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Modul 3 (Fach) / Datenerhebung (Lektion)
Grundlagen der Datenerhebung und deskriptiven Statistik
Diese Lektion wurde von Nicilein erstellt.
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- Was ist eine Variable? Symbol für die Menge von Merkmalsausprägungen
- Was sind die 4 Kriterien einer wissenschaftlichen Hypothese? 1) empirische Untersuchbarkeit 2) Generalisierbarkeit 3) Konditionalsatz (= Wenn-dann, Je-desto) 4) Falsifizierbarkeit
- Was versteht man unter einer quantitativ-stetigen Variablen und einer quantitativ-diskreten Variablen? 1) stetig: die Variable kann zwischen 2 Werten unendlich viele Werte annehmen (z.B. bei Temperatur) 2) diskret: die Variable kann zwischen 2 Werten endlich viele Werte annehmen (z.B. Schuhgröße, Gewicht) natürlich diskret: z.B. Kinderzahl künstlich diskret: z.B. Altersgruppen
- Nominaldefinition Eine Nominaldefinition führt einen neuen Begriff unter Verwendung und Verknüpfung bereits definierter Begriffe ein. → Der zu definierende Begriff (= Definiendum) wird gleichgesetzt mit bereits bekannten Begriffen (=Definiens).
- Variablen werden nach 3 Kriterien unterschieden: 1) ihrem Stellenwert für die Untersuchung (= unabhängige/abhängige Variable, Moderatorvariable, Mediatorvariable, Störvariable, Kontrollvariable) 2) der Art ihrer Merkmalsausprägung (= dichotom/polytom, diskret/stetig) 3) ihrer empirischen Zugänglichkeit (= manifest/latent)
- Intervallskala Die Werte auf einer Skala werden unterschieden nach ihrer Rangordnung und nach Differenzen der Merkmalsausprägungen. → Identische Messunterschiede zwischen Objektpaaren entsprechen identischen Merkmalsunterschieden. (z.B. Temperaturunterschied zwischen 2°C und 4°C ist gleich groß wie zwischen 3°C und 5°C)
- Falsifikationismus → Kritischer Rationalismus Theorien können nur widerlegt, aber niemals bestätigt werden. Sie sind durch Erfahrungsdaten widerlegbar.
- Was sind die 3 Eigenschaften einer Messung? 1) Messungen beziehen sich auf ein definiertes Merkmal von Personen oder Objekten 2) Zuordnung von Zahlen zu Personen/Objekten nach Regeln 3) genaue Angaben darüber, welche Informationen durch die Zahlen repräsentiert werden
- Nominalskala Die Werte auf einer Nominalskala werden nach Gleichheit und Ungleichheit unterschieden. → Objekte mit gleichen Merkmalsausprägungen erhalten gleiche Zahlen, Objekte mit verschiedenen Merkmalsausprägungen erhalten unterschiedliche Zahlen.
- Ordinalskala Die Werte bei einer Ordinalskala werden nach Gleichheit/Ungleichheit und nach der Rangordnung unterschieden. → Von jeweils 2 Objekten erhält das dominierende die größere Zahl (z.B. "A hat eine höhere Bildung als B.")
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- Was sind die 2 Besonderheiten des Skalenniveaus? 1) Die Messbarkeit eines Merkmals bzw. die Konstruierbarkeit einer Skala ist an Bedingungen geknüpft. 2) Das Skalenniveau hat ein zunehmendes Informationsniveau: Nominalskala < Ordinalskala < Intervallskala < Verhältnisskala < Absolutskala
- Verhältnisskala = Ratioskala Der Nullpunkt der Mess-Skala besitzt eine empirische Bedeutung. → Das Verhältnis zwischen je 2 Zahlen entspricht dem Verhältnis der Merkmalsausprägungen der jeweiligen Objekte.
- Latente Variable Eine latente Variable ist nicht unmittelbar beobachtbar. Man muss sie deshalb anhand einer manifesten Variablen erschließen. z.B. Intelligenz, Gewissenhaftigkeit
- Explikation = Bedeutungsanalyse Eine Explikation ist eine Präzisierung eines alltagssprachlichen Begriffs für wissenschaftliche Zwecke. → Ein zunächst unklarer Ausdruck (= Explikandum) bekommt eine präzisierten Vorstellungsinhalt (= Explikat).
- Modus Tollens Wenn der Nachsatz einer Hypothese falsch ist, kann der Vordersatz nicht wahr sein, sonst ist die Aussage falsch. → Notwendig zu Prüfung von Hypothesen und zur Beurteilung ihres Informationsgehalts!!
- Modus Ponens Wenn der Vordersatz einer Hypothese wahr ist, muss auch der Nachsatz wahr sein. → Notwendig zu Prüfung von Hypothesen und zur Beurteilung ihres Informationsgehalts!!
