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Psychologie (Fach) / Arbeitspsychologie (Lektion)

TU Chemnitz, J. Krems WS 11/12

Diese Lektion wurde von anna251 erstellt.

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  • Nennen Sie dir Grundlegenden Konzepte der Arbeit (Zwei Gesichter nach Lewin 1920).      Beruf und Arbeit treten dem Einzelnen mit zwei verschiedenen Gesichtern entgegen: 1. Arbeit ist einmal Mühe, Last, Kraftaufwand. Wer nicht durch  Renten oder Herrschaft oder Liebe versorgt ist muss  notgedrungen arbeiten, um seinen Lebensunterhalt  zuverdienen...  Darum Arbeit so kurz und so bequem wie möglich! 2. Arbeit ist unentbehrlich […], weil das Leben ohne Arbeit hohl  und halb ist. [Sie gibt] dem individuellen Leben Sinn und  Gewicht [... ]  Darum [... ] Steigerung des Lebenswertes der Arbeit, mache  sie reicher und menschenwürdiger  
  • Was bedeutet Arbeit nach Semmer & Udris , 1993?      Kompetenzen erwerben und demonstrieren  Struktur für Zeit und Aktivitäten  Kontakt und Kooperation  Soziale Anerkennung  Identität  Sicherung der Existenz  
  • oder etwas moderner, Arbeit ist ... (Frieling & Sonntag,1999)    eine zielgerichtete Tätigkeit und zweckrationales Handeln  Daseinsvorsorge und dient der Schaffung optimaler  Lebensbedingungen  mit gesellschaftlichem Sinngehalt versehen und  aufgabenbezogen,  ein vermittelnder Prozess zwischen Mensch und Umwelt,  der sich in eingreifenden und verändernden Tätigkeiten  äußert
  • Was ist die Aufgabe der Arbeits- und Organisationspsychologie?    Zentraler Gegenstand der A&O-Psychologie ist die menschlicher Arbeit und ihre Organisation  Ihre Aufgabe ist die Beschreibung, Analyse, Bewertung und Gestaltung menschlicher Arbeit und deren Organisation  Querschnittsdisziplin aus der Allgemeinen Psychologie und Teilgebieten der Angewandten Psychologi  
  • Nennen Sie Eigenschaften und Merkmale des Scientific Management, Taylorismus.   Frederic W. Taylor (1856-1915), Ingenieur,  „Die Grundsätze wissenschaftlicher Betriebsführung“ (1913):  Organisationen sollten nach den Prinzipien rationaler und  systematischer ingenieurwissenschaftlicher Analyse entworfen,  geführt und ständig perfektioniert werden.  Gestützt auf sorgfältige, wissenschaftliche Zeit- und  Bewegungsstudien wird der „one best way“ für den  Produktionsablauf gesucht. Dabei wird jede Tätigkeit in kleinste  Bewegungselemente zerlegt und nach technisch-ökonomischen  Kriterien wieder optimal zusammengesetzt.  Ergebnis: Extreme Partialisierung der Tätigkeiten bei ständiger Wiederholung immer gleicher Tätigkeitselemente.      Optimierung der Produktion durch:  Gestaltung von Arbeitsumfeld, Werkzeugen, Pausen,  Personalauswahl  individuelles, leistungsbezogenes Entlohnungssystem (Akkordoder Pensumlohn),  funktionales Mehrlinien-Führungssystem (für  Aufsicht,  Instandhaltung, Geschwindigkeit, Unterweisung, ...)  Die Motivation der Arbeitenden erfolgt durch monetäre Anreize      Radikales Konzept der Arbeitsteilung  Das Management übernimmt die „Kopfarbeit“ (Auswahl und Schulung des Personals, zentrale Planung und Optimierung der Arbeitsausführung).  Die Arbeiter führen die im Detail vorgeschriebene praktische Arbeit aus („Handarbeit“). Früheres ungeprüftes Erfahrungswissen und althergebrachte Übung sollen ausgeschlossen werden.  Die erforderliche Qualifikation der Arbeitenden ist minimal.  Dadurch werden die Lohnkosten gering gehalten und die  Arbeitenden werden leichter austauschbar      
