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Testverfahren (Fach) / EXPLORIX - Das Werkzeug zur Berufswahl und Lebenslaufplanung Von Simone Jörin, F (Lektion)
EXPLORIX - Das Werkzeug zur Berufswahl und Lebenslaufplanung
Von Simone Jörin, Francois Stoll, Christian Bergmann und Ferdinand Eder in Zusammenarbeit mit der
Bundesagentur für Arbeit (2004)
Diese Lektion wurde von LaBatichica erstellt.
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- 1. Was ist EXPLORIX? • Wissenschaftlich fundierter Test zur Berufswahl und Laufbahnplanung • Selbst durchführbar, selbst auswertbar, selbst interpretierbar • Anwendung für Gruppen oder Einzelpersonen • Bearbeitungs- und Auswertzeit: 40 - 50 Min. • Zielgruppe: Jugendliche und Erwachsene ab 15 Jahren • Erfasst berufsbezogene Persönlichkeit (Interessen und Fähigkeiten) und liefert dazu Berufsideen • Computergestützte Version liegt vor
- 1.1. Theoretischer Hintergrund • Das Verfahren beruht auf der Theorie Hollands, diese zählt zu den meist erforschten Theorien (international über 500 Studien) • Holland fasst Interessen für bestimmte Berufe als Bestandteile der Persönlichkeitsstruktur auf • Theorie beruht auf sechs Interessens- bzw. Persönlichkeitstypen (RIASEC-Typen - hexagonales Modell), den sogenannten Holland -Dimensionen: Realistic: Realistisch, Handwerklichtechnisch, Landwirtschaftlich Bsp.: Mechaniker Investigativ: Intellektuell, Forschend, Untersuchend Bsp.: Physiker Artistic: Kreativ, Künstlerisch, Sprachlich, Gestalterisch Bsp.: Designer Social: Sozial, Erziehend, Pflegend Bsp.:Lehrer Enterprising: Unternehmerisch, Führend, Organisierend, Verkaufend Bsp.: Manager Conventional: Konventionell, Ordnend, Verwaltend Bsp.: Sekretär Aus den Präferenzen des Probanden in den Holland-Dimensionen setzt sich ein Drei-Buchstaben- Code oder Holland-Code zusammen, bestehend aus einem Primärtyp (dominanten Typ, höchster Punktwert in einer der Skalen), ergänzt durch Sekundär- und Tertiärtyp (z.B. AIS) -> im Berufsregister (1086 Berufe) nach passenden Berufen suchen • Grundannahmen o Menschen lassen sich einem oder mehreren Typen zuordnen (absolute Zuordnung ist nicht zwingend notwendig) o Mitglieder einer Berufsgruppe haben ähnliche Persönlichkeitsstruktur und persönliche Entwicklungsgeschichte => Beschreibung individueller Berufsinteressen = Beschreibung der individuellen Persönlichkeit o Personen suchen berufliche Umwelten, um ihre Fähigkeiten einsetzen und Rollen übernehmen zu können o Verhalten im Beruf durch Interaktion zwischen Persönlichkeit und Arbeitsumgebung bestimmt, kann durch 4 sekundäre Konstrukte prognostiziert werden • Operationalisierung der 4 sekundären Konstrukte: Kongruenz: (Codevergleich), Übereinstimmung von Person & Umwelt Differenziertheit: (Profilbeurteilung), Form des Profils: Klare Spitze (Eindeutige Priorität) vs. flache Kurve Identität: (Zusatzskala) Klarheit & Stabilität des Selbstbildes (Interessen, Werte, Fähigkeiten, Ziele) Konsistenz: (Codebetrachtung) psychologische Ähnlichkeit der drei Typen innerhalb des Holland Codes
- 1.2. Testentwicklung • 1998 wurde die deutschsprachige Version des SDS (Self-directed-Search von J. Holland (1994, Erstversion 1971)) herausgeben • Neuerungen: o Ihre Berufswahl-Situation aktuell‘, von Holland adaptiert o Skala zur beruflichen Identität: 2 Checklisten zu verschiedenen Problemen, die berufliche Situationen erschweren könnten
- 2. Testaufbau/ Durchführung, Auswertung, Interpretation Material: 2.1 Testaufbau / Durchführung Material: • Manual, Testheft, Berufsregister • Onlinedurchführung über www.explorix.ch 2.1 Testaufbau / Durchführung • Das Verfahren besteht aus 218 Items • vor der Bearbeitung der genannten Items können Berufsträume- bzw. Wünsche angegeben werden (12 Nennungen möglich) • Selbständige Durchführung: Schriftliche Instruktion im Testheft > selbsterklärend ->Jedes Item soll mit „gern“ / „ungern“ (für die 11 Items pro RIASEC- Dimension bei Tätigkeiten), ->mit „ja“ / „nein“ (für die je 11 Items pro Dimension bei Fähigkeiten und die 14 Items bei Berufe) ->oder mit „1“ bis „7“ (niedrig bis hoch für jede Dimension bei Selbsteinschätzung) beantwortet werden. • Bearbeitungszeit ca. 20-30 Minuten
