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Psychologie (Fach) / Einführung in die Methodenlehre (Lektion)
Methodenlehre
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- Speichermodell (Atkinson&Shiffrin 1968) Sensorisches Register -(Aufmerksamkeit)-> Kurzzeitspeicher -(Übung)-> Langzeitspeicher Je öfter eine Information wiederholt bzw. geübt wird, desto eher gelangt sie in den Langzeitspeicher und wird von dort besser erinnert.
- Das Modell der Verarbeitungstiefe von Craik und Lockhart (1972) •physikalische Ebene (oberflächlich): Form, Farbe etc. •phonemische Ebene (mittlere Verarbeitungstiefe): Klangbild etc. •semantisch (tief): Inhaltliche Bedeutung Je „tiefer“die Verarbeitung eines Reizes bzw. einer Information, desto besser die Erinnerung an diese.
- Externe Validität Generalisierbarkeit
- Systematisch nicht zufällig, MIT System beeinflusst die UV und dadurch auch die AV (Effekt der UV kann nicht auf die UV zurück geführt werden)
- Unsystematisch zufällig, OHNE System beeinflusst die AV, aber nicht die UV Effekt der UV ist auf UV zurück zuführen
- Die Leipziger Schule •Wilhelm Wundt (1832 –1920) –Die „Tatsachen des Bewusstseins“sind nicht „metaphysisch-spekulativ“zu untersuchen, sondern vielmehr auf der Basis beobachtbarer, „erfahrbarer“(empirischer) und damit messbarer Vorgänge. –„Leipziger Schule“: Verständnis der Psychologie aus einem naturwissenschaftlichen Standpunkt heraus –Wundt hat mit der Betonung einer experimentellen und statistischen Methodologie entscheidend zur naturwissen-schaftlichenAusrichtung der Psychologie beigetragen.
- Die Würzburger Schule •Oswald Külpe(1862 –1915) –Ich, Subjekt, Bewusstsein und Seelenvermögen als „psychische Grundbegriffe“. –Systematische, experimentelle Selbstbeobachtung als Grundmethode: „Experimentelle Herbeiführung bestimmter psychischer Vorgänge und genaue Schilderung der dabei hervortretenden Erlebnisse“. –Erforschung von Gedanken und Denk-und Problemlöseprozessen („Aha-Erlebnis“; Bühler, 1908) –Erforschung der „determinierenden Tendenzen“
- Gestaltpsychologie •Max Wertheimer (1880 –1943), Kurt Koffka(1886 –1941), Wolfgang Köhler (1887 –1967) –„Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile“ –Abkehr vom Elementarismus Wundts hin zu einer holistischen (ganzheitlichen) und dynamischen Sicht auf menschliches Verhalten und Erleben
- Gestaltpsychologie –Tierpsychologie:•Verhaltensbeobachtung von Schimpansen (Köhler)•„Einsichtsvolle Handlungen“ –Psychotherapie:•Ganzheitliche Betrachtung (Patient, Therapeut, Leib und Seele als eine Einheit)•Entwicklung der „Psychosomatik“ –Diagnostik:•„Gestalt-Tests“(z.B. Bender, 1938): Diagnose visuomotorischerFertigkeiten und Störungen der visuellen Wahrnehmung –Einflüsse auf die kognitive Psychologie (später mehr)
- Psychoanalyse •Sigmund Freud (1856 –1939) •Theorieklasse (Traumatheorien, Neurosenlehre, Phasenlehre, Strukturelle Theorie) •Diagnoseinstrument ([Traum-]Deutung) •Behandlungsmethode (Analytische Therapie, Katharsis, Hypnose, freies Assoziieren) - „Sündenbock-Hypothese“
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- Behaviorismus John B. Watson (1878 –1958) Burrhus F. Skinner(1904 –1990)
- Kognitivismus Angriff auf Behavorismus von 2 Seiten -Begrenztheit des Behaviorismus (kognitiver Ansatz) - Achtung der Menschenwürde. Es ist nicht vorbestimmt, was wünschenswert ist -> Freiheit der psychologischen Forschung (humanistischer Ansatz) •Ausruf der „kognitiven Wende“in den 1960er Jahren (zunächst in den USA, dann in Europa)
- Kognitivismus •Kognitive Entwicklungspsychologie–z.B. Jean Piaget (1896 –1980): Entwicklung kognitiver Fähigkeiten bei Kindern •Kognitive Sozialpsychologie–z.B. Fritz Heider (1896 –1988): Naive Alltags-psychologie (Balancetheorie, Attributionstheorie) •Kognitive Lerntheorie–z.B. Edward Tolman(1886 –1959): Latentes Lernen und die „wahre“ Rolle von Verhaltensbekräftigung •Kognitive Handlungstheorie–z.B. Kurt Lewin (1890 –1947): Aktionsforschung, Feldtheorie: Verhalten = Funktion (Umwelt, Person)