  • Konzepte der Gruppenfabrikation (Lang und Hellpach 1922   Eine gewisse Anzahl verschiedener zusammengehöriger Teile (z. B. alle Teile einer Wasserpumpe) werden zu einer Gruppe zusammengefasst und ihre gesamte Bearbeitung in einer Fabrikationsgruppe durchgeführt. Kennzeichen einer Fabrikationsgruppe:  beinhaltet alle Arten von Werkzeugmaschinen  beschäftigt Maschinenarbeiter  umfasst auch Schlosser und andere Handarbeiter   ist in sich geschlossen und unabhängig von anderen  Bearbeitungsabteilungen
  • Die Bedeutung der Autonomie für Leistungsfähigkeit und Motivation (Lipman 1932    Forderung: Dem Arbeiter sollte die Gestaltung seiner Arbeit, die Wahl  der Arbeitsmittel und Methoden in möglichst hohem  Grade überlassen bleiben.  Prinzip: Bei der Regelung des Arbeitsprozesses muss die  Menschenökonomie (Erhaltung einer dauerhaften  Leistungsfähigkeit des Arbeiters) stets mitberücksichtigt  werden
  • 1. Befragung Befragungsformen    Sonderformen (in der A&O-Psychologie)  Telefoninterviews  Halbstandardisierte Gruppeninterviews  Qualitative Befragung  schriftlich: z.B. strukturierte Inhaltsanalyse  mündlich: Interviews nach Lamnek (1989)  narratives Interview  problemzentriertes Interview  fokussiertes Interview  Tiefeninterview  Rezeptives Interview
  • Beobachtungsformen   Definition: sammeln von Erfahrungen mithilfe Wahrnehmungsmöglichkeiten. Ist stärker zielgerichtet und methodisch kontrolliert.  Direkte Beobachtung  qualitativ teilnehmend vs. nicht-teilnehmend  quantitativ teilnehmend      Zeichensysteme      Kategoriensysteme  Indirekte Beobachtung   z.B. Video  Indirekte vermittelte Beobachtung  z.B. Fahrzeugdatenanalye  Logfileanalye  
  • Nennen Sie 5 Beispiele für eine Physikalische Messung.      Schallpegelmessung (Schalldosimeter)  Beleuchtung (Photometrie)  Klima (Temperatur, Feuchtigkeit, Luftbewegung,  Wärmestrahlung)  Mechanische Schwingungen  Luftqualität      Puls/Blutdruck  Atmung (Nasen- oder Mundthermistoren, Atemgürtel)  Temperatur  Elektrodermale Aktivität (EDA)  Elektromyogramm (EMG)  fMR    
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  • Was ist ein Psychometrische Test und was sind die Haupt-Einsatzgebiete?   Definition: Untersuchung einer oder mehrerer Persönlichkeitsmerkmale, Ziel quantitative Aussagen  über individuellen Grad der Merkmalsausprägung  Personalauswahl  Analyse und Bewertung von Arbeitstätigkeit  Gestaltung von Arbeitstätigkeit  
  • 5. Experiment  Experiment  planmäßige Variation von Variablen (UV)  Beobachtung des Effekts auf abhängige Variablen (AV)  unter kontrollierten, replizierbaren Bedingungen  randomisierte Zuordnung von Probanden
  • Was sind Probleme der Forschung im A&O Bereich?    Rechtliche Rahmenbedingungen:   Genehmigung durch Arbeitgeber und Betriebsrat  Häufig: innerbetriebliches Konfliktpotential (z.B.  Leistungsbewertung; Rationalisierung)  Finanzierung  Häufig: Konflikt zwischen „Allgemeinem“ und  „Verwertbarem“ (meist sehr spezifisch)      Unternehmenskultur:  Häufig: unterschiedliche Welten (zwischen  universitärem Forscher und Betrieb; zwischen  unterschiedlichen Branchen; die gleiche Sprache  sprechen,...)  Adäquatheit des Instruments  Motivation  Zusätzliche Belastung (keine VP-Stunden!)  „praxisfern“, da häufig „allgemein“  „Blindstudien“ meist nicht möglich  Konflikt mit betriebsinterner Analyse (z.B. Refa)    
