14
Atmungssystem (Fach) / Untersuchung der Atemwege (Lektion)
Anzeige
- " Anamnese " - Gefragt wird nach .... 1) Husten: -> seit wann, trocken, produktiv, krampfartig, mit Brechneigung usw 2) Auswurf: -> seit wann, Konsistenz, Farbe, Menge, Beimengungen 3) Dyspnoe ( Atemnot ): -> mit oder ohne Belastung, chronisch oder plötzlich auftretend 4) Rauchen 5) Allergien 6) Medikamnete 7) Vorerkrankungen: -> wie Herzerkrankungen, Thrombosen, Embolien oder andere Lungenerkrankungen wie Asthma, chron. Bronchitis, Tuberkulose, vorangegangene Infektionserkrankungen 8) Tierkontakte 9) Auslandsaufenthalte 10) Wohnsituation 11) Arbeitsplatz: Stäube, Gase, Dämpfe WICHTIG: -> erst Anamnese, dann IPPAF ( Inspektion, Perkussion, Palpation, Auskultation, Funktionsprüfung )
- " Anamnese" - Inspektion 1) Atmung: -> Atemnot / Kurzatmigkeit 2) Thoraxform: -> Fassthorax ( glockenartig starrer Brustkorb mit relativ horizontaler Rippenstellung ) -> Trichterbrust ( bogenförmige Einziehung unter dem Brustbein ) 3) Emphysemkissen 4) Zyanose der Haut 5) ( angeborene ) Wirbelsäulendeformitäten -> die zur Atembehinderung führen können 6) Auftreibung der Knochen - Knorpel - Grenze -> der Rippen bei z.B. Rachitis ( rachitischer Rosenkranz ) 7) Trommelschlegelfinger und Uhrglasnägel -> als Zeichen der peripheren Minderversorgung
- " Anamnese" - der Atemtypus 1) Kußmaulsche Atmung: -> besonders tiefe, regelmäßige Atmung, wobei die Atemfrequenz erniedrigt ist -> Patienten meist schläfrig, benommen oder bewusstlos, v.a. bei schweren Stoffwechselstörungen mit Übersäuerung des Blutes ( Azidose ), z.B. diabetisches oder urämisches Koma 2) Cheyne - Stokes - Atmung: -> Periodisches An - und Abschwellen der Atmung mit kurzen pausen, v.a. bei schweren Schädigungen des Atemzentrums, bei Enzephalitis und cerebralen Durchblutungsstörungen, Vergiftung, schwerer Insuffizienz 3) Biotsche Atmung: -> starke, gleich tiefe, regelmäßige Atemzüge werden von einer Atempause unterbrochen, v.a. bei Hirnblutung und Hirnödem ( erhöhter Hirndruck )
- " Anamnese " - Perkussion 1) ein Finger der einen Hand ( der so genannte Plessimeterfinger ) wird flach auf die zu untersuchende Körperoberfläche gedrückt und mit einem Finger der anderen Hand oder mit einem Perkussionshammer wird dann auf diesen Finger geklopft 2) es werden Schallschwingungen des beklopften Organs übertragen 3) der bei der Perkussion erzeugte Schall dringt max. 5cm in den Thorax ein, es muss immer seitenvergleichend perkutiert werden
- " Anamnese " - Perkussion ( Plessimeter ) 1) -> ein Plessimeter besteht aus einem dünnen, spatelförmigen Plättchen, was fest auf die zu untersuchende Region gedrückt wird und dann mit einem Perkussionshammer beklopft wird -> Vorteil ist die Schonung der Finger des Untersuchers und der erzeugte Klopfschall ist lauter als bei der direkten Perkussion
- " Anamnese " - Perkussion ( MERKE ) 1) die Perkussion ist nur bei oberflächlichen Lungenschichten aussagekräftig 2) tief liegende Lungenentzündungen können daher übersehen werden 3) bei adipösen Patienten sinkt die Aussagekraft dieser Untersuchung
- " Anamnese " - Perkussion ( Schallqualitäten ) 1) normal: -> sonorer Perkussionsschall 2) Schenkelschall: -> gedämpfter Klopfschall, z.B. bei parenchymatösen Organen ( Leber ), Ergüssen, Infiltrationen 3) hypersonor: -> besonders laut durch ver,ehrten Luftgehalt; " hohl ", z.B. bei Lungenemphysem und Pneumothorax 4) tympanitisch: -> ähnelt Paukenschlag durch vermehrten gasgehalt; kommt über Lungenkavernen vor ( Tbc ), Darmschlingen, Magenblase
