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Testverfahren (Fach) / NEO-Persönlichkeitsinventar nach Costa und McCrae (2004) - (Lektion)
NEO-Persönlichkeitsinventar nach Costa und McCrae (2004) - revidierte Fassung (Ostendorf und Angleitner)
Diese Lektion wurde von LaBatichica erstellt.
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- I. Einordnung • mehrdimensionaler Persönlichkeitsfragebogen • in über 30 Sprachen übersetzt und weltweit angewandt • es gibt eine Lang -und Kurzform (NEO-FFI) • Selbst ‐und Fremdbeobachtung • für Probanden ab 16 Jahre
- II. Geschichte und theoretischer Hintergrund 1. Ursprung: 1936: lexikographische Forschung durch Allport & Odbert 1944: Analyse von Bekanntenbeurteilungen durch Cattell ( ->12‐Faktoren Modell durch L-Daten; später 16 Primärfaktoren angenommen (16PF)) 1961: Reanalysen der Korrelationsmatritzen verschiedener Stichproben durch Tupes & Christal -> erstmaliger Nachweis von 5 Faktoren!
- II. Geschichte und theoretischer Hintergrund Entwicklung des NEO-PI-R - >1980: NEO Inventory von Costa & McCrae: enthält Hauptskalen N, E & O mit je 6 Subskalen -> 1985: Erweiterung durch Costa & McCrae zum NEO Personality Inventory (NEO‐PI) -> A und C kommen mit je 18 Items (ohne Subskalen!!) hinzu; außerdem 10 Items innerhalb von N, E,& O ersetzt -> 1990: Forschungen von Ostendorf & Angleitner bestätigen das FFM im deutschsprachigen Raum ->1992: Überarbeitung des NEO‐PI zum NEO‐PI R durch Costa und McCrae ->Einführung von je 6 Subskalen auch für A und C ->1993: Erscheinen der deutschen Fassung der Kurzform NEO- FFI von Ostendorf & Angleitner -> 2004: Erscheinen der deutschen Fassung des NEO‐PI‐ R von Ostendorf & Angleitner die Übersetzung der amerikanischen in die deutsche Fassung erfolgte in mehreren Schritten und überprüft durch blinde Rückübersetzung sinngemäß,nicht wörtlich; ‐es wurden keine Items aufgrund von Itemkennwerten aus der Adaptation herausgenommen
- II. Geschichte und theoretischer Hintergrund 2.Theoretischer Hintergrund: Der NEO‐PI-R gründet theoretisch im lexikalischen Ansatz, d.h. der Annahme, dass Persönlichkeitsmerkmale, auf denen Personen sich unterscheiden, sich in unserer Sprache niederschlagen (->rational-‐faktorenanalytisches, exploratives Vorgehen). Außerdem spielt für seine Konstruktion das Fünf‐Faktoren‐Modell (FFM) eine grundlegende Rolle, die weitverbreitete Annahme, dass sich Persönlichkeitsunterschiede auf fünf breiten, grundlegenden Dimensionen unterscheiden. Der NEO‐PI-R entspricht außerdem einem hierarchischen Persönlichkeitsmodell mit 5 Hauptskalen, die sich in je 6 Subskalen aufteilen, die spezifischere Eigenschaften/Facetten darstellen. Auf unterster Ebene finden sich die Items, die Aussagen zu gewohnheitsmäßigen Verhaltens‐ und Erlebensweisen, sowie Vorlieben, Fähigkeiten, Einstellungen, Motivationsaspekten und Interessen machen. Die Konstruktion basierte auf den Annahmen der klassischen Testtheorie. Folgende Merkmale werden durch 241 Items erfasst: Extraversion: Herzlichkeit, Geselligkeit, Durchsetzungsfähigkeit, Aktivität, Erlebnishunger, Frohsinn Neurotizismus: Ängstlichkeit, Reizbarkeit, Depression, Soziale Befangenheit, Impulsivität, Verletzlichkeit Offenheit für : Phantasie, Ästhetik, Gefühle, Handlungen, Ideen, Werte/Normen Gewissenhaftigkeit: Kompetenz, Ordnungsliebe, Pflichtbewusstsein, Leistungsstreben, Besonnenheit Verträglichkeit: Vertrauen, Freimütigkeit, Altruismus, Entgegenkommen, Bescheidenheit, Gutherzigkeit
- III.Normierung Normierung von Form S: ‐ Eichstichprobe für Form S:N = 11.724 (N entstand aus über 50 Studien) ‐ mittleres Jahr der Erhebung: 1999 -> Berechnung von T‐Werten, Stanine‐Werten und Prozenträngen getrennt für… ‐ verschiedene Altersgruppen (16‐20; 21‐24; 25‐29; 30‐ 49; 50 und älter) ‐Geschlechter (Männer vs. Frauen) nur für Dimension O zusätzlich… ‐ Bildungsstand (hoch:Fach-‐/Abitur,Fach-‐/Hochschulreife vs. niedrig) Normierung von Form F: ‐ Eichstichprobe für Form F:N = 1.547 -> Berechnung von T‐Werten, Stanine-‐Werten und Prozenträngen für… ‐ verschiedene Altersgruppen (16‐29; 30 und älter) ‐ Geschlechter (Männer vs. Frauen) Nicht angewendet werden sollte der Fragebogen bei Personen mit einer psychischen Störung, die die Merk‐ und Denkfähigkeit erwiesenermaßen beeinträchtigt.
