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Entwickung und Lernen (Fach) / S3_ Sozial-kognitive Lerntheorie: Lernen am Modell (Lektion)
Sozial-kognitive Lerntheorie: Lernen am Modell
Diese Lektion wurde von lif27 erstellt.
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- Unterschied zw. operanter Konditionierung und Lernen am Modell Skinner: Kognitive Prozesse begleiten Lernen, nehmen aber keinen Einfluss darauf Bandura: · Menschen lernen durch das Beobachten anderer Menschen (und durch Selbstbeobachtung), nicht nur durch die Auswertung der Verhaltenskonsequenzen · Kognitive Leistung: Informationen über Verhalten und Umwelt in symbolische Repräsentationen umwandeln · Nicht nur die Umwelt bestimmt, was und wann gelernt wird, die Reize müssen vom Individuum wahrgenommen werden und als relevant erachtet werden. Wechselseitiger Determinismus
- Verschiedene Verstärkertypen Stellvertretende Verstärkung (S. 162f) · Ein Beobachter sieht, wie das Verhalten eines Modells belohnt wird, dies wirkt ebenso (zT sogar noch stärker), als wenn das eigenes Verhalten verstärkt würde (dh beobachtetes Verhalten, das verstärkt wird, wird eher nachgeahmt, als wenn das beobachtete Verhalten nicht verstärkt oder sogar bestraft würde) · Die beobachtete Konsequenz (zB Belohnung beim Schlagen der Gummipuppe) wirkt so, als ob das Kind die Belohnung selber erfahren hätte · Ich freue mich darüber, einen anderen Menschen glücklich gemacht zu haben · Stellvertretende Bestrafung funktioniert ebenso: beobachtet man, wie das verhalten eines Modells bestraft wird, wird das Verhalten weniger nachgeahmt · Verstärkung informiert den Beobachter über die Angemessenheit einer bestimmten Verhaltensweise · Nachdem ein Beobachter gesehen hat, dass bestimmte Verhaltensweisen eine Belohnung erhalten haben, steigt seine Bereitschaft, dieses nachzuahmen · Transfer: Unerwünschtes Verhalten (zB Dreinrufen in der Schule), das nicht missbilligt wird, kann bei den zahlreichen Beobachtern den Eindruck erwecken, dass es toleriert wird. Direkte Verstärkung · Ein Beobachter ahmt Verhalten nach und wird für dieses Verhalten selber belohnt Selbstverstärkung · Ein Mensch verabreicht sich einen Verstärker, über den er selbst bestimmen kann, selber, nachdem er ein sich selbst gesetztes Ziel erreicht hat. · Bsp: Bsp Hemmingway erlaubte sich erst, Angeln zu gehen, nachdem er eine bestimmte Anzahl Seiten geschrieben hatte
- Wechselseitiger Determinismus (S. 160 Wechselseitiger Determinismus (S. 160) Skinner: Umwelt bedingt das Verhalten (Umwelt bestimmt, wann und was gelernt wird) Bandura: Wechselseitiger Determinismus · Umwelt und Verhalten interagieren miteinander · Verhalten schafft auch teilweise die Umwelt, diese geschaffene Umwelt beeinflusst wiederum das Verhalten · Person / Umweltfaktoren / Verhalten wirken aufeinander · Wechselseitiges Aufeinandereinwirken von Merkmalen der Person, Umweltfaktoren und Verhalten · Bsp: ein aggressives Kind (Person) erwartet eine feindselige Umgebung (Umwelt) und begegnet daher der Umwelt auch feindselig (Verhalten) und tritt ihr aggressiv gegenüber, was die anderen wiederum veranlasst, dem Kind feindselig zu begegnen
- Modellieren und Imitation Imitation: · Ein Verhalten wird genau so nachgeahmt, wie es vom Modell gezeigt wird (Kopieren beobachteter Verhaltensweisen). · Bsp: Puppe wurde mit Hammer geschlagen (wie vom Modell vorgeführt) Modellieren: · Ein Verhalten wird nicht einfach kopiert, Modellieren geht darüber hinaus · Durch das Beobachten eines Modells werden allgemeine Verhaltensstile erworben · Bsp: Puppe wurde auch auf andere Arten „misshandelt“ als vom Modell vorgeführt Durch das Kennenlernen spezifischer Verhaltensweisen (Bsp Puppe mit Hammer schlagen), werden auch andere Formen des Verhaltens (Bsp andere aggressive Handlungen an Puppe) vorgeführt
