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Pädagogik der Lernförderung (Fach) / Angststörungen (Lektion)

Es geht um Angst

Diese Lektion wurde von kaikasus erstellt.

Lektion lernen

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  • Wie lässt sich pathologische Angst von der normalen Angst unterscheiden?     -          quantitativer Aspekt: übermäßige Angstintensität -          qualitativer Aspekt: ungewöhnliche Inhalte der Angst -          Unangemessenheit der Reaktion zur Situation -          Möglichkeiten zur Bewältigung fehlen  
  • Welche Angststörungen gibt es laut ICD-10?     Phobische Störungen F40 Panikstörung F 41.0 Generalisierte Angststörung F 41.1 Reaktionen auf schwere Belastungen F 43 Emotionale Störungen des Kindesalters F.93.0  
  • In welchen Angststörungen nach ICD 10 spiegelt sich die Schulangst wieder?  sozialen Phobie (F40.1), der phobischen Störung im Kindesalter (F 93.1), der generalisierten Angststörung (F41.1) Reaktionen auf schwere Belastungen (F43.0 und F43.1) wieder  
  • Welche drei Erklärungsmuster für die Entstehung von Schulangst erscheinen dir schlüssig? kognitives Modell negative, disfunktionale Kognition (negative Selbst- und Situationsbewältigung) klassisches Konditionieren Übertrag des angstauslösenden Reiz auf andere eigentliche neutrale Reize operantes Konditionieren Eltern und Lehrer verstärken die Angstreaktion Aufhebung der gefürchteten Situation Zuwendung bei Angst    
  • Welche Formen der Angst treten in der Schule auf?                             Enttäuschter Fleiß                         Teilleistungsstärken                         Zu gutmütig für diese Welt                         Gewalt auf dem Schulhof                    Lehrer als Zyniker  
  • Welches sind Angstförderliche schulische Bedingungen? Schule hat das Ziel die Lernfreude bei den Schülern möglichst lang zu erhalten, die Schulangst steht zu dieser Lernfreude im Kontrast Schulische Selektion Lehrerverhalten regelmäßige schriftliche und mündliche Bewertungssituation Gestaltung der Prüfungssituation  
  • Wie liegt die Angst in der Person begründet?  Schulangst ist eine introvertierte Emotion und fällt nicht so stark auf Aufmerksamkeits- und Konzentrationsprobleme Ungewissheit über Prüfungsanforderungen disfunktionale Kognition (negative Selbst- und Situationsbewertung) Überforderung Angst die Anerkennung von Peers, Eltern oder Lehrer durch schlechte Noten zu verlieren ineffektive Lernstrategien    
  • Wie kann das familiäre Umfeld die Angst verstärken?     -          überzogene Leistungsanforderungen -          Verstärkung ängstlichen Verhaltens -          Modelllernen -          Sanktion schlechter Leistung -          Leistungsabhängige Zuwendung  
  • 9 Fragen an das eigene System, um die Ursachen von Schulangst zu finden Leistungsdiagnostik: Liegt Überforderung vor? Wurden Teilleistungsstärken überschätzt und generalisiert? Schullaufbahnberatung Wurde die richtige Schule gewählt?   Soziale Analyse: Betrachtung des Schul- und Klassenklimas Gibt es Mobbing an der Schule (in der Pause)?   Selbstkritische Lehrerreflexion Bin ich zu streng? Kommen die Witze falsch an? unterschiedliche Führungsstile unter den Lehrern   Sozialpädagogische Einflussnahme Klassengespräche, Streitschlichtergespräche Einbindung der Ängstlichen Psychosozialen Kompetenzgewinn auf Klassenfahrten und –Feiern ermöglichen   Elternberatung Freundschaften und Hobbys vermitteln Ängstliche Eltern ins Schulleben einbinden   Austausch mit Kollegen Wo kann man Ermutigung/Erfolge beim Schüler erzielen? Wo gibt es bestehende Vertrauensbeziehungen? Paten und Tutoren für ängstliche Schüler   Die Grundhaltung o       Verstehen, o       Selbstkritik o       Verändern   Die Federführung o       Eltern und Lehrer stimmen sich über externe kinderärztliche oder psychotherapeutische Konsultation von Experten ab o       Lehrer vermitteln an Experten weiter  
