeschritten ist 2) verdächtig sind trockener Reizhusten sowie Erkältungskrankheiten, die trotz Therapie nicht ausheilen wollen 3) Thoraxschmerzen 4) allg. Symptome: Husten, Auswurf, Hämoptoe, Gewichtsverlust 5) Nachtschweiß 6) pulmonale Symptome: Husten, Dyspnoe, Sputum 7) Pleuraerguß sowie Knochenschmerzen durch Metastasen vor allem in Leber oder Lymphknoten
  • " Das Bronchialkarzinom / Lungenkarzinom " - Besonderheit 1) Bronchialkarzinom der Lungenspitzen ( Pancoast - Tumor ) -> hier kommt es zu typischen Armschmerzen, zu Armschwellungen sowie zum sog. Horner - Trias 2) es kann zu paraneoplastischen Syndromen kommen -> d.h. der Tumor bedingt neurologische oder endokrine ( hormonelle ) Symptome, z.B. Flush im Gesicht / Halsbereich / Rumpf, Hitzewallungen oder durch Parathormone Produktion kommt es zur Hyperkalzämie ( zu viel Calcium im Blut ) mit Durst und Obstipation
  • " Das Bronchialkarzinom / Lungenkarzinom " - MERKE 1 1) Horner - Trias : • enge Pupille -> Miosis • das herabhängende Augenlid -> Ptosis • der in der Augenhöhle eingesunkene Augapfel -> Enophthalmus
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  • " Das Bronchialkarzinom / Lungenkarzinom " - Diagnose 1) Anamnes und Untersuchung 2) Röntgen - Thorax 3) CT - Thorax oder MRT 4) Bronchoskopie ( Biopsie und Diagnosesicherung ) 5) Feinnadelbiopsie 6) Suche nach metastasen ( häufig in Leber, Gehirn, Nebenniere, Skelett
  • " Das Bronchialkarzinom / Lungenkarzinom " Therapie 1) je nach histologischem Typ und Tumor - Staging => -> limited disease ( Tumor noch nicht zu weit fortgeschritten ); Tumorresektion, Polychemotherapie -> extensive disease ( Tumor weit fortgeschritten, mit Metastasen ) ; palliative Chemotherapie -> nicht - kleinzellige Bronchialkarzinome => chirurgische Tumorresektion, Schmerztherapie
  • " Das Bronchialkarzinom / Lungenkarzinom " Prognose 1) je später der Krebs erkannt wird, desto schlechter 2) insgesamt erreichen nur 5 % der Patienten die 5 - Jahres - Überlebensgrenze
  • " Das Bronchialkarzinom / Lungenkarzinom " Lungenmetastasen 1) bei den Lungenmetastasen hat der Krebs seinen ursprünglichen Sitz in anderen Organen 2) Lungenmetastasen treten bei ca.30 % aller Krebspatienten auf -> die Primärtumoren dieser Metastasen sind in den meisten Fällen Karzinome des Dick - und Enddarms, der Nieren, aus Kopf - und Halsbereich, des Hodenkrebses sowie des Knochen - und Hautkrebses 3) Ausbreitungswege => -> kontinuierlich: im Lungengewebe und einwachsend in Gewebe außerhalb der Lunge ( Pleura, Perikard, Mediastinum, Gefäße ) -> über Lymphe: um den Lungenhilus herum, paraaortal, paratracheal, paraösophageal, kontralaterale -> Metastasierung möglich über Blutbahn: Leber, Skelett, Nebennieren, Nieren, Hirn
  • " Das Cor pulmonale " - Definition 1) es handelt sich um eine Herzerkrankung, die in Folge einer Lungenerkrankung auftritt 2) im Lungenkreislauf kommt es zu einer Druckerhöhung mit Rückstau in das rechte Herz 3) das rechte Herz wird seinerseits in Folge der Druckzunahme überlastet
