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biogene am (Fach) / Teil 5 (Lektion)

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  • Massanalytische Alkaloidbestimmung welche drogen?  Ipecacuanhae radix: Ph. Eur. Belladonnae folium Stramonii folium Hyoscyamus für homöopathische Präparate und alle Zubereitungen dieser Drogen
  • Massanalytische Alkaloidbestimmung - Prinzip 1 Alkaloide in der Droge meist gebunden -> Freisetzung erforderlich durch: Alkalisierungsmittel NH3, NaHCO3 nicht NaOH!! bei fetthaltigen Drogen -> Hydrolyse Esteralkaloiden -> Esterspaltung phenolischen Alkaloiden -> Phenolation bleibt im Wasser Erhitzen mit HCOOHGalenische Zubereitungen: EtOH entfernen! 2 Extraktionmi0404t Alkalien  Freisetzung der Alkaloidbasen-> löslich in organischen Lösungsmitteln (z.B. Ether, Chloroform) 3 Aufreinigung Säure-Basen-Verteilung Klärung mit Traganth oder Talk zur Entfernung von Schwebstoffen wiederholtes Abdampfen von EtOH zur Entfernung flüchtiger Basen (z.B. Nicotin, Pyrrolin etc.) und NH3  Vorgangsweise abhängig von Löslichkeit der Alkaloideund Art der Begleitsubstanzen direkt indirekt -> Alkaloide nicht H2O lösl. -> Überschuss Sre  ÄG = MG des Hauptalkaloides (z.B. Belladonnae fol. )oder eines der Hauptalkaloide bei variabler Zusammensetzung ÄG = gemitteltes MG der Hauptalkaloide (z.B. Strychnin – Brucin) ÄG = MG/2, wenn 2 basische N im Molekül (z.B. Emetin)
  • Beispiel –Ipecacuanhae rad. - Indirekte Titration Droge + Ether + NH3 schütteln; dann + H2O und wieder schütteln; Etherphase filtrieren; eindampfen; Rückstand in EtOH aufnehmen, eindampfen; 5 min. bei 100°C erhitzen; in EtOH 90% lösen + 15,00 ml 0,1 m HClmit 0,1 m NaOH gegen Methylrot titrieren1 ml 0,1 n HCl 24,03 mg Emetin (MG = 480,6)ÄG = MG/2 (berechnet als Emetin) [(15,00 mlHCl x fHCl - VNaOH x fNaOH) x 24,03 x 100]/EW (mg) = % Alkaloidgemisch
  • Gehaltsbestimmung? • Quantifizierung von– Wirkstoffen (= Standardisierung) oder– wirksamkeitsmitbestimmenden Substanzen (= Quantifizierung; Einstellung auf definierten Bereich) oder– Leitsubstanzen (analytisch gut erfassbar)• Bestimmung spektrophotometrisch, GC, HPLC,DC-Remission, massanalytisch• Ergebnis = % in der Droge oder Zubereitung
  • Wertbestimmung? • chemisch-physikalisch• oder biologisch (Standard!!)• „Abschätzung“, ob Droge entspricht oder nicht• nur für schwach wirksame Stoffe• z.B. Quellungszahl, Gerbstoffgehalt, Bitterwert, Schaumindex -> nicht so genau, da nicht gefährlich• Ergebnis:– Maßzahl (z.B. QZ, IS,...) oder– entspricht/entspricht nicht
  • Methoden zur Gerbstoffbestimmung? • Reaktion mit Schwermetallsalzen• Reaktion mit Eiweiss• nach EuAB (Kapitel 2.8.14): Reaktion mit Eiweiss kombiniert mit spektrophotometrischer Bestimmung