- Keine wissenschaftlichen Hypothesen sind: (6 Sachen) Es-gibt-Sätze Kann-Sätze Annahmen über Objekte, die nicht empirisch erfassbar sind normative Annahmen Tautologien (= Aussagen, die immer wahr sind) Kontradiktion (= widersprüchlige Aussage)
- Kontrollvariable Moderatorvariable, die vorsorglich zu Kontrollzwecken erhoben wird.
- Störvariable Moderatorvariable, die nicht beachtet/übersehen wird und somit bei der Untersuchung stört.
- Moderatorvariable = "Veränderungsvariable" Eine Moderatorvariable verändert den Einfluss einer unabhängigen Variablen auf die abhängige Variable. Bsp.: Straßenlärm (= Moderatorvariable) verändert den Einfluss des Schlafmittels auf die Schlafdauer.
- Mediatorvariable = "Vermittlungsvariable" Die unabhängige Variable wirkt nicht direkt auf die abhängige Variable ein, sondern über eine dritte Variable (= Mediatorvariable).
- abhängige und unabhängige Variable beeinflussen sich gegenseitig Veränderungen der abhängigen Variablen werden mit dem Einfluss der unabhängigen Variablen erklärt z.B. hängt die Schlafdauer (= abh. V.) von der Dosierung des Schlafmittels (= unabh. V.) ab
- Was versteht man unter einer qualitativ-dichotomen Variablen und einer qualitativ-polytomen Variablen? 1) dichotom: die Variable besitzt nur 2 unterschiedliche Ausprägungen (z.B. männlich - weiblich) → "entweder oder" 2) polytom: die Variable besitzt mehrere unterschiedliche Ausprägungen (z.B. Haarfarbe: rot, blond, braun, schwarz)
- Merkmale Merkmale sind Eigenschaften, die gemessen werden. z.B. Geschlecht, Intelligenz
- manifeste Variable Eine manifeste Variable ist der direkten Beobachtung zugänglich. z.B. Alter, Temperatur
- Messen Messen ist eine Zuordnung von Zahlen zu Objekten oder Ereignissen und folgt bestimmten Regeln. Eine Messung verläuft nach dem Prinzip, dass Unbekanntes mit normiertem Bekanntem verglichen wird.
- Merkmalsausprägungen Merkmalsausprägungen sind Werte bzw. Kategorien, die bei einer Messung herauskommen. z.B. wird eine Messung nach den Merkmalen/Eigenschaften männlich - weiblich gemessen: die Merkmalsausprägungen wären dann "14 Personen männlich - 5 Personen weiblich"
- Kritischer Rationalismus (nach Popper) Näherung/Approximation der Realität durch Überprüfung von Hypothesen. → deduktives Vorgehen und Falsifikationismus
- Deduktives Vorgehen → Kritischer Rationalismus Beim deduktiven Vorgehen werde Hypothesen/Theorien nach ihrer Gültigkeit überprüft.
- Absolutskala Bei einer Absolutskala sind der Nullpunkt wie auch die Einheiten der Skala eindeutig festgelegt. → Häufigkeiten (z.B. Kinderanzahl) sind eindeutig abzählbar und festgelegt.
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- Wissenschaftliche Hypothese Eine wissenschaftliche Hypothese ist eine Annahme über reale Sachverhalte in Form eines Konditionalsatzes.
- Explorative Untersuchung = erkundende Untersuchung Entwicklung neuer Hypothesen in einem relativ unerforschten Untersuchungsbereich. Das Vorgehen ist hierbei relativ wenig normiert. z.B. Feldbeobachtungen, offene Befragungen
- Deskriptive Untersuchungen = (populations)beschreibende Untersuchungen Beschreibung von Populationen (= Grundgesamtheiten) hinsichtlich ausgewählter Merkmale. In der Regel basieren diese Untersuchungen auf Stichprobenerhebungen, da Vollerhebungen aus verschiedenen Gründen nicht möglich sind: Population ist zu groß P. ist teilweise unbekannt z.B. Shell Jugendstudien, PISA → Im Mittelpunkt steht die Beschreibung einer Grundgesamtheit.
- Explikative Untersuchungen = hypothesenprüfende/erklärende Untersuchungen Aufgrund des Standes der Theorieentwicklung oder aufgrund bereits durchgeführter Untersuchungen lassen sich begründete Hypothesen formulieren. => zentrale Kriterien zur Gültigkeit bzw. Aussagekraft der erwarteten Untersuchungsergebnisse sind die interne und die externe Validität (= Gültigkeit)
- Interne Validität = innere Gültigkeit von Untersuchungen Eine Untersuchung ist intern valide, wenn ihre Ergebnisse eindeutig interpretierbar sind. Ihr Ziel ist eine Minimierung von Störfaktoren!