  • " Das Cor pulmonale " - Formen 1) akutes Cor pulmonale: -> plötzliche Widerstandserhöhung im Lungenkreislauf ohne vorherige Adaptionsmöglichkeit der Herzmuskulatur des rechten Ventrikels, dies führt zur akuten Dilatation und Insuffizienz -> mögliche Ursachen sind: Lungenembolie, Status asthmaticus, Spannungspneumothorax 2) chronisches Cor pulmonale: -> entsteht durch längerfristige Druckbelastung mit folgender Hypertrophierung des rechten Ventrikels, kann der rechte ventrikel diese Druckbelastung nicht mehr Stand halten; dilatiert er ( es kommt zur Erschlaffung und damit zu einer Insuffizienten Herzleistung ); -> mögliche Ursachen sind: chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, Lungenfibrosen, rezidivierende Lungenembolien, pulmonaler Hochdruck
  • " Das Cor pulmonale " - Symptome 1) Atemnot bei Belastung 2) Schwindel bis hin zur kurzen Bewusstlosigkeit 3) Zyanose 4) Beklemmungsgefühl 5) im fortgeschrittenem Stadium kann man eine Halsvenenstauung sehen, Ödeme in den Beinen, Leberstauung
  • " Das Cor pulmonale " - Therapie / Prognose 1) es gilt die Grundkrankheit zu behandeln 2) Prognose schlecht, da es über eine Rechtsherzinsuffizienz zum Rechtsherzversagen kommt.
  • " Die Lungentuberkulose, Tbc " - Definition 1) die Tuberkulose ( Tbc ) kann akut, chronisch und subakut verlaufen 2) von der Erkrankung können alle Organe betroffen sein 3) vornehmlich spielt sie sich an der Lunge ab, aber auch Bronchien, Pleura, Lymphknoten, Knochen, Urogenitaltrakt, magen - Darm - Trakt und ZNS können befallen sein
  • " Die Lungentuberkulose, Tbc " - Erreger 1) Mycobacterium tuberculosis ( 99 % ) 2) Mycobacterium bovis ( 1 % ) 3) Mycobacterium africanum ( < 1 % ) => Mycobakterien sind unbewegliche Stäbchenbakterien, die von Robert Koch entdeckt wurden  
  • " Die Lungentuberkulose, Tbc " - Ansteckung 1) v.a. Tröpfcheninfektion, auch = bakterienhaltiger Staub 2) Nahrungsmittel 3) verseuchte Milch 4) Fruchtwasser 5) diaplazentar
  • " Die Lungentuberkulose, Tbc " - Inkubationszeit 4 - 6 Wochen
  • " Die Lungentuberkulose, Tbc " - Formen 1) die Erstinfektion führt zur Ausbildung eines Primärkomplexes: -> darunter versteht man einen Primärherd, der aus den Erregern und den sie einschließenden Abwehrzellen, den Makrophagen besteht und die beteiligten regionären Lymphknoten am Lungenhilus -> man spricht von der primären Tbc -> die primäre Tbc ist meist asymptomatisch, ähnelt einem grippalen Infekt und " heilt " oft klinisch aus 2) jedoch verbleiben ( persistieren ) Bakterien in den zentralverkäsenden Granulomen ( typisch histologiches Merkmal der Tbc ) und werden durch immunologische Reize ( z.B. Immunschwäche ) reaktiviert und es kommt zur post - primären Tbc
  • " Die Lungentuberkulose, Tbc " - MERKE 1 => als Ausdruck der Immunreaktion bei Ausbildung eines Primärkomplexes entwickelt sich ein positives Ansprechen bei der Tuberkulin - Reaktion
