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VL/Seminar (Fach) / Politik (Lektion)
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- Frage: Kurt Gerhard Fischer Erläutern Sie die vier Bausteine politischer Bildung von Kurt Gerhard Fischer. 1. Politische Bildung als Unterrichtsfach: - hier wird die Theorie gelernt (Faktenwissen, Institutionskunde), damit man Politik überhaupt anwenden kann 2. Politische Bildung als Unterrichtsprinzip (Fächerübergreifend): in allen Fächern soll Demokratieprinzip umgesetzt werden - treten politische Aspekte auf (Bsp.: Gentechnik), dann sollen diese aufgegriffen und diskutiert werden - Beachtung des Beutelsbacher Konsens 3. Politische Erziehung durch soziales Lernen: - sollte den Zielen demokratischer und politischer Bildung (Erziehung zum mündigen Bürger) nicht widersprechen- Unterrichtsstil und –form muss so gestaltet sein, dass Erreichen der Ziele möglich ist- Lehren und Lernen auf demokratischen Grundsätzen (Verbot von Prügelstrafe, kein „Vorgeben“ von Meinungen)- Demokratie-Lernen in Schule als „Kultur der Anerkennung, es wird Selbstvertrauen und Selbstachtung gelernt4. Politische Erziehung durch Handlungserfahrung - Schüler sollen politische Handlungen erlernen und erfahren (durch Partizipation und Interessenvertretung: SV)
- Frage: Was sind die wesentlichen Befunde der PISA-Studien in Bezug auf Deutschland? - Befunde waren eher beunruhigend - getestet wurde Lesekompetenz, mathematische Kompetenz und wissenschaftliche Kompetenz, die alle als Schlüsselkompetenzen für Erfolg im Beruf gelten - die leistungsstärksten in Deutschland waren genauso gut wie die der anderen Staaten - die Leistungsunterschiede zwischen den besten und schlechtesten Lesern waren in Deutschland sehr hoch - deutsche Jugendliche gaben an, wenig zu lesen und kein Vergnügen daran zu haben (40%) - Anteil der schwachen Leser: 23% (damit ungewöhnlich hoch im Vergleich) - Schüler mit gleicher Lesekompetenz sitzen in allen Schulformen: d.h. Lesekompetenz sagt hier nicht über die Schulform aus, was aber eigentlich der Fall sein müsste - Kinder aus sozial niedrigen Schichten sind schlechter als die aus besser gestellten - Jungs sind schlechter als Mädchen - Migrantenkinder sind schlechter als Einheimische - diese Unterschiede galten zwar in fast allen Staaten, in Deutschland jedoch in besonderem Maße - Kinder, die in einem Schuljahr sind, weisen Spannen in Wissen und Kompetenz auf, die bis zu 2 Jahren ausmachen - dies ist für die schwachen SuS nicht aufholbar
- Frage: Weshalb wird im „Armuts- und Reichtumsbericht“ der Bundesregierung von einem relativen Armutsbegriff ausgegangen? - hier wird von relativem Armutsbegriff ausgegangen, da Deutschland zu den reichen „Wohlstandsgesellschaften“ zählt, in denen absolute Armut selten ist - außerdem versteht sich die BRD als Sozialstaat, der nicht nur Vorsorge treffen will, dass jeder Mensch seine physische Existenz sichern kann, sondern dass jeder – unabhängig von seiner persönlichen Leistung, ein menschenwürdiges, annehmbares Leben ohne gesellschaftliche Ausgrenzung führen kann
- Erkläre das Demokratiemodell nach Himmelmann Himmelmann unterschiedet drei Demokratie-Modelle: 1. Herrschaftsform: - besteht aus Menschenrechten/ Rechtsstaat - der Volkssouveränität (durch Wahlen) - Gewaltenteilung, soziale Sicherung sowie Parlamentarismus und Parteienwettbewerb 2. Gesellschaftsform: - gekennzeichnet durch Pluralismus, soziale Differenzierung, friedl. Konfliktregelung - Konkurrenz (Marktwirtschaft), Offenheit und Öffentlichkeit sowie Zivilgesellschaft 3. Lebensform: - gekennzeichnet durch Fairness, Toleranz, Vielfalt der Lebensstile, Chancenvielfalt, Selbstorganisation
