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Nachhaltige Landnutzung (Fach) / Klausurfragen (Lektion)
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- 55. Welches konkrete Potenzial zur Verbesserung der Nachhaltigkeit sehen Sie in der aktuellen Landwirtschaft in Deutschland und wo sehen Sie hier mögliche Grenzen bzw. Schwierigkeiten dieses Potenzial in der Agrarpraxis tatsächlich umzusetzen? (6 Punkte) Generell hohes Verbesserungspotential der landwirtschaftlichen Nachhaltigkeit in Deutschland! Mehr Humusaufbau und Biodiversitätsförderung gegen Klimawandel: agronomische Maßnahmen für nachhaltige LW sind meist nicht rentabel Generell weniger intensive Landnutzung: Ertragseinbußen und mehr Fläche benötigt Mehr Ökolandbau: das muss sich entweder im Preis der Produkte wiederspiegelen oder durch politische Förderprogramme verstärkt subventioniert werden. Vor dem Hintergrund der steigenden Inflation und erhöhten Lebensmittelpreisen ist es nicht realistisch, dass Haushalte noch mehr für Lebensmittel ausgeben Gesicherte und ausreichende monetäre Unterstützung von Landwirten: bei der Aktualisierung der GAP wurde ein stärkerer Fokus auf nachhaltigen Anbau gelegt, allerdings wird von Landwirt*innen kritisiert, dass die Unterstützungssummen zu gering seien Weniger Fleischkonsum und Nutzung der heimischen Flächen für direkte Ernährung im Land: nach wie vor noch "Tierprämien" und niedrige Preise auf einem international verflochtenen Markt Generell: der Trend zu weniger Fleischproduktion und die Vermeidung von Lebensmittelverschwendung (Containern legalisieren, Foodsharing) können Stellschrauben für mehr Nachhaltigkeit sein
- 54. Wie sollten zukünftige Anbausysteme in der landwirtschaftlichen Nutzpflanzenproduktion idealerweise gestaltet sein, um die Ziele für nachhaltige Entwicklung (UN Sustainable Development Goals) zu erfüllen? (6 Punkte) Leben an Land: organische Düngung, diverse Fruchtfolgen, Ackersaumstrukturen, Mulchen, mehrjährige Blühstreifen, pfluglose BB, Pflanzenkohle, schonende Befahrung Leben im Wasser/sauberes Wasser: weniger PSM, weniger mineralische Düngung, Gewässerrandstreifen etablieren, mehrjährige Blühstreifen, organische bedarfsgerechte Düngung, Erosionsvermeidung Maßnahmen zum Klimaschutz: Pflanzenkohle, Humusaufbau: diverse Fruchtfolgen, Zwischenfruchtanbau mit Gründüngung, Biodiversität stärken: mehrjährige Blühstreifen, Ackersaumstrukturen kein Hunger: weniger Lebensmittelverschwendung, weniger Fleischproduktion und direkter Konsum von Ackerfrüchten, Bodendegradation umkehren und Flächen bewirtschaften: Humusaufbau, Erosionsschutz
