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Feldfutterbau und Bioenergie (Fach) / Feldfutterbau (Lektion)

Allgemeines

Diese Lektion wurde von j_hunter15 erstellt.

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  • Definition GPS Getreide GPS ist ein Verfahren bei der Futtermittelgewinnung (auch Biogassubstratgewinnung) à bei dem der gesamte Aufwuchs von in erster Linie zur Körnergewinnung angebauten Pflanzenarten geerntet wird
  • Gründe Getreide GPS ·       Alternative zu Silomais à Standorte ·       Vielfältige Gestaltung der Fruchtfolge ·       Auflockerung der Fruchtfolge bei hohem Maisanteil ·       Phytosanitäre Gründe ·       Frühräumend = Vorteil bei Zwischenfruchtbau ·       Umsetzung der Anbaudiversifizierung für Greening Auflagen ·       Im Öko Landbau können die Schwierigkeiten des Maisanbaus umgegangen werden ·       Vielfältigere Gestaltung der Futterration à Verbesserung Strukturwirksamkeit ·       Gemeinsame Nutzung der Bestände mit Untersaaten bzw. Gemengeanbau
  • Qualitätsaspekte Getreide GPS ·       Erträge: 6-10 t TM/ha ·       Energiegehalt: 5,5 – 6 MJ/ NEL (nicht so hoch wie beim Mais) ·       Rohproteingehalt: 7,4 - 8,7 % (Vergleichbar mit Mais)
  • Gemenge für Ganzpflanzensilagenutzung ·       Gemenge: Gleichzeitiger Anbau von zwei oder mehr Feldfrüchten auf einem Feld ·       Nährstoffbereitstellung durch N-Fixierungsleistung ·       Geringer Düngeraufwand ·       Proteinaufwertung des Futters ·       Passende Auswahl der Gemengepartner: Gleichzeitige Abreife
  • Bedeutung Futtergräser ·       Futtergräseranbau: Größere Bedeutung im konventionellen Anbau als im ökologischen Anbau (Gülledüngung) ·       Im Norden weiter verbreitet als im Süden (höhere Luftfeuchtigkeit von Bedeutung) ·       Sehr flexibel zu gestalten: Fruchtfolgestellung, Aussaat, Nutzungsdauer ·       Langtagespflanzen
  • Differenzierung von Futtergräsern: Obergräser ·       Stärkere Wuchshöhe: 80 – 120 cm ·       Geringere Blattzahl ·       Höherer Stängelanteil ·       Vorkommen eher in Wiesen
  • Beispiele Obergräser o   Welsches Weidelgras o   Knaulgras o   Lieschgras o   Wiesenschwingel o   Glatt und Goldhafer
  • Differenzierung von Futtergräsern: Untergräser ·       Niedrige Wuchshöhe ·       Hoher Blattanteil ·       Höherer Eiweißgehalt ·       Bilden dichten Bestand ·       Trittverträglich (Weidetauglich)
  • Beispiele Untergräser o   Dt. Weidelgras o   Rotschwingel
  • Definition Feldfutterbau o   Futternutzung der (meist) oberirdischen Biomasse von Pflanzen (außer Futterrüben) o   Zumeist auf eigenem Betrieb produziertes Futter (wirtschaftseigen) o   Nutzung als Frisch- oder konserviertes Futter o   Vor allem Futtererzeugung für den Rindviehbereich
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  • Aufgaben und Ziele Feldfutterbau o   Versorgung des Betriebes mit Futterrohstoffen (aus dem eigenem Betrieb) o   Einkommenssicherung durch wirtschaftseigenes Futter o   Erzeugung energie  und eiweißreiches Grundfutter durch termingerechte Nutzung und sorgfältige Konservierung o   Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit und Verbesserung des Bodenschutzes o   Auflockerung der Fruchtfolge (phytosanitäte Aspekte) o   Nährstofffixierung à Stickstoff durch Leguminosen o   Substratbereitstellung und Düngung o   Wirtschaftseigenes Grundfutter o   Vorfruchteffekte für Marktfrüchte o   Nährstoffgewinn