- Erläutern sie den Zusammenhang zwischen „Demokratie als Lebensform“ von Himmelmann und dem Baustein „politische Bildung als soziales Lernen von Wolfgang Sander - Demokratie will gelebt werden, um gelernt werden zu können; - demokratisches Verständnis wird am Besten durch eigenes Handeln und Erleben verdeutlicht; - politische Bildung als soziales lernen bezieht sich auch auf Interaktionsstile und Unterrichtsformen, die den Zielen politischer Bildung nicht widersprechen dürfen; im Unterrichts sollen sich als auch von Seiten des Lehrers Aspekte der Demokratie widerspiegeln - Bsp.: Probleme gewaltfrei und gleichberechtigt angehen; Mitsprache-Akzeptanz, Mehrheitsentscheidungen; Erlernen von Selbstvertrauen
- Weshalb dürfen laut Sutor und Detjen Tabellen und Schaubilder der Jugendforschung nicht als Abbildung objektiver Realität verstanden werden? Erfasst sind vielmehr Meinungsäußerungen und Einschätzungen. Soziale Wirklichkeit kann überhaupt nicht objektiv abgebildet werden. Wer meint, er sei politisch interessiert, muss noch kein intensiver Zeitungsleser sein oder zur Wahl gehen. Subjektives Meinen und objektives Verhalten sind zweierlei.
- Was sind laut den beiden Grundfragen der politischen Bildung? Wie verstehen wir Politik und nach welchen Wertmaßstäben können wir sie beurteilen? Wie verstehen wir Demokratie und wie ist sie als politische Ordnungsform unter den Bedingungen moderner Gesellschaften praktizierbar?
- Jugend und Politik: Erläutern Sie die im Text gezeigten Diagramme und Schaubilder. 1. Im Alter zwischen 15- 24: - im Jahr 91 nimmt Politikinteresse leicht zu (57%) - sinkt bis 2002 auf 34% -2010 auf 40% gestiegen 2. Männer haben größeres Interesse an Politik als Frauen (2010: 42 zu 31) 3. Politisches Interesse steigt, je Älter Kinder sind 12-14 = 21% 22-25= 47% 4. Politisches Interesse steigt nach Schicht: Unterschicht: 16% Oberschicht: 51% 5. Jugendliche informieren sich über: Fernsehen (27), Internet, Tageszeitung (20) Wochenzeit (6) 6. Positionierung: links: 9/ rechts: 4/ eher links und Mitte: 29/ ohne: 16 7. Zufrieden West: sehr unzufrieden: 5 eher unzufrieden: 25 eher zufri. 41 sehr zu. 9 Ost: 11 39 41 4 8. Demokratie: West: gute Staatsform: 86 nicht so gut: 8 weiß nicht: 6 Ost: 70 16 14
- Sander führt in „polit. Bildung als fächerübergreifende Aufgabe“ vier Perspektiven an, aus denen die Notwendigkeit fächerübergreifenden Unterrichts deutlich wird. Welche? 1. Politiktheoretische Perspektiven: - Begriff des Politischen wandelt sich, Politik spielt heute auch in Wirtschaft und Technologie hinein, keine strikte Trennung von Staat und Gesellschaft mehr möglich 2. Bildungstheoretische Perspektiven: - Bildung im „Medium des Allgemeinen“ d.h. Auseinandersetzung mit Problemen, die alle angehen (Umwelt, Frieden…) hier spielt politische Bildung eine Rolle 3. Schulpädagogische Perspektiven: - Arbeit mit Realsituationen lässt sich oft nicht einem bestimmten Thema zuordnen 4. Bildungsökonomische Perspektiven: Wirtschaft fordert neue Kompetenzen und Schlüsselqualifikationen, die nur fächerübergreifend gelernt werden können
- Was ist der Beutelsbacher Konsens, wie ist er entstanden? - ist eine Übereinkunft von Fachdidaktikern und Politikern über Anforderungen an polit. Bildung und den Politikunterricht in Schulen - Minimalkonsens zur Vermittlung von polit. Bildung an Schulen, Hochschulen und Bundeswehr - 1976 entstanden in Baden-Würtemberg, nicht gesetzlich bindend.
