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Psychologie (Fach) / Arbeitspsychologie (Lektion)
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- Nennen Sie dir Grundlegenden Konzepte der Arbeit (Zwei Gesichter nach Lewin 1920). Beruf und Arbeit treten dem Einzelnen mit zwei verschiedenen Gesichtern entgegen: 1. Arbeit ist einmal Mühe, Last, Kraftaufwand. Wer nicht durch Renten oder Herrschaft oder Liebe versorgt ist muss notgedrungen arbeiten, um seinen Lebensunterhalt zuverdienen... Darum Arbeit so kurz und so bequem wie möglich! 2. Arbeit ist unentbehrlich […], weil das Leben ohne Arbeit hohl und halb ist. [Sie gibt] dem individuellen Leben Sinn und Gewicht [... ] Darum [... ] Steigerung des Lebenswertes der Arbeit, mache sie reicher und menschenwürdiger
- Was bedeutet Arbeit nach Semmer & Udris , 1993? Kompetenzen erwerben und demonstrieren Struktur für Zeit und Aktivitäten Kontakt und Kooperation Soziale Anerkennung Identität Sicherung der Existenz
- oder etwas moderner, Arbeit ist ... (Frieling & Sonntag,1999) eine zielgerichtete Tätigkeit und zweckrationales Handeln Daseinsvorsorge und dient der Schaffung optimaler Lebensbedingungen mit gesellschaftlichem Sinngehalt versehen und aufgabenbezogen, ein vermittelnder Prozess zwischen Mensch und Umwelt, der sich in eingreifenden und verändernden Tätigkeiten äußert
- Was ist die Aufgabe der Arbeits- und Organisationspsychologie? Zentraler Gegenstand der A&O-Psychologie ist die menschlicher Arbeit und ihre Organisation Ihre Aufgabe ist die Beschreibung, Analyse, Bewertung und Gestaltung menschlicher Arbeit und deren Organisation Querschnittsdisziplin aus der Allgemeinen Psychologie und Teilgebieten der Angewandten Psychologi
- Nennen Sie Eigenschaften und Merkmale des Scientific Management, Taylorismus. Frederic W. Taylor (1856-1915), Ingenieur, „Die Grundsätze wissenschaftlicher Betriebsführung“ (1913): Organisationen sollten nach den Prinzipien rationaler und systematischer ingenieurwissenschaftlicher Analyse entworfen, geführt und ständig perfektioniert werden. Gestützt auf sorgfältige, wissenschaftliche Zeit- und Bewegungsstudien wird der „one best way“ für den Produktionsablauf gesucht. Dabei wird jede Tätigkeit in kleinste Bewegungselemente zerlegt und nach technisch-ökonomischen Kriterien wieder optimal zusammengesetzt. Ergebnis: Extreme Partialisierung der Tätigkeiten bei ständiger Wiederholung immer gleicher Tätigkeitselemente. Optimierung der Produktion durch: Gestaltung von Arbeitsumfeld, Werkzeugen, Pausen, Personalauswahl individuelles, leistungsbezogenes Entlohnungssystem (Akkordoder Pensumlohn), funktionales Mehrlinien-Führungssystem (für Aufsicht, Instandhaltung, Geschwindigkeit, Unterweisung, ...) Die Motivation der Arbeitenden erfolgt durch monetäre Anreize Radikales Konzept der Arbeitsteilung Das Management übernimmt die „Kopfarbeit“ (Auswahl und Schulung des Personals, zentrale Planung und Optimierung der Arbeitsausführung). Die Arbeiter führen die im Detail vorgeschriebene praktische Arbeit aus („Handarbeit“). Früheres ungeprüftes Erfahrungswissen und althergebrachte Übung sollen ausgeschlossen werden. Die erforderliche Qualifikation der Arbeitenden ist minimal. Dadurch werden die Lohnkosten gering gehalten und die Arbeitenden werden leichter austauschbar