- ! 25. Erklären Sie die hohe Bedeutung der Ressource „Ackerboden“ im Rahmen der UN-Nachhaltigkeitsziele (SDGs). Warum ist das Thema „Bodenschutz“ so elementar wichtig zur Etablierung einer nachhaltigen Landbewirtschaftung? (6 Punkte) Ein gesunder Ackerboden ist Lebensgrundlage für Mensch und die natürliche Welt. Er liefert den Ausgangspunkt für das Erreichen folgender SDGs: - no poverty: Landwirtschaft bietet Arbeitsstellen und Bodendegradation führt zum Zurücklassen von ganzen Landstrichen und die Förderung der damit verbundenen Armut - zero hunger: Hunger basiert auf dem fehlenden Zugang zu Nahrung, ein gesunder Ackerboden garantiert diese - good health and wellbeing: gesunde Nahrung kommt aus einem gesunden Milieu, ökologische Produktion garantiert den Ausschluss von gesundheitlichen Gefahren, die aus chemischen PSM hervorgehen oder verhindern Nitratauswaschung in Trinkwasser, welches gesundheitsschädigend ist - clean water and sanitation: ein gesunder und bedarfsgerecht gedüngter Ackerboden verhindert Nitratauswaschung in Trinkwasser, welches gesundheitsschädigend ist - responsible consumption and production: gesunder Ackerboden heißt nicht nur gewinnorientiert zu Handeln, sondern auch Verantwortung für das Wohlergehen der natürlichen Welt und der Biodiversität, sowie die Gesundheit der Verbraucher zu übernehmen - climate action: in der Landwirtschaft kann CO2 in Form von Humus gespeichert werden - life below water: ein gesunder und bedarfsgerecht gedüngter Ackerboden verhindert Nitratauswaschung in Trinkwasser, welches gesundheitsschädigend ist. Auswaschungen in größere aquatische Systeme wie Meere kann so verhindert werden - life on land: ein gesunder Ackerboden hat einen positiven Einfluss auf das Leben an Land, da er Teil der Ökosysteme ist. Je nach Management kann hier großer Schaden angerichtet werden
- ! 26. Erstellen Sie einen agronomischen Maßnahmenkatalog (mit 10 Einzelmaßnahmen) zum Thema „Bodenschutz“ für einen landwirtschaftlichen Betrieb. Erläutern Sie für jede Ihrer vorgeschlagenen Maßnahme, wie genau diese zum Schutz des Ackerbodens beiträgt und welche UN-Nachhaltigkeitsziele (SGDs) oder Nachhaltigkeitskriterien Sie dabei adressieren. (10 Punkte) 1. Schonende Bodenbearbeitung: Vermeidung von Pflügen zur Erosionsprävention und zur Vorbeugung von Einträgen von Schadstoffen in aquatische Ökosysteme. SDGs: Leben im Wasser, kein Hunger (durch Halten der wertvollen Bodenpartikel auf der Fläche, Neubildung in geologischen Zeitskalen) 2. Fahrgassenbegrünung: Erosionsprävention und zur Vorbeugung von Einträgen von Schadstoffen in aquatische Ökosysteme SGDs: Leben im Wasser, kein Hunger (durch Halten der wertvollen Bodenpartikel auf der Fläche, Neubildung in geologischen Zeitskalen) 3. Anpassung der Befahrung an Standortverhältnisse: Reifendruck anpassen, großvolumige Reifen zur Lastverteilung, lange Standzeiten auf der Fläche vermeiden, Fahrgassen nutzen, um Bodenverdichtung zu minimieren SDGs: Leben an Land (Mikroorganismen brauchen lebensfreundliche Bedingungen), kein Hunger (Aufbau eines intakten Bodens) 4. Agroforstsysteme etablieren: Schutz des Ackerbodens durch Verdunstungsreduktion durch Schattenbäume, tiefwurzelnde Bäume fungieren als Wasser- und Nährstoffpumpe, Schutz vor Wind- und Wassererosion am Hang durch Gehölzstreifen, Aufbau von organischer Substanz in