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- Was sind die Grundprinzipien des Beutelsbacher Konsens? 1. Überwältigungsverbot: Lehrer dürfen SuS keine Meinung aufzwingen und muss Auseinandersetzungen zulassen 2. Kontroveritätsgebot: Was in Wissenschaft und Politik kontrovers ist, muss auch im Unterricht kontrovers erscheinen 3. Interessenlage: Lehrer müssen SuS befähigen, eigene Interessen zu finden und diese in politischen Prozess zu bringen
- Welche Regelungen finden sich im Hessischen Schulgesetz zu Gleichheit und Antidiskriminierung? §1: für die Aufnahme in eine Schule dürfen weder Geschlecht, Herkunftsland der Eltern, Behinderung, oder gesellschaftliche Stellung bestimmend sein §2. Gleichstellung der Geschlechter; Gleichstellung der Religionen, Menschen anderer Herkunft und Weltanschauung vorurteilsfrei begegnen, § 3. Gleiches wie in Paragraph 2: Gewährleistung, dass alle SuS sich gleich entwickeln können
- Wie wird ein Klassensprecher gewählt? - in Sek 1 und 2 wird der Klassensprecher und ein Stellvertreter für die Dauer eines Schuljahres gewählt - die Wahl muss in den ersten drei Wochen nach unterrichtsbeginn stattfinden - wahlberechtigt sind alle, die zum Zeitpunkt der Wahl die Klasse besuchen - die Wahlen sind geheim - die Wahlbewerber müssen ihr Einverständnis für die Wahl abgeben - die Wahlen finden nach Grundsätzen der Mehrheitswahl statt - ein Wahlleiter muss die Wahl durchführen und eine Wahlniederschrift festhalten § 1, 2, 6, 8
- Stellen Sie den Aufbau der SV da. A) bei direkter Wahl des Schulspreches B), bei indirekter
- Welche Mitbestimmungsrechte hat die SV auf Ebene einer Schule? - Zustimmung des Schülerrates zu: 1. Schulprogrammen 2. Grundsätzen für die Einrichtung und den Umfang freiwilliger Unterrichtsangebote 3. Einrichtung und Ersetzung der Förderstufe 4. Hausaufgaben und Klassenarbeiten 5. Mitarbeit von Eltern im Unterricht und bei Schulveranstaltungen 6. Fremdsprachenauswahl - Die Vertreter der SV haben das Recht, die Interessen der Schülerschaft in allen Konferenzen der Schule zu vertreten. Hiervon ausgeschlossen Konferenzen sind Klassenkonferenzen, Zeugniskonferenzen, Versetzungskonferenzen und Konferenzen, die Personalangelegenheiten betreffen. (§ 122 HSchG)
- Welche Funktionen und Aufgaben haben Verbindungslehrer? - Beratung und Förderung der SV und der Schülerschaft - bei Unstimmigkeiten zwischen SV und Schülern oder SV und Schulverwaltung, Schulleitung etc vermittelt er - Recht auf Teilnahme an SV Sitzungen mit beratender Stimme - auf 2 Jahre gewählt - ist bei Ausführung seiner Tätigkeiten nicht an Anweisungen der Schule gebunden, muss keine Rechenschaft ablegen oder informieren
- Was sind laut hessischer Dienstordnung die Rechte und Pflichten von Lehrern? - erziehen, unterrichten, beraten und betreuen SuS in eigener Verantwortung - hat das Recht eigene Meinung zu äußern, muss jedoch unterschiedliche Auffassungen herausstellen Pflichten: - Informationspflicht über neuesten pädagogischen Kenntnisstand - Längerfristige Unterrichtsplanung - Pünktlicher Beginn und Schluss - Aufsichtspflicht - Pflicht, als Mentorin Praktikanten und Referendare auszubilden - individuelle Lernvorraussetzungen berücksichtigen - Begründung von Noten im Gespräch - Sprechstunden für die Eltern - Gesundheitszustand der SuS beachten - Mitwirken an Veranstaltungen der Klasse oder bei Projektwochen - Vertretungsstunden über Pflichtstundenzahl hinaus übernehmen - Teilnahme am Elternsprechtag
