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Entwicklulng und Lernen (Fach) / Eltern, Peers und Freundschaften als Entwicklungskontext (Lektion)

Eltern, Peers und Freundschaften als Entwicklungskontext

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Lektion lernen

  • Maxime: Beziehungen als Entwicklungskontext Maxime: Beziehungen als Entwicklungskontext ·         Soziale Beziehungen sind grundlegend für die menschliche Entwicklung ·         Beziehungen stellen zentrale Kontexte der Selbsterfahrung und Selbstentwicklung dar. ·         Die Art des Lernen und der Entwicklung in Beziehungen hängt von der Struktur der Beziehung ab. (Struktur: zB Peers / Eltern Kind etc)  
  • Soziale Umorientierung / Ablösung Soziale Umorientierung / Ablösung ·         Von Eltern (Familienwelt) als Beziehungs- und Erfahrungskontext zu Gleichaltrigen (Peers, Welt ausserhalb) als Beziehungs- und Entwicklungskontext ·         Ablösung: Orientierung von den Eltern weg zu den Peers (oft nur emotional, da physisch noch daheim) ·         Durch neue Struktur der Beziehung sind andere Selbsterfahrungen und somit anderes Lernen möglich ·         Jeder Entwicklungskontext ist ideal für eine bestimmte Zeit (Bsp Gebärmutter), die Ablösung davon ist aber (überlebens)notwendig für eine gesunde Entwicklung ·         Familie ist der ideale Entwicklungskontext während einer bestimmten Zeit ·         Neuer Kontext wird später notwendig ·         Umorientierung ist ein Prozess, der über Jahre hinweg stattfindet ·         Ablösung beginnt mit der Geburt (Abnabelung) ·         Beste Art der Einbindung ist die Förderung zur Selbständigkeit (nicht Abhängigkeit): Familie ist der ideale Kontext, diese Entwicklung beim Kind voranzubringen ·         Märchen: eindimensional, abrupte Ablösung, unbekümmerte Ablösung, keine Diskrepanz zwischen Wunsch nach Geborgenheit und Wunsch nach Unabhängigkeit): Weggang als Entwicklungsmöglichkeit, keine Entwicklung für die Daheimgebliebenen ·         Meine Anmerkung: viele Märchen Enden ja wieder daheim (Hänsel und Gretel, 7 Raben, Däumling) oder beim Prinzen (Brüderchen und Schwesterchen) das wäre laut Mary Ainsworth dann die reife abhängige Sicherheit (Nach abhängige Sicherheit, unabhängige Sicherheit)
  • Hintergrund der sozialen Umorientierung Hintergrund der sozialen Umorientierung: ·         Geringe Unterstützung durch einen Elternteil kann durch den anderen Elternteil kompensiert werden, geringe Unterstützung durch Klassenkameraden kann durch andere Peers nicht kompensiert werden. ·         Mit wem am liebsten Freien Nachmittag verbringen (55% mit Klassenkameraden, 32% mit anderen Peers 10% mit Geschwistern, 2.7% alleine) o    Risikogruppe „Alleien“: mehr Einsamkeit, Traurigkeit, Interpersonales vertrauen o    Geschwister: mehr Einsamkeit, weniger Interpersonales vertrauen (nicht Traurigkeit) ·         Wahl der Eltern als Begleitperson  o  (mushgrove, 1963): Abnahme nach 11J (zw 10 und 11 wieder leichte Zunahme) o  Ch 1994 zunahme zw 11 und 12: Übergang OST (neue Klasse, neue Freunde müssen erst gefunden weden) o  Anzahl Elternwahl  der 6. Klasse von 63 entsprich  Anzahl Elternwahl der 4. Kl von 94: Ø  Sprung gegen unten (weniger Eltern) 2 Jahre früher Ø  Früher Selbständig durch Tagesbetreuung Ø  Eltern weniger Zeit Ø  Mehr Angebote f. Kinder, die sie ohne Eltern besuchen können ·         Leben ohne Eltern (2 Wochen bereits 60% in 4. Klasse, 1 Jahr 60% in 9. Klasse) o    Hauptgrund (beide Geschlechter): Organisation, Führung fehlt o    Emotionale Bindung va von Mädchen erwähnt (Hauptgrund) o    Ja Gründe bei 2 Wochen bis 7. Klasse: Zusammensein mit Peers als Hauptgrund, ab 9. Klasse: Gut für Entwicklung der Selbständigkeit als Hauptgrund
