11
Biologie terrestrischer Tiere UBRM (Fach) / Traditionell Gefährdungskategorien (Lektion)
Anzeige
- Kategorie 0 "Ausgestorben oder verschollen" - Arten deren Populationen nachweisbar ausgestorben sind bzw. ausgerottet wurden - "Verschollene Arten", die aus historischer Zeit bekannt waren, aber über längere Zeit (mind. 10 Jahre) nicht mehr nachgewiesen werden konnten
- Kategorie 1 "Vom Aussterben bedroht" - Arten, die nur in Einzelvorkommen oder wenigen Isolierten, kleinen Populationen nachweisbar sind - Arten, deren Bestände durch lang anhaltenden starken Rückgang auf eine bedrohliche bis kritische Größe zusammengeschmolzen sin
- Kategorie 2 "Stark gefährdet" - Arten mit kleinen Beständen - Arten, deren Bestände im nahezu gesamten Verbreitungsgebiet signifikant zurückgehen
- Kategorie 3 "Gefährdet" - Arten mit regional kleinen Beständen - Arten, die vielerorts lokal zurückgehen oder verschwinden
- Kategorie 4 "Potentiell gefährdet" - Arten, dien in einem Verbreitungsgebiet nur wenige Verbreitungspunkte haben - Arten, die in kleinen Popultationen am Rande ihres Verbreitungsgebietes leben und keiner anderen Kategorie zugeordnet wurden (werden können)
- Kategorie 5 "Gefährdungsgrad nicht genau bekannt" - Arten, die in die Kategorie 1-3 einzustufen wären, aber sich aufgrund zu geringer Daten einer genauen Einordnung entziehen
- Gefährdungsursachen - Erhaltungszustand großteils ungünstig Fauna-Flora-Habitatrichtlinie (FFH), Vogelschutzrichtlinie listen Lebensräume und Arten von gemeinschaftlichem Interesse; EU- Mitgliedsstaaten müssen den günstigen Erhaltungszustand dieser Schutzgüter erhalten oder wiederherstellen. In ö. 66 Lebensraumtypen ausgewiesen, davon ~18% in einem ungünstigen Erhaltungszustand.
- Erhaltungszustand in alpinen Regionen ist tendenziell günstiger als in der kontinentalen Regiion (Alpenvorländer, Böhmische Masse, pannonischer Osten). In der alpinen Region sind 66% der Lebensraumtypen in einem ungünstigen Erhaltungszustand, in der kontinentalen Region sind es 79%. Bei den Arten weisen in der alpinen Region 979% einen ungünstigen Erhaltungszustand auf, in den kontinentalen Region 85%
- Gefährdungsursachen Lebensraumveränderung und Lebensraumverlust - Gefährdete Biotoptypen sind meist mehrerern Gefährdungsfaktoren ausgesetzt. - Mit der Aufgabe extensiver Nutzungsformen wie Mahd oder Beweidung verändern sich Lebensräume, z.B. Halbtrockenrasen. Überdüngung und diffuser Nährstoffeintrag gefährden viele Biotoptypen. Einträg erfolgen sowohl atmosphärisch als auch aus angrenzenden gedüngten Wirtschaftsflächen. - Verwendung von Pflanzenschutzmitteln, Wiesenumbruch, Entwässerung, Gewässerverbauung und Wasserkraftweke, Rodung, Aufforstung mit standortfremden Gehölzen sowie Flächenverbrauch für Wohn-, Gewerbe- und Industriegebiete und Verkehrsinfrastruktur.
- Gefährdungsursachen Lebensraumzerschneidung Viele Lebensräume sind durch unüberwindbare Barrieren zurschnitten (z.B. Verkehrsinfrastuktur). Standortverluste und Fragmentierung verringern Populationsgrößen. Überlebenschancen seltener Arten können dadurch entscheidend beeinträchtigt werden. Autobahnen mit Lärmschutzwänden sind selbst für viele Großsäuger unüberwindbare Hindernisse.
- Anzeige
- Klimawandel Die Auswikungen des Klimawandels reichen von Lebensraumveränderungen bis zum Aussterben von Arten. Wärmeliebende Arten werden durch den Klimawandel begünstigt, kälteliebende Arten benachteiligt. Für Österreich wird von einer zunehmenden Gefährdung der alpinen Arten ausgegangen. Besonders negativ bertroffen sind Arten mit isoliertem Vorkommen , unter anderem Endemiten.