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Pharmazie (Fach) / Geschichte (Lektion)

Geschichte der Pharmazie

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  • Rom = geistiges Zentrum (wann?) um Christi Geburt
  • Gaius Plinius Secundus (der Ältere) 23 - 79 n.Chr. - Enzyklopädist - Naturalis historia (Naturkunde): bis in Neuzeit von Bedeutung, Zusammenfassung v. Natur, Heilmittel aus Pflanzen, Tierreich, Mineralogie, technische, chemische Verfahren, Kunst    102 Bücher!    keine neue Theorien, sondern bekanntes Material gesammelt
  • Pedanius Dioskurides 1. Jh. n.Chr. = Arzt aus heutigen Türkei, mit Heer mitgezogen De Materia Medica (5 Bände) = wichtiges pharmakognostisches Werk (mit vielen asiatischen Pflanzen bei Reisen gefunden)   - pflanzliche + tierische Arzneidrogen (getr. Teile, Produkte) + Mineralien   - zw. 60 - 78 n.Chr. entstanden   - 1500 Jahre lang wichtigstes Werk in Europa (1000 Drogen!)   - Drogen in einzelnen Kapiteln behandelt (!): Pflanzenbeschreibung, Qualitätsprüfung (Sorten, Verfälschung), Ersatzdrogen, Zubereitungen, Dosierung   - Vordergrund = Einzelmittel (nicht Zubereitung): simplex vs. composita
  • simplex (simplicia) Einzelkomponenten Arzneimittel (nur 1 Substanz)   (e.g. Dioskurides - De Materia Medica)
  • Komposita zusammengesetzte Arzneimittel (mehrere Komponenten)
  • Galen 130 - 200 n.Chr.    (130 - 216 n.Chr.) *Pergamon, Gladiatorenarzt, Erzieher eines Kaisersohnes, Hippokrates war DER Lehrer für ihn   - Methodus methendi (16 Bänder)   - Leitgedanke: alle Erscheinungen in Natur / Mensch erfüllen best. Zweck (--> Form und Bau menschl. Organe haben best. Zweck)   - Lehrgebäude: hippokratisch-aristotelische Schule + hellenistische Medizin und Arzneimittelkunde (bis Neuzeit dominierend)   - Vier-Säfte-Lehre Galens: 4 Elemente, 4 Qualitäten, 4 Säfte, 4 Grundfunktionen d. Seele   - Arzneimittellehre Galens
  • Vier-Säfte-Lehre (Galen) 4 Elemente: Wasser, Feuer, Erde, Luft 4 Qualitäten: kalt, heiß, feucht, trocken 4 Säfte: Schleim, gelbe Galle, schwarze Galle, Blut 4. Geschmäcker: salzig, bitter, sauer/scharf, süß 3 Grundfunktionen d. Seele:     1. Trieb und begehrende Fähigkeiten: Leber, Blutgefäße     2. unwillkürliche Lebensbewegung, Pulsation d. Blutgefäße, Emotionen: Herz     3. Vernunft und psychische Kraft: Gehirn (Hauptorgan d. Menschen), pneumata (spiritus: großer Einfluss d. Wirkkräfte d. Seele)     --> 3 Hauptorgane = Leber, Herz, Gehirn Mensch = Leib-Seele Einheit Charaktereigenschaften d. Säfte: Sanguiniker, Choleriker, Melancholiker, Phlegmatiker
  • Blut (Charaktereigenschaft lt. Galen) Einfalt + Naivität --> Sanguiniker (heiter, lebhaft)
  • Gelbe Galle (Charaktereigenschaft lt. Galen) Verstand + Scharfsinn --> Choleriker (aufbrausend, jähzornig)
  • schwarze Galle (Charaktereigenschaft lt. Galen) Beständigkeit --> Melancholiker (schwermütig, traurig, trübsinnig)
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  • Schleim (Charaktereigenschaft lt. Galen) keine Wirkung --> Phlegmatiker (nicht leicht erregbar, träg)
  • Arzneimittellehre (Galens) 1. elementares Arzneimittel: nur 1 Qualität 2. kombiniertes Arzneimittel: 2 Qualitäten (Kombinationspräparat mit Haupt- und Nebenwirkung) 3. spzifisches Arzneimittel: für besondere Fälle (Abführmittel, Brechmittel, Entwässerungsmittel) 4 Wirkungsgrade: kaum merklich, mit Sinnen wahrnehmbar, heftig/leicht schädigend, heftig/zerstörend (toxisch) 5. Anforderungen an AM: ballaststofffrei, Arzneiform (damit vom Körper aufgenommen), gleichbleibende Wirkung von composita (Vorschrift, best. Gewichtsverhältnisse) 6. Anforderungen an Arzt: Wahl d. richtigen AM (Qualität? Wirkungsgrad? Temperament d. Patienten? Art d. kranken Körperteils?), wirksames Prinzip d. AM suchen, frische Pflanzen verwenden, Arzneie herstellen
  • Arzneimittelhandel (röm. Antike) 1. aromatorii 2. seplasarii 3. unguentarii 4. pigmentarii 5. pharmakopolae
  • aromatorii = Gewürzhändler (exotische Drogen)
  • seplasarii = Drogisten
  • unguentarii = Händler von Salben, Ölen, Parfums
  • pigmentarii = Handel von Farben und Schminken
  • pharmakopolae = Verkäufer fertiger Arzneien (zwielichtige Figuren)
  • Zerfall des römischen Reiches 3. Jh. Krise:   - Finanzkrise: hohe Militärausgaben   - Angriffe: Sassaniden, Alemannen, Franken, Goten   - innere Machtkämpfe   - Wirtschaftskrise Spaltung des römischen Reiches (ab 364 n.Chr.)   - Rom = geistliches Zentrum   - Trier = politisches Zentrum   - Konstantinopel = kulturelles Zentrum Zerfall des römischen Reiches (nach 395 n.Chr.) 395 n.Chr.: Tod von Theodosius
  • Spaltung des römischen Reiches (wann?) ab 364 n.Chr.
  • Zerfall des römischen Reiches (wann?) nach 395 n.Chr.   (Tod d. Theodosius)