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Arbeits- und Organisationspsychologie (Fach) / M8 03426 - Organisationspsychologie Kapitel 1 (Lektion)

Die Organisation

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  • 01. Worauf liegt das Augenmerk in der Organisationspsychologie? auf der Analyse, Bewertung und Entwicklung von Organisationen
  • 02. In welchen zwei Bedeutungen kann der Organisationsbegriff verwendet werden? - instrumentell: das Organisieren und Regeln - institutionell: das soziale Gebilde
  • 03. Was ist die Aufbauorganisation? legt die Abteilungs- und Stellengliederung sowie das Instanzgefüge fest
  • 04. Was ist die Ablauforganisation? hat die zeitliche und räumliche Abstimmung der Arbeitsgänge zum Gegenstand
  • 05. Mit welchen Adjektiven kann Organisationskultur beschrieben werden? - implizit - kollektiv - konzeptionell - emotional - historisch
  • 06. Was ist das Herrschaftsproblem? betrifft die Rechte und Pflichten sowie Weisungsbefugnisse der Organisationsmitglieder
  • 07. Was ist das Verteilungsproblem? betrifft Anreize und Belastungen, die sich für die Mitglieder ergeben
  • 08. Welches sind die wichtigsten Organisationstheorien? - Arbeitsteilung nach Taylor - Theorie der idealen Bürokratie nach Weber - Human-Relations-Bewegung - Humanistische Theorie von McGregor - Entscheidungsorientierter Ansatz nach March und Simon - Neuberger - Rollentheorie nach Katz und Kahn - Transaktionskostentheorie nach Williamson - Principal Agent Theory - Management von Netzwerkorganisationen nach Sydow
  • 09. Welche Merkmale hat die Theorie der idealen Bürokratie nach Weber? - Arbeitsteilung - zentrale Steuerung - und steile Hierarchien mit jeweils kleiner Kontrollspanne, Regeln der Amtsführung und Aktenkundigkeit
  • 10. Wie sieht die Humanistische Theorie von McGregor aus? stellt den Gegenentwurf zum Taylorismus dar im Mittelpunkt stehen die sich gegenüberliegenden Theorien X und Y, welche die Einstellung des Managements zur Arbeiterschaft widerspiegeln
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  • 11. Wie sehen die Theorien X und Y nach McGregor aus? - Theorie X umschreibt ein Menschenbild mit einem arbeitsunwilligen, verantwortungsscheuen, durch Zuckerbrot und Peitsche beherrschbaren Mitarbeiter, der autoritär gelenkt und kontrolliert werden muss --> die Folge ist ein passiver und verantwortungsloser Mitarbeiter - Theorie Y stellt Selbstregulation und Motivation des Mitarbeiters in den Vordergrund --> die Führungskraft ist hier kompetenter Berater und nicht Aufpasser
  • 12. Wie sieht der entscheidungsorientierte Ansatz nach March und Simon aus? - Ziel ist es das Fortbestehen von Organisationen und ihre Anpassung an die Umwelt zu erklären - Grundlage ist das Konzept der begrenzten menschlichen Rationalität
  • 13. Was wird unter Mikropolitik verstanden? geht auf Arbeiten von Burns zurück - Taktiken, die eingesetzt werden, um die eigenen Ziele und Interessen zu erreichen (z.B. Mobbing)
  • 14. Wie sieht die Transaktionskostentheorie nach Williamson aus? er beschreibt hier Austauschprozesse innerhalb von Organisationen und mit der Umwelt eine Transaktion steht für ein materielles oder immaterielles Gut, dessen Erwerb von der positiven Differenz aus subjektiven Nutzen und Kosten abhängt
  • 15. Welche Formen von Netzwerken lassen sich in Bezug auf Netzwerkorganisationen unterscheiden? • Hierarchisch und stabil = Strategische Netze, Produktionsunternehmenmit einem Netz von Zulieferern, • Hierarchisch und dynamisch = Projektnetzwerke, neue Projekte werdendurch neue Konstellation von Firmen realisiert (Beispiel Filmindustrie) • Heterarchisch und halb-dynamisch = Regionale Netzwerke, Zusammenschluss von kleinen und mittelständischen Unternehmern einer Region • Heterarchisch und dynamisch = Virtuelle Unternehmen, Zusammenarbeitmehrerer Firmen, die nach außen als Einheit agieren.
