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Psychiatrie Mündlich (Fach) / Persönlichkeits- und Verhaltenstörungen [F6] (Lektion)
Kapitel 9
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- ICD-10 Kriterien A) Abweichung von kulturell akzeptierten/ erwarteten Vorgaben in: * Kognition * Affektivität * Impulskontrolle * Zwischenmenschlicher Beziehung B) Abweichung so ausgeprägt, dass Verhalten unflexibel ist C) Persönlicher Leidensdruck oder starker LD des Umfelds D) lange Dauer, Beginn in Jugend/ Adoleszenz E) Keine andere psychiatrische Erkr. / keine organische erklär. Erkr.
- Cluster der PKS A) sonderbar, seltsam, exzentrisch * paranoide * schizotype * schizoide B) launisch, emotional, dramatisch * histrionische * narzisstische * dissoziale * Borderline C) ängstlich * dependente * ängstlich-vermeidende * zwanghafte
- Big Five 1) Extraversion / Introversion 2) Neurotizismus (Überempfindlichkeit / Entspanntheit) 3) Offenheit (Fähigkeit zu Lernen und Kreativität) 4) Gewissenhaftigkeit (gründlich / unsorgfältig) 5) Soziale Verträglichkeit (streitsüchtig / friedfertig)
- Ätiologie (Konzepte) Psychoanalytisch - Fixierung auf Bedürfnisse u Reaktionsweisen früherer Entwicklungsst. - Abwehrmechanismen Interpersonelle Schule - Beziehungen definieren "Selbst-Schemata" - Neigung schemakonform zu kommunizieren/ interpretieren - Anpassungsversuche durch verzerrte Wahrnehmung (schwer von Umfeld zu deuten/ verstehen) Kognitiv-Lerntheoretisch - überstark entwickelte dysfunktionale kognitive Grundannahmen Neurobiologisch-genetisch - dopaminerg: Neugier und Interesse - serotonerg: Ängstlichkeit - Oxytocin: Bindungsverhalten - monoaminerg (Amygdala): Borderline
- Diagnostik - psychiatrisches Erstgespräch - Problem: Pat. stellt sich häufig nicht aufgrund der PKS vor, da er diese als ich-synton erlebt - während Bestehens Achse 1 Störung sollte Diagn. einer Achse 2 Störung (PKS) zurückgestellt werden - SKID-II und IPDE (International Personality Disorder Examination)
- Ängstlich-vermeidende PKS Merkmale * Angst vor neg. Bewertung * Gefühl der Unzulänglichkeit * Überempfindlichkeit gegenüber Kritik * Wunsch nach Akzeptanz * Gefühle von Dysphorie DD * soziale Phobie * schizoide oder dependente PKS W * ca. 1/10 der psychiatrisch behandelten Pat.
- Dependente PKS Merkmale * größte Angst von wichtiger (starker) Bezugsperson verlassen zu werden * Zurückstellen eigener Bedürfnisse * Grundannahme alleine hilflos zu sein * Bedürfnis umsorgt zu werden DD * ängstlich-vermeidende PKS (diese gehen aber keine Bez. ein!) W * 1/10 der psychiatr. Pat.
- Anankastische PKS Merkmale * pflichtbewusst und korrekt + pedantisch, unflexibel und eigensinnig * Perfektionismus * Orientierung an Normen * Aufgabenerfüllung vor zwischenmenschl. Bez. und Genuss * dichotomes Denken ("Alles oder nichts.") Ätiologie * Insuffizienzerleben * Verdrängung nicht normkonformer Wünsche (Reaktionsbildung, d.h. Wendungs ins Gegenteil) * strenger Erziehungsstil der Eltern DD * Zwangsstörung * hirnorganische Erkrankungen
- Dissoziale PKS Merkmale * impulsives, unbedachtes Verhalten ohne Rücksicht auf Folgen * geringe Frustrationstoleranz * Mangel an Empathie, Verantwortungsgefühle * Missachtung von Regeln * hohe Risikobereitschaft Ätiologie 1) biologisch * KKR 50-60% * Geburtskomplikation * Suchterkrankung Eltern * serotonerge Minderfkt. 2) integrativ * Steuerung durch kurzfristige Ziele (fehlende Entwicklung Über-Ich) DD * narzisstische PKS (diese brechen nicht Regeln bewusst, sondern sehen sich in ihrer Einzigartigkeit ausgenommen)
- BPS Symptome Störung der Affektregulation - niedrige Reizschwelle für Emotion - hohe, lange Spannungs-/ Erregungszustände - fehlende Unterscheidung der Gefühlsqualitäten (Angst, Wut, Stolz...) Depressivität - innere Leere - Suizidgedanken (Suizidrate 50x, 8-10% sterben durch Suizid) - Schlafstörungen - Flashbacks Instabilität des Identitätserlebens - falsche/ verzerrte kognitive Grundannahmen hochriskante Verhaltensweisen - Drogen-/ Alkoholabusus - Promiskuität - Gefahrensituationen
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- BPS Komorbidität - Depression 98% - Angststörung 90% - Drogen-/Alkoholabusus 50% - Essstörungen 50%
- BPS Ätiologie psychosoziale Faktoren - weiblich - sexuelle / körperliche Gewalt - schwere Vernachlässigung biologische Ebene - genetisch - ADHS - Hypoaktivität Frontalhirn, Verkleinerung Amygdalae u Hippocampus - serotonerge Dysfkt.
