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Persönlichkeitspsychologie (Fach) / Vorlesung 3 (Lektion)

Prozess der diagnostischen Urteilsbildung

Diese Lektion wurde von ameliekunow erstellt.

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  • Nenne ein Beispiel für ein diagnostisches Urteil und erkläre anhand dessen, was ein diagnostisches Urteil ist – “Herr X leidet unter einer generalisierten Angststörung” – “Die Arbeitsgruppe Y ist durch starkes Konkurrenzverhalten geprägt” – “Frau Z ist die geeignetste Bewerberin für die ausgeschriebene Stelle“ Diagnostische Urteile sind Aussagen, die auf der Basis vorliegender oder eigens erhobener psychologischer Daten über eine Person, eine Gruppe oder einen Sachverhalt getroffen werden. Im Rahmen von Interventionen liefern diagnostische Urteile die Grundlage für die Empfehlungen oder Entscheidungen
  • Was sind die drei zentralen Fragen der diagnostischen Urteilsbildung? (1) Wie kommen Diagnostiker:innen zu ihren Urteilen? (2) Wie valide sind diese Urteile? (3) Optimierung: Wie lässt sich die Qualität der Urteile verbessern?
  • Wie überprüft man die Richtigkeit klinischer Diagnosen? Fangfrage: es ist nicht möglich weil es kein objektives Kriterium gibt!
  • Was war in den 1950er Jahren Standard bei der Vorhersage diagnostischer Urteile und wer revolutionierte/vertrat eine andere Haltung? die klinische Vorhersage war damals Standardmodell des Vorgehens (also menschliche Beurteilung als Basis) Paul Meehl hielt mit der statistischen Vorhersage dagegen! (also Empirisch gesicherte Zusammenhänge zwischen Prädiktor- und Kriteriumsvariablen anstelle von menschlichen Beurteilungen)
  • Was gibt es für statistische Vorhersagemodelle? Welche Eigenschaften haben diese? Einfache Regression: Y = a + bx Multiple Regression: Y = a + b1x1+…+ bnxn bei dichotomen Kriterium: logistische Regression Eigenschaften:Regressionen sind additiv und kompensatorisch (es gibt aber auch nicht-kompensatorische Modelle)Vorhersage ist nicht gleich Kausalität!
  • Ergebnisse der Studie von Sarbin nennen und kritisch hinterfragen: Ergebnis bei Männern kleiner Vorteil des statistischen Modells, bei Frauen Patt Kontroverse:• Bei Männern gibt es einen kleinen Vorteil bei Frauen Unentschieden =>?• Ökonomie (Durchführung, Erstellung Modell) => statistisch wirklich ökonomischer? => brauchen ja auch Manpower für ein Modell das erstellt werden muss• Validität des Kriteriums? (Studienerfolg? Vorhersage von Studienerfolg als Aufgabe von Studienberatern?)• Individuelle Differenzen in der Vorhersagegenauigkeit? => schlechte und gute Vorhersager HAUPTKRITIK: Meehl => keine Unterscheidung zwischen Art der Datenerhebung und Art der Datenkombination!
  • Welche Art der Datenerhebung gibt es? Welche Art der Datenkombination gibt es? Wie wirkt sich die Unterscheidung auf die Gütekriterien aus? Erhebung psychometrischer vs. nicht-psychometrischer Daten--> psychometrisch ist durch standardisierte Tests gewonnen--> nicht psychometrisch ist keine standardisierte Vorgabe und Auswertung (z.B. Eindrücke eines Diagnostikers) formelle vs informelle Datenkombination--> formell: Existenz angebbarer Regeln (bei statistischen Vorhersagemodellen)--> informell: eher intuitiv Sagt nichts über die Gütekriterien aus!
  • Es gibt vier Möglichkeiten psychometrische & nicht-psychometrische Daten informell oder formell zu intergieren, nenne die zwei häufigsten Varianten und je ein Beispiel dazu 1. nicht-psychometrische Daten werden informell kombiniert –> z.B. wird die Fahreignung eines alkoholauffälligen Verkehrsteilnehmers auf der Grundlage eines Interviews beurteilt 2. psychometrische Daten werden formell kombiniert – es werden die Ergebnisse von Konzentrations-, Vigilanztests usw. herangezogen und anschließend in eine Gleichung zur Bestimmung des Unfallrisikos eingesetzt
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