- 2. Testaufbau/ Durchführung, Auswertung, Interpretation Material: 2.1 Testaufbau / Durchführung Material: • Manual, Testheft, Berufsregister • Onlinedurchführung über www.explorix.ch 2.1 Testaufbau / Durchführung • Das Verfahren besteht aus 218 Items • vor der Bearbeitung der genannten Items können Berufsträume- bzw. Wünsche angegeben werden (12 Nennungen möglich) • Selbständige Durchführung: Schriftliche Instruktion im Testheft > selbsterklärend ->Jedes Item soll mit „gern“ / „ungern“ (für die 11 Items pro RIASEC- Dimension bei Tätigkeiten), ->mit „ja“ / „nein“ (für die je 11 Items pro Dimension bei Fähigkeiten und die 14 Items bei Berufe) ->oder mit „1“ bis „7“ (niedrig bis hoch für jede Dimension bei Selbsteinschätzung) beantwortet werden. • Bearbeitungszeit ca. 20-30 Minuten Übersicht: Siehe Folien Beispiel -Items: siehe Folien
- 2. Testaufbau/ Durchführung, Auswertung, Interpretation 2.2 Testauswertung • Die Rohwerte der Subskalen (Tätigkeiten, Fähigkeiten, Berufe, Selbsteinschätzung) und der Gesamtskalen (RIASEC) werden summiert. • Rangfolge ermitteln > individueller 3-Buchstaben-Code • Code im Berufsregister nachschlagen + alle möglichen Kombinationen mitberücksichtigen • Anhand der Rohwerte der 6 Dimensionen kann das persönliche Profil graphisch dargestellt werden • Zusatzauswertung durch Fachpersonen z.B. Berufsberater möglich bzw. bei Unklarheiten notwendig
- 2.4 Interpretation • Problem: Buchstabenreihenfolge selten eindeutig • Kritische Differenz (mind. 8 Rohwert-Punkte) als eindeutiger Unterscheid zwischen 2 Skalenwerten (in der Praxis eher selten, 5- Punkt-Wert-Differenzen häufiger zu finden) • Intraindividuelle Auswertung: kein Vergleich zur Normstichprobe • Profildarstellung: flach, wellig, Spitzen und Täler o Flache Profile im niedrigen Bereich: -> jung und unerfahren, Interessen/ Fähigkeiten (noch) nicht stark ausgeprägt, -> mangelndes Bildungsinteresse, sich über sich selbst keine Gedanken gemacht o Flache Profile im hohen Bereich: ->Mehrere (übereinstimmende) Berufswünsche, vielseitige Interessen und Begabungen, „Allrounder“
- 3. Gütekriterien 3.1 Normen • Gesamtstichprobe von N=1815 Vpn aus Deutschland, Schweiz und Österreich aus Fassung 7
- 3. Gütekriterien 3.2 Objektivität • Durchführungsobjektivität, Interpretationsobjektivität, Auswertungsobjektivität (bei Einhaltung der Instruktionen) gegeben
- 3.3 Reliabilität • Interne Konsistenz der Gesamtskalen (Cronbach´s Alpha) im Durchschnitt: r= .89 (.86 - 91) • Trennschärfe der Items: ca. .42 - .43 • Kritische Differenz (signifikanten Unterschied zwischen zwei Skalenwerten): 8-9 Punkte
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- 3. Gütekriterien 3.4 Validität: 3.4 Validität: 3.4.1 Konstruktvalidität • Faktorenanalyse: Scree-Test der Subskalen ergibt sechs Faktoren (erklären zusammen 70% der Varianz), N=795 - starker inhaltlicher Zusammenhang zwischen Subskalen einer Holland- Dimension - hohe Hauptladungen ( .78) ‐ „Tätigkeiten“ besonders hohe Ladungen, „Fähigkeiten“ und „Selbsteinschätzung“ weniger eindeutig • Extraktion von sechs Faktoren auch auf Itemebene - 86% aller Items werden dem richtigem Faktor zugeordnet • Die sechs Faktoren weisen niedrige Interkorrelationen auf: relativ unabhängige Dimensionen • Faktoren weisen eher die Form von drei Clustern auf (Gati, 1991): A-S, R-I, E-C 3.4.2 Kriteriumsbezogene Validität • Vergleich EXPLORIX und AIST (basiert auch auf Theorie Hollands): n= 71 - deutlicher Zusammenhang -> konvergente Validität im Durchschnitt: .68 (.60 - .75), (divergente: r=.19)
- 4. Bewertung/Kritik Vorteile: • Entlastung der Beratungsstellen • Geeignet für Personen, die keine persönliche Beratung wollen oder keinen Zugang zu Beratungsstellen haben (z.B wg. Infrastruktur), oder die nur wenig Hilfe im Berufsfindungsprozess benötigen • Ratsuchende Person erlangt mehr Selbstkenntnis; ist zufriedener mit aktuellem Berufswunsch • Explorix ist verständlich und einfach zu bearbeiten. Bei der Online- Bearbeitung wertet der Computer für die Testperson aus • Direkte Übersetzung des Ergebnisses in konkrete Berufe bzw. Berufsideen • Vielfalt beruflicher Möglichkeiten wird aufgezeigt (umfassendes Berufsregister) • Validierung des Messinstruments Nachteile: • Testperson könnte ohne fachliche Beratungsperson überfordert sein, was die Wahrscheinlichkeit einer Fehlentscheidung erhöhen könnte • Für Jugendliche mit niederem Schulniveau nicht geeignet, da Auswertung und Durchführung des Verfahrens nicht gut verstanden wird • Einfache Form fehlt • 3-er Code passt nicht zu allen Berufen, manche könnten besser mit 2-en beschrieben werden, Rangfolge selten eindeutig
- 3. Gütekriterien 3.3 Reliabilität • Interne Konsistenz der Gesamtskalen (Cronbach´s Alpha) im Durchschnitt: r= .89 (.86 - 91) • Trennschärfe der Items: ca. .42 - .43 • Kritische Differenz (signifikanten Unterschied zwischen zwei Skalenwerten): 8-9 Punkte