  • Social Needs Approach Social Needs Approach   Modell von Buhrmester und Furman Aufkommende soziale Bedürfnisse und Schlüsselbeziehungen   Frühphase (0-2) Bedürfnis nach:              Zärtlichkeit                         Erfüllt durch:     Eltern   Kindheit (2-6) Bedürfnis nach:              Zärtlichkeit                         Erfüllt durch:     Eltern                                               Gesellschaft                                                     Eltern (und Peers??)   Späte Kindheit (6-9) Bedürfnis nach:              Zärtlichkeit                         Erfüllt durch:     Eltern                                               Gesellschaft                                                     Eltern,  Peers                                               Akzeptanz                                                         Gesellschaft der Peers   Präadoleszenz (9-12) Bedürfnis nach:              Zärtlichkeit                         Erfüllt durch:     Eltern, gleichgeschlechtliche Freundschaft                                                 Gesellschaft                                                     Eltern,  gleichgeschlechtliche Freundschaft                                               Akzeptanz                                                         Freundschaftsclique                                               Intimität                                                             Gleichgeschlechtliche Freundschaft   Frühe Adoleszenz (12-16) Bedürfnis nach:              Zärtlichkeit                         Erfüllt durch:     gleichgeschl. Freundschaft, Romanze Gesellschaft                                                     gleichgeschl. Freundschaft, Romanze                                               Akzeptanz                                                         Freundschaftsclique, gemischtgeschl. Menge                                               Intimität                                                             gleichgeschl. Freundschaft, Romanze                                               Sexualität                                                          PartnerIn/ Romanze     Gesellschaft: dabei sein wollen. Zugehören erleben Akzeptanz: akzeptiert sein, nicht nur dabei sein Intimität: Mädchen mehr Bedürfnis nach Intimität („beste Freundin“) Bogen von Zärtlichkeit zu Intimität / Sexualität: dazwischen: Soziale Öffnung (siehe Ainsworth: abhängige Sicherheit, unabhängige Sicherheit, reife abhängige Sicherheit)
  • Piaget-Sullivan These Piaget-Sullivan These Entstehung ·         1980: Grundlagen für die Peer-Forschung unter neuen Vorzeichen ·         Neue Welle: positive Funktion der Peers, vorher: Peers va als Risiko betrachtet ·         Begründer: James Youniss ·         Piaget: Kognitive Entwicklungspsychologie/ Das moralische Urteil beim Kind: Murmelspiel bei Kinder mit Gleichaltrigen: Durch Aushandeln werden neue Regeln geschaffen. Bei Eltern sind die Regeln (die Moral) von oben verordnet. ·         Sullivan: Interpersonale Theorie der Psychiatrie:  Nicht die innerpsychischen Instanzen (Freud) sondern enge Beziehungen beeinflussen die Persönlichkeit These: ·         Entwicklung einer moralischen, sozialen Orientierung (Gleichheit, Gerechtigkeit, Kooperation) kann nur durch Erfahrungen in symmetrisch-reziproken Beziehungen entstehen (d.h den Austausch oder die Ko-konstruktion der Realität mit Gleichen) ·         E-K-Beziehung ist lange Zeit eine asymmetrisch-komplementäre Beziehung unter Nicht-Gleichen (soziale Unterordnung, Anpassung, Generationenkluft) ·         Piaget: Die Autorität kann nicht die Quelle der Gerechtigkeit bilden, da die Entwicklung der Gerechtigkeit die Autonomie voraussetzt Ø  Piaget verneint die Vorstellung, dass Eltern die wichtigste Instanz sind, um Moral zu vermitteln ·         Kinder und Erwachsene haben komplett andere Sichtweisen auf die Welt und können sich nicht in die Perspektive des anderen hineinversetzen ·         Ko-Konstruvistisches Sozialisationsverständnis Gesellschaft als Rahmen, Eltern und Peers beeinflussen Kind und vice versa (Versch. Instanzen die sich im Gesellschaftskontext wechselseitig beeinflussen ·         Im Unterschied zum konventionellem Sozialisationsverständnis (Gesellschaft beeonflusst Erwachsene, diese sozialisieren Kind, Kind integriert sich in Gesellschaft
