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Medizin (Fach) / Derma (Lektion)

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  • Erythema nodosum eim Erythema nodosum handelt es sich um ein polyätiologisches Krankheitsbild bei dem vermutlich immunologische Mechanismen (Immunkomplexe) und eine allergische Reaktion vom Typ IV eine Rolle spielen. Das Erythema nodosum manifestiert sich bevorzugt im Herbst und Frühjahr und ist bei Frauen ca. vierfach häufiger anzutreffen. Klinik: Auftreten von druckschmerzhaften, unscharf begrenzten, roten bis lividroten kutanen-subkutanen Knoten v.a. an den Unterschenkelstreckseiten. Die Knoten können die Farbänderung eines Hämatoms durchlaufen. Arthralgien und leichte Allgemeinsymptome. Ursachen: Infektionen (Bakterien, Viren, Pilze) z.B. bei Streptokokken-Infekten, Tuberkulose, Brucellose, Yersiniose, Sporotrichose, Toxoplasmose, infektiöse Mononukleose, maligne Erkrankungen (z.B. M. Hodgkin); chronisch-entzündliche Erkrankungen (z.B. Sarkoidose, M. Crohn, Colitis ulcerosa), Schwangerschaft, Medikamente (z.B. Pyrazolone, Sulfonamide, Kontrazeptiva, Salizylate). Histologisch findet sich u.a. eine septale Panniculitis. Die Prognose ist gut, in der Regel erfolgt die Abheilung innerhalb von 3-6 Wochen. Therapie: Bettruhe, Ursachenbeseitigung, evtl. systemisch Steroide.
  • Necrobiosis lipoidica Die Abbildung und die Fallbeschreibung sprechen für das Vorliegen einer Necrobiosis lipoidica bei der 54-jährigen Patientin. Das Entstehen einer Necrobiosis lipoidica wird durch Diabetes mellitus (C) gefördert (50-70% der Patienten sind diabetisch, von allen Diabetikern entwickeln aber nur etwa 3 von 1.000 eine Nekrobiosis lipoidica). Die Ätiologie ist ungeklärt, Mikroangiopathien sind ein Faktor. Prädilektionsstellen sind die Unterschenkelstreckseiten, hier finden sich die blau-roten, scharf begrenzten, verhärteten Herde mit zentral sich entwickelnden Atrophien und Ulzerationen. Teleangiektasien, schollige Fetteinlagerungen kommen vor. Histologisch finden sich atrophische Epidermis, Lipoideinlagerungen im Korium, Ulzerationen und nekrotisches Material, sowie ein entzündlicher Randwall mit epitheloidzelligen Granulomen. Die Therapie erfolgt u.a. mit Steroiden lokal.
  • Porphyria cutanea tarda Die Symptome sind eine erhöhte Verletzlichkeit und Druckempfindlichkeit (v.a. seitlicher Druck) von lichtexponierter Haut. Es entstehen prall gefüllte Blasen, bei Einreißen der Blasen Erosionen und Ulzerationen, die schlechte Heilungstendenz haben und unter Narben- und Milien- (= horngefüllte Hautzysten) Bildung abheilen, da die Haut toxisch vorgeschädigt ist. Man findet Hyperpigmentierungen, Sklerosierungen und, v.a. um den Mund, eine Hypertrichose (vermehrte Behaarung). Im Urin weist man die erhöhte Porphyrin-Ausscheidung nach. Urin mit hohen Konzentrationen von Porphyrinen färbt sich beim Stehenlassen rot. Histologisch findet man einen Leberzellschaden und eine Rotfluoreszenz der Organe im Wood-Licht (langwelliges UV-Licht, 366 nm). In der Haut findet man PAS-positive Hyalinisierungen der Gefäße im oberen Corium und eine Blasenbildung durch glatte Abhebung der intakten Epidermis vom Corium. Therapiert wird mit niedrig dosiertem Chloroquin oral, das mit den "unphysiologischen" Porphyrinen wasserlösliche Komplexe bildet und so die renale Ausscheidung ermöglicht. Die lebertoxische Noxe ist zu meiden. Die Prognose ist gut, unter Therapie verschwinden die Symptome oft nach 2-3 Monaten ganz.
  • Exkoration Bei einer Excoration handelt es sich um eine traumatisch entstandene Epidermisabschürfung, die das Korium errreicht.
