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Wirtschaftsethik (Fach) / Wirtschaftsethik - Begriffsbezeichnungen Lek 4 (Lektion)

Wirtschaftsethik - Begriffsbezeichnungen Lek 4

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  • Gegenüberstellung Ethik USA vs. DE (+ Entwickler) nach Enderle USA: v.a. Mikroebene, ein wenig Meso, kein Makro - stark praxisorientiert DE: kein Mikro, ein wenig Meso, v.a. Makro - stark theorieorientiert
  • Aufzählung Theorien der US Business Ethics - Tugendethik nach Salomon - Stakeholderkonzept nach Freeman und Weiss - Kontraktualistischer Ansatz nach Donaldson und Dunfee
  • Aufzählung Theorien kontinentaleuropäischer Pluralismus - Ökonomische Ethik nach Homann (Primat der Ökonomie) - Governanceethik nach Wieland (mehr Ökonomie als Ethik) - Diskursive Unternehmensethik nach Steinmann und Löhr (mehr Ethik als Ökonomie) - Integrative Wirtschaftsethik nach Ulrich (Primat der Ethik)
  • Stakeholderorientierter Ansatz (+ Erfinder) nach Freeman und Weiss Interessen aller Anspruchsgruppen berücksichtigen, mit Vorrang für Shareholder Führungskräfte müssen Balance herstellen (hohe Relevanz der Führungsethik)
  • Kontraktualistischer Ansatz (+ Erfinder) nach Donaldson und Dunfee auch: Integrative Social Contracts Theory (ISCT) vertragstheoretisches Modell, bei dem ethische Normen durch ein wechselseitiges Verpflichtungsverfahren zwischen den Beteiligten fixiert werden
  • hypothetischer Makrovertrag Mitglieder einer Gemeinschaft stimmen einem Vertrag zu, der ihr Zusammenleben in grundsätzlicher Form vorregelt und zugleich Freiräume schafft
  • mikrosoziale Verträge Nutzung der Freiräume des Makrovertrags zu Befriedigung der individuellen Bedürfnisse und zur Teilnahme an einer Wirtschaftsgemeinschaft, welche die individuellen persönlichen Werte reflektiert
  • prozedurale Hypernormen auch: authentische Normen die durch consent und exit legitimiert sind allgemeingültige Prinzipien
  • Strukturelle Hypernormen grundlegende Organisationsstrukturen, die in einer Gemeinschaft das wirtschaftliche Wohlergehen und die soziale Gerechtigkeit sicherstellen
  • Materielle Hypernormen haben ihren Ursprung nicht im Makrovertrag fundamentale Prinzipien menschlicher Existenz, die geeignet sind authentische Normen einer Gesellschaft zu legitimieren unabhängig von philosophischen, religiösen oder politischen Ansichten
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  • Tugendethischer Ansatz (+ Erfinder) nach Solomon grundsätzliche Sensibilisierung der relevanten Entscheidungsträger für die Natur des Guten und den eigenen Charakter nachzudenken und in Einstimmung mit dieser Reflexion zu handeln
  • Ordnungstheoretischer Ansatz (+ Erfinder) nach Homann Ökonomie ist dazu geeignet gesellschaftlich positive Zustände zu erzeugen Übertragung der Sprache der Ethik (Gut/Böse) in die der Ökonomie (Nutzen/Kosten) Aufgabe der Wirtschaftsethik ist das Identifizierung von Dilemma-Situationen, die Definition der gewünschten Auflösung dieser Dilemmata und die anschließende Durchführung entsprechender Maßnahmen
  • wichtige Bereiche der Wirtschaftsethik im Ordnungstheoretischen Ansatz Ordnungsethik --> Lösung von Dilemma-Situationen ist für Einzelne unmöglich, daher große Bedeutung einer Wirtschaftsordnung es gibt Defizite bei den Wirtschaftsordnungen (Regulierungsversagen), daher ebenfalls Verlagerung auf die Mesoebene
  • Wettbewerbsstrategie unternehmerische Bereitschaft auf ethische Forderungen einzugehen Umsetzung der Forderungen in Produkte und Dienstleistungen für den Aufbau einer guten Reputation
  • Ordnungspolitische Strategie Defizite der staatlichen Rahmenordnung (= Wirtschaftsordnung) sollen auf der Mesoebene kompensiert werden z.B. durch Branchenstandards
