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Praxisforschung I (Fach) / 1. Soziale Arbeit und empirische Sozialforschung - 4 Thesen (Lektion)
1. Soziale Arbeit und empirische Sozialforschung - 4 Thesen
Diese Lektion wurde von Drawen erstellt.
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- Forschungstypen und -akteure in der Sozialen Arbeit: 1. Wissenschaftler Grundlagen: Grundlegende Erkenntnisse zur sozialen Realität, vorhandenen sozialen Problemen und der Fkt. Sozialer Arbeit Verstehen: Grundl. Erk. zu und Entw. von sozialpäd. Handlungsmodellen und Methoden des Fallverstehens und der Sozialraumanalyse Intervention: Grundl. Erk. zu und Entw. von sozialpäd. Handlungsmodellen und Methoden der Intervention Evaluation: Grundl. Erk. zur Wirkung, Wirksamkeit und Wirkungsweise sozialpäd. Handlungansätze und Entw. von Evaluationsinstrumenten
- Forschungstypen und -akteure in der Sozialen Arbeit: 2. Fachkraft ind Planungs- und Leitungsverantwortung Grundlagen: - Verstehen: Bedarfsanalysen - Bei Adressaten und in den Sozialräumen und Gemeinwesen - als Grundlage der Entscheidung über Angebote und deren Rechtfertigung ggüber Kostenträgern Intervention: - Evaluation: Analyse der Güte fachl. Handelns im eigenen Verantwortungsbereich: Wirksamkeit von Konzeptionen und Methoden
- Forschungstypen und -akteure in der Sozialen Arbeit: 3. operativ tätige sozialpädagogische Fachkraft Grundlagen: - Verstehen: Rekonstruktives Fallverstehen und Diagnostik, Sozialraumanalyse Intervention: Stetige Prüfung von Wirkung und Wirkungsweise eingesetzter Methoden und Instrumente (forschende Haltung) Evaluation: Selbstanalyse der Wirksamkeit der eigenen fachlichen Konzeption und Methoden
- 1. These: Soziale Arbeit als Lehrfach oder als (Sozialarbeits-) Wissenschaft? /1 Verh. SA - emp. SF schwierig/schwer zu definieren, da kein direkter Zsh. => Wieso? SA (aus Erziehungswissenschaft entstanden, früher Frauenberuf) in letzten 20J akademisch etabliert/akademisiert, aber kaum eigene Forschungstradition => eher Lehrfach zu Einübung professioneller Kompetenz Akademisierung im Ggsatz zu Basisdisziplinen (Psycho, Soziol, Jurisprudenz) nicht mit Verwissenschaftlichung einhergegangen SA bezieht Großteil wissenschaftlicher Fundierung aus fremden Fachbereichen, aber ohne eigene Identität Frage, ob Sozialarbeitswissenschaft als eigenständige Wissenschaft geben kann, wirft weitere Frage auf: ob von ihrem Ggstand überhaupt mgl.?
- Soziale Arbeit als Lehrfach oder als (Sozialarbeits-) Wissenschaft? /2 Beruf darf sich Profession nennen, wenn er auf wissenschaftlich produziertes Wissen zurückgreifen kann Wissenschaft - Theorie => wissenschaftlich produziertes Wissen Beruf - Praxis => Wissen aus Erfahrung, Expertise ==> beides zusammen = Profession Sozialpädagogik (Bezug zu Erziehungswissenschaft): eher integration (v.a. Kinder, Jugendliche; pädagogische Schiene) Soziale Arbeit: eher Abbbau von Inklusionsproblemen und Exklusionsrisiken (v.a. Alte, Kranke, Subgruppen, die aus Gesellschaft ausgegrenzt sind)
- 2. These: Fallorientierung und das Verständnis von Wissenschaft - Integrationswissenschaft als eigenständiger Gegenstand einer Sozialarbeitswissenschaft /1 Traditionell "Case-work" als Einzelfallarbeit => kaum Frage nach fallübergreifenden Verallgemeinerungen, die vom einzelnen Abstrahieren => aber Voraussetzung für empirische Wissenschaft im traditionellen Verständnis => Verneiung eigener Sozialarbeitswissenschaft (Theorie/Methodologie des Falls) Wichtig, welches Wissenschaftsverständis man zugrundelegt Auseinandersetzung zw. qualitativer und quantitativer Orientierung => Ggstandsangemessen => Perspektivenänderung: Kein Ggstand der SA unabhängig der SA => eher Handlungswissenschaft
