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Entwicklulng und Lernen (Fach) / Zur Schule gehen: gesellschaftliche und individuelle Bedeutung (Lektion)

Zur Schule gehen: gesellschaftliche und individuelle Bedeutung

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Lektion lernen

  • 1. Historische Sicht Vor 1832: es gab zwar Schulen, aber ·         Versch. Altersgruppen beim Eintritt ·         Im Sommer kein Unterricht ·         Unregelmässige und häufige Ein- und Austritte / ungeregelte Absenzen ·         Keine Schulhäuer, Unterricht in „Stube“ des Lehrers ·         Keine Unterrichts,- Lektionspläne ·         Ausbildung des Lehrers nicht geregelt   1832: Einführung der allg. Schulpflicht im Kt Zürich ·         Schulen entstehen, wenn die sozialen Überlieferungen so verwickelt worden sind, dass ein beträchtlicher Teil davon niedergeschrieben und durch schriftliche Symbole weitergegeben werden muss (John Dewey) ·         Einführung der allg. Schulpflicht als grundlegender Entwicklungsschritt und Marktstein einer Gesellschaft ·         Allg. Schulpflicht aufgrund von Gesellschaftsmerkmalen nötig (viele neue Anforderung an Gesellschaft) ·         Regelung von Betrieb und Gestaltung des Unterrichts   Widerstand gegen das Obligatorium Ø  Gottlose Schulbücher (vorher Biblische Geschichten als grosser Teil des Unterrichts) Ø  Verlust der Kinder als Arbeitskräfte Ø  „Raub“ der Kindheit Ø  1834: Zürcher Schulstreit (Staldler Aufruhr)   Nach 1834: Schule etabliert sich in der Gesellschaft: Thema Schule wird von Öffentlichkeit, Medien aufgenommen Viele bildliche Darstellungen der Schule (Eltern der ersten Schulkindergeneration konnten oft selber nicht lesen) Ø  Das Schulkind (Mädchen, 1885, lässt Spielwelt hinter sich / Knabe, 1853: geschultert wie Soldat für Pflicht der Schule) Ø  Schulunlust, Schulangst, Widerstand des Kindes (Schulanmeldung, 1887, Der erste Schulbesuch, 1848) Ø  Neue Elternrolle: (Eltern als Mahner, Strafende nach schlechtem Betragen / schlechten Leistungen) Ø  Öffentliche Disziplinierung: Disziplinierung neu als öffentlicher Akt, aus familiärem Rahmen losgelöst Ø  Lernprobleme und Versagen: Neuer Aspekt der E-K Beziehung, E-K Beziehung wird verschult, (Mutter als Verantwortliche muss sich Zurechtweisungen des Kindes mitanhören) Ø  Neue Gefahren (Gefährlicher Schulweg)
  • Das Bildungssystem Definition nach Fend   Nach H. Fend:  Orte des Lernens Bildungssystem als Orte der Methodisierung von Lehren und Lernen Diese Orte repräsentieren die intendierten, die gezielt arrangierten pädagogischen Einflüsse Nur „die Spitze des Eisbergs“ gemessen an der Gesamtheit der pädag. Einflüsse Zusammenfassung Fends Definition markiert das Bildungssystem als Teil des umfassenden Erziehungssystems, nämlich seine didaktische und methodisch Verdichtung in Institutionen Unzureichende Beschreibung (Bildungssystem als Ort)
  • Definition Bildungssystem (in Anlehnugnan Luhmann) In Anlehnung an Luhmann: Summe der Kommunikationen... …, die mit der spezifischen Absicht des Erziehens und der Bildung stattfindet …,die auf die Erhaltung und Entwicklung des gesellschaftlichen Systems abzielen (Wirtschaft, Kultur, Politik) …, welche zur Verdichtung und Kontrolle in Institutionen verlegt werden, die als Orte operieren, wo diese kommunikativen Abläufe  organisiert und beaufsichtigt werden. Zusammenfassung Summe der Kommunikation über Bildung und Erziehung Orte der Bildung als Verdichtung dieser Kommunikationen
  • Das Bildungssystem als Teilsystem der Gesellschaft Fragen auf der Makro-Ebene Fragen auf der Makro-Ebene Stellenwert des Bildungssystem in der Gesellschaft (Sehr hoch bei uns) Planung, Verbreitung und Qualität der schulischen Bildung Zugang zur schulischen Bildung, Bildungsgerechtigkeit, Effizienz (Aufwand und Output in sinnvollem Verhältnis -> gemäss Pisa erfüllt 1/5 der Schulabgänger, die grundlegenden Anforderungen nicht) Gesellschaftlicher und individueller Nutzen der schulischen Bildung Schulische Verarbeitung gesellschaftlicher Bedingungen (Bsp. Integration) Verhältnis anderer Teilsysteme der Gesellschaft (…<->Bildung <-> Wirtschaft <-> Politik <-> Bildung …)