den Baumreihen SDGs: Leben an Land (intaktes Bodenleben, Habitat und Nahrung für Fauna), nachhaltiger Konsum und Produktion (ressourcenschonender, naturnaher Ansatz), Gesundheit und Wohlergehen (Landschaftsbild), Maßnahmen zum Klimaschutz (ressourcenschonender Ansatz, Speicherung von OM in den Baumreihen) 5. Fruchtfolgediversifizierung: ganzjährige Bodenbedeckung bietet Schutz vor Erosion, Bodenleben wird durch den Anbau verschiedener Arten gefördert, verbessertes Wurzelwachstum durch Lockerung des Bodens SDGs: kein Hunger (Aufbau gesunder Böden), keine Armut (durch Ertragsstabilität, Diversifizierung bei Ernteausfällen hilfreich), Leben am Land, Klimaschutz (weniger umweltschädlich produzierte Dünger) 6. Untersaaten: ganzjährige Begrünung der Ackerfläche, Vermeidung von Auswaschung, Erosionsschutz, Wurzelexsudate als Nahrungsquelle für Bodenleben SDGs: Leben am Land (biologische N-Fixierung durch Mos), Maßnahmen zum Klimaschutz (Humusaufbau) 7. Permanente Bodenbedeckung und no-till: weniger Wasserverluste durch Beschattung des Bodens, Schutz vor Erosion, Vermeidung von Evaporation, Förderung des Humusaufbaus, Förderung des Bodenlebens durch Bodenbedeckung und minimaler Bodenbearbeitung SDGs: Leben am Land (Eintrag für Bodenleben), Maßnahmen zum Klimaschutz (Bindung von CO2) 8. Ackersaumstrukturen (Hecken, Gehölze, Verbuschungsflächen): Erosionsschutz durch Verminderung der Windgeschwindigkeit und somit Schutz vor Verlust fruchtbaren Ackerbodens und LebensräumenSDGs: Leben am Land, Maßnahmen zum Klimaschutz, Gesundheit und Wohlergehen (Landschaftsbild) 9. Zufuhr organischer Substanz (z.B. Gründüngung, Erntereste)- stabile Bodengare, Erosionsschutz, Bodenfruchtbarkeit, Vermeidung von Sickerwasserverlusten, Wasserspeicherung, bessere nFK durch höhere Corg-GehalteSDGs: Leben am Land, Klimaschutz (Zufuhr von OM als Nahrung und Speicherung), kein Hunger (sichere Erträge durch mehr Bodenfruchtbarkeit), Leben unter Wasser (weniger Dünger und Auswaschung) 10. ggf. Kalkdüngung: Förderung physikalischer (Luft- und Wasserhaushalt, Krümelstabilität, Risikosenkung von Erosion und Verdichtung), chemischer (Nährstoffe, KAK, Schwermetallverfügbarkeit) und biologischer (Bodenleben, Wurzelwachstum, mikrobielle Aktivität) Eigenschaften des BodensSDGs: Leben an Land, Leben im Wasser, sauberes Wasser, Klimaschutz
- 52. Erstellen Sie einen Maßnahmenkatalog zur Förderung von Ökosystemleistungen auf einem landwirtschaftlichen Betrieb! Schlagen Sie fünf agronomische Maßnahmen vor und geben sie zu jeder Maßnahme die jeweilige Kategorie von Ökosystemleistungen an, welche Sie beabsichtigen zu fördern. (5 Punkte) > Ackersaumstrukturen (unterstützend, regulierend, kulturell) > Gewässerrandstreifen (regulierend, bereitstellend) > Organische Düngung (unterstützend, regulierend, bereitstellend) > Diversifizierte Fruchtfolge (unterstützend, regulierend, bereitstellend) > Untersaat, Zwischenfrucht, ganzjährige Bodenbedeckung - Erosionsschutz (unterstützend, regulierend, bereitstellend, (kulturell))