  • " Die Lungentuberkulose, Tbc " - Komplikationen der Primär - Tbc 1) exsudative Pleuritis => -> ist die häufigste klinische Erscheinungsform der  Primärtuberkulose -> Beginn manchmal " trocken " ( Pleuritis sicca ) mit atemabhängigem Schmerz und auskultatorischem Pleurareiben -> meistens zeigt sich jedoch eine " nasse " Rippenfellentzündung ( Pleuritis exsudativa ) mit Pleuraerguss 2) Miliartuberkulose => -> hämatogene und lymphogene generalisierung in Lunge, Leber, Milz, Nieren, Nebennieren, Hirnhäuten, Chorioidea der Augen -> sie tritt erst ca. 6 Monate nach Primärinfektion auf -> die Patienten leiden unter subfebrilen Temperaturen und Symptomen der befallenen Organe -> es kann zur oft tödlich verlaufenden tuberkulösen Sepsis kommen -> die Miliartuberkulose kann akut mit hohem Fieber und schwere Dyspnoe verlaufen -> ihre letalität beträgt bis zu 60 % 3) Post - primäre Tbc oder chronische Tbc: -> wenn bereits eine durchgemachte Infektion mit Mycobakterien vorlag -> erkennbar am positiven Tuberkulin - Test -> ist meist Folge der lymphogenen oder hämatogenen Aussaat nach Reaktivierung der Bakterien -> sind die Bakterien im Sputum nachweisbar, spricht man von einer " offenen " Tuberkulose -> durch endobronchiale Ausbreitung kann es zur Kavernisierung ( Hohlräume, die durch Verflüssigung größerer Nekroseherde entstehen ) und damit zur Zerstörung größerer Lungenabschnitte kommen -> Symptome => Husten, Müdigkeit, Gewichtsverlust, Temperaturerhöhung, Nachtschweiß, Dyspnoe, Bluthusten
  • " Die Lungentuberkulose, Tbc " - Diagnose 1) Tuberkulintest : -> Tuberkulin ist ein Produkt des Tuberkelbakteriums ♥ wenn nach der Injektion von Tuberkulin eine Hautreaktion auftritt, die eine Reaktion der Abwehr durch Antikörper ist ( positiv ), dann gilt dies als Nachweis, dass irgendwann eine Injektion stattgefunden hat, bei der diese Antikörper gebildet wurden; ♣ bleibt die Reaktion aus, ist das kein sicherer Beweis für das Fehlen einer Injektion 2) es folgen : -> Röntgen - Thorax und Erregernachweis in Sputum, Urin und Magensaft
  • " Die Lungentuberkulose, Tbc " - Therapie 1) Antituberkulotika ( Tuberkulostatika ) 2) Allgemeinbehandlung ( Rauchverbot, frische Luft, Symptome behandeln, bei Kavernen - OP )
  • " Die Lungentuberkulose, Tbc " - MERKE 2 1) Meldepflicht !!! 2) bei Erkrankung und Tod, lt. § 6 IfSG Abs.1 und Nennung des Erregers 3) Behandlungsverbot für Heilpraktiker
  • " Die Lungentuberkulose, Tbc " - Streuung von Tuberkulose 1) bei guter Abwehrlage => -> Abheilung ohne Streuung -> Abheilung mit Streuung in verschiedene Organe mit lebenslanger Symptomfreiheit oder bei schlechter Abwehrlage Entwicklung einer Postprimären Tbc 2) bei schlechter Abwehrlage => -> lymphogene Streuung, bronchogene Streuung, hämatogene Streuung in Form einer Miliartuberkulose ( S. 1238 im Buch )
  • " Die Lungentuberkulose, Tbc " - postprmäre Tuberkulose 1) Definition : -> eine isolierte Organtuberkulose durch Reaktivierung bestehender Tbc - Herde 2) Ausbreitung in : -> Lunge, Hirnhäute, Hirn, Nebenniere, Kehlkopf, Haut, Skelett, Magen - Darm - Trakt, Milz, Leber, Lymphknoten möglich
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  • " Die Lungentuberkulose, Tbc " - Ausbreitung einer Tuberkulose 1) nach 6 - 9 monatiger, konsequenter Behandlung mit Tuberkulostatiker kann die Tbc geheilt werden 2) ausgenommen sind schwere Komplikationen, z.B. bei immunsuppremierten Patienten ( z.B. HIV )
  • " Die Lungentuberkulose, Tbc " - Behandlung durch Heilpraktiker 1) ist nicht zulässig 2) es besteht ein Behandlungsverbot nach § 24 IfSG für Heilpraktiker