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Lernfeld 3A (Fach) / Körperpflege,Hygiene,Vitalzeichen,Haut,Temperatur (Lektion)
Wendler,Alexander,Kriglstein,Dimler,Zilles,Hoffman,Böcher,Engel,
Diese Lektion wurde von Valexa erstellt.
- Einflüsse auf die Messung Einflüsse auf die Messung Verschiedene interne als auch externe Einflüsse können die Messung der Körpertemperatur beeinträchtigen. Gerade im privaten Gebrauch kommt es sehr auf die korrekte Anwendung des jeweiligen Thermometers an. So kann bspw. ein falsches Anlegen des Thermometers oder eine zu kurze Messung für zu niedrige Ergebnisse sorgen. Je nach Messmethode und -ort können u.a. folgende Faktoren die Temperaturmessung beeinflussen: Externe Einflüsse auf die Körpertemperaturmessung: SonneneinstrahlungKalte LuftWindWasserAufnahme bestimmter Nahrungsmittel (für orale Messung relevant)UmgebungstemperaturUmgebungslichtKörperbewegung im Allgemeinen Interne Einflüsse auf die Körpertemperaturmessung: SchwitzenGefäßverengungLuftzirkulation in der MundhöhleEntzündungen in der MundhöhleSchlechte Durchblutung
- Der Physiologische Vorgang bei Fieber FieberDer Hypothalamus, vor allem die Regio praeoptica, reguliert die Körperkerntemperatur. Diese Nervenzellregion erhält afferente Signale von Thermorezeptoren der Haut und ist zusätzlich in der Lage, die Körperkerntemperatur selbst zu messen. Auf der Basis dieser Informationen wird der Sollwert in zwei verschiedene Richtungen gesteuert: Up-Regulation: Wärmeproduktion durch Aktivierung des Stoffwechsels, um mehr Wärme zu bilden, sowie Aktivierung des sympathischen Nervensystems mit peripherer Vasokonstriktion und Hemmung der Schweißbildung, um den Wärmeverlust zu verringern. Bei hohem Wärmeverlust wird zusätzlich die Muskeltätigkeit zur Wärmeproduktion angeregt (Kältezittern, Schüttelfrost). Down-Regulation: Steigerung des Wärmeverlusts durch Hemmung des sympathischen Nervensystems mit der Folge einer peripheren Vasodilatation und Förderung der Schweißbildung.Substanzen, die Fieber hervorrufen, werden als Pyrogene bezeichnet. Exogene Pyrogene sind mikrobielle Toxine, Stoffwechselprodukte oder die Mikroorganismen selbst. Klassisches Beispiel ist das Lipopolysaccharid-Endotoxin von gramnegativen Bakterien. Auch die Superantigene von grampositiven Organismen (z.B. Enterotoxine von Staphylococcus aureus wie Toxic-Shock-Syndrome-Toxin) wirken pyrogen. Als endogene Pyrogene wirken die Zytokine Interleukin-1 (IL-1), IL-6, TNF und CNTF. Die Synthese und Ausschüttung der Zytokine wird durch mikrobielle Erreger, aber auch durch Entzündungen (z.B. Perikarditis) und andere Stresssituationen (z.B. Trauma, Schlaganfall) ausgelöst. Sie werden insbesondere von Monozyten und Makrophagen sowie von Endothelzellen sezerniert. Die Pyrogene bewirken im hypothalamischen Endothel und in der Peripherie eine vermehrte Bildung von Prostaglandin E2 (PGE2). Das periphere PGE2 ist für Myalgie und Arthralgie verantwortlich, die häufig das Fieber begleiten. Das zerebrale PGE2 bindet es an den EP3-Rezeptor auf benachbarten Gliazellen, die daraufhin cAMP ausschütten. Dieser Transmitter führt zur Erhöhung des thermoregulatorischen Stellwerts. Zu starke Temperaturanstiege werden durch antiinflammatorische Moleküle sowie durch Stimulierung wärmesensitiver Neurone vermieden. Fieber ist ein Teil der unspezifischen Immunantwort, da die Aktivität vieler Immunzellen (z.B. Granulozyten, Makrophagen oder Lymphozyten) in einem Temperaturbereich zwischen 38 und 41 °C gesteigert ist. Des Weiteren wird das Wachstum vieler Erreger gehemmt. Sehr hohe Temperaturen von über 41 °C können jedoch zur Denaturierung von Proteinen sowie zu Störungen der Blutgerinnung und anderer Enzymfunktionen führen.