  • 16. Welche fünf Hauptdimensionen der Organisationsstruktur postulieren Kieser und Kubicek in Ahnlehnung an Weber? (1) Spezialisierung: beschreibt die Frage der Arbeitsteilung (2) Koordination: ergibt sich driekt aus der Spezialisierung, wodurchTeilaufgaben entstehen, welche aufeinander abzustimmen sind (3) Konfiguration: legt fest, welche Aufgaben/Personen einander nebengeordnet oder übergeordnet sind (4) Entscheidungsdelegation: Entscheidungsbefugnisse legen fest, welche Entscheidungen den jeweiligen Mitgliedern zugeteilt werden (5) Formalisierung: bezieht sich auf die schriftliche Fixierung der Kommunikation der Mitglieder untereinander
  • 17. Wie sieht die Kosiolsche Gestaltungslehre der Spezialisierung aus? siehe Abb. Seite 19
  • 18. Nach welchen Kriterien kann Spezialisierung erfolgen? a) nach Verrichtungen und Funktionen (z.B. Einkauf, Produktion, Marketing etc.). b) nach Objekten (Produkten oder Dienstleistungen) c) nach Regionen oder Kundengruppen.
  • 19. Über welche Instrumente kann die Koordination zwischen einzelnen Organisationseinheiten erfolgen? a) persönlichen Weisungen (verbindliche Aufforderung) b) Selbstabstimmung der betroffenen Abteilungen/ Stellen (Organisationeinheiten legen für sich selbst die von auszuführenden Aktionen fest) c) Programmen (expliziten erfahrungsbasierten Handlungsmustern oderRoutinen, die z.B in Verfahrensanweisungen schriftlich festgelegt sind) d) Plänen (Pläne unterscheiden sich von Programmen dadurch, dass sie den Ablauf von Aktivitäten nicht auf Dauer festlegen).
  • 20. Wie definiert Schein Organisationskultur? „a pattern of basic assumptions, invented, discovered, or developedby a given group, as it learns to cope with its problems of external adaption and internal integration, that has worked well enough to be considered valid and, therefore is to be taught to new members as the correct way to perceive, think, and feel in relation to those problems
  • 21. Welches Modell der Organisationskultur entwickelte Schein? 3-Ebenen-Modell der Kultur
  • 22. Welche Ebenen enthält das 3-Ebenen-Modell nach Schein? - Basisannahmen (über Umweltbezug, Wahrheit, Zeit, Menschen): unsichtbar, meist unbewusst - Normen und Standards (Maximen, Richtlinien, Verbote): teils sichtbar, teils unbewusst - Symbolsystem der Artefakte (Sprache, Rituale, Kleidung, Umgangsformen): Sichtbar, aber interpretationsbedürftig
  • 23. Wie definiert Turner Symbole? Als Symbol gilt alles das, was eine bewusste oder unbewusste Beziehung zu einem größeren, gewöhnlich abstrakteren Konzept oder Bedeutung aufweist
  • 24. Welche Typlogien der Unternehmenskultur bestimmen Deal und Kennedy? - work-hard play-hard culture - process culture - tough-guy macho culture - bet-the-company culture
  • 25. Was umfasst das Organisationsklima? das Klima ist deskriptiver Natur und umfasst die psychologisch bedeutsamen Repräsentationen der organisationalen Strukturen, Prozesse und Ereignisse als Ergebnis eines Interpretationsprozesses, der auf den indivduellen Wissensstrukturen, persönlichen und organisationalen Wertvorstellungen basiert