- Konzepte der Gruppenfabrikation (Lang und Hellpach 1922 Eine gewisse Anzahl verschiedener zusammengehöriger Teile (z. B. alle Teile einer Wasserpumpe) werden zu einer Gruppe zusammengefasst und ihre gesamte Bearbeitung in einer Fabrikationsgruppe durchgeführt. Kennzeichen einer Fabrikationsgruppe: beinhaltet alle Arten von Werkzeugmaschinen beschäftigt Maschinenarbeiter umfasst auch Schlosser und andere Handarbeiter ist in sich geschlossen und unabhängig von anderen Bearbeitungsabteilungen
- Die Bedeutung der Autonomie für Leistungsfähigkeit und Motivation (Lipman 1932 Forderung: Dem Arbeiter sollte die Gestaltung seiner Arbeit, die Wahl der Arbeitsmittel und Methoden in möglichst hohem Grade überlassen bleiben. Prinzip: Bei der Regelung des Arbeitsprozesses muss die Menschenökonomie (Erhaltung einer dauerhaften Leistungsfähigkeit des Arbeiters) stets mitberücksichtigt werden
- 1. Befragung Befragungsformen Sonderformen (in der A&O-Psychologie) Telefoninterviews Halbstandardisierte Gruppeninterviews Qualitative Befragung schriftlich: z.B. strukturierte Inhaltsanalyse mündlich: Interviews nach Lamnek (1989) narratives Interview problemzentriertes Interview fokussiertes Interview Tiefeninterview Rezeptives Interview
- Beobachtungsformen Definition: sammeln von Erfahrungen mithilfe Wahrnehmungsmöglichkeiten. Ist stärker zielgerichtet und methodisch kontrolliert. Direkte Beobachtung qualitativ teilnehmend vs. nicht-teilnehmend quantitativ teilnehmend Zeichensysteme Kategoriensysteme Indirekte Beobachtung z.B. Video Indirekte vermittelte Beobachtung z.B. Fahrzeugdatenanalye Logfileanalye
- Nennen Sie 5 Beispiele für eine Physikalische Messung. Schallpegelmessung (Schalldosimeter) Beleuchtung (Photometrie) Klima (Temperatur, Feuchtigkeit, Luftbewegung, Wärmestrahlung) Mechanische Schwingungen Luftqualität Puls/Blutdruck Atmung (Nasen- oder Mundthermistoren, Atemgürtel) Temperatur Elektrodermale Aktivität (EDA) Elektromyogramm (EMG) fMR
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- Was ist ein Psychometrische Test und was sind die Haupt-Einsatzgebiete? Definition: Untersuchung einer oder mehrerer Persönlichkeitsmerkmale, Ziel quantitative Aussagen über individuellen Grad der Merkmalsausprägung Personalauswahl Analyse und Bewertung von Arbeitstätigkeit Gestaltung von Arbeitstätigkeit
- 5. Experiment Experiment planmäßige Variation von Variablen (UV) Beobachtung des Effekts auf abhängige Variablen (AV) unter kontrollierten, replizierbaren Bedingungen randomisierte Zuordnung von Probanden
- Was sind Probleme der Forschung im A&O Bereich? Rechtliche Rahmenbedingungen: Genehmigung durch Arbeitgeber und Betriebsrat Häufig: innerbetriebliches Konfliktpotential (z.B. Leistungsbewertung; Rationalisierung) Finanzierung Häufig: Konflikt zwischen „Allgemeinem“ und „Verwertbarem“ (meist sehr spezifisch) Unternehmenskultur: Häufig: unterschiedliche Welten (zwischen universitärem Forscher und Betrieb; zwischen unterschiedlichen Branchen; die gleiche Sprache sprechen,...) Adäquatheit des Instruments Motivation Zusätzliche Belastung (keine VP-Stunden!) „praxisfern“, da häufig „allgemein“ „Blindstudien“ meist nicht möglich Konflikt mit betriebsinterner Analyse (z.B. Refa)
- Definitionen Stress „Stress ist die unspezifische Reaktion des Organismus auf jede Anforderung“ (H. Selye, 1950). „... ein subjektiv intensiv unangenehmer Spannungszustand, der aus der Befürchtung entsteht, dass eine stark aversive, subjektiv zeitlich nahe (...) und subjektiv lang andauernde Situation sehr wahrscheinlich nicht vollständig kontrollierbar ist, deren Vermeidung aber subjektiv wichtig erscheint.“ (Greif, Bamberg & Semmer, 1991) Aversiver Spannungszustand Ungewissheit über das Ergebnis einer Situation („werde ich die Situation meistern oder nicht?“), Kontrollierbarkeit Ergebnis muss für die Person wichtig sein
