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Entwickung und Lernen (Fach) / S8_Soziologische Sozialisationstheorien (Lektion)
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- Einordnung der Theorien / Sozialisation aus der Sicht der einzelnen Theorien Systemtheorien Parson: Strukturfunktionalistische Systemtheorie Sozialisation als Übernahme der Verhaltensmassstäbe des sozialen Systems in das psychische System, Übernahme von Rolle Luhnan: Soziale systemtheorie Sozialisation als Selbstsozialisation: keine Übertragung zwischen den Systemen, sondern selbstreferentielle Reproduktion des Systems: Aus der Differenz des psychischen Systems (Person) und sozialem System, ergibt sich die Notwendigkeit der Sozialisation von selbst. Gesellschaftstheorien Marx: Materialistische Gesellschaftstheorie Sozialisation als Auseinandersetzung mit der Umwelt durch produktive Arbeit und Beziehungsarbeit. Im Kapitalismus Verkrüppelung der Persönlichkeit durch Verkauf der Arbeitskraft Habermas: Theorie der Kommunikativen Kompetez Sozialisation als Subjektbildung (Ich-Identität und Rollenkompetenz): Beherrschung der Regeln für „vernünftiges“ Handeln, Fähigkeit zum Diskurs, Geltung von Sinnzusammenhängen durch Verständigung und argumentative Begründung Beck und Bourdieu: Lebenslagen und Lebensstiltheorien Ungleichstrukturen in modernen Gesellschaften sind nicht aufgelöst. Es gibt Hierarchie und ungleiche Lebenschancen, diese wirken sich auf den Prozess der Erziehung, Bildung etc. aus, die ihre Spuren in den Persönlichkeiten der Gesellschaftsmitglieder hinterlassen. Beck: Individualisierung der Lebenslage Neue gesellschaftliche Strukturen führen zur Individualisierung und eigenständiger Lebensführung (höhere Freiheitsgrade zur Entfaltung der Persönlichkeit, mit den damit verbundenen Gefahren) Bourdieu: Lebensstil oder sozialer Habitus Sozialisation als Habitualisierung: Vergesellschaftlichung (Soziale Konditionierung): individuelles Handeln wird durch habituelle Filter vorstrukturiert. Lebensstil (Habitus) als Reaktion auf die soziale und ökologische Lebenslage è Schichtspezifische Sozialisation
- Parsons Theorie Zentrale Frage Parsons’ strukturfunktionale Systemtheorie • Frage: wie kommen komplexe Gesellschaften zu Stabilität? • Stabilität durch Struktur der Systeme: stabiles Muster (überdauernd, z.B. Struktur des Schulsystems) • Dynamisch: Funktion des Systems: Funktion der einzelnen Systeme (z.B. Qualifika: Theorie / Zentrale Fragetionsfunktion der Schule)
- Systeme nach Parson (und Luhmann) und ihre Funktion Organische System • Ausgangsbasis aller Handlungsprozesse Versorgt die Persönlichkeit mit Energie Psychsisches System (Ich bei Freud) Kontrolliert Antriebsenergien Lenkt sie in gesellschaftlich erlaubte Bahnen Soziales System Gebildet aus Beziehungsmuster zwischen handelnden Persönlichkeiten / Trägern sozialer Rollen
- Sozialisation aus Sicht Parsons Sozialisation als Übernahme der Verhaltensmassstäbe des sozialen Systems in das psychische System, Übernahme von Rollen • Sozialisation = schrittweise Übernahme der Verhaltensmassstäbe des sozialen Systems (Gesellschaft) in das psychische System (Persönlichkeit), (Durkheim, Freud) • Verinnerlichung von Werten und Normen = Aneignungen von Strukturen • Sozialisation = Durchlaufen einer Hierarchie von Rollenbeziehungen: Rollenkarriere von Mutter-Kind-Dyade, Familie, Schule, Beruf, Gesellschaft
- Parson - Piaget Bezug zu Piaget: Herstellen von Gleichgewichtszuständen zwischen Organismus, Persönlichkeit und Gesellschaft (Piaget: GG zwischen Assimilation und Akkumulation)
- Werteorientierung (nach Parson) Partikularistisch (Familie): in der Familie wird das Kind als einzigartig gesehen Gefühlsorientierung direkte persönliche Beziehung Gemeinschaftsinteresen Universalistisch (Schule): Kind als Teil einer an Leistung gemessenen Gesellschaft Affektive Neutralität (alle gleich behandeln) Wahrnehmung von Menschen nach ihrer sozialen Position Selbstorientierung (am eigenen Vorteil) in Beziehungen