- Was sind laut Gerda Holz die drei wesentlichen Ursachen für die Armut von Erwachsenen? - Langzeiterbwerbslosigkeit - Erwerbstätigkeit auf niedrigem Zeitniveau und Bezahlungsniveau (hier vor allem Erziehung und Pflege eher Frauenspezifisch) - Überschuldung, Scheidung, Trennung, Behinderung oder multiple Problemlagen
- Was sind laut Holz gruppenbezogene Risiken für Armut? - Personen mit Migrationshintergrund - alleinerziehende Personen - niedrige Bildungsqualifikation bzw. Leben in sozial belasteten Quartieren
- Welche Lebenslagedimensionen sind laut Holz für die Entwicklungsmöglichkeiten armer Kinder zu berücksichtigen? - materielle Versorgung des Kindes - kulturelle Versorgung - Situationen im sozialen Bereich (Kontakte, soziale Kompetenzen) - Psychische und physische Lage (Gesundheit)
- Wie definiert sich Kinderarmut? Kinderarmut definiert sich immer über familiäre Armut, d.h. das Einkommen der Familie liegt bei 50% resp. 60% des Durchschnitteinkommens; Kinder, die in den oben genannten Lebenslagedimensionen nicht gut versorgt sind, sind zwar „arm dran“ aber nicht arm
- Welche Gruppen von Kindern sind Holz zufolge armutsgefährdet? Armutsgefährdet sind Kinder für ihre eigene Zukunft vor allem dann, wenn sie in Familien mit armen Eltern aufwachsen. - Erwerbslosigkeit, Niedriglohnarbeit, Migrationshintergrund, leben in sozial belasteten Quartieren…
- Charakterisieren sie die Folgen von Kinderarmut für die Altersgruppe, die sie unterrichten werden - Armut bestimmt bereits bei 10-Jährigen den nachfolgenden Weg immens: - 30% der armen Mädchen wiederholen eine Klasse in der Grundschule - Durchschnittsnoten sind schlechter, Ausnahme ist Sport- finanziell besser dastehende Eltern und Eltern mit besserem Bildungsabschluss legen mehr Wert auf die Schulkarriere ihrer Kinder unterstützen eher! - größte Gruppe der Kinder mit Armutserfahrung erreicht maximal die Realschule - 11 Kinder von 100 armen erreichen einen Hochschulzugang - d.h. im Gymnasium werde ich „wahrscheinlich weniger mit Armut konfrontiert als in HR-Schulen
- Durch welche Merkmale zeichnen sich die Angehörigen bildungsferner Schichten aus (Detjen)? Sprachbarrieren Lernschwierigkeiten Schlechte Noten Abweichendes Verhalten Niedriger Abschluss
- Durch welche Merkmale zeichnen sich die Kinder bildungsferner Schichten aus (Detjen)? - Fallen durch Sprachbarrieren auf - Lernschwierigkeiten - Schlechtere Schulleistungen - Fallen häufig durch abweichendes Verhalten auf - höherer Fernsehkonsum bei sinkenden Ansprüchen - politisch uninformiert - sozial wenig engagiert
- Welchen Zusammenhang gibt es Joachim Detjen zu Folge zwischen Bildungsniveau und politischem Interesse? - Menschen mit niedrigem Bildungsniveau haben in der Regel weniger politisches Interesse- Bildungsarmut korreliert mit Sprach- und Gesprächsarmut sowie niedriger politischer Urteilskompetenz