  • „Alte“ Gerbstoffbestimmung mit Eiweiß • Hautpulvermethode (gravimetrisch!)a) wässrigen Drogenauszug eindampfen, Gewicht bestimmen (a)b) wässriger Drogenauszug + Hautpulver, Filtrat eindampfen, Gewicht bestimmen (b)c) Hautpulver + Wasser, filtrieren, Filtrat (lösliche Proteine) eindampfen, Gewicht bestimmen (c) Gerbstoffgehalt: a - (b - c)
  • Gerbstoffe in pflanzlichen Drogen nach EuAB Hautpulvermethode + spektrophotometrische (!) Bestimmung mit FOLIN-CIOCALTEU Reagens: Polyphenole reduzieren Na-molybdat und -wolframat (Oxide, „Molybdänblau“, „Wolframblau“, λ=760 nm, Pyrogallol als Referenz)a) wässriger Drogenauszug + Molybdat-Wolframat-Reagenz = Gerbstoffe + lösliche Phenoleb) wässriger Drogenauszug + Hautpulver, Gerbstoffe Filtrat + Molybdat-Wolframat-R. = lösliche Phenolec) Pyrogallol-Lösung + Molybdat-Wolframat-Reagenz • Droge mit 150 ml Wasser 30 min. im Wasserbad extrahiert, nach Abkühlen auf 250,00 ml verdünnt;• Filtration und Verdünnung von 5,00 ml Filtrat mit Wasser auf 25,00 ml (Filtrat 1)• 2,00 ml von Filtrat 1 mit Molybdat-Wolframat-Reagens + Wasser + Na-carbonatlösung versetzen, nach 30 min.Vermessung bei 760 nm gegen Wasser(A1) = Absorption Gesamtphenole (Gerbstoffe + lösl. Phenole) • 10,00 ml von Filtrat 1 mit 0,1 g Hautpulver 1 Std. amMagnetrührer rühren• Filtration und Verdünnung von 5,00 ml Filtrat mit Wasser auf 25,00 ml • 2,00 ml Filtrat + Reagenzien wie oben vermessen(A2) = Absorption lösliche Phenole (Gerbstoffe -> NS abgetrennt )• wässrige Pyrogallol–Lösung wie Drogenauszug ohneHautpulver vermessen(A3) = Absorption Pyrogallol 62,5 x (A1 – A2) x EWPy in g/A3 x EWDroge in g= % Gerbstoff berechnet als Pyrogallol
  • Quellungszahl (QZ) EuAB • Wertbestimmung für schleimhältige Drogen (im EuAB allerdings als Reinheitsprüfung geführt)• QZ = Volumen in ml, das 1g Droge einschließlich anhaftendem Schleim nach Quellung in Wasser nach 4 Stunden einnimmt. • Schleim in Epidermis -> unzerkleinert (Lein-, Flohsamen)• Schleim im inneren Gewebe -> pulversieren• pulverisierte Droge mit 1 ml Ethanol befeuchten• 25 ml Wasser zusetzen• 1 Stunde lang alle 10 min. kräftig schütteln• nach 90 Minuten größere Flüssigkeitsvolumen in der Drogenschicht und an der Oberfläche schwimmende Drogenpartikeln durch Drehen des Zylinders um die Längsachse beseitigen• 3 Stunden stehenlassen• Ablesung• Dreifachbestimmung !
  • Übungen: modifizierte Schleimdrogen Bestimmung • Doppelbestimmung!!• Psyllii semen, Lini semen: Verwendung der Toto-Droge ohne Anfeuchten mit Alkohol• Althaeae folium bzw. radix, Lichen islandicus:Verwendung der gepulverten Droge Anfeuchten mit Ethanol• Achtung: Einwaage z.B. Eibischblätter -> 0,2g !!!