- Kritik an Parson Kritik • Keine Methoden für die Theorie entwickelt • Sehr abstrakt, schwer überprüfbar • Persönlichkeitsbildung nur gesellschaftsbezogen betrachtet • Mensch steht passiv einer übermächtigen Gesellschaft gegenüber, an deren Erwartungen er/sie sich an passen muss • Parson unterschätzt den Spielraumeiner Person für die Entwicklung einer eigenen Persönlichkeit
- Luhmans Theorie / Unterschiede zu Parson Systemtheorien: z. B. Luhmanns soziale Systemtheorie · Betonung der Eigenständigkeit der drei Systeme: Psychisches System und Soziales System interagieren, aber werden nicht Teil voneinander (Der Mensch ist für seine Persönlichkeitsentwicklung auf Soziales angewiesen aber er wird durch Sozialisation nicht Teil des sozialen Systems. Umgekehrt wird durch Sozialisation das Soziale System nicht in die Psyche transformiert.) · Psychisches System entwickelt sich unabhängig von der sozialen Umwelt. Auch das soziale System entwickelt sich nach selbstreferenziellen Logik (Autopoiesis),(Selbsterschaffung)
- Sozialisation nach Luhmann · Selbstsozialisation: Aus der Differenz des psychischen Systems (Person) und des sozialen Systems ergibt sich die Notwendigkeit der Sozialisation von selbst. Sozialisation als Selbstsozialisation: keine Übertragung zwischen den Systemen, sondern selbstreferentielle Reproduktion des Systems: Aus der Differenz des psychischen Systems (Person) und sozialem System, ergibt sich die Notwendigkeit der Sozialisation von selbst.
- Marx Theorie Menschenbild Problem Sozialisation Menschenbild: aktiv handelndes Individuum • Auseinandersetzung mit der sozialen und physischen Umwelt durch Arbeit: Ø produktiv-gegenständliche Auseinandersetzung Ø Entwicklung eigener Kräfte und Fähigkeiten Ø Führt zu Freude und Selbstvertrauen • Auseinandersetzung durch Interaktion mit anderen Menschen: kommunikative Auseinandersetzung (ebenfalls Quelle des Selbstvertrauens) Gesellschaftliche Rahmenbedingungen verhindern freie Entfaltung der Persönlichkeit: • Zwang der ökonomischen Verhältnisse • Formung der Persönlichkeit durch die politischen und ökonomischen Systeme verhindern Auseinandersetzung mit wirklichen Bedürfnissen und Interessen Auseinandersetzung mit der Umwelt durch produktive Arbeit und Beziehungsarbeit. Im Kapitalismus Verkrüppelung der Persönlichkeit durch Verkauf der Arbeitskraft
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- Habermas Theorie Zentrale Fragen Theorie der Kommunikativen Kompetenz (Habermas: u.a. ) Sozialisationstheorie (zentral: Handlung und Kommunikation) Hauptaussagen / Fragestellungen / Ziel der Sozialisation • Unterdrückungsgehalt gesellschaftlicher Bedingungen: lassen soziale Konstellationen Interaktion zu? • Unter welchen Bedingungen ist die freie Entfaltung der Persönlichkeit möglich? • Ziel der Sozialisation: Kommunikative Kompetenz, Rollenkompetenz und Ich-Identität in einer demokratischen Gesellschaft als Ziel Sozialisation als Subjektbildung (Ich-Identität und Rollenkompetenz): Beherrschung der Regeln für „vernünftiges“ Handeln, Fähigkeit zum Diskurs, Geltung von Sinnzusammenhängen durch Verständigung und argumentative Begründung (kommunikative Kompetenz)
- Integrativer Ansatz von Habermas Diese Theorie vertritt den Integrativen Ansatz (Sozialisation als Wechselspiel von Person und Umwelt) am besten Ideen von Marx, Rollentheorie (zur Entwicklung der Handlungskompetenz und Identität), kognitiver Entwicklungstheorie (schrittweise Entwicklung der Persönlichkeit: intellektuelle und moralische Entwicklung) und Psychoanalyse (innerpsychische Antriebskräfte)
