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Psychologie (Fach) / 3. Entwicklungspsychologie (Lektion)

Vl10 (zeitliche Veränderungen)

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  • 1. Was heißt Entwicklung? Wo ist der Unterschied zu Lernen? - Entwicklung menschlichen Erlebens und Verhaltens meint deren Veränderungen und Stabilitäten      - Beispiele: Veränderungen und Stabilitäten von Kompetenzen, Überzeugungen, Interessen, Selbstkonzepten - Entwicklung ist abzugrenzen von Lernen, Vergessen, pathologische Symptombildung, Ausbilden von Gewohnheiten, usw. dadurch, dass Veränderungen und Stabilitäten auf der Zeitdimension Lebensalter registriert werden
  • 2. Welche Entwicklungstheorien gibt es laut Trautner 1991? - Endogenistische Modelle: Umwelt und Subjekt passiv    - Entwicklung basiert auf der Entfaltung eines angelegten Plans  - Aktionale und konstruktivistische Modelle: Umwelt passiv aber Subjekt aktiv     - Entwicklung wird durch den Menschen als erkennendes und reflektierendes Wesen beeinflusst - Exogenitische Modelle: Umwelt aktiv aber Subjekt passiv     - Entwicklung ist vollkommen unter Kontrolle externer Einflussfaktoren - Interaktionistische/transaktionale Modell:    - Menschen leben, agieren und entwickeln sich in sozialen bzw. ökologischen Zusammenhängen  - Diese Interaktionen erklären Entwicklungen (--> Passungen)
  • 3. Was sind die wichtigsten Aspekte bei der Entwicklung des Denkens? (Modell, dass dieses beschreibt + Allgemein) Theorien der kognitiven Entwicklung beschreiben alterskorrelierte Veränderungen im Denken des Kindes und Jugendlichen Stufenmodell• Erste umfassende Theorie von Jean Piaget               Sensumotorische Entwicklungsstufe (Geburt – 2 Jahre): Sinnerfahrungen | Handlungen              Präoperatorische Entwicklungsstufe (2 – 7 Jahre): Sprache | Symbolgebrauch              Konkret-operatorische Entwicklungsstufe (7 – 12 ): Logisches Denken, Kategorisierung              Formal-operatorische Entwicklungsstufe (ab 12 ): Hypo. Denken | wiss. Rationalität • Jede Stufe stellt eine geordnete Gesamtstruktur dar• Jede nächsthöhere Stufe geht aus dem vorangegangenen Stadium hervor, integriert und transformiert die dort angelegten Strukturen Allgemein: Gedächntis und Leistungsfähigkeit der Denkprozesse nimmt zu
  • 4. Wie entwickelt sich das KZ-Gedächtnis? - Ziffern- , Wort- und Buchstabenspanne nimmt zu - Erklärung:    - Globale Verarbeitungsgeschwindigkeit (schnellere Identifikation und Atrikulationsschleife in der phonologischen Schleife)    - Seriationsfähigkeit (Reihenfolgeinformations erst später)    - Quanitität und Qualität der Nutzung von Wiederholungsstrategien --> Invarianz-Theorie wahrscheninlicher, effizientere Nutzung von Ressourcen
  • 5. Wie entwickelt sich die Intelligenz? - hohe Korreltaion ab 5. Jahre - kristalline eher stabil, fluide Intelligenz sinkt
  • 6. Wie entwickelt sich das moralische Urteil? (Kohlberg) - Stufen der Moralentwicklung - viele Quellen für moralisches Wissen (Belehrung, Interaktion, Sprachspiel, Rollen, Regeln) Präkonventionell - Orientierung an Strafe und Gehorsam, Vermeidung von Strafe bestimmt moralisches Verhalten - Instrumentelle Orientierung an eigenen Bedürfnissen, Naiver Hedonismus: „Eine Hand wäscht die andere“ Konventionelle Moral- „Good boy/good girl“-Orientierung, Konformistisch, nach Anerkennung im kleinen Kreis suchen- „Law-and-Order“-Orientierung, Festhalten an Gesetzen, Pflichterfüllung in großen Systemen Postkonventionelle Moral- Orientierung am Sozialvertrag und an Menschenrechten, Bewusstsein für die Relativität der eigenen Werthaltung und Meinung- Recht bedeutet Übereinstimmung mit eigenen ethischen Prinzipien, Universelle Prinzipien wie Gerechtigkeit, Gegenseitigkeit, Menschenrechte und Würde
  • 3. Was besagt der Informationsverarbeitungsansatz? - Fokus auf Erwerb, Speicherung und Abruf von Informationen - Kind als Informationsverarbeitungssystem mit begrenzter Kapazität          - Gedächtniskapazität          - Leistungsfähigkeit der Denkprozesse          - Verfügabrkeit nützlicher Strategien und Wissensinhalten - Kind als aktiver Problemlöser    - Entwicklung kontinuierlich statt stufenweise
  • 7. Wie verändern sich Motivation und Emotion? - verschiedene Etappen Bis zur Schulzeit: - Wirksamkeitstreben, Selbermachenwollen und Bewertung der eigenen Tüchtigkeit Während der Schulzeit: - güntige Motivationen sinken ab. Lernziele und intrinsische Motivation nehmen ab - ungünstige Motivationen nehmen zu - Lehrer können durch IBAS-Unterrichtshandeln dem entgegenwirken
  • Wie entwickeln sich Freundschaften und wie entstehen sie? Entwicklung von Freundschaftsbeziehungen- Symmetrische Reziprozität in der Gegenwart (< 6 Jahre)- Symmetrische Reziprozität bei größerer Zeitstrecke (ca. 6–8 Jahre)- Gegenseitiges Kennen und Verstehen (ca. 12–14 Jahre) Wie entstehen Freundschaften?- Durch räumliche Nähe und gemeinsame (Spiel-)Aktivität- Durch Zugehörigkeit und soziale Akzeptanz- Durch geteilte Selbstkonzepte 
  • Zu den Entwicklungsfaktoren von prosozialem Verhalten gehören internale und externale Bedingungen. Wie sehen diese aus? Internale Bedingungen    - Perspektivenübernahme    - Moralisches Urteilen    - Mitgefühl im Sinne von Sympathie (Beobachter*in hat ein Gefühl der Besorgtheit und des Mitleids mit dem Opfer) Externale Bedingungen    - Familiengröße    - Soziale Schicht    - Auslösende Situation
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