- Welche persönlichen und politischen Folgen haben laut Detjen niedrige Bildungsabschlüsse? - man hat niedrige politische Urteilskompetenz, durch Sprach- und Gesprächsarmut- da man nie versteht, was sich hinter der politischen Oberfläche verbirgt, fühlt man sich nie angesprochen von diesen Themen kein Interesse daran, wirkt zu kompliziert- persönlich folgen häufig unsichere berufliche Karrieren und prekäre Lebenslagen- Unzufriedenheit mit der eigenen Lebenslage führt häufig zu Unzufriedenheit mit der Demokratie und zu Distanz gegenüber dem Gemeinwesen- je unsicherer Zukunft scheint umso mehr wird Politik abgelehnt -Teufelskreis
- Beschreiben Sie einen typischen Konsummaterialisten und einen Hedonisten (Detjen). Konsummaterialist: - fast ausschließlich HS-Abschluss- mangelnde Berufliche Lage wird durch prestigeorientierten Konsumstil wieder wettgemacht- Spaß- und freizeitorientierten Lebensstil- Lebensgenuss wird höher geschätzt als aktive Mitverantwortung- die meisten wissen, dass sie Bildungsdefizite haben- Bildung dient ihnen dafür, dass sie nicht ausgenutzt, benachteiligt oder sozial ausgegrenzt werden; - Bildung hat keinen Selbstzweck und muss immer einen persönlichen Nutzen haben;- Bildung hat nichts mit Persönlichkeitsentwicklung zu tun- eher Boulevardzeitungen- haben nur dann InteresseHedonisten:- einfache bis mittlere Schulabschlüsse- Leben im Hier und jetzt, Spaß und Unterhaltung sind wichtig- unkontrollierter Umgang mit Geld, Spaß an Unangepasstheit- sie wissen, dass Bildung wichtig für gute Lebensbiographie ist, dennoch haben sie nicht die Motivation, sich zu bilden- Bildung hat keinen intrinsischen Wert, dient nicht der Persönlichkeitsentwicklung
- Definieren sie Bildungspolitik nach Krüger-Potratz. Bildungspolitik bezieht sich auf alle gesellschaftlichen und staatlichen Institutionen und Organisationen, in denen sich Menschen vom Kleinkindalter an Wissen, Fertigkeiten und Kompetenzen aneignen und umfasst alle Politischen Maßnahmen zur Entwicklung und Gestaltung des Bildungswesens
- Erläutern Sie, wie Bildungspolitik Einfluss auf das Bildungswesen nimmt und was sie regelt. - nimmt über Gesetze, Regelungen und Erlasse Einfluss auf die innere und äußere Gestaltung des Bildungssystems -regelt pädagogische Arbeit- Regelungsgegenstände: Schulformen, Übergänge, Klassengrößen, Curricula, Rhythmisierung des Unterrichts, Schulwoche und Schuljahr, Verhältnis von Schule und Eltern, Ausbildung und Einsatz des pädagogischen Personals- es gibt bundesländerübergreifende Gremien -1949 gegründete KMK -Bund/ Länder Komission für Bildungsplanung (BLK)
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- Auf welche pädagogisch relevanten Sachverhalte erlaubt die Staatsangehörigkeit keine Rückschlüsse und warum (Krüger-Potratz)? - der Pass erlaubt keinen Rückschluss auf pädagogisch relevante Sachverhalte wie Erstsprache, bzw. sprachliche Sozialisation und Sprachkompetenz- nicht auf soziokulturellen Hintergrund- religiöse oder weltanschauliche Orientierung- familiäre und soziale Situation
- Geben sie zwei Beispiele für die Bildungsbeteiligung und Bildungsbenachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund (Bezug auf Krüger-Portratz) - Benachteiligung: ausländische Schüler nehmen seltener an dualen Ausbildungen Teil 38% Ausländer, 66% Deutsche- drei mal so viele Deutsche wie ausländische Kinder wechseln von der Grundschule ins Gymnasium