- Kognitivismus •„Computer-Metapher“(Gehirn = Computer; Vernunft = Software; Verhalten = Output) •Abbildung menschlichen Verhaltens in Modellen von „Funktionseinheiten“(in Anlehnung an „Blockschaltbilder“und Flussdiagramme) •Beispiele:–Kommunikationsmodelle (Shannon, 1949)–Modelle der Informationsverarbeitung (Klix, 1971)–Kybernetische Modelle der Handlungsregulation (Miller, Galanter & Pribram, 1960; Volpert, 1974)
- Kognitivismus TOTE-Modell (Miller, Galanter & Pribram, 1960) -> Nagel in die Wand Bauplan des menschlichen Handels kritisch: Mensch funktioniert nicht 100% rational
- Kognitivismus heutzutage Modell der sozialen Kognition -zum traditionellen Kognitivismus wird soziales Verhalten addiert -Denkprozesse immer noch zu rational und mechanisch
- Kritische Psychologie •Klaus Holzkamp (1927 –1995) –marxistisch inspirierte, gesellschaftskritische Sichtweise auf das damals und derzeit vorherrschende naturwissenschaftlich-experimentelle Paradigma - „inhumanes“ Menschenbild (fremdgesteuert, determiniert, „bedingungsorientiert“) - „inhumane“Methodik („kontrollorientiert“; quantitativ; statistisch)
- Kognitivismus (Vergleich Konstruktivismus) •Kognitionen sind Repräsentationen realer Objekte, Ereignisse und Prozesse. •Eine objektive Wahrnehmung der Realität ist theoretisch möglich. •Es gibt einen „sozialen Konsens“ über die Existenzvon Objekten und Ereignissen. •Kognitive Wahrnehmungs-und Bewertungsschemata (subjektive Erklärungen, Einstellungen etc.) sind über die Zeit hinweg stabil.
- Konstruktivismus (Vergleich Kognitivismus) •Objekte und Ereignisse werden durch die Sprache erst konstruiert. •Sprache konstruiert die „soziale“Realität; eine objektive Wahrnehmung der Realität ist nicht möglich. •Subjektive Erklärungen und Einstellungen sind Aspekte sozialer Konstruktionen. •Subjektive Erklärungen und Einstellungen ist etwas, was Leute tun, nicht etwas, was sie „haben“.
- Moderne Soziale Kognitionsforschung •Anwendung kognitionspsychologischer Modelle und Prozesse auf soziales Verhalten (sozialer Einstellungen, sozialer Einfluss, Intergruppale Dynamiken, Aggression, Hilfsbereitschaft etc.) •Aber: Kritik an der Grundannahme, dass jegliches Verhalten kontrolliert, deliberativund „rational“sei •Erforschung der unkontrollierten, spontanen, automatischen, „irrationalen“Aspekte des Verhaltens und Erlebens (eine neue Sicht auf das „Unbewusste“)
- Moderne soziale Kognitionsforschung •Verankerungsheuristik (Tversky& Kahneman, 1974) -> irrelevante Information beeinflusst Schätzung
- Moderne soziale Kognitionsforschung •Direkter „Wahrnehmungs-Verhaltens-Link“(Bargh, Chen & Burrows, 1996) - Priming- Beeinflussung der Verarbeitung eines Reizes (und des Verhaltens) dadurch, dass ein vorangegangener Reiz implizite Gedächtnisinhalte aktiviert hat
- Moderne soziale Kognitionsforschung •„Unbewusstes Denken“ (Dijksterhuiset al., 2006) - unbewusste Verarbeitung von Informationen (Zeitschrit->Autowahl)
- Moderne Entwicklungen der kognitiven Psychologie •Eine neue Sicht auf das „Unbewusste“ (z.B. implizite Einstellungen) •Eine neue Sicht auf Gehirnaktivitäten („kognitive Neurowissenschaften“)
- Grundlagenorientierte Disziplinen –Allgemeine Psychologie–Biologische Psychologie und Neuropsychologie–Psychodiagnostik und Persönlichkeitspsychologie–Entwicklungspsychologie–Sozialpsychologie–Methodenlehre
- Allgemeine Psychologie •Interindividuelle und situationsspezifische Unterschiede sind für die Allgemeine Psychologie nicht primär relevant •Grundlagen: Leipziger Schule (Wahrnehmung), Würzburger Schule (Denken), Kognitivismus etc. •Methodik :Experiment mit kontrollierten Reizbedingungen bzw. Bedingungsvariationen; exakte Messung psychischer Vorgänge; mathematisch formalisierte Modellvorstellungen
- Biologische Psychologie und Neuropsychologie •Die Biologische Psychologie sucht nach grundlegenden neurobiologischen Mechanismen, die den Bewusstseinsprozessen und dem Verhalten zugrunde liegen •Methodik: Experimentell; exakte Analyse und Messung physiologischer Parameter
