14
Psychologie (Fach) / Allgemeine II (Lektion)
Motivationspsychologie, Volitionspsychologie, Emotionspsychologie
Diese Lektion wurde von suomi500 erstellt.
Anzeige
- grundlegende Fragen der Motivations, Volitions und Emotionspsychologie? Motivationspsychologie: - warum tun wir was wir tun? Volitionspsychologie: - Wie tun wir das, was wir wollen? Emotionspsychologie: - Was sind Emotionen? - Wozu haben wir sie? - Wie entstehen sie? - Wie k”nnen wir sie kontrollieren?
- Erläutern Sie das grundlegende Modell der klassischen Motivationspsychologie. Motiv einer Person und Anreiz einer Situation wirken zusammen. Aus der Interaktion dieser Beiden Teile entsteht Motivation, die dann ein Verhalten auslösen kann. Dabei sind Motiv und Anreiz nur hypothetische Konstrukte, da niemand in eine Person hineinschauen kann.
- Nennen Sie grundlegende Problemstellungen, mit denen sich die Motivationspsychologie auseinandersetzt. nach Heckhausen (1980) sind die acht grundprobleme der Motivationspsychologie folgende:- Motivklassifikation (inhaltliche Klassifikation angestrebter Handlungsziele + Motivkataloge)- Motivgenese (Entstehung, Anfänge, Entwicklung und Änderung einzelner Motive)- Motivmessung (Verfahren zur Erfassung individueller Unterschiede in der Ausprägung einzelner Motive)- Motivanregung (Eingrenzung und Differenzierung der motivspezifischen Anregungsbedingungen der Situation)- Wechsel und Wiederaufnahme der Motivation (Abgrenzung von Abschnitten im Verhaltensstrom. Wechsel der Motivation. Wiederaufnahme oder Nachwirkungen einer früheren Motivation)- Motivierte Zielgerichtetheit und Motivationskonflikt ( Zielgerichtetheit als allgemeines Merkmal motivierten Verhaltens; Motivationskonflikt zwischen verschiedenen Handlungszielen)- Selbstregulatorische Zwischenprozesse der Motivation (Analytische Rekonstruktion von Motivation unter Zugrundelegung hypothetischer selbstregulatorischer Zwischenprozesse in einzenen Phasen des Verhaltensabschnittes- Motivationswirkungen (Vielfältige Manifestationen von Motivation im beobachtbaren Verhalten und seiner Resultate)
- Gegenstand der Motivationspsychologie (5) Was soll erklärt werden?- ergebnisorientiertes, zielgerichtetes Verhalten (Handeln):- Richtung (Wahl)- Intensität (Anstrengung)- Beginn und Ende (Latenz)- Dauer (Persistenz) besonders hoher Erklärungsbedarf bei auffälligem, normabweichenden Verhalten
- Welche Unterschiede bestehen zwischen wissenschaftlichen (7) und alltagspsychologischen (3) Erklärungen von zielgerichtetem Verhalten? Alltag: Verstehen: Gründe und Überzeugungen- Beschreibung der Gründe des Verhaltens einer Einzelperson- Person XY ist ehrgeizig, hartnäckig, rachsüchtig …- mangelnder Erklärungswert und Zirkularität Wissenschaft: Erklären: Ursache und Effekt (Wissenschaft)- Motivation als hypothetisches Konstrukt mit empirischen Implikationen- Beschränkung auf wenige grundlegende Motive (Äquivalenzhypothesen)- Spezifikation situativer Anregungsbedingungen- Unabhängige Erfassung von Motiven und zu erklärendem Verhalten- Empirische Prüfung von Theorien motivationalerVermittlungsprozesse- Direkte Manipulation der Vermittlungsprozesse- Messung kognitiver und affektiver Begleitprozesse