- Kommunikative Kompetenz Fähigkeit, Redesituationen hervorzubringen und an ihnen verstehend teilzunehmen Fähigkeit zum Diskurs (Sinnzusammenhänge werden durch Verständigung ständig neu hergestellt) Verständigung nur möglich in idealen Sprechsituationen (gleichberechtigt, unverzerrt) Voraussetzung: demokratische Gesellschaft
- Kompetenz des Rollenhandelns Rollendistanz: Fähigkeit, sich zu einzelnen Rollen zu distanzieren (da diese den eigenen Bewertungen und dem Streben nach Autonomie teilweise wiedersprechen „Spielen“ mit Rollen: Rolle beherrschen aber sich davon auch strategisch abzusetzen) Ambiguitätstoleranz: Fähigkeit, Unklarheiten und Spannungen im Rollengefüge zu ertragen und dennoch handlungsfähig zu sein Frustrationstoleranz: weil viele Rollen nur wenig den eigenen Bedürfnissen entsprechen
- Stufen der Identitätsentwicklung Anlehnung an Piaget / Kohlberg Entwicklungsstufen und –krisen Ich-Identität nach Adoleszenzkrise ermöglicht Verbindung von subjektiver Sicht und Aussensicht auf Persönlichkeit Ich-Identität als Voraussetzung für komplexe heutige Gesellschaft (postkonventionelle Moral: selbst gewählte Prinzipien ermöglichen Hinterfragen der geltenden Regeln)
- Kritik an Habermas Kritik: Theorie einer idealen Gesellschaft (positiv) • Produktive Komponente bei Marx nicht aufgenommen (Arbeit, Spiel): Reduktion auf Sprache • Unkritische Übernahme der Entwicklungsstufen von Piaget und Kohlberg (Stufen sind nicht universell)
- Lebenslagen und Lebensstiltheorien Orientierung an Marx: Auswirkung Sozialer Strukturen auf Lebenslagen und Lebensgewohnheiten von Menschen Ungleichstrukturen in modernen Gesellschaften sind nicht aufgelöst. Es gibt Hierarchie und ungleiche Lebenschancen, diese wirken sich auf den Prozess der Erziehung, Bildung etc. aus, die ihre Spuren in den Persönlichkeiten der Gesellschaftsmitglieder hinterlassen. Beck: Theorie der Individualisierung von Lebenslagen Bourdieu: Theorie des Sozialen Habitus
- Beck Beck: Individualisierung der Lebenslagen • Wohlfahrtsstaatliche Modernisierung erhöht Freiheitsgrade für Entfaltung der Persönlichkeit • Risikogesellschaft: ständige Gefahr der Arbeitslosigkeit • Individualisierung führt zum Zwang, die Lebensführung selbst in die Hand zu nehmen • Grosse Freiheit bei Lebensgestaltung, neue Lebensstile entstehen, Pluralisierung von sozialen Milieus Soziale Lage: beurteilt nach Grad kultureller Integration, ökonomischem Wohlstand und politischer Partizipation Heitmeyer: Kosten der Entstrukturierung von Lebensvorgaben in der Jugendphase Ø Orientierungsprobleme, Gefühle der Ausgrenzung, Suche nach Einstellungen und sozialen Bindungen machen anfällig für Sekten, rechtsextreme Gruppen etc. Ø Hoher Druck, flexible psychische Strukturen für die Persönlichkeitsentwicklung aufzubauen, wird teilweise schlecht bewältigt Neue gesellschaftliche Strukturen führen zur Individualisierung und eigenständiger Lebensführung (höhere Freiheitsgrade zur Entfaltung der Persönlichkeit, mit den damit verbundenen Gefahren)
- Bourdieu: Bourdieu: Lebensstil oder sozialer Habitus Sozialer Habitus = spezifisches Profil der • Verhaltensweisen • Ausdrucksformen • Geschmacksvorlieben • Meinungen und bewertenden Einstellungen einer Gruppe Sozialer Status wird durch Lebensbedingungen geprägt (z.B. Kauf günstiger, haltbarer, nützlicher Dinge bei geringem Gehalt) Lebensstil als Reaktion auf die soziale und ökologische Lebenslage è Schichtspezifische Sozialisation Kritik: • Soziale und ökonomische Ungleichheit wird aufgrund der subjektiven Bedeutung des Lebensstils nicht mehr wahrgenommen • Eindruck entsteht, Persönlichkeitsentwicklung sei ein freier und autonomer Akt der Selbstschöpfung Sozialisation als Habitualisierung: Vergesellschaftlichung (Soziale Konditionierung): individuelles Handeln wird durch habituelle Filter vorstrukturiert. Lebensstil (Habitus) als Reaktion auf die soziale und ökologische Lebenslage è Schichtspezifische Sozialisation