- Symptome Fieberzeichen SymptomeFieberzeichen Anstieg der Körpertemperatur und Pulsfrequenz10 Herzschläge mehr pro 1 °C Körpertemperaturerhöhung (sogenannte "Liebermeister-Regel")Anstieg der AtemfrequenzMundatmungglänzende Augen (ggf. verklebte Wimpern)Rötung (Temperatur sinkt)/Blässe (Temperatur steigt) der Hautwarme Hautverminderter und konzentrierter Urintrockene und belegte Zungerissige und spröde LippenSchweißausbrücheerhöhter Durstggf. GewichtsabnahmeAppetitlosigkeitMuskelzittern (Schüttelfrost)frieren/warmes KörpergefühlSchwindelFieberkrämpfeWahrnehmungsstörungenUnruheVerwirrtheitszuständeHalluzinationenverstärkte Licht- und Geräuschempfindlichkeitstarke BerührungsempfindlichkeitMüdigkeitKraftlosigkeitggf. AugenflimmernSchlaflosigkeitweicher PulsAlbträume (Siehe auch Halluzinationen)Obstipation (Verstopfung), durch Flüssigkeitsmangeltrockene Kopfhaut
- Fieberphasen Verlauf von Fieber Einen allgemeingültigen Verlauf von Fieber gibt es nicht, da er abhängig von der Krankheitsursache und dem Schweregrad ist. Insbesondere kann es bei bestimmten Ursachen sehr schnell und plötzlich eintreten, bei anderen steigt es langsam an. Der Verlauf kann Hinweise auf die Ursache liefern, da gewisse Erkrankungen eine charakteristische Fieberkurve aufweisen. Fieberphasen Jeder Verlauf von Fieber lässt sich in vier Phasen einteilen: Fieberanstieg (Stadium incrementi)Fieberhöhe (Fastigium)Fieberabfall (Stadium decrementi)Erholung und Regeneration (Erschöpfungsschlaf) Phase 1 FieberanstiegDer Hypothalamus (Steuerungszentrum des vegetativen Nervensystems im Zwischenhirn) erhöht den Sollwert für die Standard-Körpertemperatur. Der menschliche Körper fühlt sich dadurch zu kalt an und er beginnt zu frieren. Typische Symptome sind kalte Hände und Füße, Frieren, Kältezittern bis zu Schüttelfrost. Es wird das Bedürfnis geweckt, sich in wärmere Umgebung zurückzuziehen, also einen warmen Raum oder das Bett. Die Körpertemperatur beginnt anzusteigen, um den neuen Sollwert zu erreichen. Phase 2 FieberhöheDie Temperatur steigt nicht weiter. Der neue Sollwert ist erreicht (Fieberspitze). Die Kälteanzeichen stoppen. Symptome sind Wärmebildung und Stoffwechsel auf erhöhtem Niveau, erhöhter Flüssigkeitsverlust, Appetitlosigkeit, Kopf- und Gliederschmerzen, ausgeprägtes Krankheitsgefühl und Schwitzen. Phase 3 FieberabfallDer Sollwert der Körpertemperatur wird durch den Hypothalamus wieder gesenkt. Die zu hohe Körpertemperatur wird nun auch als zu heiß empfunden. Der Körper kühlt sich durch Schwitzen wieder herunter. Dies kann sehr plötzlich passieren oder sich über mehrere Tage ziehen. Phase 4 Erholung und RegenerationDer Körper verfällt in einen Erschöpfungsschlaf, um sich zu erholen. Bis zur vollständigen Regeneration bedarf es einen bis zu mehreren Tagen Bettruhe
- Verlaufsformen von Fieber Verlaufsformen von Fieber Bei einer gewöhnlichen Erkältung verläuft Fieber in der Regel kurvenförmig: zunächst steigt es bis zu einer gewissen Temperatur an, die für eine bestimmte Zeit gehalten wird, danach sinkt sie wieder auf Normaltemperatur. Dieser Verlauf kann wenige Stunden bis zu mehreren Tagen dauern. Insgesamt existieren sechs verschiedene Verlaufsformen. Kontinuierliches Fieber: Die Temperatur ist über mehrere Tage gleich hoch. Die Fieberhöhe pendelt sich zwischen 38 Grad Celsius und 39 Grad Celsius ein. Beispiele: bakterielle Infektionen, Typhus Remittierendes Fieber: Die Temperaturen