  • Vorzüge des Feldfutterbaus (ggü Dauergrünland) o   Ergänzung des Grünlandfutters bezüglich Menge und Qualität o   Leichte Bestandesführung im Hinblick auf Ertrag und Inhaltsstoffe o   Erzielung höherer Energieerträge o   Steigerung der Leistungsfähigkeit des Gesamtbetriebes durch Leistungssteigerung der Tierhaltung o   Auflockerung der Fruchtfolge o   Leistungssteigerung des Bodens durch längere Ruhezeiten des Bodens je nach Form des FFB o   Hohe Ernterückstände (Kleegras 40-65 dt/ ha, Getreide 15 dt/ ha, Hackfrüche: 5-10 dt/ ha)
  • Gliederung des Feldfutterbaus Hauptfruchtfutterbau (mehrjährig) Hauptfruchtfutterbau (ein- oder überjährig) Zweiftruchtfutterbau Winter-Zwischenfruchtfutterbau Sommer- Zwischenfruchtfutterbau
  • Anbauaspekte Feldgras ·       Knaulgras und Glatthafer mit geringsten Ansprüchen ·       höherer Wasserbedarf als Getreide ·       Feinsämereien – Saatbettanforderungen – Anwalzen ·       größtenteils Lichtkeimer – flache Ablage (0,5 – 1,5 cm) ·       Erträge zwischen 50 und 150 dt TM/ha • Nährstoffbedarf entsprechend der Entzüge
  • Nutzungsdauer Feldgras Einjährig o   Einj. Weidelgras o   Welsches Weidelgras Überjährig o   Welsch. Weidelgras o   Bastard. Weidelgras o   Knaulgras o   Lieschgras Zweijährig o   Bast. Weidelgras o   Dt. Weidelgras o   Knaulgras o   Lieschgras Mehrjährig o   Dt. Weidelgras o   Knaulgras o   Lieschgras o   Glatthafer
  • Unterscheidung Dt. Weidelgras und Welsches Weidelgras - Jüngstes Blatt in der Anlage gefaltet + mit Öhrchen: --> Dt. Weidelgras - Jüngstes Blatt in der Anlage gerollt + mit Öhrchen: --> Welsches Weidelgras
  • Anbau und Saatverfahren, Allgemein - Bodenbearbeitung mit Pflugeinsatz bis in die 1990er Jahre nahezu alternativlos in Mitteleuropa - kontinuierliche Entwicklung der Pfluglostechnik bis hin zur Direktsaat - Standorteignung für verringerte Bodenbearbeitung - trockene Standorte => Bodenwasser, Erosion - stabiles Bodengefüge => Durchlüftung - Humusgehalt => Verschlämmungsneigung - Schaffung optimaler Keim- und Wuchsbedingungen
  • Konventionell wendende Bodenbearbeitung - Grundbodenbearbeitung, Saatbettbereitung und Aussaat: entkoppelt, teilweise oder komplett kombiniert - Lockerung und Wendung des Bodens auf Krumentiefe - Einarbeiten von organischen Reststoffen und Unkraut („Reiner Tisch“) - Ziel: Herstellung einer unbedeckten Bodenoberfläche - im Wirtschaftsjahr 2015/16 in Deutschland auf 53% der Ackerfläche angewendet
  • Konservierende Bodenbearbeitung - nicht wendende Bodenbearbeitung mit geringer Eingriffsintensität - Untergliederung in zwei Gruppen: (1) krumentiefe Lockerung bis 25cm (2) Arbeitstiefe 10-15cm ohne Grundbodenbearbeitung - im Wirtschaftsjahr 2015/16 in Deutschland auf 40% der Ackerfläche angewendet - Akzeptanz steigt mit zunehmender Betriebsgröße - Ziele: Herstellen eines stabilen und tragfähigen Bodengefüges durch längere Bodenruhe, Pflanzenreste auf Oberfläche belassen, möglichst ganzjährlich Boden bedeckt
  • Direktsaatverfahren - geringste Bearbeitungsintensität => Erosion weitestgehend ausgeschlossen - Saatgutablage ohne vorherige Bodenbearbeitung in ungestörten Boden => Bodenstruktur wird beibehalten - Bearbeitung von weniger als 1/3 der Reihenweite - Tiefe der Bearbeitung und Saatgutablagetiefe sind identisch - Bearbeitungssystem mit einem geringen Kraftstoffbedarf
  • Beispielbearbeitung Einzelkornsaat Mais: (1) Freiräumen der Saatreihe durch Klutenräumer (Steine, Pflanzenreste, etc.) (2) Öffnen der Saatfurche durch Doppelscheiben, Tiefenführung durch Druckrollen (3) Vorbereitung der Saatkornablage durch Scharspitze und Positionierung im Boden (4) Schließen der Saatfurche mittels Druckrollen => Unterfußdüngung mittels flüssigem Wirt-      schaftsdünger (Gülle, Gärreste) möglich
