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Controlling für Einsteiger - IHK (Fach) / 4. Kostenrechnung (Lektion)

4.4. Kostenartenrechnung

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  • 01. Welche Aufgaben erfüllt die Kostenartenrechnung? 1. Erfassung aller Kosten in Abgrenzung zu den Aufwendungen 2. Schaffung der Grundlage für eine exakte, überschneidungsfreie und eindeutige Zuordnung der Kosten auf die Kostenstellen und die Kostenträger 3. Vorbereitung einer kostensrtenorientierten Planuing und Kontrolle 4. Bereitstellung der Informationsbasis für unternehmerische Entscheidungen  
  • 05. Welche Gliederungsgrundsätze gelten für die Kostenartenrechnung? 1. Grundsatz der Reinheit (Eindeutigkeit) 2. Grundsatz der Einheitlichkeit (Überschneidungsfreiheit) 3. Grundsatz der Vollständigkeit 4. Grundsatz der Wirtschaftlichkeit  
  • 06. Was besagt der Grundsatz der Eindeutigkeit? Für die Bezeichnung einer Kostenart ist nur eine (primäre) Kostengüterart bestimmend > Personalkosten setzen sich ausschließlich aus Personalkosten zusammen  
  • 07. Was besagt der Grundsatz der Einheitlichkeit? Keine Überschneidungen: Eindeutige, einheitliche und überschneidungsfreie Kontierungsvorschriften stellen sicher, dass alle Kosten exakt einer bestimmten Kostenart zugewiesen werden können. Gleiche Saachverhaltemüssen in unterschiedlichen Abrechnungszeiträumen identisch kontiert werden, um eine Vergleichbarkeit zu gewährleiten.  
  • 08. Was besagt der Grundsatz der Vollständigkeit? Alle Kosten müssen vollständig erfasst werden, d.h. für alle abzubildenden Sachverhalte einer Periode muss eine Kontenart existieren.  
  • 09. Was besagt der Grundsatz der Wirtschaftlichkeit? Je exakter, differenzierter die vorherigen grundsätze erfüllt werden, desto aufwendiger ist die Kostenerfassung und -gliederung. Die Erfüllung der Grundsätze bei der Kostenerfassung und -differenzierung sollte jedoch in ökonomisch sinnvoller Weise erfolgen.  
  • 10. Definiere Materialkosten Materialkosten, auch Werkstoffkosten genannt, sind die mit ihren Einstandspreisen bewerteten Verbrauchsmengen.  
  • 11. Welche Materialarten unterscheidet man? 1. Rohstoffe: Güter, die als Haupbestandteile in das zu fertigende Produkt eingehen > Einzelkosten 2. Hilfsstoffe: Güter, die als Nebenbestandteil in das zu fertigende Produkt eingehen > Einzelkosten oder unechte Gemeinkosten (Lack, Leim, Nägel, Schrauben) 3. Betriebsstoffe: Güter, die nicht in das zu fertigende Produkt eingehen, aber zu dessen Herstellung erforderlich sind > Gemeinkosten (Strom, Werkzeuge, Büromaterial) 4. Zulieferteile: Fremdbezogene Fertigteile oder Baugruppen, die ohne weitere Be- oder Verarbeitung in das zu fertigende Produkt eingehen > Einzelkosten (Laufwerke für Computer oder Lampen für Autos)  
  • 12. Nenne Methoden zur Erfassung des Materialverbrauchs 1. Inventurmethode 2. Skontrationsmethode/Fortschreibungsmethode 3. Retrograde Methode/ Rückrechnung  
  • 13. Erkläre die Inventurmethode Am Ende der Abrechnungsperiode wird der bestand durch Inventur erfasst. Der Verbrauach ergibt sich aus der um Wareneinkäufe zu korrigierenden Bestandsdifferenz zur Vorperiode Nachteile: - Verbrauch lässt sich nicht nach Kostenstellen differenzieren - Bestandsminderung aufgrund von Schwund, Diebstahl etc, sind nicht feststellbar und somit nicht beeinflussbar - hoher Arbeitsaufwand bei monatlicher Inventur bzw. "Blindflug" bei längeren Zyklen  
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  • 14. Erkläre die Skontrationsmethode Bei der Skontrations- oder Fortschreibungsmethode wird der Verbrauch laufend durch Ma´terialentnahmescheine ermittelt. Vorteil: genaue Zurechnung des Verbrauchsmaterials auf Kostenstellen und Kostenträger möglich Nachteil: Bestandsminderungen aufgrund von Schwund etc. werden nur durch die ergänzende Inventur festgestellt.  
  • 15. Erkläre die Retrograde Methode Bei der Retrograden Methode oder Rückrechnung wird auf der Grundlage von Soll-Verbrauchsmengen anhand der erzeugten Stückzahlen der Materialverbrauch zurückgerechnet. Vorteil: Rechnung mir Sollgrößen ermöglicht Wirtschaftlichkeitskontrolle Nachteil: Bestandsminderungen aufgrund von Schwund etc. werden nur durch eine ergänzende Inventur festgestellt.  
  • 16. Was ist bei der Bewertung des Materialverbrauchs zu beachten? Grundsätzlich gilt der Grundsatz der Einzelbewertung Vereinfachungen: 1. Durchschnittsmethode: Bwertung zu durchschnittlichen Einstandpreisen 2. Verbrauchsfolgeverfahren: - Fifo (First in - first out) - Lifo (Last in - first out)  
  • 17. Wie lassen sich Personalkosten differenzieren? Aufteilung in Löhne > Fertigungslöhne > Akkordlohn > Einzelkosten Löhne > Fertigungskosten > Zeitlohn > Gemeinkosten Löhne > Hilfslöhne > Akkordlohn > Einzelkosten Löhne > Hilfslöhne > Zeitlohn > Gemeinkosten Gehälter > Zeitlohn > Gemeinkosten Sozialabgaben > Gemeinkosten sonst. Personalkosten > Gemeinkosten  
  • 18. Was sind kalkulatorische Kosten? Da die Kostenrechnung und das Controlling als Planungs- Kontoll und Steuerinstrumente dienen, muss das zu Grunde liegende Datenmaterial nach betirebswirtschaftlich sinnvollen Regeln, nicht nach handels- oder steuerrechtlichen Vorschriften einfließen. Gefordert ist die Erfassung des "richtigen" Wertverzehrs. Dies geschieht durch Einbeziehung sogenannter Kalkulatorischer Kosten. Den kalkulatorischen Kosten steht entweder kein Aufwand (Zusatzkosten) oder ein Aufwand in anderer Höhe (Anderskosten) in der Finanzbuchhaltung gegenüber. - Anderskosten, z.B. Abschreibung auf Wiederbeschaffungswert - Zusatzkosten, z.b. Geschäftsführergehalt  
  • 19. Wie kann man kalkulatorische Kosten zusammenfassen? - kalkulatorische Zinsen - kalkulatorische Miete - kalkulatorischer Unternehmergehalt _______________________________ Opportunitätskosten (entgangene Chance)   - kalkulatorische Abschreibung > Liquiditätsvorsorge - kalkulatorische Wagnisse > Selbstversicherung gegen Wagnisse