- •Methodik der klinischen Neuropsychologie •Spezielle Tests für die angewandte neuropsychologische Diagnostik –Orientierungs-Tests (z.B. Darbietung visueller Stimuli in unterschiedlichen Winkeln) –Neglect-Tests –Aphasie-Tests –Gedächtnistests –…
- Psychodiagnostik und Persönlichkeitspsychologie •Diagnostik umfasst die: –Diagnose (Bestimmung)–Prognose (Vorhersage)–Selektion (Auswahl)–Modifikation (Veränderung) von Personen bzw. Umweltbedingungen
- Diagnostik und Persönlichkeitspsychologie Die „Temperamentlehre“von Hippokrates: •Choleriker (Gelbe Galle; Jähzorn)•Melancholiker (Schwarze Galle; Schwermut)•Sanguiniker (Blut; Leichtsinn)•Phlegmatiker (Schleim; Schwerfälligkeit)
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- Psychodiagnostik und Persönlichkeitspsychologie -Persönlichkeitspsychologie: –Erforschung des „Persönlichkeitsraumes“, d.h. der Gesamtheit interindividuell variabler, zeitlich stabiler und situationalkonsistenter Dispositionen
- Psychodiagnostik und Persönlichkeitspsychologie •Differentielle Psychologie: –Erforschung einzelner Persönlichkeitsaspekte: •Kompetenzen, Fähigkeiten und Fertigkeiten•Motive (Bedürfnis nach Geselligkeit, Macht etc.)•Gefühlsneigungen (Neigung zu Heiterkeit, Angst, Ärger etc.)•Verhaltens-und Erlebnisstile, Temperamente (Extraversion, emotionale Stabilität etc.)•Selbstbilder (Konstruktionen der eigenen Individualität)
- Psychodiagnostik und Persönlichkeitspsychologie •Methodik: –Beschreibung und Messung natürlicher Verhaltensunterschiede (auf der Basis von Verhaltensbeobachtungen, Tests und Selbstberichten) –eher nicht-experimentell ausgerichtet (siehe aber moderne Entwicklungen) –Systematisierung anhand von Dimensionalitätsanalysen („Faktorenanalyse“) –Analyse von Zusammenhängen (Korrelationsanalyse)
- Psychodiagnostik und Persönlichkeitspsychologie •Die „Big Five“der Persönlichkeit (Costa & McCrae, 1992) - Neuotizismus (hoher Stabilitätswert) - Extraversion (hoher Stabilitätswert) - Offenheit für Erfahrungen (geringster Stabilitätswert) - Agreeableness-Verträglichkeit (mittlere Stabilität) - Conscientiousness-Gewissenhaftigkeit (mittlere Stabilität)
- Entwicklungspsychologie Inhalte –Beschreibung von Veränderungsverläufen über die Lebensspanne
- Entwicklungspsychologie Methodik –Beobachtung und Beschreibung (Piaget) –Tests (z.B. Schulreifediagnostik; Binet& Simon) –Textinterpretation (z.B. Auswertung von Jugendtagebüchern; Charlotte Bühler) –Längsschnittstudien
- Sozialpsychologie –Aufgabe der Sozialpsychologie ist es, „zu verstehen und zu erklären, wie das Denken, Fühlen und Verhalten von Individuen durch die reale, vorgestellte oder implizite Gegenwart anderer beeinflusst wird“(G. W. Allport, 1968; S. 72)
- Sozialpsychologie –Soziale Dispositionen (z.B. Einstellungen, Motive)–Soziale Prozesse (z.B. Einfluss)–SituativeKontexte (z.B. Statushierarchien)–Prozesse in Gruppen (z.B. Meinungsbildung)–Prozesse zwischen Gruppen (z.B. Diskriminierung)–Soziale Kognitionen (z.B. Attribution)
- Sozialpsychologie • Fokus auf die „Macht der Situation“ Bsp. Stanford Prison Experiment
- Sozialpsychologie •Methodik: –Laborexperimentelle Methoden („Künstliche“Herstellung sozialer Situationen; F. Allport, 1924) –Feldexperimente –Beobachtung und Befragung –Reaktive und nicht-reaktive Verhaltensmaße –Selbstbeschreibungsinstrumente (z.B. zur Messung von Einstellungen; L. L. Thurstone) –Spezielle Methoden (z.B. Soziometrie)
- Sozialpsychologie -Methodik: •Situative Unterschiede (experimentell kontrolliert) und personbedingte Unterschiede sind in der modernen Sozialpsychologie gleichermaßen relevant
- Die vier psychologischen „Grundtätigkeiten“ - Beschreiben (Definition) - Erklären (Kausalität) - Vohersagen (Prognostizieren) - Verändern (Diagnostizieren?, Beeinflussen)
- Beschreiben oder erklären? Wundt (1832 –1920)/Ebbinghaus(1850 –1909): •Im Selbstverständnis der Wundt‘schen Psychologie stand das Erklären im Vordergrund -quantitativer Zugang (messen, testen, verrechnen)
- Beschreiben oder erklären? Dilthey (1833 –1911): Beschreiben! - qualitativer Zugang (beobachten, befragen, verstehen- bewusstsein besteht nicht aus isolierten Einzelteilen)