  • Definitionen Stress   „Stress ist die unspezifische Reaktion des Organismus auf jede Anforderung“ (H. Selye, 1950). „... ein subjektiv intensiv unangenehmer Spannungszustand, der aus der  Befürchtung entsteht, dass eine stark aversive, subjektiv zeitlich nahe (...) und subjektiv lang andauernde Situation sehr wahrscheinlich nicht vollständig kontrollierbar ist, deren Vermeidung aber subjektiv wichtig erscheint.“ (Greif,  Bamberg & Semmer, 1991)      Aversiver Spannungszustand  Ungewissheit über das Ergebnis einer Situation        („werde ich die Situation meistern oder nicht?“),  Kontrollierbarkeit  Ergebnis muss für die Person wichtig sein
  • Berufsbedingter Stress und Folgen   - Negative Folgen („Distress“, Selye, 1976):   Absentismus  Kündigung, Unfälle,  Krankheit - Positive Folgen („Eustress“)  Motivation,   Anregung
  • Was sind Stressoren?    -Stimuli, die zu Stressreaktionen führen (z.B. Hitze,  Sauerstoffmangel, körperliche Anstrengung, Wut, Angst,  Freude)  -extern vs. intern  - Potentielle Stressoren am Arbeitsplatz:   Was macht krank?  Was erhält gesund
  • Reizorientierte Stresstheorie    -Belastungsfaktoren in der Lebenssituation, der Aufgabe  und der Umwelt - Kritische Lebensereignisse (life events) - Einmalige Belastungen  - Daily hassels  Skala von Holmes & Rahe (1967)
  • Warum können die summierten Lebensereignisse insgesamt nur einen Teil der Erkrankungen erklären?    nur 10-15% psychischer oder physischer Störungen  werden auf kritische Lebensereignisse zurückgeführt  Wichtig ist  wie ein Ereignis empfunden wird.  wie bedeutsam ein Ereignis für die Bedürfnisse oder  Ziele eines Individuums sind.  die zeitliche Verteilung kritischer Lebensereignisse.  die Kontrollierbarkeit des Ereignisses
  • Das posttraumatische Belastungssyndrom (PTBS)    verzögerte Stressreaktion  kehrt ständig wieder (flash backs, Träume etc.)  auch nach langer Zeit (mind. 1 Monat, ab 3 Monate  chronisch)  geht einher mit emotionaler Abstumpfung  (Vermeidungsverhalten, Lustlosigkeit)  Erhöhte Erregung (Wutausbrüche, Schreckreaktion)  emotionaler Schmerz begleitet von Symptomen, wie Schlaf- und Konzentrationsstörungen
  • Reaktionsorientierte Modell (Stresstheorie)    unspezifische Reaktion des Organismus bei Anpassung an  innere und äußere Anforderungen (i.W. Magen-DarmGeschwüre, Vergrößerung der Nebennierenrinde)  Allgemeines Adaptationssyndrom (AAS)  Angeborene Orientierungs- und Schreckreaktione
  • Was ist die Arbeit nach Hoyos 1974? Tätigkeit oder Aktivität, in der Aufgaben erfüllt werden - führt zu materiellen, immateriellen Arbeitsergebnis, wird duch Normsystem bewertet - durch körperliche, psychische und seelische Kräfte des Menschen - dient der Befriedignung Bedürfnisse der Menschen
  • Hugo Münster untersuchte die Unfallanalysen bei Straßenbahnfahreren. Worauf stützte er sich und was waren seine Erkenntnisse? - ging erst auf Ermüdung ein ( schaute nach Zahl der Unfällen, in welchen Tagesstunden, Arbeitszeit der Fahrer) - fand heraus das sich um komplizierte Aufmerksamkeitsleistung handelt (Straßenbild, Einzelobjekte, Fußgänger, Wagen, Autos, Schnelligkeit)
  • Nennen Sie die Methoden der Arbeitspsychologie, unterscheiden Sie zwischen der Feld- und Laborforschung. Feldforschung: - Beobachtung - Befragung - Physikalische, physiologische Messung Laborforschung: - Experiment - Simulator - Versuchsanlage
  • Nennen Sie spezifische Versuchspläne. - Teilpopulationen werden nicht im Labor erzeugt, sondern sind in Natur vorhanden - keine "echte" Randomisierung der Probanden (Auswahl aus Teilpopulation) --> Problem: schwierige Kontrolle der Drittvariablen - Versuchspläne ohne Kontrollgruppe (kaum kausal interpretierbare Ergebnisse, eher Generierung von Hypothesen) - Versuchspläne mit Kontrollgruppe (Extremgruppenvergleich, Faktorielle Pläne, Zwei- oder Mehrgruppenpläne)