schwanken um bis zu 2 Grad Celsius zwischen Morgen und Abend. In der Regel ist die Temperatur morgens geringer. Beispiele: bakterielle und virale Infekte, wie Grippe (Influenza) Intermittierendes Fieber: Mehr als 2 Grad Celsius Temperaturschwankungen. Am Morgen sinkt die Temperatur auf Normalwerte, während sie am Abend stark erhöht ist. Beispiele: Nierenbeckenentzündung, Tuberkulose Rekurrierendes Fieber: Diese Verlaufsform wird auch Rückfallfieber, periodisches Fieber oder Wechselfieber genannt. Das Fieber endet komplett bis zu 14 Tage, kommt dann allerdings zurück. Beispiele: Malaria oder Borreliose. Undulierendes Fieber: Wellenförmiger Fieberverlauf, d.h. die Temperatur steigt über mehrere Tage an und fällt anschließend wieder. Auch hier können nach fieberfreien Phasen erneute Perioden mit Fieber auftreten. Beispiele: Krebserkrankungen, Brucellose Biphasisches Fieber: Es tritt zuerst eine kurze Phase des Fiebers auf, danach fällt die Temperatur auf Normalwerte zurück. Abschließend folgt eine zweite, längere Fieberphase. Beispiele: Blutvergiftung, Virusgrippe
- Pflege bei Fieber Pflege bei Fieber Jeder kennt es: wer von Fieber geplagt ist, verspürt oft ein starkes Krankheitsgefühl, was insbesondere bei der Grippe auch mit Kopf- und Gliederschmerzen verbunden ist. Daneben verliert der Körper viel Flüssigkeit durch das Schwitzen und oftmals besteht Appetitlosigkeit. Folgende Maßnahmen sollten zur optimalen Pflege beachtetet werden: Ein gute durchlüftetes Zimmer mit 17 bis 19 Grad Celsius Temperatur mit gleichzeitiger Abdunklung am besten durch Rollläden sind die Basis für eine optimale Erholung.Bettruhe und viel Ausruhen ermöglichen es dem Körper sich zu regenerieren.Viel und ständiges Trinken von Wasser und Tee versorgen den Körper optimal um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Daneben helfen auch flüssige Speisen wie Suppen und Fleischbrühen, um einerseits den Flüssigkeitsverlust aber auch den Mineralverlust auszugleichen. Durch das starke Schwitzen sind Bettwäsche und Kleidung oft durchnässt, daher häufiger Wechsel der Kleidung und Bettwäsche, damit man sich wohl fühlt um zusätzliche Gefahren wie eine Erkältung auszuschließen.Regelmäßiges Fieber messen, um einen Anstieg und kritische Veränderungen sofort zu erkennen und einen Arzt aufsuchen zu können.
- Behandlung von Fieber Behandlung von Fieber Zur Behandlung von Fieber gibt es freiverkäufliche Medikamente mit fiebersenkender (und schmerzlindernder) Wirkung, dazu zählen Paracetamol, Ibuprofen und Acetylsalicylsäure (ASS). Sie helfen jedoch lediglich gegen die Fiebersymptome und dienen als Fiebersenker, stellen also keine Therapie der eigentlichen Grunderkrankung (wie Erkältung oder Grippe) dar. Daher sollte man bei anhaltendem Fieber einen Arzt aufsuchen, um die Ursachen herauszufinden und zu behandeln. Schließlich gibt es einen Auslöser für das Fieber wie beispielsweise eine Grippe und das Fieber versucht den Auslöser zu bekämpfen. Bei bakteriellen Infekten helfen in der Regel bestimmte Antibiotika, die der Arzt nach entsprechender Untersuchung verschreibt. Auch virale Erkrankungen kann der Arzt mit virushemmenden Arzneimitteln bekämpfen. Medikamente sollten immer in Absprache mit dem behandelnden Arzt eingenommen werden. Bei der Einnahme ist immer den Anweisungen des Arztes, Apothekers oder ggf. der Packungsbeilage Folge zu leisten.
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