- K.1. Wie beeinflusst die Landwirtschaft die Biodiversität? 1. Homogenisierung der angebauten Kulturen und Abnahme von artenreichen Landnutzungssystemen > Zunahme von intensiv genutzten, ertragsreichen, aber artenarmen Nutzungsformen > abwechslungsarme Fruchtfolgen > Dominanz (bis Daueranbau) weniger, ertragreicher Feldfrüchte > Wandel in Nutztierhaltung, Rückgang von Heuwiesen, kleinen Weiden, Kuhfladen und Misthaufen als Nahrungsgrundlage und Lebensraum vieler Kleinstorganismen, Insekten, Vögel 2. Hohe Effizienz in Schädlings- und Unkrautbekämpfung > flächendeckende Ausbringung > Eintrag von PSM in angrenzende Flächen/Oberflächengewässer, Grundwasserbelastung 3. Vergrößerung der Schlaggrößen, Verlust von Strukturvielfalt > weniger Baumreihen, Hecken, Feldgehölzen, Steinhaufen/Steinmauern > weniger extensiv bewirtschaftete, nährstoffarme Randstreifen und Brachen > starke Verringerung der Biotopvernetzung Mangelnder Schutz > Fehlen von Pufferstreifen um Schutzgebiete (Schutz vor Pflanzenschutzmitteln und Dünger aus umliegenden Flächen) - Fehlen von Biotopbrücken durch Strukturverluste in der Agrarlandschaft
- K.2. Nennen Sie die wichtigsten Eckpunkte zur Konditionalität. = obligatorischer Part der GAP = Grundanforderungen an die Betriebsführung (GAB) + guter landwirtschaftlicher Zustand der Flächen (GLÖZ) > GAB: Anforderung des Fachrechts (z.B. Wasserschutz, Lebensmittelrecht, …) und Regelungen zu Arbeitsrecht > Einhalt der Konditionalität ist Voraussetzung für den Erhalt von Direktzahlungen > Nichteinhaltung führt zu Sanktionen
- K.4. Warum sind finanzielle Förderungen für Landwirte gerechtfertigt? Die Landwirtschaft unterliegt besonderen Bedingungen und kann nicht mit anderen Wirtschaftszweigen verglichen werden: - Einkommen der Landwirte ca. 40% geringer im Vergleich zu Einkommen aus nicht-landwirtschaftlicher Tätigkeit - Stärker vom Klima abhängig - Zwischen Nachfrage und Lieferung vergeht Zeit - Kosteneffizient und nachhaltig arbeiten, Böden und Artenvielfalt erhalten
- K.3. Was sind die Säulen der GAP? 1. Säule = Direktzahlungen an Landwirtschaftsbetriebe > Finanzierung aus dem EU-Haushalt > = Konditionalität (= GAB + GLÖZ) (pflicht) + Öko-Regelung (freiwillig) > Ergänzende Umverteilungseinkommensstützung für Öko-Regelungen: z.B. Dauergrünland mit regionalen Kennarten, Anbau vielfältiger Kulturen, Agroforst, Natura2000 Schutzziele, kein PSM, Extensivierung von Dauergrünland, Biodiversitätsflächen 2. Säule = Ländliche Entwicklung, zusätzliche freiwillige Maßnahmen hinsichtlich z.B. des Tierwohls und des Klimaschutzes > Zahlung an Vereine, Landwirtschaftsbetriebe, Kommunen, ... > Finanzierung aus dem EU- und nationalen Haushalten > Umsetzung von Projekten und Maßnahmen durch Bürger, Kommunen, Vereine > Ziel: Menschen in ländlichen Regionen halten und Investitionen dort hin unterstützen > Finanzierung über EU und nationale Mittel