- " Anamnese " - Perkussion ( MERKE 2 ) 1) je lufthaltiger das Gewebe, um so lauter, tiefer und länger erscheint der Schall 2) je dichter das Gewebe, umso heller, kürzer und leiser ist der Klopfschall
- " Anamnese " - Perkussion ( Zwerchfellverschieblichkeit ) 1) Untersuchungstechnik: -> Lungengrenze markieren -> Einatmen -> Luft anhalten; Perkussion nach kaudal ( unten ) -> Ausatmen -> Luft anhalten; Perkussion nach kranial ( oben ) und wieder nach kaudal ( unten ) -> der Unterschied ist die " Zwerchfellverschieblichkeit ", welche normalerweise 5 - 6 cm beträgt
- " Anamnese " - Palpation 1) Prüfung des Stimmfremitus ( Schwingungen der Brustwand beim Sprechen ) -> der Patient sagt mit tiefer Stimme "99", während der Untersucher die Hände auf den Brustkorb legt -> der Stimmfremitus ist verstärkt, wenn sich das Gewebe zwischen Thoraxwand und Luftwegen verdichtet, z.B. durch bindegewebigen Umbau bei einer Fibrose, durch Substanzanschopping in den Alveolen bei einer Pneumonie oder Herzvergrößerung bei Herzinsuff. -> er ist abgeschwächt bei Pleuraerguss, Pneumothorax, Pleuraschwarte und Tumoren 2) Prüfung der Bronchophonie: -> beschreibt die Leitfähigkeit des Thorax für höhere Frequenzen -> der Patient muss mehrmals hintereinander "66" flüstern, während der Untersucher mit dem Stethoskop abhört -> • bei einer Infiltration ist die Leitfähigkeit verstärkt, d.h. die geflüsterte "66" erscheint lauter und schärfer als normal
- Anzeige
- " Anamnese " - Auskultation 1) Untersuchungstechnik: -> Auskultation bei tiefer Atmung mit geöffnetem Mund -> an jedem Punkt Auskultation eines Atemzyklus -> Vermeidung von Artefakten, z.B. Kleidungsstücke, Schmuck, Reden des Patienten während der Untersuchung
- " Anamnese " - Auskultation ( MERKE ) -> immer seitengleich untersuchen
- " Anamnese " - Auskultation ( Atemgeräusche - Prüfungsrelevant ) 1) Vesikuläratmen ( VA ), Bläschenatmen: -> durch Entfaltung der Lunge hörbares, normales Atemgeräusch während der Inspiration -> • verschärft, fauchend: Pneumonie, Lungenfibrose -> • abgeschwächt: Emphysem, Pleuraschwarte, Pleuraerguss -> • verlängert: Asthma bronchiale 2) Bronchialatmen, Röhrenatmen: -> beim Gesunden nur über Trachea und den Hauptbronchien zu hören, bei Infiltration wird es zur Thoraxwand geleitet und hörbar -> z.B. bei Pneumonie 3) trockene Rasselgeräusche ( RGs ): -> werden hervorgerufen, wenn durch den Luftstrom die zähen Sekretfäden in Schwingung versetzt werden -> Giemen ( höherfrequent ), Pfeifen, Brummen ( niederfrequent ) -> Asthma bronchiale, chron. Bronchitis ( v.a. beim Ausatmen ) 4) feuchte Rasselgeräusche, diskontinuierliche Nebengeräusche: -> während Inspiration hörbare RGs durch sekretgefüllte Lungenabschnitte -> man unterscheidet grobblasige ( Bronchien ), mittelblasige ( Bronchiolen ) und feinblasige ( Alveolen ) RGs -> • z.B. Pneumonie, Herzinsuffizienz, Brochiektasen, Lungenödem, Alveolitis 5) grobblasiges Rasselgeräusch, Distanzrasseln 6) Pleurareiben, " Lederknarren": -> entsteht, wenn beide Pleurablätter aneinander reiben; -> • bei Pleuritis sicca ( trockene Brustfellentzündung ), synchron mit Atembewegung
- " Anamnese " - Auskultation ( MERKE ) 1) ebenso wie bei der Palpation ist bei der Auskultation der Befund abhängig vom Habitus des Patienten 2) bei adipösen Patienten ist der Abstand zwischen Stethoskop und Bronchien vergrößert, folglich kann das Atemgeräusch abgeschwächt sein 3) bei schlanken Patienten kann ein verschärftes Atemgeräusch gehört werden