- Welche Ursachen können Grund für Bildungserfolg und Bildungsbenachteiligung sein? - Ursachen für Benachteiligung extrem vielschichtig- Verlauf des Migrationsprozesses- Sicherheit des Aufenthaltstatus- soziale Herkunft im Aufnahmeland- Bildungsbiographien der Eltern- Umfeld, in dem Kinder leben
- Vergleichen Sie die Empfehlungen der KMK für ausländische Jugendliche mit denen der KMK für Aussiedlerkinder nach Krüger-Potratz. - Aussiedlerkinder werden aufgrund ihrer Abstammung recht schnell als Deutsche bezeichnet und erhalten die deutsche Staatsbürgerschaft- Maßnahmen für Kinder und Jugendliche: sind hauptsächlich auf Grund- und Hauptschule bezogen Aufforderung, Maßnahmen zu treffen, die den Kindern die Eingewöhnung in deutsche Schulen erleichtern z.B. Bildung sogenannter Vorbereitungsklasse, Sprachunterricht, Hausaufgabenhilfekeine Förderung sondern Maßnahmen zur Homogenisierung und Assimilation- Maßnahmen, für eingewanderte, „eigene“ Kinder: auf den gesamten schulischen Bereich bezogen keine Bewertung der Eingewanderten als fremd auf Einwanderung und Integration ausgelegtes Programm
- Vergleichen Sie: Die dritte Linie, Bildungspolitik im Zeichen europäischer Integration“ mit dem Hessischen Grundgesetz §2-3 - es wird zuerst bemerkt, dass es in einer globalen Welt notwendig ist, die Perspektiven zu wechseln um junge Menschen auf die Herausforderungen von neuer beruflicher Mobilität, Leben in einer europäischen Integration und das Leben in EINER Welt vorzubereiten- es wird viel Wert gelegt auf multikulturelle Akzentuierung und Multiperspektivität bei Lehrformen und Materialien - Förderung des Fremdsprachenunterrichts, Beschäftigung ausländischer Lehrkräfte,Zusammenarbeit mit den Lehrern des muttersprachlichen Unterrichts mit anderen Lehrern- Maßnahmen zu Ganztagsangeboten, Förderung vor der Grundschule bei Hessischem Schulgesetz geht es eher darum, dass SuS mit Migrationshintergrund aufgrund dessen oder aufgrund ihrer Religion oder Kultur nicht benachteiligt werden dürfen- bei der Dritten Linie geht es vielmehr noch um eine bessere Integration, das Öffnen der Schule hin zu einer multikulturellen Auseinandersetzung, um der Globalisierung recht zu tun
- Welche Aufgaben formuliert Krüger für eine Bildungspolitik, die interkulturelle Bildung als Querschnittsaufgabe im Bildungswesen und Schlüsselqualifikation für alle definiert. - Inhalte: Grundlegende Überprüfung der Curricula und Lehrmaterialien unter interkultureller Perspektive- Konzepte für Sprachliche Bildung quer durch alle Fächer mit Bezug auf individuelle Mehrsprachlichkeit- Didaktik: Konzepte für fächerübergreifendes Lernen und Multiperspektivität- Organisation: innere Differenzierung in der Schule als Reaktion auf unterschiedliche Lernbedürfnisse- Personalentwicklung: stärkere Einbeziehung von Lehrkräften mit Migrationshintergrund
- Welche Regelungen finden sich im hessischen Schulgesetz zum Thema Geschlecht? Wo sehen Sie Bezüge zum Text von Helga Ostendorf? - § 2 Gleichberechtigung von Mann und Frau /Schule soll zur Verwirklichung der Gleichberechtigung beitragen) tradiertes Rollenverständnis soll abgelöst werden- § 3 es ist darauf hinzuwirken, dass Ausschüsse, Beiräte und sonstige Gremien, die aufgrund dieses Gesetzes zu bilden sind, paritätisch besetzt werden- Ostendorf: Thema BOS: Möglichkeit, nach der Ausbildung ein Jahr zu besuchen und danach die Prüfung zum Fachabi zu machen; - Problem: Frauen eher unterrepräsentiert, da Hauptfachrichtung Technik ist (ein Drittel der Plätze); es wurden kaum frauentypischere Ausbildungen bedacht; wer z.B. Rechtanwaltsgehilfin gelernt hat, muss Fachrichtung Wirtschaft belegen, Arzthelferinnen müssen Sozialwesen wählenERGO: es hapert zumindest in FOS und BOS an Möglichkeiten, das tradierte Rollenverständnis von der Frau als Hausfrau abzulösen