- U.1. a) Definieren Sie was unter „Indirect Land Use Changes“ (iLUC) zu verstehen ist. b) Welche Schwierigkeiten ergeben sich bei der Berechnung des iLUCEffekts? c) Zu welchen Problemen kann die Vernachlässigung des iLUC-Effekts führen? a) Auch wenn Biofuels auf existenten landwirtschaftlichen Flächen produziert werden, kann das zu einer Intensivierung oder Erweiterung an anderen Stellen kommen > u.U. wird dafür sogar Wald zu Acker in Drittstaaten ausgebaut und von dort wieder Lebensmittel importiert werden (Tank vs. Teller) > den Effekt will die EU unterdrücken und Vorranggebiete für die Grundversorgung einführen b) es ist schwer den Grund für einen LUC in weit entfernten Gebieten zu definieren, diese können auch durch eine Veränderung der Preise auf dem globalen Markt sein, man kann es schlicht nicht nachweisen c) die daraus resultierenden Folgen können nicht quantifiziert werden, was die Ökobilanz des Produktes verfälscht
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- U.2. Suchen Sie sich jeweils ein pro und ein contra Argument für Biokraftstoffe und erläutern Sie es kurz. pro: Biofuels geben uns die Möglichkeit die Abhängigkeit von fossilen Energien zu mindern und lokale eigenen Kraftstoff zu erzeugen, zwar werden dafür große Flächen benötigt, dennoch ist der Fleischkonsum viel flächenzehrender als die Produktion von Biofuels! contra: die Nahrungsmittelkrise kann nur überwunden werden, wenn wir die Flächen nicht für Biofuels verwenden! Zur Zeit werden nur 30% verspeist, der Rest wieder verfüttert, wir sollten die Ackerfrüchte lieber direkt als Nahrungsmittel nutzen! > 15 Mio. Laib Brot werden in D pro Jahr verfeuert, wir könnten 16 Mio 1 Jahr lang davon ernähren! Zudem drücken Biofuels die Preise von Lebensmitteln nach oben, siehe den Preisanstieg on Speiseölen bei zunehmender Betankung > Allein die Diskussion um ein Agrokraftstoff-Aus in Deutschland hat die Rapspreise in den vergangenen Wochen deutlich gesenkt. --> Das zeigt, dass ein Ende der staatlichen Förderung von Agrokraftstoff den Preisanstieg bei Agrarrohstoffen wirksam dämpfen könnte.
- U.3. Worin unterscheiden sich die als „high iLUC-risk“ und „low iLUC-risk“ definierten Biokraftstoffe? high-risk: Biofuels, die Landnutzung auf Flächen, die effektive CO2-Senken sind, vorantreiben z.B. Palmölplantage in nativem Regenwald und Feuchtgebieten low-risk: Anbau auf bereits degradiertem, nicht vorrangigen Land durch verbesserte landwirtschaftliche Praktiken oder durch den Anbau von Flächen, die zuvor nicht für die Pflanzenproduktion genutzt wurden. *iLUC = indirect land use change
- U.5. Findet ein Beispiel für die Umsetzung von Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft (ähnlich den Beispielen in der Vorlesung). Bewertung nach dem DLG-Schema: Permakultur Ökologie 1. N-Saldo: 1 2. P-Saldo: 1 3. Humusbilanz: 1 4. Treibhausgase: 1 5. Pflanzenschutzintensität: 1 6. Biodiversität: 1 7. Bodenschutz: 1 8: Wasserschutz: 1 Ökonomie 1. Kalkulatorisches Ergebnis: ? 2. Netto-Cash-Flow: 4...