- 2. These: Fallorientierung und das Verständnis von Wissenschaft - Integrationswissenschaft als eigenständiger Gegenstand einer Sozialarbeitswissenschaft /2 Einzelfall <=> Verallgemeinerung qualitativ, weil verstärkt Einzelfallbezug Bearbeitung des Falls/Fallorientierung: wiss. Verallgemeinerung, Abstraktion vom Fall => Methodologie des Falls => Handlungswissenschaft (Wissenschaft über Praxis sozialer Arbeit)
- 3. These: Stellt die sozialarbeiterische Praxis eigene Forschungsfragen? /1 Im Zuge von Akademisierung Verhältnis Theorie und Praxis in Blick geraten Notwendigkeit einer theoretisch/wissenschaftl. reflektierten Praxis als Merkmal professionellen Handelns Bedarf praxisnaher Theorie => Überwindung Ggsatz Theorie - Praxis Problem eher mangelnder Theorie-Empirie-Zsh, als mangelnder Theorie-Praxis-Zsh Bis vor wenigen Jahren kaum sozialarbeitswissenschaftliche Forschung, aber seither deutlich geändert => viel Fragen offen, die nicht nur theoretische geklärt, sondern auch empirisch zu erforschen wären => unbedingt empirische Forschung für SA
- 3. These: Stellt die sozialarbeiterische Praxis eigene Forschungsfragen? /2 Theorie => damit Praxis kritisch betrachtbar wird Praxis => damit Theorie korrigiert werden kann Empirie => um Praxis zu qualifizieren; Theorien werden übeprüft ohne zu schauen, ob sie in Praxis funktionieren => alle 3 als 3Eck miteinander verbunden und aufeinander bezogen Theorie und Praxis können sich ggseitig immunisieren (Bsp.: Sekten => Praxis wird angepasst, damit sie zur Theorie passt Marx'sche Ideologie: wenn alle Kopf stehen, fällt es keinem auf - ökon. Struktur als gegeben betrachtet)
- 4. These: Praxisforschung vs. Grundlagenforschung /1 Problem nicht, dass es nicht zu erforschen gäbe, sondern dass kaum sog. empirische Grundlagenforschung betrieben werden müsse, wie in klassischen Basisdisziplinen => anderer Typ von wiss. Forschung vorherrschend, als Frage nach allg. Gesetzesaussagen (hat mit Ggstand zu tun) starke Fall-, Subjekt-, Situations-, Regionalorientietung daher eher sog. Anwendungs-, Praxis-, Handlungs-, Regionalforschung (oft Wissenschaft 2. Klasse, weil keine Allaussage mgl.) => strukturlogische Ähnlichkeit von forschendem und profess. Handeln: theoriebasiert/-erzeugend, hypothesengenerierend/-prüfend, datenerhebend/-auswertend, triangulierend (untersch. Daten einbeziehend), aber i.d.R. am Fall orientiert und nicht an generellen Ggstandszusammenhängen, die theoret. verallgemeinert werden => rekonstruktive SF mit Fallbezug und profess. Handeln mit Fallbearbeitung strukturell am ähnlichsten, wenngleich andere Zielstellung (Erzeugung systemat. Wissens vs. praktische Falllösung Warum Einf. in emp. SF? Basis für Praxisforschungsarbeit und Masterarbeit Entzauberung der Wirklichkeit (Weber) => kritischere, reflexivere Sicht den Selbstverständlichkeiten des Alltags ggüber; Wissenschaft = Schule des kontrollierten und reflektierten Denkens Entzauberung der Wissenschaft nötig => gerade im Alltag mit vielen (vermeintlich) wissenschaftlichen Erkenntnissen versorgt => Kritikfähigkeit nötig
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- 4. These: Praxisforschung vs. Grundlagenforschung /2 Grundlagenforschung vs. Fallorientierung, Subjekt-, Handlungs-, Regional-, Wirkungsforschung Grundlagenforschung jede Forschungsfrage generiert neue Fragen abgekoppelt von Praxis Theorie-Empirie-Bezug Praxisforschung näher an Praxis behandelt praktische Fragen Handeln = theoriebildend(Fallbeispiel => Hypothese => Falltheorie; Daten erheben: Demografie, verbale Daten, Beobachtungsdaten etc.) Dateninterpretation