  • Talcott Parson (Struktur-Funktionalismus) Talcott Parson (Struktur-Funktionalismus) ·         Handeln von Subjekten als Funktion sozialer Strukturen (nicht als individueller Entwurf) ·         System von Erwartungen, die dem sozialen Handeln zugrunde liegen ·         Erwartungen sind zu Rollen gebündelt ·         Soziales System (Gesellschaft) = bestehende Rollen und die damit verbundenen Erwartungen (Bündel von Erwartungen, Rollen inklusive entsprechenden Erwartungen / Menge der Erwartungen, zu Rollen gebündelt) ·         Sozialisation = Aneignung von Rollen, die mit gesellschaftlichen Positionen verbunden sind, welche für das Funktionieren des sozialen Systems notwendig sind (Aneignung v. Rollen innerhalb einer Gesellschaft) ·         Eine Gesellschaft funktioniert, wenn die Rollenbündel etabliert sind, d.h wenn allen klar ist, welche Rolle sie zu spielen haben (Gleichgewicht in einer Gesellschaft, wenn die Erwartungen etabliert sind und die entstandene Ordnung durch anerkannte Normen und Werte legitimiert ist) ·         Mitglieder der Gesellschaft: bringen (angeborene, erworbene, zugeschriebene) Merkmale mit sich, aufgrund derer sie einer bestimmten Gruppe von Erwartungen (Rolle) zugeschrieben werden Ø  Kritik: Wie erklärt sich dann der soziale Wandel? Wenn Individuen immer nur ihre erwarteten Rollen spielen, ist keine Veränderung möglich
  • Schule aus struktur-funktionalistischer Sicht Schule aus struktur-funktionalistischer Sicht (aus Family Structure and the sozialisation of the child, T.Parson, 1955) ·         Partikularismus (in Familie wird Kind als einzigartig gesehen) vs.  Universalsimus (Schule: Kind als Teil einer an Leistung gemessener Gesellschaft): ·         Kind ist zunächst „Repräsentant“ der Familie (ist das heute auch noch so?) ·         Instrumentelle Motive verinnerlicht ·         Rollenwandel: Eltern beurteilen Kind mehr und mehr nicht mehr als Individuum, sondern als Teil einer ausserfamiliären Gesellschaft (Universalismus nimmt zu)
  • Zur Schule gehen: Individuelle und gesellschaftliche Bedeutung Interview mit H. Fend Individuelle Sicht: Veränderung der Persönlichkeit durch Lernen und Erfahren ·         15‘000-20‘000 Stunden mit Bewertungen, Lob und Kritik ·         1/3 der wachen Zeit = Schule während 9, 15, 20 Jahren ·         Dadurch: Veränderung der Persönlichkeit Gesellschaftliche Sicht: Schule  als Ort der Rekontextualisierung ·         Rekontextualisiserung: Gesellschaftliche Erfordernisse / Gesetzlilche Vorgaben in spezifischen, schulischen  Kontext übersetzen) ·         Erfordernisse zur Existenzbewältigung einer Gesellschaft ·         Sicherstellung der Lebensbewältigung einer Gesellschaft ·         Herstellung der „Infrastruktur“ an Fähigkeiten, Arbeitshaltungen, Einstellungen, die die Grundlage einer Gesellschaft bilden
  • Schule: Gesellschaftliche und Individuelle Funktion Gesellschaftliche Funktion Enkulturation (kult. Reproduktion) Reproduktion der kulturellen Werte (Lesen, Schreiben) und Inhalte Qualifikation Aneignung bestimmter Fähigkeiten Allokation Selektion, Positionsverteilugn, Erwerb von Bildungsberechtigungen (zB Matura) Legitimation und Integration Anerkennung v. Normen, Werten, Regelungen / Herst. eines kult. Gleichgewichts (Strukturfunkt. Pos.) Individuelle Funktion Kulturelle Teilhabe / Identität Möglichkeit für  Individuum, sich an Kultur zu beteiligen, eigene  Pers. i kult. Rahmen zu integrieren Berufsfähigkeit Ermöglichung, eigenen Lebensunterhalt zu verdienen Lebensplanung Möglichkeit des sozialen Aufstiegs durch Bildungszertifikate Soziale Identität, Politische Teilhabe  
  • Zur Schule gehen: ein ökologischer Übergang Wechsel zwischen zwei Umweltbereichen (ökologischer Übergang) Kindergarten - Schule ·         Wechsel -> Neue Rollenerwartungen -> neue Anpassungsleistungen -> Entwicklung ·         Verklärung des Kindergartens (“All I really need to know I learned in Kindergarten“ R. Fulghum) ·         Schule -Kindergarten: traditionell dichotomes (gegensätzliches) Verständnis o    Vom Vorschulkind (Spielkind, Familienkind) zum Schulkind o    Kindergarten (kindgemäss, wollen) / Schule (Leistung / müssen) o    Familie –Schule. Unterschiedliche Lebenswelten (emotionale Muster, Funktionen) ·         Die Schule bringt Konkretisierung en mit sich. o    Kind wird Teil eines organisierten Bildungssystems: Frage der Schulfähigkeit o    Bedeutungswandel (Kind wird zum Schulkind): Erwartungen und Realitäten werden konkret (bringt oft auch einen Wandel der Sicht der Eltern auf ihr Kind mit) o    Neue Anforderungen: Selbstverständnis als SchülerIn ·         Schulfreude nimmt ab von 1-3 Klasse ·         Abkühlung auch bei Eltern ·         Zusammenhang zwischen Leistung und Prüfungsangst (schon ab 3. Klasse) ·         Untersuchungen: Positive Gefühle der Eltern gegenüber Knaben, die schulische Erwartungen erfüllen
  • Zusammenfassung: Zur Schule gehen Gesellschaftliche Bedeutung Sicherstellung der gesellschaftlichen Infrastruktur Rekontextualisierung am "Ort Schule" Konkretisierung gesellschaftlicher Funktionen Legitimation von Bildung   Individuelle Bedeutung Biografisches Ereignis ökologischer Übergang Rollenübernahme, Selbstbild Eltern: Umgestaltung des Kindbilds Umgang mit Diskrepanzen, Emotionen
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