- IV. Gütekriterien 1. Objektivität: • Durchführungsobjektivität aufgrund folgender Punkte gegeben: o schriftliche Instruktionen o schriftlicher Fragebogen und Antwortbogen bzw. integriertes Antwortformat o standardisierte Antworten auf potentielle Fragen der Versuchspersonen o ansonsten ist der Versuchsleiter bei der Durchführung wenig präsent o stark formalisierte und standardisierte Durchführung • Auswertungsobjektivität aufgrund folgender Punkte gegeben: o Handauswertung durch Antwortbogen erleichtert einfache Aufsummierung o Transformation in T-Werte und Normierung durch Profilbogen vereinfacht o graphische Darstellung durch Profilbogen • Interpretationsobjektivität aufgrund folgender Punkte gegeben: o Normierung o detaillierte Beschreibung der sechs Persönlichkeitsbereiche und ihrer Facetten o Angaben zu Attributen und Verhaltensweisen für Personen mit hohen Ausprägungen o Hilfe zur Beurteilung von Differenzen oder Profilvergleichen etc.
- IV. Gütekriterien 1. Objektivität: • Durchführungsobjektivität aufgrund folgender Punkte gegeben: o schriftliche Instruktionen o schriftlicher Fragebogen und Antwortbogen bzw. integriertes Antwortformat o standardisierte Antworten auf potentielle Fragen der Versuchspersonen o ansonsten ist der Versuchsleiter bei der Durchführung wenig präsent o stark formalisierte und standardisierte Durchführung • Auswertungsobjektivität aufgrund folgender Punkte gegeben: o Handauswertung durch Antwortbogen erleichtert einfache Aufsummierung o Transformation in T-Werte und Normierung durch Profilbogen vereinfacht o graphische Darstellung durch Profilbogen • Interpretationsobjektivität aufgrund folgender Punkte gegeben: o Normierung o detaillierte Beschreibung der sechs Persönlichkeitsbereiche und ihrer Facetten o Angaben zu Attributen und Verhaltensweisen für Personen mit hohen Ausprägungen o Hilfe zur Beurteilung von Differenzen oder Profilvergleichen etc.
- IV. Gütekriterien 2.Validität: • konvergente Validität: o generell hohe Zusammenhänge der verschiedenen Persönlichkeitsbereiche und Facetten mit entsprechend ähnlichen Skalen anderer Persönlichkeitstests o z.B. mit Gießen-‐Test, Trierer Persönlichkeitsfragebogen, FPI‐R, BIP‐ Skalen • diskriminante Validität: o niedrige Zusammenhänge der verschiedenen Persönlichkeitsbereiche und Facetten mit Leistungstest bzw. Intelligenztests o z.B. mit Bonner‐Test, Wiener‐Matrizen‐Test, Wortschatztests, LPS‐ Skalen oder fluider und kristalliner Intelligenz • faktorielle Validität: o Paralellanalyse ergab die Extraktion von fünf Faktoren o hohe Faktorladungen der Facetten auf ihren jeweiligen Faktoren • Selbst‐ und Fremdbeobachtung: o Korrelation der Selbst‐ und Fremdbeobachtung liegt bei r=0,54 für die Hauptskalen bzw. r=0,47 für die Facetten o man kann hier von Konvergenz sprechen • ZUSAMMENFASSUNG VALIDITÄT: o leider zu wenige Angaben zur Kriteriumsvalidität o insgesamt aber gute und ausführliche Validitätsangaben o man kann davon ausgehen, dass Validität gegeben ist
- 3. Reliabilität: • interne Konsistenz der o Hauptskalen beträgt r=0,90 mit einem range von 0,83 bis 0,94 o Facetten beträgt im Mittel r=0,73 mit einem range von 0,45 bis 0,85 • Retest-‐Reliabilität/Stabilität: o Hauptskalen r=0,82 bis 0,91 o Facetten r=0,48 bis 0,91 o erwartungsgemäß tiefer bei längeren Zeitintervallen • ZUSAMMENFASSUNG RELIABILITÄT: o bessere Reliabilitäten für die Hauptskalen o bessere Stabilitäten für die Hauptskalen o insgesamt sind die Reliabilitätsbelege gut bis befriedigend o man kann also (eingeschränkt) davon sprechen, dass Reliabilität gegeben ist o evtl. Modifizierung im Bereich der Facetten könnte die Reliabilität dort noch steigern
- V. Testdurchführung: Durchführungsoptionen/Formen: Selbstbeurteilung: S‐Form<--> Fremdbeurteilung: F‐Form Test mit integriertem Antwortformat <--> Itemheft & Antwortbögen Einzeltestung <--> Gruppentestung Durchführungsdauer: 30‐45 Minuten Instruktion: schriftlich, standardisiert; Hinweis auf 5‐stufige Ratingskala (mit graphischer Darstellung)
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- VI. Kritische Würdigung VI. Kritische Würdigung Positiv: TBS‐TK‐Rezension: ‐ ausführliches Manual ‐ hohe Objektivität ‐ hohe Messgenauigkeit ‐ große Bandbreite der Anwendung ‐ gelungene Adaptation ‐ ausführliche Befunde zur faktoriellen Validität Negativ: TBS‐TK‐Rezension: ‐Korrelationen zwischen Hauptskalen von bis zu .40 -> Abweichung vom Konstruktionsziel; Nachteil gegenüber Konkurrenzverfahren mit niedrigeren Interkorrelationen ‐ Fehlen einer gebündelten Darstellung internationaler Studien zur Kriteriumsvalidität -Fehlen fundierter Hinweise zur möglichen Kontrolle von z.B. sozial erwünschtem Antworten ‐ Neunormierung mit repräsentativer Stichprobe zu empfehlen ‐ fehlende Darstellung alternativer Konzepte