  • Welche Therapiemöglichkeiten gibt es? - systematische Desnsibilisierung Entspannungstraining Erstellung einer Angsthierarchie Verbindung von Entspannung mit Aspekten der Angsthierarchie - Konfrontation, sodass Angst als harmlos enttarnt wird - Kognitive Methoden: dysfunktionale Kognition identifizieren Ersetzung der schädlichen Muster duch angemessene Muster Realitätstest durch Exposition
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  • Welche Ängste sind typisch für die Entwicklungsphasen 8-11 Jahre und 12-18 Jahre? 8-11 Jahre: schlechte schulische und sportliche Leistungen 12-18 Jahre:                                                                                   Ablehnung durch Gleichaltrige
  • Was ist Angst? Angst: An Beengung, Erregung, Verzweiflung verknüpftes Lebensgefühl, dessen besonderes Kennzeichen die Aufhebung der willensmäßigen und verstandesmäßigen Steuerung der Persönlichkeit ist.   Angst = Grundform menschlichen Erlebens und Verhaltens, die eine Schutzfunktion hat  
  • Wie lassen die drei Angstformen der Schule sich voneinander abgrenzen? Trennungsangst: ist emotionale Störung des Kindesalters liegt in der engen Beziehung zur Bezugsperson Ort der Störung ist zu Hause Schuleschwänzen psychiatrisch kann es eher als dissoziales Verhalten angesehen werden andere Orte sind attraktiver als die Schule Schulangst ist eine auf den Lebensraum Schule gerichtete Angst, die über die reine Prüfungssituation hinaus geht
  • Symptome der Schulangst Physiologisch: kurzfristige Veränderungen: Herzklopfen, Schwitzen, Erröten chronifizierte Reaktionen: Übelkeit, Kopf- und Magenschmerzen Emotional: Unsicherheits- und Hilflosigkeitsgefühle, depressive Verstimmung Kognitiv: Störung der koordinierten Informationsaufnahme, -verarbeitung und -aktivierung
  • Epidemiologie von Schulangst häufigste Angstform bei Kinder zwischen 9 und 12 Jahren 3,7% der Jungen/ 3,8% der Mädchen (4-10 Jahre) haben Angst in die Schule zu gehen 20% aller 8-18jährigen haben Angst durch eine Prüfung zu fallen
  • Komobidität von Schulangst 60% der leistungsängstlichen Schüler erhielten die Diagnose einer weiteren Angststörung leistungsängstliche Kinder weisen eine erhöhte Depressivität aus
  • Chancen und Grenzen der L-Schule im Umgang mit Schulangst - kleinere Klassen und damit individuellerer und vertrauterer Zugang zu den Schülern geringerer Selektionsdruck, dafür Stigmatisierung geringe Leistungsanforderungen nehmen Leistungsdruck Institution der L-Schule kann wenig tun, es kommt auf die Ausgestaltung des Schulkonzepts der Einzelschule, die sensible und reflexive Lehrperson und eine gute Kooperation mit den Eltern im Einzelfall an
  • Wie kann Schule Angst als Kompetenz ansehen? - Angstfreiheit kann nicht pädagogisches Ziel sein konkrete Ängste müssen bewältigt werden können (bellender Hund) abstrakte Ängste von den Kindern fernhalten (Zukunftsängste, Notendruck)  
  • Welche Möglichkeiten gibt es an dosierter Angst zu wachsen? Vorträge halten, Theater spielen Streitschlichtergespräche Knifflige Grammatikregel lernen lehren soziale, intellektuelle und emotionale Herausforderungen zu meistern
  • Nenne 2 Bsp. für Überforderung als Auslöser von Schulangst! enttäuschter Fleiß Kind fällt positiv auf, weil es immer fleißig war wenn Fleiß nicht mehr ausreicht, werden die Noten schlechter Teilleistungsstärken gute Fähigkeiten im Teilbereich werden generalisiert, was zu einer Überforderung in den anderen Bereichen führt
  • Nenne 2 Bsp für soziale Ursachen der Schulangst zu gutmütig für diese Welt sind sehr fair erzogen können sich nicht frech wehren und werden zu Opfern ihrer Mitschüler Gewalt auf dem Schulhof Gewalterfahrung löst Trauma aufgrund des Ohnmachtsgefühls und der Schutzlosigkeit aus aufgrund der Schulpflicht kann man sich dieser Gewalt kaum entziehen
  • Wie kann der Lehrer zur Schulangst beitragen? - autoritäres Auftreten - Tadel und Spott - Demütigung der Schüler