- U.4. a) Was ist Kollapsologie, wofür steht sie? b) Welche 4 Kritikpunkte werden genannt? c) Warum ist die Kollapsologie in Frankreich bekannter als bei uns? = Wissenschaft um den Zusammenbruch der Welt bzw. um den Zusammenbruch der jetzigen Systeme > Untergangsbewegung speist sich aus verschiedenen Disziplinen. Viel Spekulation (Berechnungen ungewiss), zu undifferenziert (komplexer Prozess, singulärer Kollaps), Erzählrahmen kritisch (Möglichkeiten werden als Gewissheiten dargestellt), Selbstüberhöhung des jetzigen Augenblicks (vgl. 70er mit Atomrüstung und Waldsterben…) > 65 % haben der Aussage zugestimmt, dass die Zivilisation zusammenbrechen wird, so wie wir sie kennen, in Deutschland waren das 32 %. In Deutschland gibt es keine Übersetzungen für französische Literatur
- U.6. Was ist der EROI (energy return on investment)? = Energieproduktion / investierte Energie Öl = 100:1 (1920) Kohle = 50:1 Photovoltaik = 2,5:1 Agrofuels = 1-1,6:1 Unterschiedliche Ackerkulturen -> unterschiedliche EROI
- U.7. "Check engine", das Überschreiten welcher planetaren Belastungsgrenzen ist direkt auf die Landwirtschaft zurückzuführen? Genetische Vielfalt Landnutzungsänderung Stoffkreisläufe (P, N)
- U.8. Wenn die Situation wirklich so dramatisch ist, würden wir Menschen was ändern! (?) 1. Problem wird nicht antizipiert bevor das Problem auftritt (mangelnde Erfahrung + kognitive Fähigkeit) z.B. Auswirkungen von GMO-Food auf das Mikrobiom 2. Problem schleicht graduell an: Langsame, stark schwankende Trends (creeping normalcy) z.B. Klimawandel 3. Wenn es wahrgenommen wird fehlen Lösungsansätze (mangelnde Erfahrung / mangelnde Vorbereitung ) neues Problem ist nicht das alte Problem z.B. Wikinger 870 a.d. roden Wälder in Grönland für Weideland -> im Vergleich zu Norwegen/Britannien sind die Böden aber viel anfälliger für Winderosion 4. Lösungsansätze funktionieren nicht (mangelnde Erfahrung / Lernen aus Fehlern (anderer), schlechte politische Entscheidungen z.B. nach wie vor große Nitratbelastungen in Deutschland, EU droht mit hohen Strafgeldern
- U.9. Locked in in der Landwirtschaft? Lock-in beschreibt im Bereich der Technologieentwicklung das Phänomen, dass eine technologische Neuerung, die zu einem Standard wurde, nur bestimmte Nutzungsweisen zulässt und eine Weiterentwicklung sich nicht ohne weiteres realisieren lässt. a) Historisch bedingt b) Psychologische Ursachen & Gewöhnung, individuelles Verhalten (z.B. Tempolimit) c) Politische Rahmen (Windräder in BY), weniger Forschung in Bioanbau, Lobbyismus Globales „Locked In“ -> Finanzsystem, Energysystem und Wachstum ZUDEM: es gibt keine nachhaltige Intensivierung
- U.10. Was könnte beispielhaft der komplette Wegfall von Wasser als landwirtschaftlicher Produktionsfaktor für die Landwirtschaft bedeuten? Was könnte beispielhaft der komplette Wegfall von Wasser als landwirtschaftlicher Produktionsfaktor für die Landwirtschaft bedeuten? a) Beschreibt kurz die aktuell/bisherige Situation. Wie wird er bisher genutzt? - Wasser ist ein kritischer Input für die landwirtschaftliche Produktion und spielt eine wichtige Rolle für die Ernährungssicherheit - Aufgrund von Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und Klimawandel wird der Wettbewerb um Wasserressourcen voraussichtlich zunehmen - Es wird erwartet, dass die Bevölkerung bis 2050 auf über 10 Milliarden anwachsen wird, wodurch die landwirtschaftliche Produktion bis 2050 um etwa 70 % steigen muss - Niederschlagsmuster verändern sich bereits und Wasser wird immer knapper, Böden sind metertief ausgetrocknet b) Was könnte sich durch den Wegfall ändern (direkt + indirekte Zusammenhänge, global) - Pflanzen brauchen unabdingbar Wasser, ohne es ist keine Landwirtschaft möglich - Auch Tiere brauchen Pflanzen und Wasser zu Ernährung, unsere Lebensgrundlage wäre beraubt c) Was sind mögliche Lösungsansätze (sind diese nachhaltig)? 