  • Situative unternehmensethische Strategien nach Homann 1. Berechtigung der moralischen Forderungen --> nein --> begründete Zurückweisung --> ja --> 2. Erfüllt die Rahmenordnung die moralischen Forderungen? --> ja --> durch Rahmenordnung gedeckt --> nein --> 3. Handlungsmöglichkeiten des UN  --> Ordnungspolitische Strategie, Wettbewerbspolitische Strategie, Marktaustrittsstrategie
  • Governanceethik (+ Erfinder) nach Wieland Überzeugung, dass UN ohne moralische Güter (z.B. Vertrauen) nicht effektiv und effizient zu agieren Moral muss nicht nur in die Sprache der Ökonomie übersetzt werden, sondern ist ein konstitutives Element der Ökonomie Governance = Instrumente zur Steuerung 
  • Steuerungsmechanismen in der Governanceethik - individuelle Selbstbindung - informelle Regelungen (Schwerpunkt der Governanceethik) - formelle Regelungen - organisatorische Elemente
  • Wielands Ethikmanagementsystem Kodifizieren --> Kommunizieren --> Implementieren --> Organisieren
  • Diskursethischer Ansatz (+ Erfinder) nach Steinmann und Löhr Gewinnprinzip wird nicht in Frage gestellt, sondern die Mittel zur Gewinnerzielung Je nach Situation kann ein Gewinnverzicht notwendig sein
  • Unzulänglichkeiten der Steuerungsgrenzen des Rechts - Timelag-Problem - Abstraktionsproblem - Vollzugsproblem - Adressatenproblem
  • Unternehmensethik im diskursethischen Ansatz materiale und prozessuale Normen, um konfliktrelevante Auswirkungen des Gewinnprinzips zu begrenzen
  • materielle Normen inhaltliche Vorschriften und deren mögliche Verankerung in UN-Kodizes
  • prozessuale Normen personen- und situationsabhängig und finden Ausdruck in der Bildung von Ethikkomissionen
  • Integrative Wirtschaftsethik (+ Erfinder) Kritik am Zwei-Welten-Modell das Gewinnstreben wird grundsätzlich in Frage gestellt, stattdessen kritische Reflexion der eigenen Bedürfnisse und Steigerung des Gesamtnutzens deontologisches Modell, das vom Maßstab der Vernunft (Achtung der Würde aller Menschen) geprägt ist Diskursethik als zentraler Faktor
  • Integrative Wirtschaftsethik als Wirtschaftsbürgerethik Bürger müssen tugendhaft und pflichtbewusst sein um eine wohlgeordnete Gesellschaft zu bilden --> Reflexionsbereitschaft, Verständigungsbereitschaft, Legitimationsbereitschaft
  • Integrative Wirtschaftsethik als Ordnungsethik Wirtschaftsordnung ist auf Elemente der marktwirtschaftlichen Ordnung angewiesen Wirtschaftssystem muss einer wohlgeordneten Gesellschaft prinzipiell untergeordnet sein
  • Integrative Wirtschaftsethik als Unternehmensethik Zweck der Unternehmen ist eine Verbesserung der privaten Lebensqualität der Kunden oder die Erfüllung einer gesellschaftlichen Aufgabe (z.B. Ernährung, Gesundheit)  eine sozialökonomische Unternehmensstrategie verhinder Dilemma-Situationen
  • experimentelle Ökonomie Überprüfung der Gültigkeit ökonomischer Theorien durch experimentelle Designs
  • Prospect Theory Abkehr vom Modell des homo oeconomicus Entscheidungsverhalten ist abhängig von der Risikosituation
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  • Nudging Methoden der Situationsgestaltung, bei denen Menschen in ihrem Verhalten beeinflusst werden, ohne dass dafür Verbote oder Anreize verwendet werden
  • Behavioral Business Ethics ergänzt die ethisch wichtige Kategorie des Sollens um die des Wollens Untersuchung unter welchen Bedinungen sich Menschen altruistisch verhalten 
  • Framing kleine Schritte zu ethisch fragwürdigem Verhalten sind schwer zu erkennen
  • Bounded Ethicality alle Menschen besitzen eine Disposition zu unmoralischem Verhalten in unterschiedlicher Ausprägung