- Komponenten des Beobachtungslernens Aneignung (Kompetenzerwerb) 1. Aufmerksamkeit: Als Voraussetzung, Auf. muss beim Beobachter erregt werden, Aus dem gesamten Reizangebot der Umwelt wird eine Auswahl zur Weiteren Verarbeitung getroffen Selektion durch: Merkmale des Modells (Lehrer freundlich, kompetent, etc), wahrgenommene Relevanz des Verhaltens („Was hat die, das ich nicht hab?“) 2. Speichern im Gedächtnis (bildliche, sprachlich): Umformen des Verhaltens in leicht erinnerbare Schemata, hilfreich sind Wiederholungen (Vorstellungsebene oder Nachahmung), mentales Training beim Sport etc Ausführung (Verhalten, Performanz) 3. Reproduktion Zunächst unvollkommen, durch Reproduktion des Verhaltens vervollkommen Korrektur durch Selbstbeobachtung Beeinflusst durch kognitive und körperliche Fähigkeiten Informative Rückmeldungen: zB Lehrer, der Verhalten ansieht und objektiv e Rückmeldung gibt (negative Rückmeldungen vermeiden) 4. Motivation Belohnungserwartung bestimmt, ob das Verhalten auch ausgeführt wird (Direkte, Stellvertretende, Selbstverstärker)
- Wirkungen des Modelllernens Modellieren: Verhalten wird beobachtet und daraus wird ein allgemeiner Verhaltensstil abgeleitet (Bsp: Gummipuppe wird auf andere Art misshandelt als Modell / Zunahme der Luftpiraterie nach erster Flugzeugentführung): neues Verhalten wird gelernt Imitieren: Kopieren eines Verhaltens (Bsp. Hammer) Gewinnen relevanter Information: durch Beobachten anderer (Modellieren) Bsp Zu schnell Fahren nach Fahrprüfung weil das andere auch, offenbar ungestraft, tun / Beobachtung wie ein anderes Kind einen Fremden abwehrte): gleichaltrige Vorbilder sind effektiver Erlernen kognitiver Strategien: kognitives Modellieren (Gedankengänge verbalisieren beim Lösen einer Aufgabe; gleichaltrige Vorbilder zeigen, wie sie beim Lösen einer Aufgabe vorgehen) Modellierender Effekt: Neues Verhalten wird gelernt Hemmender Effekt / Enthemmender Effekt: Verhalten kann weniger leicht / leichter ausgelöst werden Auslösender Effekt: soziale Erleichterung: Verhalten bereits in Repertoire vorhanden, wird in konkreter Situation durch Vorbild anderer ausgelöst
- Bobo-Doll Experiment Experiment: Frau misshandelt Puppe 1. Phase: Beobachtungsphase 2. 2. Phase: Frustration erzeugen (Langweiliges Spielzeug) Ergebnis: Aggressives Verhalten bei 3 Gruppen (Beobachtung der Frau / Frau im Film / Aggressive Katze im Film) , Kontrollgruppe: Kein Aggressives Verhalten Fazit: Lernen durch Beobachtung findet statt, auch indirekte Beobachtung im Film / Verhalten wird sowohl imitiert als auch modelliert / neue Verhaltensweisen wurden gelernt (Kopieren aggressiver Verhaltensstile, die nicht zum Verhaltensrepertoire der Kinder gehörten: Hammer) Folgeexperiment: Verhaltenskonsequenz: Frau wird für Verhalten belohnt / Bestraft / keine Konsequenz Resultat: häufigeres und ausgeprägteres Nachahmen bei Belohnung Fazit: Stellvertretende Verstärkung
- Faktoren, die das Lernen am Modell begünstigen Faktoren, die das Lernen am Modell begünstigen · Ähnlichkeit zwischen Beobachter und Modell · Emotionale Beziehung zwischen Modell und Beobachter · Attraktivität des Modells (Status, Macht) · Konsequenzen des Verhaltens (wird das Verhalten des Beobachters verstärkt, selbstverstärkt) · Stellvertretende Verstärkung (Beobachter sieht, dass das Verhalten des Modells verstärkt wird) · Handlung im Kompetenzbereich des Beobachters: Es ist für den Beobachter möglich, das Verhalten zu imitieren · Verhalten des Modells gut sichtbar, wahrgenommene Relevanz des Verhaltens
- Selbstgesteuertes Lernen Begriff Selbstgesteuertes Lernen Begriff · Nach traditionell behavioristischer Sicht hängt das Verhalten des Menschen allein von den Bedingungen der Umwelt ab. (Lehrer sorg für Konsequenzen, die das positive Verhalten des Schülers verstärken). · Dieses Lernen ist nicht nachhaltig und bringt wenig Transfer in neue Situationen (Bsp. Schüler mit Konzentrationsschwierigkeiten zeigten in spezifischen Verstärkungsprogramm in kleiner Lerngruppe bessere Leistungen, nach Rückkehr in die alte Klasse zeigten sich die früheren Probleme) Ø Wiederentdeckung der Notwendigkeit, Schüler als Partner zu sehen, Kontrolle des Lernens nicht ausschliesslich dem Lehrer zu geben sondern teilweise den Schülern zu übertragen · Bandura: Verhalten nicht nur von der Umwelt abhängig. Der Mensch besitzt selbstleitende Fähigkeiten, die ihn in die Lage versetzen, Kontrolle über ihre Gedanken, Gefühle und Handlungen auszuüben Ø Der Schüler leistet einen aktiven Beitrag zur Erreichung der Lernziele · Motivation für Selbststeuerung des Lernens durch Ø Vertrauen in eigene Fähigkeiten (Selbstwirksamkeitserwartungen): Ich weiss, dass ich es kann Ø Instrumentelles Wissen (ich weiss, wie ich es machen muss)