  • 26. Wozu dient die Organisationsdiagnose? dazu, das regelhafte Erleben und Verhalten der Organisationsmitglieder zu beschreiben, zu erklären und zu prognostizieren, mit dem Ziel der Aufdeckung organisationaler Handlungsfelder und der Vorbereitung von Organisationsentwicklungsmaßnahmen
  • 27. Für welche fünf Aufgaben ist die Organisationsdiagnose nach Nerdinger relevant? • Unterstützung bei Arbeitsplatzentscheidungen • Verbesserung des Personalwesens • Vorbereitung organisatorischer Veränderungen • Evaluation spezieller, organisationsbezogener Maßnahmen • Unterstützung von Entscheidungen über die Verteilung organisationalerRessourcen
  • 28. Welche Variablen sollen nach Porter, Lawler und Hackman in ihrem Modell zur Diagnose einer Organisation erhoben werden? • Persönliche und organisationale Ziele und Bedürfnisse, • Arbeitsaufträge • Anreize (Valenzen) und Erwartungen,• Arbeitsverhalten, • Leistung und Arbeitszufriedenheit, • Verhaltens-Ergebnis-Kontingenz und • Feedbackprozesse
  • 29. Welche Methoden setzt die Orgnisationsidagnose ein? - Dokumentenanalyse - Arbeitsanalyseverfahren - Mitarbeiterbefragungen  
  • 30. Welche Formen der Mitarbeiterbefragungen werden unterschieden? - Meinungsumfrage - Benchmark-Umfrage - Klimabefragung - Aufbau- und Einbindungsmanagement-Programme
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  • 31. Welche Ziele hat die Organisationsentwicklung? Generierung und Steigerung sowohl des individuellen als auch des unternehmerischen Entwicklungs- und Erfolgspotentials
  • 32. Wie kann eine Klassifikation von Organisationsentwicklungsmaßnahmen aussehen? OE-Maßnahmen, die - sich auf das Individuum - die organisatorische und technologische Struktur - oder die sozialen Beziehungen der Organisationsmitglieder beziehen
  • 33. Welche sind die goldenen Regeln des erfolgreichen organisatorischen Wandels? 1. Eine aktive Teilnahme am Veränderungsgeschehen, d.h. frühzeitige Information über anstehenden Wandel und Partizipation an Veränderungsentscheidungen. 2. Gruppe als wichtiges Wandelmedium: Wandelprozesse in Gruppen sindweniger beängstigend und werden im Durchschnitt schneller vollzogen. 3. Gegenseitige Kooperation fördert die Wandelbereitschaft. 4. Wandelprozesse vollziehen sich zyklisch, sie bedürfen einer Auflockerungsphase, in der die Bereitschaft zum Wandel erzeugt wird sowie einer Beruhigungsphase, die den vollzogenen Wandel stabilisiert
  • 34. Wie sieht das Drei-Phasen-Modell für soziale Veränderungen in Gesellschaften nach Kurt Lewin aus? 1. Auftauen (unfreezing): In dieser Phase wird die Veränderung eingeleitet. Die Personen, die von der Änderung betroffenen sind, werden einbezogen und an den Plänen beteiligt. Dadurch bildet sich die Bereitschaft zur Veränderung heraus. Wandelprozesse ohne vorheriges Auftauen sind oft zum Scheitern verurteilt 2. Verändern (moving): In dieser Phase wird die Veränderung vollzogen. 3. Stabilisieren (refreezing): Die durchgeführten Veränderungen bedürfen der Stabilisierung, um Bestand zu haben. Stabilisierung erfolgt dadurch, dass auch über die Einführungsphase hinaus überwacht wird, ob der Prozess funktioniert und aufrechterhalten wird.