- BPS Psychotherapie Übertragungsfokussierte Therape (TFT) - Übertragung und Gegenübertragung - Grundannahme ist Regression auf der entwicklungsgeschichtlichen Stufe der Separations-Individuations-Phase - Aktivierung soll "Nachreifung" bedingen - noch keine Publikationen zur Wirksamkeit Mindfulness Based Therapy (MBT) - Wirksamkeit wissenschaftl. nachgewiesen Schema-fokussierte Therapie (SFT) - dreijährig ambulant Dialektisch-behaviorale Therapie (DBT) - derzeit am besten wissenschaftlich evaluiert - ergänzte (z.B. um Fertigkeitstraining in Gruppe) kogn. Verhaltensth. - typisch ist Hierarchisierung der Behandlungsziele - vier Phasen: 1) Vorbereitung: Ziele Behandlung, Motivaton 2) 1. Therapieph.: Reduktion suizidalen Verhaltens + Spannung, Erhöhung der emotionalen Belastbarkeit 3) 2. TP: ädequate Verarbeitung von Traumen 4) 3. TP: Akzeptanz eines Traumas als Teil der Person, Neuorientier.
- Histrionische PKS Merkmale - theatralisch, dramatisches Verhalten - übertriebene Emotionalität - extroviert, charmant, verführerisch (aber unecht, "ohne Tiefgang") - Drang im Mittelpkt. zu stehen - impressionistischer Denkstil (unscharf, sprunghaft) - erhöhte Suggestibilität (innere Unsicherheit) DD - dependente PKS W - Prävalenz in Allgemeinbev. mit ca. 3% relativ hoch
- Narzisstische PKS Merkmale - Gefühle der Großartigkeit, Überlegenheit, Einzigartigkeit - Bedürfnis nach Bewunderung - übergroße Angst vor Kritik mit depressiver, verärgerter Reaktion - Mangel an Empathie Ätiologie - psychodynamisch: infantiler Narzissmus normal, Fixierung führt zu Selbstüberschätzung als Abwehrmechanismus - lerntheoretisch: Überhöhung der Qualitäten des Kindes durch Eltern, zu großer Schutz vor Reaktionen anderer DD - histrionische PKS - Manie - organische Störung W - selten - wegen häufiger Überschneidung keine ICD-10 Klassifizierung
- Paranoide PKS Merkmale - tiefes Misstrauen und Argwohn gegenüber anderen - Grundannahme andere seien böswillig, genaue Beobachtung zur Beweissuche - wenig Preisgabe von sich selbst kann Zurückhaltung anderer verursachen, die eigene falsche kognitive Annahmen verstärken - extrem empfindlich, extrem eifersüchtig Ätiologie - psychoanalytisch: Bewältigung von Schamgefühlen angesichts des Gefühls der eigenen Unzulänglichkeit; sadistische oder erniedrigende Verhaltensweisen einer primären Bezugsperson DD - paranoide Schizophrenie - isolierte wahnhafte Störung - chronischer Alkoholabusus
- Schizoide PKS Merkmale - Einzelgängertum, Beschäftigung mit Spezialgebieten - isoliert, distanziert - kein Interesse an sex. Aktivität, Beziehung mehr hinderlich als positiv - unbeholfen in sozialer Interaktion DD - schizotyp (diese mit fremdartigen, magischen Denkinh. u. nicht emotionales Unbeteiligtsein, d.h. schizotype wollen Beziehung) - paranoide (diese zeigen im Gegensatz starke Emotion, z.b. Misstr.) - autistische Störung (noch weitere fachl.+zm. Abgrenz., Stereotypien)
- Schizotype PKS Merkmale - Unfähigkeit (aber Verlangen) Beziehungen einzugehen - schrullig wirkendes Verhalten - eigenwillige Denkweise W - häufiger als schizoide PKS - mglw. Verbindung zu F2
- ADHS im Erwachsenenalter typische Störungen 1) Kognition: Mangel an Aufmerksamkeit 2) Verhalten: Impulsivität, Desorganisiertheit 3) Motorik: Überaktivität 4) Affektivität: emotionale Instabilität Typen 1) hyperaktiv-impulsiv 2) unaufmerksam (Mädchen, mit Unzulänglichkeitsgefühl) 3) Misch Konsequenzen - Trennungen - ungewollte Schwangerschaften - Verletzungen - häufiger Berufswechsel Epidemiologie - 10-30% der Kinder mit ADHS Persistenz ins Erwachsenenalter (mit Residualzuständen 60%) Ätiologie - biologisch-genetisch (KKR 75%) - veränd. DA + NA Stoffwechsel in fronto-striatalen Strukturen Pharmakotherapie - Methylphenidat: nicht zugelassen, Responderrate 60-70% - Atomoxetin: zugelassen, wenn bereits vor 18. LJ gegeben - noradrenerg wirks. AD (Reboxetin, Venlafaxin, Bupropion...), n.zug.