  • Leistungen des Kleegrasanbaus für den Betrieb ·       Lieferung von wirtschafteigenem Grundfutter ·       Verbesserung Bodenstruktur durch Durchschattung und Durchwurzelung ·       Schutz vor Erosion ·       N-Fixierung durch Knöllchenbakterien ·       Unterbodenlockerung ·       Wildkrautunterdrückung ·       Förderung der Biodiversität ·       Humusakkumulation
  • Kleegras ·       Mischkultur ·       Ertragssicherheit ·       Verbesserte Ertragssicherheit und teilweise höhere Erträge (bis zu 10%) ·       Dort, wo Klee ausfällt oder schwachwüchsig ist, schließen Gräser Lücken, sonst machen sich Beikräuter breit
  • Nutzungsform ·       Nutzungshäufigkeit 2-3 Schnitte evt. 4-5 ·       Zu häufige oder frühe Nutzung erschöpft die Reservestoffeinlagerung in die Wurzeln und erschöpft die Pflanze: Verluste, Beikräuter machen sich schnell breit durch hohes N-Angebot ·       Früher Schnitt fördert Leguminosen, später die Gräser ·       Hoher Schnitt vermindert Bodenaustrocknung und begünstigt Wiederaufwuchs
  • Nutzungsform Kleegras ·       Nutzungshäufigkeit 2-3 Schnitte evt. 4-5 ·       Zu häufige oder frühe Nutzung erschöpft die Reservestoffeinlagerung in die Wurzeln und erschöpft die Pflanze: Verluste, Beikräuter machen sich schnell breit durch hohes N-Angebot ·       Früher Schnitt fördert Leguminosen, später die Gräser ·       Hoher Schnitt vermindert Bodenaustrocknung und begünstigt Wiederaufwuchs
  • Luzerne ·       Trockenresistenz: bis zu 4m tiefe Pfahlwurzel ·       Wuchshöhe: bis 120cm ·       Farbe von blau, violett, weißgelb bis grünlich bewegen kann ·       Pro Flächeneinheit produziert sie die größte Eiweißmenge aller Kulturpflanzen
  • Silierung Durchwachsene Silphie ·       Allgemein wird gute Silierbarkeit angenommen aber auf Datenbasis für einen einmaligen Schnitt → TM von bis zu 30 % ·       Für Futter zweifacher Schnitt sinnvoll ·       Bei Ernte im vegetativen Stadium TM von ca. 18 % ·       Geringer Sickerwasseraustritt trotz niedriger TM ·       Anwelken ist notwendig ·       Silierung mit Siliermitteln ·       Rohproteingehalt der Blätter variiert zwischen 15 – 17 % ·       Rohproteingehalt der Stängel zwischen 4 – 6 % ·       Schnittzeitpunkt für Akzeptanz der Tiere entscheidend
  • Fazit durchwachsene Silphie ·       Geringe Ansprüche ·       Guter Futterwert ·       Geringer Arbeitsaufwand ·       Lange Nutzungsdauer 10 - 15 Jahre ohne Ertragseinbußen ·       Ökologische Vorteile (Bienenweide, Erosionsvermeidung,…) ·       Gute Wasser- und Nährstoffausnutzung   ·       Geringe Akzeptanz? ·       Lange Festlegung der Fläche ·       Hohe Etablierungskosten
  • N2 Fixierung Umwandlung von N2 zu pflanzenverfügbarem Stickstoff 3 Arten der Umwandlung o   Biotische Fixierung o   Nitrogenase und Energie o   Symbiose Leguminose/ Rhizobien
  • Cut and Carry ·       Sinnvolle innerbetriebliche Nutzung von Futterleguminosen für viehlose Ackerbaubetriebe ·       Geberfeld: Schneiden und Abtragen à Nehmerfeld: Einarbeitung der organischen Substanz
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  • Geberfeld o   Unkrautunterdrückung o   Verwertung der Sprossmasse o   Abtrag beschleunigt Wiederaustrieb o   Erhöhung der N-Fixierungsleistung um 30 – 45% o   Bodenleben o   Organische Substanz à Humusaufbau o   Reduzierung der N-Verluste o   Verringerung der N2O-Emissionen
  • Nehmerfeld o   Unkrautunterdrückung o   Verwertung der Sprossmasse o   Abtrag beschleunigt Wiederaustrieb o   Erhöhung der N-Fixierungsleistung um 30 – 45% o   Bodenleben o   Organische Substanz à Humusaufbau o   Reduzierung der N-Verluste o   Verringerung der N2O-Emissionen