- Externe Validität = äußere Gültigkeit von Untersuchungen Eine Untersuchung ist extern valide, wenn ihre Ergebnisse über die Bedingungen der Untersuchungssituation und über die untersuchten Personen hinaus generalisierbar sind. Ihr Ziel ist eine Maximierung der Natürlichkeit von Untersuchungsbedingungen.
- Experimentelle Untersuchung Personen werden durch Zufall zu Untersuchungsgruppen zugewiesen (=randomisierte Zuteilung/Randomisierung). → Ziel der Randomisierung: Neutralisierung der Effekte von personenbezogenen Störvariablen. z.B. Lehrer werden zu einer Studie zufällig zugeordnet. hohe interne Validität
- Quasiexperimentelle Untersuchung Untersuchung findet in natürlich auftretenden Gruppen statt (= ohne Randomisierung). z.B. Lehrer melden sich freiwillig zu einer Studie. niedrige interne Validität
- Randomisierung = Prinzip des statistischen Fehlerausgleichs Besonderheiten von Personen in der einen Gruppe gleichen sich durch die Besonderheiten von Personen in der anderen Gruppe aus. = Neutralisierung personenbezogener Störvariablen
- Solomon-Viergruppenplan Der Solomon-Viergruppenplan dient dazu, die mögliche Wirkung von Pretest-Effekten zu überprüfen.
- Felduntersuchung Eine Felduntersuchung findet im "Feld" statt, d.h. in einer möglichst unbeeinflussten, natürlichen Umgebung. eingeschränkte interne Validität, da nur eine bedingte Kontrolle störender Einflussgrößen möglich ist
- Laboruntersuchung Eine Laboruntersuchung wird in einer Umgebung durchgeführt, die eine weitgehende Ausschaltung oder Kontrolle von Störgrößen ermöglicht. hohe interne Validität, da eine Kontrolle von untersuchungsbedingten Störvariablen möglich ist
- Beobachtung keine Datenerhebungsmethode kann auf eine Beobachtung verzichten, da empirische Methoden auf Sinneserfahrungen beruhen (=wissenschaftliche Beobachtung) Sammeln von Erfahrungen in einem nichtkommunikativen Prozess mit Hilfe sämtlicher Wahrnehmungsmöglichkeiten
- Wissenschaftliche Beobachtung Eine wissenschaftliche Beobachtung ist stärker zielgerichtet und methodisch kontrollierter als eine Alltagsbeobachtung. Außerdem verläuft sie häufig unter der Verwendung von Instrumenten (z.B. vorgefertigte Tabellen zum Abhaken von Ereignissen) => verläuft standardisiert Es gibt zwei Beobachtungsvarianten: 1) systematische Beobachtung 2) unsystematische Beobachtung
- systematische Beobachtung Eine systematische Beobachtung setzt einen Beobachtungsplan voraus, der den Beobachtungsprozess unter genauen Angaben von Regeln eindeutig festlegt. Beobachtet werden bestimmte Ereignisse, die zum Gegenstand der Forschung gemacht werden. ABER: Eine Beobachtung entspricht nie einer "realitätsgetreuen Abbildung" des zu Beobachteten. Die Beobachtung kann lediglich theoretisch nachvollzogen werden.
- unsystematische Beobachtung Eine unsystematische Beobachtung ist eine spontane, möglichst unvoreingenommene Beobachtung, ohne zuvor festgelegte Regeln.
- Es gibt drei Arten von Beobachtungssystemen, die bei einer systematischen Beobachtung verwendet werden. Diese sind... 1) Zeichen-System: der Beobachter muss hier lediglich das Auftreten eines Ereignisses registrieren (z.B. durch eine Strichliste) 2) Kategorien-System: der Beobachter klassifiziert jede auftretende Handlung nach festgelegten Kategorien 3) Schätz-Skalen (auch Rating-Verfahren genannt): der Beobachter beurteilt den Ausprägungsgrad eine beobacheten Verhaltens durch die Zuordnung einer Zahl oder einer verbalen Bestimmung (z.B. stark - mittel - schwach)
- Cohens Kappa Maß zum Testen der Übereinstimmung von Tests
- Die Entscheidung, welche Befragungsart die bessere ist, hängt von 4 Dingen ab: 1) Art der Befragungspersonen 2) angestrebter Geltungsbereich möglicher Aussagen 3) finanzielle und zeitliche Rahmenbedingungen 4) Auswertungsmöglichkeiten
- Es gibt verschiedene Arten von Befragungen: (4 Stück) 1) mündliche Befragung => Interviewer befragt eine Person oder Gruppe 2) schriftliche Befragung => Fragebogen wird ausgefüllt 3) Telefoninterview => Interviewer befragt Person übers Telefon 4) internetgestützte Befragung => Befragung z.B. durch E-Mail