1. Verbesserung der Wassernutzungseffizienz in der Landwirtschaft durch verbesserte Wasserversorgungssysteme und den Einsatz fortschrittlicher Technologien (z. B. Bodenfeuchtesensoren und Satelliten-Evapotranspirationsmessungen) > Viel Material und Rohstoffe notwendig, nicht nachhaltig 2. Ausbau kompletter Bewässerungs- und Entwässerungssysteme > Viel Material und Rohstoffe notwendig, nicht nachhaltig 3. Verwendung von aufbereitetem Salzwasser > Muss auch verfügbar sein, dazu immenser Stromverbrauch, nicht nachhaltig
- K.6. Was sind die Ziele der neuen GAP? 10 Hauptziele der neuen GAP (2023-2027): > Sicherstellung gerechter Einkommen für Landwirte > Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit > Verbesserung der Position der Landwirte in der Lebensmittelkette > Klimaschutzmaßnahmen > Umweltpflege > Erhaltung von Landschaften und biologischer Vielfalt > Förderung des Generationswechsels > Förderung lebendiger ländlicher Gebiete > Schutz von Lebensmittelqualität und Gesundheit > Förderung von Wissen und Innovation
- K.5. Welche Kritikpunkte an der alten GAP gibt es? Kritik an der alten GAP (bis 2022): - "Gießkannenprinzip": Geld wird ohne Nachkontrolle ausgeschüttet - bei Basis-, Umverteilungs- und Junglandwirteprämien ist die Intensität der Bewirtschftung egal - nur bei der Greening-Prämie ist die Auszahlung an mehr Bedingungen geknüpft aber auch hier reicht es, dass das Minimum erfüllt wird - Teilnahme hoch bürokratisch und ökologisch kaum wirksam - gezielte Agrarumweltmaßnahmen kriegen nur einen Bruchteil der Förderung - Direktzahlung fördern nur die Abhängigkeit der Landwirte und verändern den Betrieb nicht nachhaltig => übergeordet werden die Kritikpunkte adressiert, Kontrolle jedoch nicht angesprochen und Direktzahlungsmechanismus
- *Welche Möglichkeiten gibt es, Nährhumus aufzubauen? 1. Erhöhung des Umsatzniveaus: - ausgeglichene Bilanz - Minimierung von Verlusten und Abfuhr - Maximierung der Biomasseproduktion - Förderung von Wurzelexsudaten 2. Reduktion der Umsatzgeschwindigkeit - weniger Bodenbearbeitung - Anteil Hackfrüchte reduzieren - Versauerung des Bodens vermeiden - Priming-Effekte vermeiden - Einsatz von Biohilfsstoffen
- *Was ist priming? In der Bodenkunde versteht man unter dem Priming-Effekt die Veränderung des Abbau- bzw. Mineralisationsprozesses von organischer Bodensubstanz nach der Zugabe von Substraten. Der Abbauvorgang kann gesteigert werden (positiver Priming-Effekt), indem ein leichtabbaubares Substrat (z. B. Glukose) zugegeben wird. Durch Zugabe eines hemmenden Stoffes ist ebenso eine Minderung des Abbaus möglich (negativer Priming-Effekt).
- *Welche Biostimulanzien kennen Sie? 1. "effektive Mikroorganismen": nützliche Bakterien, u.a. Rhizobien und nützliche Pilze, wie Mykorrhiza 2. Pflanzenextrakte und Algenpräparate: z.B. aus Zuckerrübenund Braunalgen 3. Bioidentische und anorganische Substanzen: z.B. Gesteinsmehl, Salze (Phosphit, Silizium, Titan, Selen, Kobalt, etc.) 4. Aminosäuren und Peptide: z.B. tierische Reststoffe, eiweißreiche Pflanzen, biochemische Synthesen 5. Humin- und Fulvosäuren z.B. aus verwitterter Braunkohle oder aus Torf
- K.7. Stelle die komplette GAP knapp dar. 2 Säulen bzw. Fördertöpfe: EU-Haushalt und Mischform aus EU-Haushalt und nationalen Fonds 1. Säule: Konditionalität (= GAB + GLÖZ) (pflicht) + Öko-Regelung (freiwillig) 2. Säule: Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen (AUKM) (freiwillig)