- Welche institutionalisierten Sackgassen thematisiert Ostendorf in Ihrem Aufsatz „Sackgassen für Mädchen“. Erläutern Sie diese. - viele Frauen, die die Berufsfachschule besucht haben (in Berufen wie Optikerin. Chemielaborantin, Rechtshelferin etc., die eigentlich Abitur benötigen, jedoch mit BFS auch zu machen sind), können danach meist kein Hochschulstudium aufnehmen- vier Fünftel aller Teilnehmer an FOS sind weiblich; das Unterangebot an Plätzen geht daher zu lasten der Frauen- BOS: strukturelle Benachteiligung der Frauen: ein Drittel aller Plätze geht an Fachrichtung Technik diese wird selten von Frauen gewählt es fehlen Fachrichtungen die an Frauentypischere Berufe anknüpfendie für Frauen interessanten Richtungen wie Medizin und Recht gibt es nur in wenigen Bundesländern; sie müssen oft ausweichen auf „Wirtschaft“ oder „Sozialwesen“
- Was sind laut Ostendorf die Ursachen für einen geschlechtersegregierten Arbeitsmarkt? - liegt nicht an Motivation und Orientierungen der Mädchen sondern an Strukturen des Bildungs- und Schulsystems- schon bei der Berufsberatung ist es für Mädchen schwierig, da die Berufswahl in einer Zeit geschieht, in der die Frauen neben Interessensfragen auch Identitätsfragen beschäftigen; Infomaterial zu Berufen wird oft typisch feminin und typisch maskulin gestaltet, sodass Mädchen sich bei der Wahl der femininen zumindest keine Probleme mit einer weiblichen Identifikation haben; andere, genauso wichtige Punkte für Frauen, wie Interessen, Arbeitsplatzsicherheit etc. werden oft außer acht gelassen- Frauen arbeiten häufig in Helferberufen (z.B. Helferinnen von Chefs, Arzthelferin, Rechtspflegehelferin etc.), diese sehen kaum eine Aufstiegschance vor
- Welche Möglichkeiten zur Veränderung dieses Arbeitsmarktes bietet Schule? Beziehen Sie sich auf den Text von Helga Ostendorf und auf das Hessische Schulgesetz. - mehr Fachrichtungen an Schulen, die an frauentypischere Ausbildungen anschließen (Medizin, Recht, etc.) Problem: kein Bundesland richtet so etwas alleine ein, und stellt damit Schulplätze für die Kinder anderer Bundesländer- es muss sichergestellt werden, dass in die Konstrukteure/innen des Bildungssystems nicht zu der Sorte gehören, die Frauen in Berufen wie Hausfrau und Mutter sehen
- Erklären Sie die drei Demokratie-Modelle nach Himmelmann „Leitbild Demokratieerziehung“. Herrschaftsform ✗ besteht aus Menschenrechten/Rechtsstaat, ✗ der Volkssouveränität (z.B. durch Wahlen), ✗ Gewaltenteilung, ✗ soziale Sicherung sowie ✗ Parlamentarismus bzw. dem Parteienwettbewerb. Gesellschaftsform ✗ gekennzeichnet durch Pluralismus, ✗ sozialer Differenzierung, ✗ friedlicher Konfliktregelung, ✗ Konkurrenz (Marktwirtschaft), ✗ Offenheit und Öffentlichkeit sowie ✗ Zivilgesellschaft. Lebensform ✗ gekennzeichnet durch Zivilität und Fairness, ✗ Toleranz, ✗ Vielfalt der Lebensstile, ✗ Chancenvielfalt, ✗ Solidarität und ✗ Selbstorganisation.