- Was unterscheidet Motive von Trieben? Motiv (motive)- zeitlich stabile Wahrnehmungs- und Bewertungsdisposition- Inhaltsklasse von Handlungszielen (z.B. Macht, Anschluss, Leistung)- Anregung durch passende situative Hinweise (Anreize) Trieb (drive)- aktivierende Anspannung, dessen Reduktion als befriedigend und lustvoll erlebt wird Unterschiede:Motiv wird getriggert, Trieb ist immer daMotiv ist spezifischer als ein TriebTrieb kann auch durch eine Ersatzhandlung befriedigt werden
- Welcher Zusammenhang besteht zwischen Bedürfnissen und Anreizen? nachschauen
- Was ist ein Ziel? + Beispiel Ziel (goal)- Anstreben einer positiv bewerteten Umweltveränderung (Endzustand) durch einen Verhaltensakt (Mittel)- hierarchisch in Ober- und Unterziele organisiert Hunger - Sättigung - (Einkaufen Kochen Essen)
- Mit welchen konzeptuellen Problemen hat die Motivationspsychologie zu kämpfen? Terminologische Verwirrung - Abgrenzung von Motiv, Trieb, Bedürfnis, Emotion etc.Problem der Motivklassifikation - Anzahl von Motiven?Richtiger Abstraktionsgrad - Welche Hierarchiestufe (Handlung? Aktion? Bewegung?) wird betrachtet?Gefahr der Zirkularität - Motive werden aus Verhalten erschlossen. Motive erklären Verhalten.
- Nennen und erläutern Sie zwei allgemeine Prinzipien der Verhaltensorganisation. Hedonismus- Streben nach Lust und Vermeiden von Unlust (Affektbilanz)- SelbstregulationHomöostase- Aufrechterhaltung eines Gleichgewichtszustands- Verringerung einer Diskrepanz zwischen einem IST-Wert und einem SOLL-Wert (Regelkreis)
- Anzeige
- Erläutern Sie den Unterschied zwischen motivationspsychologischen Druck- und Zugvariablen. Zug: von aussen, eher angezogen: Motive Erwartungs x Wert Theorie), Ziele (Attributionstheorien) dazwischen steht sowas wie Spannung (zB Feldtheorie) Druck: von Innen, eher angetrieben: Instinkte (Instikttheorie), Triebe (Triebtheorien), Emotionen (Psychodynamische Theorien)
- Was sind implizite und explizite Meßverfahren der Motivationspsychologie und was messen sie? Messung von (unbewussten) impliziten und (bewussten) expliziten Motivanteilen Explizite Meßverfahren: Selbsteinschätzungen- Explizites (bewusstes) Wissen über Motive und Bedürfnisse- Selbstberichte, Fragebogen, Interviews Implizite Meßverfahren: Projektive Tests- unbewusste affektive Vorlieben und Reaktionsformen- Motivabhängige Deutungen von mehrdeutigen, interpretationsoffenen Reizvorlagen- Rorschach-Test, Bilder-Geschichten-Tests (z.B. TAT)
- Beschreiben Sie den Thematischen Auffassungstest und nennen Sie methodische Mängel des TAT. Wie können diese Mängel beseitigt werden? Geschichten zu 10 Bildtafeln (zB starkes Leistungsmotiv oder auch starkes Anschlussmotiv) Qualitative Antwortanalyse Probleme: geringe Auswertungsobjektivität + geringe Reliabilität Lösung: MMG (Multi-Motiv-Gitter) semi-projektives Verfahren- 14 Lebenssituationen- Antwortkategorien für mehrere Motive + Fülleritems- hohe Retest-Reliabilität (r > .80)- keine Verfälschung durch soziale Erwünschtheit
- Nennen Sie Ansatzpunkte eines Motivationstrainings und motivationspsychologische Interventionsmaßnahmen. Ansatzpunkte: i. Anreizstruktur ii. Motivstruktur a. Anpassung der Anreiz- an die Motivstruktur Bsp: individuelle vs. soziale Bezugsnorm in der Schuleb. Anpassung der Motivstruktur (Person) an die Anreizstruktur Anforderungsanalysen, Veränderung von Motivkomponenten Interventionen: Interessenfördermaßnahmen Imaginationstraining Reappraisal-Training Zielvereinbarungen Training der Selbstregulation (Fokussierung, Emotionsregulation)