  • 35. Welche methodischen Ansätze der OE gibt es? - das Survey Feedback - Prozessberatung - OE anhand des Verhaltensgitters von Blake und Mouton - Strukturelle OE-Maßnahmen (hier am Beispiel PPM)
  • 36. Durch welche drei Schritte ist das Survey Feedback gekennzeichnet? 1. Daten über Ist-Zustand werden erhoben 2. es erfolgt eine Rückmeldung der Ergebnisse, die aus der Analyse der erhobenen Daten gewonnen werden, an die Mitglieder der Organisation 3. die Ergebnisse werden diskutiert und Folgerungen abgeleitet   bei dieser Methode steht eine partizipativ-gestaltete Problemdiagnose im Vordergrund, die die Einbindung der Mitarbeiter in den Wandelprozess betont
  • 37. Wie sieht die Methode der Prozessberatung aus? In der Prozessberatung wird die Organisation als Klient betrachtet. Dem Klienten soll geholfen werden, sein Gesamtumfeld besser wahrzunehmen und zu verstehen, so dass Handlungen zur Situationsverbesserungergriffen werden können Ziel der Prozessberatung ist es, durch das Beobachten und Rückspiegeln der ablaufenden Prozesse die Gruppe in die Lage zu versetzten, sich selbst zu steuern und die Zusammenarbeit entsprechend ihrerZiele zu gestalten
  • 38. Wie sieht das Verhaltensgitter nach Blake und Mouton aus? Dieses OE-Konzept zielt auf die Veränderung und Verbesserung des Verhaltens und der Fähigkeiten von Führungskräften ab. Zentrales Merkmal dieses Ansatzes ist, dass das Ergebnis des Prozesses von Anfang an festgelegt wird. Auch der Entwicklungsprozess wird vorstrukturiert. Den Ausgangspunkt bildet hier der 9.9-Führungstil Im Gegensatz zur Prozessberatung ist hier der Ablauf und das Ergebnis des OEProzesses genau festgelegt und somit auch der zeitliche Rahmen abschätzbar  
  • 39. Was ist PPM? partizipatives Produktivitätsmanagement von Pritchard & Großmann
  • 40. Welche sieben Schritte der Implementierung eines PPM schlagen Pritchard und Kollegen vor? 1. Bildung des Entwicklungsteams 2. Identifizierung der Ziele 3. Identifikation der Indikatoren für den Grad der Zielerreichung 4. Definition der Kontingenzfunktion 5. Gestaltung des Rückmeldesystems 6. Rückmeldung und Auswertung 7. Projektüberwachung im Zeitverlauf
  • 41. Welche sind zwei bekannte Ansätze zur lernenden Organisation? - organisationales Lernen nach Argyris und Schön - die fünf Disziplinen von Senge
  • 42. Was postulieren Argyris und Schön in der Theorie des organisationalen Lernens? dass sich Wissen einer Organisation in organisationsspezifische Handlungstheorien darlegt und manifestiert diese Handlungstheorien beinhalten Normen, Werte und Vorstellungen, die dem Handeln der Organisationsmitglieder zu Grunde liegen hierbei unterscheiden sie zwei Arten von Handlungstheorien: die expoused theory und die theory-in-use
  • 43. Was ist die espoused-theory? eine bewusst geäußerte Theorie, mit der die Organisationsmitglieder ihre Handlungen begründen hierbei handelt es sich also um eine offiziell vertretene Theorie
  • 44. Was ist die theory-in-use? sie ist in der Regel unbewusst bzw. inoffiziell, leitet jedoch oft tatsächlich das Handeln sie beinhaltet von den Mitgliedern der Organisation selbstreferentiell erzeugte Handlungs- und Erwartungsmuster
  • 45. Welche drei Lernstufen unterscheiden Argyris und Schön? - Single-Loop-Learning - Double-Loop-Learning - Deutero-Learning
  • 46. Wie sehen die fünf Disziplinen nach Senge aus, über die die Organisation und ihre einzelnen Mitglieder verfügen müssen? - Personal Mastery - Mental Models - Shared Visions - Team Learning - Systems Thinking