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  • Schleimdrogen und QZ • Althaeae folium   mind. 12• Althaeae radix     mind. 10• Psylli semen        mind. 10• Lichen islandicus mind. 4,5• Lini semen          mind. 4
  • Bitterwert = reziproker Wert jener Verdünnung, in der 1 g oder 1 ml Probe gerade noch bitter schmeckt
  • Bestimmung des Bitterwertes nach EuAB • Extraktion von 1g gepulverter Droge mit Trinkwasser– Verdünnung auf 100,0 ml (=C-1; VF 100)– 10,0 ml C-1 auf 100,0 ml verdünnen (=C-2; VF 1.000)– 10,0 ml C-2 auf 100,0 ml verdünnen (=C-3; VF 10.000)– 20,0 ml C-3 auf 100,0 ml verdünnen (=C-3A; VF 50.000)– 10,0 ml C-3 auf 100,0 ml verdünnen (=C-4; VF 100.000) • Verdünnung, die gerade noch bitter schmeckt,abgestuft weiter verdünnt (6 Stufen) • Eichung mit Chininhydrochloridösung ca. 1 : 200.0003,6 bis 5,8 ml in 0,2 ml-Stufen auf 10,0 ml verdünnt • Verkostung durch 6 Personen: 10 ml Lösung 30 sec. im Mund bewegen,ausspucken, 1 Minute warten, ausspülen, nächste Verdünnung kosten
  • Eichung mit Chininlösung; Korrekturfaktors k; Bitterwertes ca. 1 : 200.000– 0,100 g Chininhydrochlorid in 100,0 ml Wasser lösen(im Saal vorrätig) – 1,0 ml dieser Lösung auf 100,0 ml mit Trinkwasserverdünnen (=Stammlösung) – 3,5 ml, 4,0 ml, 4,5 ml, 5,0 ml, 5,5 ml und 6,0 ml derStammlösung mit Trinkwasser auf 10,0 ml verdünnen – ausgehend von der niedrigsten Konzentration kosten – 5,0 ml Stammlösung in 10 ml = Verdünnung 1 : 200.000 • Berechnung des Korrekturfaktors k:k = n/5,0n = ml Stammlösung, die gerade bitter empfunden wird (3,5 ml, 4,0 ml,4,5 ml, 5,0 ml, 5,5 ml und 6,0 ml)k = 0,7 (gut bitter-empfindliche Prüfperson) undk = 1,2 (weniger gut bitter-empfindliche Prüfperson). • Berechnung der Bitterwertes:BW = Y x kY = Verdünnung, die gerade bitter schmeckt
  • Wertbestimmungen: Saponine 1) OBERFLÄCHENAKTIV – SCHAUMBILDUNGDroge + H2O schütteln Schaumbildung2) HÄMOLYTISCHE AKTIVITÄTExtraktion Droge + Phosphatpufferlösung pH = 7,4Filtrat + 2% BlutaufschwemmungTotale Hämolyse -> innerhalb 30 min. • Hämolytischer Index; HI = reziproker Zahlenwert der Verdünnung, in der 1 gDroge oder Extrakt oder 1 ml Lösung einer Zubereitunggerade noch hämolytisch wirktz. B. 1 g Droge in 3200 ml Flüssigkeit HI = 3200 Standard• für biologische Prüfung unbedingt erforderlich !• 0,01 % Lösung des Saponins ausSaponariae albae rad.• wahrer HI = 30.000• Berücksichtigung des Korrekturfaktors-> Berechnung wahrer HI Probe
  • Schaumindex • Wertbestimmung von Saponindrogen• Schaumindex = Höhe des Schaums, der durch 1 g Droge oderDrogenzubereitung unter vorgeschriebenen Prüfbedingungen erzeugt wird • Apparatur– Pipettenständer– 50-ml-Pipette Klasse A mit einem Peleusball– 250-ml-Messzylinder aus Glas mit 2-ml-Einteilung und einem inneren Durchmesser von 38 ± 3 mm– Pipettespitze in 45 cm Entfernung von der Basis über dem Zentrum des unter ihr stehenden Messzylinders– aus Pipette fließende Flüssigkeit muss in der Mitte des Messzylinders auf die Wasseroberfläche treffen • Untersuchungslösung:– pulverisierte Droge (355) oder Zubereitung in 250-ml-Becherglas mit 50 ml Wasser versetzt.– Mischung wird 30 min lang stehen gelassen und in dieser Zeit ohne Schaumbildung 3- bis 5-mal mit Spatel gemischt– Spatel und die Innenwände des Becherglases mit weiteren 50 ml Wasser spülen– Mischung dann ohne Durchmischen 30 min lang stehen lassen und durch Papierfilter (ø 125 mm) filtrieren • Durchführung– 50,0 ml Untersuchungslösung in Pipette aufziehen– Messzylinder mit Wasser spülen– verbliebene 50,0 ml Untersuchungslösung vorsichtig in Messzylinder füllen, Schaumbildung vermeiden!– Messzylinder auf Markierung unter Pipette stellen– Peleusball-Ventil E öffnen und Lösung aus Pipette in Messzylinder fließen lassen– maximale Höhe des Schaums messen, bevor er zusammenfällt– Dreifachbestimmung • Berechnung nach der FormelIs = H:mH = Höhe des Schaums in cmm = Masse der Droge zur Herstellung der Untersuchungslösung in g • Angabe des Mittelwerts der 3 BestimmungenErgebnis = Höhe des Schaums für eine Untersuchungslösung mit einertheoretischen Konzentration von 1 g in 100 ml