- Erläutern sie die Ideologie der Ungleichheit am Beispiel des Rassismus. - Ideologie der Ungleichheit = Kern des rechtsextremen Weltbildes- vorherrschend sind nationalisitsche, rechtsextreme und antisemetistische Anschauungen- Auffassung: Zugehörigkeit zu einer Ethnie entscheidet über den Wert eines Menschen- Öffentlichkeit verweist nur selten auf die wissenschaftlichen Unhaltbarkeiten dieser Auffassung: im biologischen Sinn gibt es keine menschlichen Rassen Begriff der Rasse stammt aus der Tierzucht die willkürliche Kriterienwahl belegt die Unhaltbarkeit dieser Auffassung im wissenschaftlichen Sinn
- Warum ist politische Bildung laut Ahlheim keine Feuerwehr in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus? - politische Bildung wird überschätzt, denn bisher konnte sie nichts gegen Rechtsextremismus tun- politische Bildung ist keine Umerziehungsmethode, da sie auf mittel- bis langfristige Lern- und Veränderungsprozesse setzt- „Harter Kern“ der Rechtsextremisten wird durch politische Bildung sowieso nicht erreicht, da sie sich dieser entziehen
- Ahlheim spricht von Anschlussfähigkeit rechtsextremer Ideologien an den alltäglichen Diskurs. Erläutern Sie diese These am Beispiel des Rassismus und Antisemetismus. - fremdenfeindliche Einstellungen sind allgegenwertig und fast schon als eine Art „normale Fremdenfeindlichkeit“ angesehen (durch Medien, Ungerechtigkeit…)- „normale Vorurteile“ bieten Anknüpfungspunkte: Ausländer sind faul und leben auf Kosten des Staates…
- Was kann politische Bildung laut Ahlheim in der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus leisten? - sie kann sich an SuS richten, die noch kein rechtsextremes Weltbild haben- Kann die Ideologie kritisch hinterfragen, sich mit den Ängsten die dahinterstehen auseinandersetzen ohne sich direkt in Vorurteile zu flüchten- über aktuelle Geschehnisse im Gebiet Rechtsextremismus berichten und sprechen- politischer Tabuisierung entgegenwirken
- Welchen Zusammenhang sieht Joachim Kersten zwischen Jugendgewalt und Geschlecht? - hauptsächlich männliche Jugendliche sind zu Gewalt bereicht- Grund sind Bilder, die alles weibliche ausklammern und Maskulinität bewahren wollen- Männliche Jugendliche sehen sich in der Rolle des Beschützers (Territorium, Frauen…)- es geht um Zurschaustellung der Männlichkeit- Gewalt bei Mädchen eher aufgrund funktionaler Bedingungen, weniger identitätsstiftent
- Erläutern Sie die drei Formen, die in Bezug auf Jugendgewalt in modernen Gesellschaften meist existieren. Nehmen Sie Bezug auf die Kategorien Geschlecht und Kultur. Street- Corner Gruppen: eher Cliquencharakter Fest organisierte Jugendgangs Netzwerke Heranwachsender/ junger Männer im Bereich Drogenhandel, Prostitution und Eigentumskriminalität Großteil wahrgenommener Jugendkriminalität spielt sich in den ersten beiden Gruppen ab