- Zusammenhang zwischen Lernen am Modell und Selbststeuerung des Lernens Zusammenhang zwischen Lernen am Modell und Selbststeuerung des Lernens · Der Mensch beobachtet nicht nur das Verhalten anderer, sondern auch sein eigenes Verhalten: Das Modell ist man selber · Es braucht eine eigene Kontrolle, damit das Verhalten auch ohne externe Kontrolle in unterschiedlichen Kontexten gezeigt wird. · Selbstbeobachtung, Selbstbewertung, Selbstverstärkung (Selbstreaktion)
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- Komponenten und Teilprozesse des selbststeuernden Lernens, Modell Sozial-kognitives Modell des Selbstgesteuerten Lernens (Schrunk) Selbststeuernde Prozesse · Selbstbeobachtung: Beobachtung eigener Aktivität · Selbstbewertung (Urteil über eigenes Verhalten, Gütemassstab) · Selbstreaktion (Belohnung / Bestrafung je nach Urteil der Selbstbewertung) Überzeugung des Schülers · Selbstwirksamkeitserwartung (Eingeschätzte Selbstwirksamkeit) · Zielvorstellung und Akzeptierung (optimistische, nicht illusorische Ziele, die im richtigen Mass herausfordern, Ziele, die verstärkte Anstrengung erfordern, aber erreichbar sind), sich selber Ziele setzen können, Ziele für sich als verbindlich akzeptieren
- Faktoren, die die Selbstwirksamkeit erhöhen Faktoren, die die Selbstwirksamkeit erhöhen · Bisherige Erfolgsgeschichte · Stellvertretende Erfahrungen: Beobachtung, dass Personen, die mir ähnlich sind, das auch können: Wenn dar das kann, kann ich das auch) · Ermunterndes Zureden (aber nicht als ständige Floskel!) · Physiologischer Erlebniszustand (Erregungszustand mindern)
- Begriffe zum Selbstgesteuerten Lernen Selbstwirksamkeit (169, 170f) · Self efficacy · Eigener Wirkungsgrad, Erleben der eigenen Wirksamkeit · Selber etwas bewirken können · Kann ich eine bestimmte Aufgabe erfüllen oder nicht? Selbstwirksamkeitserwartung · Persönliche Erwartungen an eigenen Wirkungsgrad · Glauben, die erforderlichen selbst-leitenden Fähigkeiten (inneren Fähigkeiten) zur Erfüllung einer bestimmten Aufgabe zu besitzen Selbstbeobachtung (S.174ff) · Beobachtung eigener Aktivitäten, · gibt wertvolle Informationen zum eigenen Verhalten · Gibt Auskunft darüber, was ich bereits gut kann und was ich noch verbessern muss · Empfohlen ist, zusätzlich die Umstände unter denen die beobachteten Verhaltensweisen auftreten zu registrieren (Bsp: Nach einer Pause wieder bessere Konzentration) · Allein das Beobachten der eigenen Verhaltensweisen kann schon eine Verhaltensänderung bewirken (zB Strichliste für Anzahl Zigaretten oder Zeitaufwand notieren für die Bearbeitung eines Textes steigerte die Leistungen) Selbstbewertung · Urteil über eigenes Verhalten · Setzt Gütemassstab voraus, an dem Verhalten gemessen werden kann o Absoluter Gütemassstab (Festgesetztes Ziel, Bsp Anzahl Seiten geschrieben, erreicht oder nicht) o Sozial-bezogener Gütemassstab (eigene Leistung wird mit Leistung anderer verglichen, Bsp Noten, Wettkämpfe im Sport9 o Individual-bezogener Gütemassstab: vergleichen der eigenen Leistung mit früheren Leistungen Selbstreaktion Die Selbstreaktion folgt auf die Selbstbewertung. Wenn die Bewertung des eigenen Verhaltens günstig ausfällt, belohnt man sich, wenn das eigene Verhalten als ungünstig bewertet wird, keine Belohnung oder Bestrafung (Bsp. Materielle Belohnungen, aber auch affektive Selbstreaktionen, wie Stolz oder Unzufriedenheit, kognitive Selbstreaktionen)