  • Strukturell unterschiedliche Beziehungen (aus Youniss Sicht)   E-K: ·         Asymmetrische Beziehung unter Nicht Gleichen ·         Häufige Anpassungsleistung: Nachgeben, Unterordnen, Gehorsam ·          Du / Ich, Das Selbst muss abgegrenzt werden (Eingrenzung gegen Innen, den Eltern nicht mehr alles sagen) ·         Freundlich sein bedeutet mehr oder weniger gehorchen, mithelfen, konformes Verhalten (wenig Entwicklung zw 6 und 14j) Peers ·         Freundschaft: Symmetrisch-reziproke Beziehung unter Gleichen ·         Häufige Anpassungsleistung: Aushandeln, gegenseitige Anpassung, Aufrechterhaltung der Beziehung (Anpassungsleistung nötig, damit Freundschaft bestehen bleicht) ·         Du + Ich = Wir: Gegenseitige Öffnung und Erweiterung des Selbst ·         Freundlich sein: 6j: teilen, spielen / 9j: helfen, unterstützen / 11j: Zuneigung, Anteil, kümmern (Beziehung entwickelt sich, wird umgearbeitet, erzeugt Empathie und Intimität)   Kritische Anmerkung zu Piaget-Sullivan These: 5. Axiom von Paul Watzlawick ·         Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind symmetrisch (Gleichwertig) oder komplementär (ergänzend) je nachdem ob die Beziehung auf Gleichheit oder Unterschiedlichkeit beruht (soweit wie Youniss) ·         Komplementäre Kommunikation ereignet sich in der Regel im Rahmen von Abhängigkeitsverhältnissen. Aber grundsätzlich kann jede Beziehung komplementäre (oder symmetrische) Formen oder Phasen aufweisen (Grundsätzliche Annahmen von Youniss - nämlich dass jede E-K Beziehung komplementär und jede Peer-Beziehung symmetrisch ist -  in Frage gestellt) Ø  50 Jahre nach Piaget und Sullivan hat sich die E-K Beziehung verändert       Bleibende Argumente für die These ·         E-K Ungleichheit, ungleiche Erwartung, ungleiche Rolle (Erziehung, Sozialisation) ·         Differenz zwischen Generationen ·         Fehlende Umkehrbarkeit der Rollen Ø  In Beziehungen zu Peers gilt grundsätzlich die Austausch und Anfechtbarkeit von Ansprüchen, von sozialen Rollen oder Statuspositionen
  • Freundschaft und Lernen Nach brooks Freundschaft und Lernen Befreundete Kinder in schulischen Situationen… ·         Mehr Explorationsverhalten, intensiveren Informations- und Emotionsaustausch ·         Mehr Details erinnern bei Aufgaben ·         Meistern schwierige Aufgaben besser ·         Gegenseitige Unterstützung bei Problemlösung und Lernen ·         Mehr sachorientierte und konstruktive Interaktionen ·         Konstruktiver bei Meinungsverschiedenheiten ·         Argumente austauschen ·         Kritisieren sich gegenseitig (-> bessere Aufgabenlösung) ·         Freundschaften beeinflussen Wahl des Bildungsweges   Ø  Nicht nur Eltern haben eine Funktion im Zusammenhang mit Lernen Ø  Freundschaften fördern Lernen Ø  Bei Nicht freunden steht die Beziehung bei der Aufgabenbewältigung im Wege Ø  Soziale Beziehungen sind ein wichtiges Element einer Schulklasse
  • Innenverlagerung des Selbstwissens Innenverlagerung des Selbstwissens   Ø  Parallel zur sozialen Umorientierung ereignet sich eine Innenverlagerung des Selbstwissens   Wissen über Äusseres Selbst (Gewohnheiten, Können):  Eltern wissen es am besten -> Ich weiss es am besten Wissen über inneres Selbst (Gedanken, Gefühle): Start be je 50%, Eltern nehmen ab, selbst nimmt zu Jüngere Kinder: Mami kennt mich am besten (denken, dass Erwachsene in sie hineiensehen) Später. Ich kenne mich am besten (Ich kann gewisse Dinge für mich behalten / Inneres kann abgeschirmt werden /sich nur noch mitteilen, wem man will)
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