- Berufsbedingter Stress und Folgen - Negative Folgen („Distress“, Selye, 1976): Absentismus Kündigung, Unfälle, Krankheit - Positive Folgen („Eustress“) Motivation, Anregung
- Was sind Stressoren? -Stimuli, die zu Stressreaktionen führen (z.B. Hitze, Sauerstoffmangel, körperliche Anstrengung, Wut, Angst, Freude) -extern vs. intern - Potentielle Stressoren am Arbeitsplatz: Was macht krank? Was erhält gesund
- Reizorientierte Stresstheorie -Belastungsfaktoren in der Lebenssituation, der Aufgabe und der Umwelt - Kritische Lebensereignisse (life events) - Einmalige Belastungen - Daily hassels Skala von Holmes & Rahe (1967)
- Warum können die summierten Lebensereignisse insgesamt nur einen Teil der Erkrankungen erklären? nur 10-15% psychischer oder physischer Störungen werden auf kritische Lebensereignisse zurückgeführt Wichtig ist wie ein Ereignis empfunden wird. wie bedeutsam ein Ereignis für die Bedürfnisse oder Ziele eines Individuums sind. die zeitliche Verteilung kritischer Lebensereignisse. die Kontrollierbarkeit des Ereignisses
- Das posttraumatische Belastungssyndrom (PTBS) verzögerte Stressreaktion kehrt ständig wieder (flash backs, Träume etc.) auch nach langer Zeit (mind. 1 Monat, ab 3 Monate chronisch) geht einher mit emotionaler Abstumpfung (Vermeidungsverhalten, Lustlosigkeit) Erhöhte Erregung (Wutausbrüche, Schreckreaktion) emotionaler Schmerz begleitet von Symptomen, wie Schlaf- und Konzentrationsstörungen
- Reaktionsorientierte Modell (Stresstheorie) unspezifische Reaktion des Organismus bei Anpassung an innere und äußere Anforderungen (i.W. Magen-DarmGeschwüre, Vergrößerung der Nebennierenrinde) Allgemeines Adaptationssyndrom (AAS) Angeborene Orientierungs- und Schreckreaktione
- Was ist die Arbeit nach Hoyos 1974? Tätigkeit oder Aktivität, in der Aufgaben erfüllt werden - führt zu materiellen, immateriellen Arbeitsergebnis, wird duch Normsystem bewertet - durch körperliche, psychische und seelische Kräfte des Menschen - dient der Befriedignung Bedürfnisse der Menschen
- Hugo Münster untersuchte die Unfallanalysen bei Straßenbahnfahreren. Worauf stützte er sich und was waren seine Erkenntnisse? - ging erst auf Ermüdung ein ( schaute nach Zahl der Unfällen, in welchen Tagesstunden, Arbeitszeit der Fahrer) - fand heraus das sich um komplizierte Aufmerksamkeitsleistung handelt (Straßenbild, Einzelobjekte, Fußgänger, Wagen, Autos, Schnelligkeit)
- Nennen Sie die Methoden der Arbeitspsychologie, unterscheiden Sie zwischen der Feld- und Laborforschung. Feldforschung: - Beobachtung - Befragung - Physikalische, physiologische Messung Laborforschung: - Experiment - Simulator - Versuchsanlage
- Nennen Sie spezifische Versuchspläne. - Teilpopulationen werden nicht im Labor erzeugt, sondern sind in Natur vorhanden - keine "echte" Randomisierung der Probanden (Auswahl aus Teilpopulation) --> Problem: schwierige Kontrolle der Drittvariablen - Versuchspläne ohne Kontrollgruppe (kaum kausal interpretierbare Ergebnisse, eher Generierung von Hypothesen) - Versuchspläne mit Kontrollgruppe (Extremgruppenvergleich, Faktorielle Pläne, Zwei- oder Mehrgruppenpläne)