  • DD Bullöses Pemphigoid, Pmphigus vulgaris, Dermatitis herpetiformis Duhring Bullöses Pemphigoid Pemphigus vulgaris Dermatitis herpetiformis Duhring Erkrankungsalter und Geschlecht > 60 Jahre, Frauen etwas häufiger betroffen 30-60 Jahre, Frauen und Männer gleich häufig betroffen 20-50 Jahre, überwiegend Männer betroffen Klinik Pralle Blasen auf geröteter oder klinisch gesunder Haut, v.a. axillär, Leisten, seitliche Halspartie, Oberschenkelinnenseite, oberes Abdomen, selten Schleimhautbefall, subjektiv häufig Juckreiz Schlaffe Blasen und Erosionen auf klinisch gesunder Haut am ganzen Körper, häufig Schleimhautbefall, selten Juckreiz. Kleine gruppierte Bläschen, Erosionen, Krusten auf urtikariellen Erythemen, v.a. Streckseiten der Extremitäten, oberer Rücken, Glutäen, Abdomen Schleimhaut fast immer frei, brennender bis schmerzender Juckreiz, Assoziation zur glutensensitven Enteropathie, Jod kann einen Krankheitsschub provozieren. Histologie/Immunhistologie Subepidermale Blase, IgG und C3 entlang der Basalmembran (C) Intraepidermale Blase, Akantholyse, IgG- und Komplementablagerungen in der Interzellularsubstanz der Epidermis (A). Subepidermale Blase, IgA u. C3 feingranulär in den Papillenspitzen Nikolski-Phänomen, Tzanck-Test Nikolski I negativ, II positiv, Tzanck-Test negativ Nikolski I und II positiv, Tzanck-Test positiv Nikolski und Tzanck-Test negativ Therapie Kortikoide, Immunsuppressiva, Tumorsuche Kortikoide, Immunsuppressiva Sulfone, jodarme und glutenfreie Kost
  • Ehlers Danlos Syndrom angeborene „Mesenchymose“, d.h. eine Synthese- u./oder Vernetzungsstörung der Kollagene. Ätiol.: wird autosomal-dominant (Typen I–IV, VII A u. B, VIII) bzw. -rezessiv (VI, VII C) u. X-chromosomal vererbt (IX). Klinik: typische Haut- u. Weichteilveränderungen (Cutis hyperelastica [außer Typ IV], abnorme Hautverletzlichkeit, Ekchymosen, Schlaffheit von Narben, Überstreckbarkeit der Gelenke, Hypotonie der Muskulatur [„Kautschukmensch“]), mit Osteoporose, Blutungen, Gefäßrupturen (Typ IV) u.a.m. Histol.: mangelhafte Verflechtung der straffen kollagenen Fasernetze, Fehlbildung der Elastika, zystische Hohlräume.
  • Stadien Borreliose Stadium I (Frühstadium) (Tage bis Wochen nach Infektion): Erythema chronicum migrans (E): an der Bissstelle oft Papel mit Hyperpigmentierung mit zentrifugal sich ausbreitendem Erythem (über 7-10 Tage, aber bis zu 1 Mon. möglich). Kriterium: Durchmesser > 5 cm (später mit zentraler Abblassung), Verlauf über 3-6 Wochen. Begleitsymptome: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, allgemeine Schwäche und Müdigkeit, lokale Lymphadenopathie. Stadium II (Wochen bis Monate nach Infektion): Lymphozytäre Meningoradikolitis Bannwarth (B): Hirnnervenparesen, periphere Neuropathie Lymphadenosis cutis benigna: rötlich-livide Hautveränderungen, v.a. im Bereich von Ohrläppchen, Mamillen, Skrotum Myokarditis (Gefahr höhergradiger AV-Blockierungen) Stadium III (Spätstadium) (Monate bis Jahre nach Infektion): Lyme-Arthritis: chron.-intermittierende Mono- oder Oligoarthritis der großen Gelenke. Acrodermatitis chronica atrophicans (A), nicht reversibel. Neuroborreliose: multifokaler Befall des ZNS (Abgrenzung zur MS schwierig)
  • Melkersson-Rosenthal-Syndrom Die Abbildung (Lingua plicata = Faltenzunge, Oberlippenschwellung) in Verbindung mit der Fallbeschreibung lässt am ehesten an das Melkersson-Rosenthal-Syndrom bei der 34-jährigen Patientin denken. Das Melkersson-Rosenthal-Syndrom ist eine seltene Erkrankung unklarer Ursache mit der Trias periphere Fazialisparese (A) (oft einseitig), Lingua plicata und Cheilitis granulomatosa (anfangs reversibel, nach wiederholten Rezidiven persistent). Familiäre Häufung wird beschrieben. Die Symptome können auch einzeln auftreten. Die Lippen sind oft asymmetrisch verdickt, gerötet und parästhetisch. Auch andere Teile des Gesichtes (Wangen, Augenlider etc.) können verdickt sein. Die Lingua plicata (Faltenzunge) ist verdickt mit symmetrischer, z.T. verzweigter Furchung und in der Beweglichkeit eingeschränkt. Evtl. ist der Geschmackssinn gestört. In der Histologie findet man epitheloidzellige Granulome in der Submukosa mit umgebendem Ödem und perivaskuläre Infiltrate. Der Verlauf ist chronisch; therapeutisch kommt die operative Entfernung von granulomatösem Gewebe in Frage.
  • Chei|li|tis die Lippenentzündung, u.a. als Teilerscheinung einer Stomatitis sowie z.B. bei Herpes, Ekzem, Psoriasis, Urtikaria, angioneurot. Ödem, Lupus, Syphilis, Milzbrand. Zahlreiche, z.T. kaum zu klassifizierende Formen.
  • Das Pyoderma gangraenosum Das Pyoderma gangraenosum wird wahrscheinlich durch vaskulitische Prozesse verursacht. Häufig findet sich eine Assoziation mit M. Crohn, Colitis ulcerosa, chronischer Polyarthritis, Lymphom, Leukämie, systemischer Lupus erythematodes etc. Klinik: mit Pusteln beginnende Entwicklung einer schmerzhaften Ulzeration, (die z.B. auch nach Operationen bei disponierten Patienten auftritt oder nach kleinen Verletzungen) mit polyzyklischer Begrenzung. Der Randwall der Ulzeration ist unterminiert und zeigt einen lividen Randsaum. Man findet Krusten und Nekrosen. Therapie: Steroide, Cyclosporin, Zytostatika (Chlorambucil). Das Pyoderma gangraenosum ist eine hochchronische Krankheit mit einer später nur allmählichen Abheilung.
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